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;gen würde, wenn er Ob er feinen Vorschlag
sich entfernen.
Da trat Eitel Fritz auf ihn zn: „Herr Breymann — | W meinte es nicht böse . . . aber Sie muffen doch verstehen, daß mW) Ihre Worte überraschten. . . rchl mußte doch mit Mama Rücksprache nehmen. .
^Lassen Sie es gut sein, Herr Seutnant", unterbrach 11 <->. rv x. l___IC. "4- -trh KlTt--
Spielschuld gegeben, der Fälligkeitstermin des ersten Ae- ceptes naht, Sie verzeihen mir, wenn ich Sie darauf aufmerksam mache, und Sie bitte, für pünktliche Deckung Sorge tragen zn wollen. Der Wechsel befindet sich! nicht mehr - in meinen Händen, ich mußte ihn weiter geben, da ich Geld nötig hatte. Am 20. d. M. ist er fällig, Sie haben mithin noch acht Tage Zeit. Es wird Ihnen ja jetzt nicht schwer fallen, die Kleinigkeit zu decken. Zugleich erlaufe ich mir, Sie an die ältere Schuld von 1500 Mark zu er> innein. — Nichts für Ungut.
Wie immer Ihr Meyering."
Bitter anflachend, warf Eitel Fritz den Brief auf den Tisch. Dies hatte gerade noch gefehlt! — 10 000 Mark — ein kleines Vermögen! — Der Neberschnß, den Petershagen in einem Jahre abwarf — und er hatte die Summe in einigen Stunden verspielt! — Er mußte wahnsinnig gewesen sein!
Doch was half's — die Zahlen und Buchstaben standen einmal auf dem Papier — sie bildeten die unzerreißbare
machten. , , . ,.«■
Der alte Diener seines Vaters trat em, und überreichte ihm die soeben .eingetroffene Post. Zertnngen, Rpch^ nunaen Beileidsbriefe — er schob alles gleichgiltig zur Seite. Nur zwei Briefe fesselten seine Aufmerksamkeit; der eine trug die großen Schriftzüge des Rittmerster^ Meyermg^ der andere auf duftendem Paprer die zierlich- kräftige Schrift Irmas. Der Rittmeister schrieb:
„Sieber Baron! - Sie werden entschuldigen, daß ich Ihre Zeit der Trauer um Ihren verstorbenen Water durch eine geschäftliche Angelegenheit störe. Wie Sw wissen, haben ,Sie mir zwei Aeeepte über ie 5000 Mark als Regelung einer
Kette!
Was wohl Breymann dazu sagen würde, wenn er ihn anwies, diese Schuld zu decken? Ob er feinen Vorschlag von vorhin aufrecht erhalten Würde? , .
Arbeit — einfaches, schlichtes Leben — tote em Bauer vielleicht in dem einfachen Jnspektorhanse drunten aup dem Gutshof — das Schloß mit dem Park und der Feldpagd konnte man ja verpachten ... an irgend einen Kommerzten- rat aus Berlin . . . zum Henker, war er denn geschpfien/ toie ein Bauer dahinzuleben? Gab es nicht noch entert
ihn Breymann ernst. „Ich weiß letzt, woran ich bum Sie haben gesehen, wie ich mich vor ^hnen ermebrtgt habe, denn leicht sind mir jene Worte nicht geworden . ... das weiß der liebe Gott! — Jetzt ist's vorüber — Sre werden von mir kein Wort mehr hören, mein geschäftlicher Rat steht Ihnen zu Diensten — solange ich noch Ihr Jnspesior bin . und damit Gott befohlen, Herr von Petershagen.
Er verbeugte sich nahm seine Bücher und ging, ohne Laß Eitel Fritz ihn znrückzuhalten wagte.
Er ivorf sich in den Sessel vor dem Schreibtisch und starrte auf die Dokumente und Papiere, die m trockenen Zahlenreihen und starren Buchstaben ihm die Wege fernes ^Schicksals vorzuzeichnen schienen, die ihn fesselten durch unzerreißbare Ketten, die aus feinem gangen ~eben ein großes Rechenexempel, eine große, mühevolle Arbeit
ist hier groß geworden, wie ich alt und grau hier geworden bin. Ihr Vater war mir mehr em Freund, als ein Vorgesetzter — ich habe ihm versprochen, Petershagen nicht zu verlassen — und dann, Herr von Petershagen — ich möchte meine Tochter glücklich sehen . ."
- „Ihre Tochter? — Ich verstehe Sie nicht . .
Machen Sie es mir doch nicht so schwer, Herr von Petershagen. — Wir haben davon gesprochen, Ihr Vater inid ich, in den letzten Tagen vor seinem Tode—und dann nahm ich meine Else ins Gebet — und sie hat mir alles 0 s „Herr Breymann, was soll das heißen?!"
Tiefe Glut flammte in den Wangen des jungen Offiziers empor. Wollte man ihn mit Gewalt zwingen — hatte man ihn mit listigen Plänen umgarnt? Hatte seine Mutter recht, als sie ihn gestern abend vor Breymann gewarnt, der stets seine geheimen Pläne verfolgt, und sich auf Petershagen bereichert hätte? Sein Stolz, sein Trotz empörten sich gegen den Vorschlag des Inspektors, hinter dem er arglistige Pläne vermutete.
„Mau hat mir gesagt", fuhr Breymann einfach! und schlicht fort, „daß die fremde Dame, welche ans Berlin zum Begräbnis kam, so gut wie versprochen mit Ihnen sei — man hat es auch meiner Else gesagt — derartige Geruchw verbreiten sich ja mit unheimlicher Schnelligkeit — wir haben es nicht geglaubt, Herr von Petershagen, tote konnten es nicht glauben, daß Sie so rasch berge?)en sollten. — Es ist vielleicht seltsam, daß Wj so zu Ihnen spreche, und nicht abwarte, bis Sie sprechen, aber ich mochte Ihnen die Wege ebnen, ich möchte Ihnen beweisen, daß ich volles Vertrauen in Sie setze. . • und dann, ich mochte Sie und meine Else glücklich sehen. Ich will für Sie 'arbeiten, Herr von Petershagen, ich will alle Sorgen und Mühen auf mich nehmen . . ."
Eitel Fritz richtete sich straff empor. ,
„Genug, Herr Breymann. . . ich weiß tn der That nicht, was ich Ihnen antworten soll. Was Sie mit meinem Vater abgemacht haben, ist in dieser Hinsicht für mich-nicht maßgebend. Ich denke, wir brechen diese llnterhattung a5‘ Der verletzte Stolz, die gekränkte Eigenliebe sprachen aus seinen Worten, die herber klangen, als sie beabsichtigt
Breymann erblaßte leicht vor innerer Erregung. Der Zorn anoll in ihm empor, doch bezwang er sich gewaltsam, und sprach nur mit rauher Stimme: „Wie Sie befehlen, Mrr von Petershagen... ."
Daun nahm er feine Bücher zusammen, und wollte
anderen Ausweg? .
Er öffnete hastig den Brief Irmas. Sie schrieb:
„Mein lieber Freund! Wann seh ich Dich wieder?
Sind Deine häßlichen Geschäfte noch nicht erledigt? — Ucbergieb sie doch Deinem Inspektor. Ich habe Sehnsucht nach Dir, und hoffe Dich bald wieder in die Arme schließen zu dürfen. , ,
Komm, mein Geliebter, es erwartet Dich
Deine Irma."
Thor, der er war! — Der Duft des Brieses zauberte ihm die verführerische Gestalt Irmas wieder vor die Augen: er streckte die Arme aus — da da war ja die
Sein Entschluß toar gefaßt - rasch warf er einige Worte auf ein Telegrammformular: „Irma Weserling, Schöneberg, Villa Monrepos. Ich komme morgen. Herz-- licken Gruß • Eitel Fritz."
Dann klingelte er dem Diener: „Besorge dies Dele- gramm. - Und dann — ist meme Mutter zu sprechend
Die anäbiqe Frau Baronin sind tn ihrem Zimmer, j ^Gut. — Ich reife morgen früh nach Berlin zuruck, Packe meine Koffer."
„Sehr wohl, Herr Baron......
„Wenn Inspektor Breymann mich morgen früh zu! sprechen wünscht — ich werde einen Brief für ihn hier auf dem Schreibtisch zurücklafsen."
Sehr wohl. .. werden der Herr Baron bald wieder kommen?" fragte der alte Diener zögernd.
Weiß nicht- - Weshalb fragst Du?"
"Ich glaubte, Herr Baron würden jetzt ganz hiep ^^Jch 'muh Loch vorher meine Angelegenheiten in Berlin ordnen." „ „ „
„Freilich — verzeihen, Herr Baron. . ..
Eitel Fritz legte dem alten Diener die Haud^anf bi£ Hoffe, Alterchen", sagte er freundliche res^solk jetzt eine bessere Zeit für uns alle hier anbrechjen. . -
' yta Du weißt ja Bescheid. Vor Dir hatte Papa ja doch "keine Geheimnisse. M hoffe, wir werden ebenso gut mit einander auskommeu hecht, Alterchen - unir,r2tti Der greife Diener ergriff die Hand feines lungert ^^GW?segrn Sie' gnädiger Herr", sagte er bewegt == „und auch die junge gnädige Frort. •
Wie? Auch das weißt Du schon? -
Der Alte lächelte gutmütig-schlau. ......
„Wir alten Diener haben ein scharfes, Madiger i frerr — und die Damen aus Bersin waren doch nicht Mmmen wenn sie nicht fa = gute Bekannte H! SM 1 bigen Herrn gewesen wären/'


