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Sieh! mal also so entstehen Gerüchte? Na, wir wollen sehen, was die Zukunst bringt. Jetzt besorge nur die Depesche."

Sofort, gnädiger Herr. . ."

Es war Eitel Fritz ordentlich leicht um das Herz, nach- dem er einen festen Entschluß gefaßt hatte. Frohen Mutes begab er sich zu seiner Mutter.

Frau von Petershagen that freilich sehr überrascht, als ihr Eitel Fritz seine Absicht mitteilte, sich mit Fräulein Irma Weserling verloben zu wollen, und meinte auch-, ob es nicht angemessener sei, Eitel Fritze nehme eine Gattin aus altadliger Familie, im Grunde genommen war sie jedoch! sehr einverstanden mit der Verlobung. Arno Sannow hatte ihr von dem großen Reichtum der Majorin Weserling er­zählt, die Damen an und für sich gefielen ihr außerdem sehr sie erinnerten sie an die große Welt, in der sie früher verkehrt nnd die sie so geliebt hatte und so gab sie nach einigen Fragen und Erkundigungen gern ihre mütterliche Einwilligung.

Tn hast mich ja eigentlich gar nicht mehr zu fragen. Eitel Fritz", sprach sie mit melancholischem Lächeln,denn du bist jetzt der Ches, der Familie und frei in Deinen Ent­schließungen; um so mehr erkenne ich es an, daß Du mich von Deiner Absicht unterrichtest. Glaubst Tu glückliche mit Fräulein Weserling zu werden, so will ich Dir meinen mütterlichen Segen nicht vorenthalten. Im übrigen höre ich! ja, daß es eine sehr passende Partie ist, da die Majorin Weserling sehr reich sein soll."

Eitel Fritz errötete ein wenig.

Das ist allerdings der Fall, Mama, und ich hoffe, daß sich nach meiner Verheiratn-RM auch Dein Leben wieder freundlicher gestalten wird. Ich weiß, Du hast Dir manchen Wunsch versagen müssen».."

.Die Baronin seufzte.

Das ist leider richtig Dein Vater war in den letzten Jahren sehr sparsam geworden, er wurde von Breymann darin unterstützt oft schien mir diese Sparsamkeit über­trieben, doch lassen wir das jetzt Dein Vater wird seine Gründe gehabt haben, er vertraute diesem Breymann allzu­viel, obgleich dieser sich in unserem Dienst nur bereichert hat. Einmal sagte Tein Vater sogar, daß Else Breymann eigentlich eine passende Partie für Dich wäre ich! bitte Dich, Eitel Fritz, die Tochter eines Inspektors! Doch wie gesagt, sprechen wir nicht mehr davon. Nur noch eins! Wirst Du nach Deiner Vermählung hier Wohnung nehmen?"

Ich wünschte eigentliche noch weiter zu dienen, Mama 'fe- wenigstens bis zum Rittmeister . . ."

Das freut mich. So gestattest Du, daß ich mit Wanda Zier wohnen bleibe?"

Aber, Mama, das ist ja Euer gutes Recht! Die Zinsen des Vermögens, welches Papa Euch ausgesetzt hat, werden Euch pünktlich alle Vierteljahre gezahlt werden im übrigen bleibt alles beim alten, ich! werde mir nur einige Zimmer reservieren."

Nun, dann ist ja alles in Ordnung, und der Himmel segne Dich, mein Sohn."

Sie küßte ihn zärtlich asts die Stirn. Sie glaubte in der That, daß alles in Ordnung sei, und sah nicht die Unruhe in dem Herzen ihres Sohnes, die trotz seines festen Entschlusses sich doch! stets von neuem seiner Gedanken und seiner Empfindungen bemächtigte. Es war ihm, als stände er im Begriff, ein Verbrechen zu begehen. Ltuhelvs trieb es ihn umher; er durchstreifte den Park und die Felder,

nur um den Gutshof ging er in weitem Bogen herum, er fürchtete das ernste Auge des Inspektors und den stummen, schmerzlichen Blick Elses.

(Fortsetzung folgt.)

Gsmeinnütziges.

Eine neue Weinrebe japanischen Ursprungs, von dem Franzosen Caplat durch Zucht verbessert, soll durch Bemühungen des praktischen Ratgebers im Obst- und Garten­bau jetzt in Deutschland eingeführt werden. Es wurden im vorigen Frühjahre mehrere hundert Samenkorn der neuen Einführung verteilt, und wird in Nr. 39 des prak­tischen Ratgebers von verschiedenen Seiten über den aus­gezeichneten Wnchs und die schone Belaubung der jungen Pflanzen berichtet. Wir haben es somit auf jeden Fall mit einer wertvollen Schlingpflanze zu thun. Bon den Trauben ist bekannt, daß sie kleiner bleiben als die unseres edlen Weines, sie haben aber große Beeren und sollen auch dort noch sicher reifen, wo unser Wein nicht mehr gedeiht. Wahrscheinlich läßt sich« die neue japanische Weinrebe durch Kreuzung mit unseren einheimischen noch weiter ver­vollkommnen.

Ersparnis im Haushalt am richtigen Orte be­wirken zu können, ist eines der Kennzeichen einer guten Hausfrau, und hinsichtlich solcher Ersparnisse vernünftige Winke zu geben, ist eines der Kennzeichen eines guten Kochbuches. Als Beispiel dieneHenriette Davidis" (welche Küchenverständige kennte es nicht?) Seite 14 der 37. Auf­lage,Suppenfleisch":Man rechne bei einer großen Ge­sellschaft zu einer kräftigen Bouillon oder Suppe auf jede Person 250 Gramm Ochsen- oder Rindfleisch; Kalbfleisch für Person 375 Gr., Bei geringer Personenzahl um die Hälfte mehr. Nimmt man nur die Hälfte des hier gefor­derten Fleisches und setzt dann jedem Liter Suppe 5 bis 1.0 Gramm Liebig's Fleisch-Extrakt und die gleiche Menge Salz hinzu, so erhält man, bei bedeutender Ersparnis eine hinreichend kräftige Bouillon,"

Msös.

Das Bedürfnis, in der Kleidung einem eigenen persön­lichen Geschmacke zu folgen, ist viel schwieriger zu befrie­digen, als man nach der sonstigen allgemeinen Bethätigung häuslicher Must annehmen sollte. Wie manche Dame hat nicht eine Menge persönlicher, eigenartiger Ideen. Sobald sie dieselben aber durch die Schneiderin aussühren lassen will, werden sie umgemodelt und verallgemeinert und ver­lieren das Individuelle. Der persönlichen Ausführung stand aber immer das große Hindernis des Zuschnittes entgegen, denn das regelrechte Schnittzeichnen mit seiner, für "bie neueste Mode besonders verwickelten Art, kann nur durch langjährige Uebung gründlich beherrscht werden. -Dieses Hindernis verschwindet aber ohne weiteres, wenn man sich 6er vorzüglich fitzenden Schnitte der Internationalen Schnitt­manufaktur Dresden-N. 8 bedient, welche in großartiger Auswahl zu billigen Preisen erhältlich sind. Die Wahl er­folgt nach! einem reichhaltigen Modenalbum und Schnitt­musterbuch! (Stück 50 Pfg.), welches zugleich! eine vorzügliche Uebersicht über die neue Herbst- und Wintermode bietet. Wer also geschickte Hände und Geschmack hat, der bethätige diese Gaben der Natur, nicht nur zu feinem Nutzen, sondern auch zu feiner Freude.

Are Mode für altere Damen.

Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden-N. Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbuch für nur 50 Pfg. daselbst erhältlich.

Es Mrd'sehr oft behauptet, die Mode sei nur für junge, schlanke Figuren berechnet, nnd! die älteren, meist eine ge­wisse Wohlbeleibtheit zeigenden Damen würde von ihr stief­mütterlich behandelt. Diese Behauptung ist indessen unbe­rechtigt, die Mode ist für alle, und wenn man es nur ver­steht, das für den einzelnen passende herauszusuchen, so wird man sicher zusriedengestellt sein. Daß dies nun aber eine Kunst ist, oft sogar eine recht schwierige, geben wir gern zu und wollen wir es deshalb! heute einmal unternehmen, auf diesem Gebiete einige Ratschläge zu erteilen.

Die wichtigste Bedingung für einen vorteilhaften Anzug

ist, die, sich! stets seinem Alter und seiner Figur entfprechend zu kleiden. Denn nur auf diese Weise kann ein harmonischer Eindruck erzielt werden. Ganz besonders gilt dies für die Grundlage des Kleides, für das Korsett; denn das Korsett kann sehr vieles gut und vieles schlecht machen.. Eine ältere Dame, besonders wenn sie stark ist, darf weder ein zu hohes, noch? ein zu enges Mieder tragen; denn da die Schultern und! der Hals schon ohnehin sehr rund und kurz erscheinen, so würde dieser Schönheitsfehler durch ein hoMchuürendes Korsett stoch mehr hervorgehoben und! verschlimmert werden. Ein in der Taille zu enges Korsett wiederum würde den