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„Daheim!" ,
Mit dem 1. Juli begann ein neues Quartal des „D a h e i m". — Nachdem auch die „Weite Welt" und „Vom Fels zum Meer" in den Besitz der Scherl'schen Gesellschaft überging, ist die Zahl der alten bewährten Familienblätter stark zusammengeschmolzen. — Das „Daheim" bewahrte unter diesen seine hervorragende Stellung. — Es bringt jetzt auf wöchentlich 6—8 Seiten zwar ebenfalls eine Fülle von Bildern zur Tagesge schichte, hat aber daneben seinen alten vornehmen Charakter durchaus gewahrt; es will unterhalten und belehren, veröffentlicht gute gediegene Romane (z. Z. einen Roman „Tie Grenzwärte", der auf dem Boden Elsaß- Lothringens spielt), treffliche Aussätze aus allen Gebieten, ausgezeichnete Gemälde in edlem Holzschnitt und Kunstbeilagen in vollendeter Wiedergabe.
Der Bau des Weltalls.
Von Prof. Dr. I. Schein er. Mit zahlreichen Abbildungen. Gey. Mk. 1.—, geschmackvoll geb. Mk. 1.25. („Aus, Natur und Geisteswelt". Sammlung wisseuschaftlicksigemeinverst- ständlicher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens. 24. Bändchen.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig.
Tiefes Bändchen beabsichtigt, in allgemeinverständlicher Darstellung in das Hauptproblem der Astronomie, das auf lebhaftestes Interesse bei den meisten Menschen rechnen darf, die Erkenntnis des Weltalls, einzuführen. Das erste Kapitel ist der Aufgabe gewidmet, den Leser an die wirklichen Verhältnisse von Raum und Zeit im Weltall zu gewöhnen, ihm hierüber eine klare Anschauung zu ermöglichen, die unbedingt zum Verständnis des Ganzen er- sorderlich ist. Das zweite Kapitel lehrt, wie das Weltall von der Erde aus erscheint; die drei folgenden Kapitel sind dem inneren Bau des Weltalls gewidmet, d. h. in ihnen ist die Struktur der selbständigen Himmelskörper mit Hilse der Spektralanalyse auseinandergesetzt. Das letzte Kapitel giebt als Schlußstein eine Lösung der Frage über die äußere Konstitution der Fixsternwelt.
Die reich illustrierte Schrift wird dem Leser viel Anregung geben, sich mit der allgemeinen Himmelstunde vertrauter zu machen. _________
Kunstgewerbe für's Haus.
Tas Juni-Heft der illustrierten Monats-Zeitschrift „K u n st g e w e r b e f ü r s H a u s", herausgegeben von Frau C. v. Sivers, Verlag von Otto Lienekampf, Berlin W. 35, Lützowstraße 9, beweist abermals von neuem, wie diese beliebte Zeitschrift ihr Publikum andauernd zu fesseln versteht. Tie meisten der darin vorgeschlagenen originellen Arbeiten tragen der bevorstehenden Reisezeit Rechnung, und sind ihrer Beschaffenheit nach eigens dafür erdacht. Auch jedem nicht ausübenden Kunstliebhaber dürfte das Heft mit einigen reizvollen Plaudereien anregende Lektüre bieten, und ebenso der einleitende Aufsatz „Darmstädter Eindrücke" von Tr. Max Osborn um seines aktuellen Charakters willen besonderes Interesse erregen. Die jetzt allgemein angestrebte künstlerische Umgestaltung des Frauenkleides findet sowohl durch ein Vorbild im Heft selbst, wie auch durch ein Preis-Ausschreiben Berücksichtigung, welches in beteiligten Kreisen sicherlich großen Anklang finden wird.
Gemeinnützige».
Die Behandlung der Erdbeerbeete im Sommer. Der letzte Winter hat unserer Erdbeerkultur sehr arg zuoesetzt, weil der Frost viele Pslanz- ungen zerstört hat. In den Bierlanden bei Hamburg, die als das Eldorado der Erdbeerkulturen gelten, ist sogar fast alles dem Frost zum Opfer gefallen. Die Ursache ist aber nicht die Kälte des Winters allein, sondern auch mangelhafte Behandlung der Erdbeerpflanzung im Sommer. Sie wurden nicht rechtzeitig gedüngt, gelangten deshalb schwach in den Winter hinein. In Nr. 12 des „Erfurter Führers im Gartenbau" ist die Erdbeerzucht im Sommer ausführlich!
beschrieben, auch werden dort die Bor- und Nachteile der Erdbeersorten erwähnt, welche zweimal im Jahre Früchte bringen. Wer sich dafür interessiert, der lasse srch drese Nummer aus Erfurt kommen. Sie wird unseren Abonnenten kostenfrei zugeschickt.
Herstellung von Kirschweinessenzen. Zur Herstellung von Kirschweinessenzen eignet sich der Sauer- kirschsaft, welcher weinartig behandelt wurde, d. h. solcher, der nicht unmittelbar nach der Pressung durch Zusatz von Alkohol konserviert, sondern wie folgt behandelt wurde. Der Saft frischester Kirschen wird in stets vollgehaltenen, oben mit Gährspund verschlossenen Gebinden ohne Spiritus 14 Tage lang der oberen und unteren Gährung ausgesetzt, und wenn er keine Blasen mehr wirft (also die Gährung beendet ist), aus ein anderes Faß gefüllt — das ebenfalls spundvoll zu halten ist — und mit Zucker rm Verhältnis von 40 Liter Kirschsaft zu einem Zentner gemahlener Raffinade versetzt. Aus diesem wird die Kirschweinessenz in der Weise fabriziert, daß man aus 34 Liter Kirschfyrup wie oben angegeben, 400 Gramm Wemsäure, 40 Gramm Citronensäure, gelöst in 2 Liter heißen Wassers und 30 Liter Weinsprit, nimmt, in dem gelöst sind: 10 Gramm Macisöl, 4 Gramm Neroliöl, 20 Gramm Zimmetöl, 20 Gramm Nelkenöl, IQ Gramm giftfreies Bittermandelöl, 5 Gramm Gewürzöl.
Wurnenpflege.
Veredeln der Kakteen. Die meisten der in den Handelsgärtnereien gehaltenen Kakteen sind wilde, aus ihrem Vaterlande bezogene Pflanzen. Tie bei uns aus Samen herangezogenen Pflanzen wachsen zu langsam, es dauert zu lange, bevor sie zu Verkausspflanzen heran- wachfen. Einige Kaktusarten werden aber nur durch Veredlung, durch Pfropfen in den Spalt herangezogen, so besonders Epiphyllien aus Peireskien und Cereen. Dreses Veredeln kann das ganze Jahr stattfinden, am besten jedoch vom Frühjahr bis August und September. Es wird hierbei dem als Unterlage dienenden Kaktus der Kopf abge- fchnitten, darauf der Stamm gespalten und ein der Stärke der Unterlage entsprechendes Edelreis in den Spalt eingefügt. Tas Edelreis wird keilförmig, dem Spalte entsprechend, zugeschnitten, und damit es an der Unterlage hält, mit dem Dorn eines Kaktus, einer Rose oder eines Weißdorns befestigt. Nadeln, weil diese rosten, sind nicht zweckmäßig. Die Veredelungen sind bis zum Anwachsen feucht, warm und von der Lnft abgeschlossen zu halten; es dauert solches gegen vier Wochen. Beim Befeuchten dürfen die Veredlungsstellen aber nicht mit befeuchtet werden.
Um das schlechte und mangelhafte Blühen gefüllter Begonien abzustellen, werden die Pflanzen, wenn sie in ihrer Entwickelung schon ziemlich weit vorgeschritten sind/ an der Spitze um drei Blätter pinziert. Tie neuen Triebe werden unter möglichster Schonung aller Knospen und Blüten noch einmal pinziert. Die nun sich bildenden Triebe entwickeln daraus eine große Anzahl Blüten, welche, was Größe und Schönheit anlangt, die früheren weit übertreffen.
(„Prakt. Wegw.", Würzburg.)
Bilderrätsel.
(Nachbildung verboten).
Auflösung folgt in nächster Nummer.
Auflösung des Zahlenrcitsels in voriger Nummer:
Apfelsine, Pseil, Fell, Esel, Linsen, Saal, .Ilse, Napf, Elise.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


