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darauf schließen, daß sie -eine sogenannte Salonkerze be- Den Gashahn an Her Schhafzimmerampek hatten die Mebe, da ja kein Gas ausströmte, offen gelassen. Als nun das Mädchen am nächsten Morgen aufstand, und die Gasuhr öffnete, um den Kaffee zu bereiten, erfüllte das Ms natürlich sofort Las ganze Schlafzimmer. Dann kam sie mit der brennenden Kerze aus der Küche, und sofort erfolgte die Explosion."
„Ich möchte nicht zu viel sagen. Wer soviel' stehk doch fest, daß der Diebstahl nur von einer oder mehreren .Personen begangen sein kann, welche mit der Aertlichkeih
„Das ist mir einleuchtend. Mer dann sind die 'Liebe gar nicht so schlau zu Werke gegangen, wie man allgemein angenommen hatte. Fanden sich denn sonst irgend welche Spuren?" "
sch Sre „noch me gesehen S- glauben Sn, daß ich mit I erlegte. Da er jedoch hörte, daß ich Journalist sei, machte ^hnen fühle? | er mich auf die irrtümliche Darstellung aufmerksam, welche
Er preßte ihren Arm au bte Brust, am Tage vorher in mehreren großen Blättern erschienen
,,^rma, wenn Sn wüßten . . , I war, und offenbar auf denselben Berichterstatter zurück-
. „Spater sollen Sw mir alles erzählen, wenn wir geführt werden mußte. Es hatte noch an demselben Tage wieder allem sind. Nicht hier — Nicht jetzt. Haben Sie I eine Lokalbesichtigung stattgefunden, und die hatte ergeben, denn auch zuweilen an mich gedacht?" I daß die Gasexplosion in dem Grabert'schen Hause nicht
Em feurig schmachtender Blick ihrer Augen traf ihn, I von den Juwelendieben planmäßig verursacht, sondern und ihre Hand stahl sich m die seine. I lediglich als eine Begleiterscheinung ihrer Thätigkeit auf-
„Sie wissen Nicht, tote ich! Sie liebe. Eitel Fritz. . ." | zufassen sei.
Püftexte sie leidenschaftlich. „Weshalb finb Sie so stumm I „Dann wird die Geschichte immer rätselhafter", et- und kalt zu rnm? — Doch nein — ich will nicht fragen, ich widerte ich „Wie sollen Sie Licht in dieses Dunkel $ Getoischeit chrer Liebe. . " bringen, zumal die Explosion zweifellos alle Spuren ver-
Man war an dem Wagen angelangt. Dte Damen und j wischt hat?"
m^^tmeister stiegen ein, noch ein Händedruck, ein leises, „Keineswegs! Ich habe nichts dagegen einzuwenden, Aus Wiedersehen dann rollte der Wagen fort, I wenn Sie von dem Gebrauch machen, was ich Ihnen jetzt
Unb Dämmerung des Abends, erzähle; denn ich bin überzeugt, daß eine wahrheitsgetreue
n -S”b r@?tet Frrö kehrten in das Schloß zuruck. Darstellung des Falles in der Presse meinen Plänen am
fetnen Schwager mit einem lächelnden besten dienen wird. Tie Lokalbesichtigung hat ergeben, daß
s- r m die Gasexplosion fast ganz auf das Schlafzimmer beschränkt
snW'™ ÖOn btefer Bekanntschaft er- I blieb, vor dessen Thür man das betäubte Dienstmädcheii ge-
Weil Z v r ¥ funden hatte. Der Juwelier und seine Frau, welche be-
lernle " - b " brst diesen Sommer kennen wußtlos in ihrem Bette lagen, waren durch die Kunst
m ‘ ‘ m o o- r . «n r I des Arztes soweit hergestellt, um vernommen werden zu
u_ kaw ma? mÄ i 7 können. Noch wichtiger als ihre Aussagen sind aber die-
- mal, mein alter Junge, hat der Rittmeister recht?" I jenigen des Mädchens.
"Na _E” r . „Herr Grabert", sagte sie, „hat die Gewohnheit, seinen
Weierl na iick chs^daß zwischen Dir und Fraulem Kaffee stets im Bett zu trinken, und zwar spätestens um
^er Sn.Sr w X ^en wir angesponnen hat." 6 Uhr. Um 7 Uhr ist er schon im Kontor. Donnerstag früh
"Nun 8nnM ^mtr ^tirrn war es nun sehr dunkel. Ich stellte den Leuchter auf das
gar "keiner tiM ' P ®tr Kaffeebrett und klopfte an die Thür. Als mir niemand
£ btiäU' antwortete, öffnete ich leise, aber in demselben Augen-
xeibe mir " wohlhabendsem soll — ver- olick schlug mir eine große Flamme ins Gesicht und ich
zeiye mm, mein alter Freund — aber wir find doch nün I verlor sofort das Bewußtsein " ' ' 7
111 nt^Wib? fo"■ ■ ■“ I „Es war eine Gasexplosion", erwiderte ich dem Mäd-
"«?,■) m ;rt. m., ™ ,, . . I chen; daun wurde jedenfalls am Abend zuvor nicht der
Schwestern' " ' b ®etne butter und Deine Haupthahn an der Gasuhr geMossen." — „Er war aber
' Und Dm auch," I 8u, als ich ihn am Morgen öffnete, um den Kaffee auf dem
^Mn wenig -'m.. ." Gasherd zu kochen", erwiderte sie.
„Und da soll ich mich oviern I . ,,9iun wissen Sie, Herr Redakteur, daß der Juwelier
Erstaunt sah ihn Arno an. Wer wer svrickt hem, "Ä ferne Gattin, wie der Arzt noch an demselben Morgen davon? — Ich bin auch so zufrieden " * $ I ^ststellte, nicht erst durch das Gas oder die Explosion,
„Tas glaube ich!" I sondern durch Chloroform betäubt waren. Grabert er-
„Du bist nervös erregt. Eitel Fritz, laß uns jetzt nicht I daß er die wertvollen Goldsachen und alle Geschmeide weiter darüber sprechen." ’ § 3 1 mit kostbaren ©teilten jeben Wend aus dem Lager nach
„Das ist auch meine Meinung..." " dem Schlafzimmer bringe, um sie dort im Geldschrank
(Fortsetzung folgt.) r I ^,^richließen. Den Schlüssel lege er immer vor dem
y I Schlafengehen unter das Kopfkissen. Nachdem er einige
o , < c . f i Stunden fest geschlafen, hörte er ein Geräusch und erwachte.
'Ntk I Als seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten,
Bon Fred §>oo d bemerkte er, daß eine schattenhafte Gestalt nach der schlafen-
Bvn Fred Hood den Frau schlich Bevor er jedoch schreien konnte wurde
, , (Nachdruck verboten.) I ihm selbst em Tuch auf den Mund gepreßt, das einen
Bor einigen Jahren benutzte ich, meine Sommerserien j scharfen, süßlichen Geruch ausströmte. Er verlor das Be-
zu ernem Besuch Hamburgs, um die neuen Hafen- und I wußtsein. Als er wieder zu sich kam, suchte er nach bem-
^ercheraiilagen zu besichtigen. Ich logierte in dem kleinen I Schlüssel, und da er ihn nicht mehr unter dem Kopfkissen
„Hotel zum goldenen Drachen" am Berliner Bahnhof und | fand, so war kein Zweifel, daß ein Einbruch erfolgt war. 't?1™ an der Wirtstafel Gelegenheit, eine interessante I Das Geldspind war leer, lieber die Explosion' wußte Grabert Betanntfchast zu machen. Der stattliche Herr mit dem vollen, I nichts zu sagen, aber es war nicht schwer, die Ursache der-, etwas geröteten Gesicht und dem blonden Schnurrbart, I selben zu ermitteln.
§brcher mrr an der Tafel gegenüber saß, beteiligte sich I Die Diebe brauchten zu ihrer Operation Licht; sie ver-» wenig an den Tischgesprächen; doch, gewann ich den Ein- | suchten das Gas anzuzünden, doch gelang es ihnen nicht, druck, daß ihm fern Wort verloren ging. I da die Gasuhr geschlossen war. Sie suchten im Nachbar-
sorgens — die Sonne hatte mich sehr früh I Achmer nach Kerzen, und entnahmen den Leuchtern am nm?« »• T L" rm Fruhstuckszimmer. Wir waren Prano eine Wachskerze; wenigstens ließen zwei gelbe Wachs-, BorstellunaViS ltnb w ar eine gegenseitige tropfen auf dem Fußboden dicht vor dem Geldschrank,
Borsteuung, der Austausch einiger Gegenseitigkeitsformeln, l darauf schlrc ■*■*'=• '• ■ ■ ' ~ - -
unvermeidlui). Ich war erfreut, in meinem Gegenüber I nutzt hatten, xbrrn von Remhaben, den bekannten Kriminal-Kommissar, ' " " kennen zu lernen, dessen Namen die Zeitungen während ^^ketzten Tage viel genannt hätten. Er war mit der großen Aufgabe betraut worden, den Spuren der Juwelendiebe
Zwei oder drei Tage zuvor unter sehr rätselhaften Umstanden bet F. S. Grabert am Fungfern- v^S' dem größten Juwelengeschaft Hamburgs, einen; schweren Einbruch verübt hatten, und mit ihren Schätzen, ! ^„^erte bön einet fialöeit Million spurlos verschwunden j waren. Alle Welt sprach von dieser dunklen Geschichte, I ,nnb es war ganz natürlich, daß unser Gespräch sich bald diesem Gegenstände zuwandte, obwohl sich Herr von Reinhaben als Kriminalbeamter eine gewisse Zurückhaltung auf- >


