Ausgabe 
6.6.1901
 
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reiche Ernten geben und nicht durch Saftstocknngen Gummi- flnh bekommen. Pfirsich verlangt mehr wie alle anderen Formbäume peinliches Heften und Binden und Peinlichkeit und Sauberkeit im Schnitt. Auch! der Weinstock verlangt energische Aufsicht. Seine Ruten dürfen nicht wie eine wildgewordene Herde durcheinander rasen, sondern müssen durch Messer und Band so in Ordnung gehalten werden, daß die diesjährigen Trauben leicht reisen und für das nächste Jahr Holz znr Fruchtbarkeit geschaffen wird. Richtiges Entspitzen, richtiger Schnitt der Geiztriebe bilden die Maß­nahmen, den Weinstock in Ordnung zu halten.

Dort, wo ältere Bäume veredelt sind, wo jüngere neue Sorten bekommen haben, ist der Bast der Veredelung zu lösen, und gleichzeitig durch einen Stab .dafür zu sorgen, !da!ß Wind und Vögel den Weltrieben nichts anhaben können.

Mit den Erdbeerbeeten ist es im allgemeinen ein Jammer. Der Winter hat gar häßlich gehaust. Wenn wir in anderen Jahren sagen, alle Ranken der Erdbeeren sind fortzuschneiden, so müssen wir heuer empfehlen, die ersten Ranken wachsen zu lassen, damit es kräftigen Nach­wuchs für neue Beete gießt, die wir dann Ende August und Anfang September anlegen können.

Rosen und Rasen dürfen im Juni nichj: vergessen werden. Die Rosen sind gegen Mehltau, gegen Rvsfi gegen Ungeziefer zu schützen. Abgeblühte Blumen sind abzu- schjneiden, und nach! dem Flor ist auch der Sommerschnitt der Rosen durchzuführen. Düngung, Wässerung verlangen die Rosen, wenn sie prächtig blühen sollen, Düngung, Wässerung verlangt der Rasen, wenn sein frisches Grün uns erquicken soll. Der Rasen verlangt wöchentlich geschnitten sowie täglich bewässert zu werden und monatlich mindestens einmal durch Blutwasser oder durch Chilisalpeter oder durch Düngepulver eine kleine Aufmunterung zum Wachsen zu erhalten.

Eine sorgfältig pflegende Hand, eine liebevolle Hand verlangen alle Blumenbeete des Gartens. Nur wenn hier das Geringste beachtet wird, wenn wir die gelben Blättchen abzupfen, die verblühten Blumen abschneiden, borstig empor­wachsende Triebe wegnehmen, wenn wir niederhaken die Gnaphalien, die Monatsrosen, die Verbenen und Helio­trop, wenn wir entspitzen, wo es notwendig ist, in Lücken nachpflanzen und vor allem alles peinlich! sauber halten, ist das Blumenbeet erst wirklich schön. Wer sich um sein Blumenbeet wenig kümmert, und erwartet, daß es von selber schön werde, der hat noch nicht daran gedacht, daß ein Garten mit unordentlichem. Blumenbeet einen ebenso schlechten Eindruck hinterläßt und ebenso ungemütlich ist wie ein unordentliches Zimmer.

So sinnig wie das Blumenbeet behandelt sein will, so sinnig und fein sind auch unsere Topfpflanzen zu behandeln, die aus des Zimmers Enge in den Garten hinausgebracht worden sind, um in frischer Luft und warmem Sonnenschein zu gesunden und sich! zu erholen. Morgens und abends sind sie zu überbrausen, vorher des Abends richtig zu gießen. Im Sommer ist das Gießen keine so schwere Arbeit als im Winter. Luft. und Licht verlangen, daß die Pflanze stark verdunstet, daß sie also mit ihren Wurzeln wiederum viel Wasser aufnehmen muß und aus diesem Grunde reichlich unv täglich zu gießen ist. Neben der Pflege können wir uns auch der Vermehrung unserer Pflanzen im Juni zuwenden. Stecklinge von Fuchsien, Pelar­gonien, Myrten, Veronika und allen den Sachen, die krautige Triebe bringen, bewurzeln sich im Sommer ver­hältnismäßig leicht, wenn sie im Zimmer oder im Kasten ausgestellt sind.

Unsere Palmen können auch im Freien untergebracht Werden, doch sollen wir mit der Auswahl des Platzes sehr vorsichtig sein. Ein sehr sonniger Platz bringt gelbe Blätter, ein halbsonniger allein vermag das frische Grün zu er­halten. Im Zimmer dürfen wir die Palmen abseits vom Fenster stellen und werden hier die schönsten Erfolge haben. Bessere Erfolge noch) als im Freien, wo wir unsere Palmen mehr zur Dekoration verwenden, als zur Erholung hin­bringen. Besprühen morgens und abends ist immer not­wendig. I. C. Schmidt, Erfurt.

Gemeinnütziges.

Gebt acht auf den Spargelrost! Ter Spargel­rost ist einer der größten Schädiger unseres Spargelbaues. Er verwüstet die Beete und läßt junge Anlagen gar nicht stark werden. Der Rost kann die Verwüstungen um so leichter anrichten, weil die wenigsten über das Wesen und die Lebensweise desselben unterrichtet sind. Sie greisen zu den Waffen, wenn der Feind bereits übermächtig ist, und müssen dann einsehen, daß alles umsonst ist. In einem außerordentlich lehrreichen und für die Laien klar und deutlich geschriebenen Artikel wird in Nr. 8 des Erfurter Führers im Gartenbau" von Dr. Aderhold die Spargelrostfrage behandelt und jedem eingeprägt, wann die Zeit zur Bekämpfung des ckebels gekommen ist. Wer sich für diesen interessanten Artikel interessiert, mag Nr. 8 desErfurter Führers" mittels Postkarte von Erfurt er­bitten. Sie steht unseren Lesern kostenfrei zur Verfügung.

Durch eine einzige Blume, die man verblühen läßt, wird die Kraft der Pflanzen eher erschöpft, als es bei einem Dutzend neuer Knospen der Fall ist. Ehe die Blumen verwelken, schneide man dieselben deshalb lieber ab und schmücke damit sein Zimmer. Besonders gilt dies bei Rosens es bleibt dann die Kraft eher in den Wurzeln, und es entstehen neue Triebe für das nächste Jahr.

(Prakt. Wegw.", Würzburg.)

Katechismus der Dampfkessel, Dampfmaschinen und anderer Wärmemotoren.

Von Th. Schwartze. Siebente, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 285 in den Text gedruckten und 12 Tafeln Abbildungen. In Originalleinenband 5 Mark. Verlag von

I. I. Weber in Leipzig.

Die vorliegende siebente Auflage dieses Buches darf wohl allein schon als ein ausreichender Beweis dafür gelten, daß es seinen Zweck erfüllt, ein brauchbares Lehr- und Nachschlagebuch für Praktiker, Techniker und Indu­strielle zu sein. Der erste Abschnitt macht mit den Haupt­lehren der mechanischen Wärmetheorie und mit der Natur des Wasserdampfes bekannt, der zweite handelt von den Dampfkesseln, deren Feuerung, verschiedenen Systemen, Her­stellung, Armatur und Wartung, der dritte Abschnitt hat es mit den Hauptklassen und Hauptlehren der Dampf­maschinen, sowie mit deren Steuerung zu thun, der vielen Lesern erwünschte vierte Abscynitt behandelt anhangsweise die Gas- und Petroleummotoren. Der bekannte Verfasser, der in demselben Verlage kleine Handbücher der Elektro­technik, der Heizung, Beleuchtung und Ventilation, ein größeres Werk über die Lehre von der Elektrizität und deren praktischer Verwendung und eine eingehende Unter­suchung der Grundgesetze der Molekularphysik veröffent­licht hat, ist ein Meister klarer, allgemein verständlicher Darstellung.__

Pyramide.

Nachdruck verboten.

1 Konsonant.

1 2

2 13

3 2 14

1 2 4 5 3

Ausruf.

Mechanisches Kunstwerk.

Ziel des Ehrgeizes.

Geistige Eigenschaft.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nr.: MAIS AULA ILKA SAAZ <

Auflösung des Preisrätsels in Nr. 75 der Familienblätter: Mut verloren, alles verloren.

(Meile, Brust, Falte, Vater, Eier, Harm, Laube, Rost, Karre, Mene, Name, Band, Leder, L-im, Rest, Mais, Villen, Kern, Arm, Zahl, Gebot, Lerche, Elias, Nagel.)

Es gingen insgesamt 26 richtige Lösungen ein, das Los fiel auf Nr. 5, Einsenderin: Johanna Leib, Gießen, Schottstraße 3.

Der Preis Rosen, Neigung und Pflicht, geb. ifl öon oem Gewinner gegen Vorzeigung der Abonnementsquittung in der Geschasts- stelle derFamilienblätter" in Empfang zu nehmen.

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