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ergiebt das aber 20 250 Kg. in der Stunde, woraus ein täglicher Verbrauch von 486 000 Kg. oder 486 Donnen folgt. Für Heizung, Küche, Beleuchtung usw. braucht das Schiff außerdem für den Tag etwa 25 Donnen Kohlen im Durchschnitt. Das gießt eine Kohlenmenge von 511 Donnen int Tag oder bei einer Reisedauer von 7 Tagen einen Gesamtverbrauch von rund 3577 Tonnen oder 3 577 000 Kg. Die Kohlenladeräume an Bord, Kohlenbunker genannt, müssen aber dieses Quantum und ein Reserveqnantum fassen können. Der Raum der Kohlenbunker auf „Kaiser Wilhelm der Große" ist so bemessen, daß er 4596 Donnen faßt. Um die Kohlenmenge von 3577 Tonnen, die der Dampfer für eine Hinreise nach Newyork braucht, nach dem Kaiserhafen in Bremerhaven zu schaffen, find 358 Kohlenwagen zu 10 Tonnen Ladung nötig, eine Wagenzahl, die natürlich nur in mehreren Güterzügen an ihren Bestimmungsort befördert werden kann. Diese Zahlen stellen den Normalverbrauch da: thatsächlich muß dieser häufig überschritten werden. Von Land gehen die Kohlen dann an Bord in die Kohlenbunker. Aus diesen iverdeit die Kohlen durch Menschenkraft, die Kohlentrimmer und Kohlenzieher, direkt vor die Feuer geschafft und dort von den Heizern mit der Schaufel auf die Roste der Kesselfeuerungen geworfen. Aus den Bunkerabteilen, die unmittelbar an den Heiz- räumen liegen, werden die Kohlen in Körben hingebracht, aus den entfernteren Bunkern dagegen auf kleinen Kohlenwagen, die auf Schienen zwischen den Kesseln hindurchlaufen, vor die Feuer gefahren. An Bord des „Kaiser Wilhelm der Große" mit seinen 12 Doppelkesseln zu je acht Feuern und zwei Einfach-Kesseln zu je vier Feuern, zusammen also 104 Feuern, ist eine umfassende Arbeit erforderlich, um die Kohlen den Hetzern dauernd zuzuführen. Der Kohlenverbrauch eines einzelnen Feuers beträgt für den Tag etwa 4913 Tonnen. Rechnet man das Gewicht der Kvhle, die der Heizer mit einem Schaufelwurf auf die Roste befördert, zu 20 Kg., so werden für einen Tag 245)7 Schaufeln nötig, was auf die Stunde 10,23 Schaufeln voll ausmacht. Es muh der Heizer also im Durchschnitt alle sechs Minuterr seine Schaufel voll Kohlen aufwerfen und demgemäß.die Zufuhr aus den Bunkern erfolgen. Das ist natürlich nur ein Durchschnittswert; bemt in Wirklichkeit ioerden, „um das Feuer zu beschicken", mehrere Schaufeln hinter einander aufgeworfen und dann die Feuerthüren wieder geschlossen.
Ein altes Sprichwort sagt mit Bezug auf gewisse soziale Verhältnisse: „Wer gut schmeert, der gut fährt." Auch für das Fahren auf See'hat es seine Geltung. Die Maschinenanlage eines Ozeandampfers braucht zum Schmieren der beio^gten Teile der einzelnen Maschinen eine bestimmte Menge Oel ans jeder Reise, die bei einer an und für sich großen Naschinenleistung naturgemäß ein bedeutendes Quantum bildet. Alan rechnet den Oelverbrauch für eine Reise rund so, daß man so viel Liter Oel nötig hat, wie Tonnen Kohlen. Dabei werden drei Arten von Oel an Bord genommen: das Schmieröl, Eylinderöl und Brennöl. Im ganzen werden für eine siebentägige Reise eines großen Schnelldampfers wie „Kaiser Wilhelm'der Große" etwa 3600 Liter verbraucht; von der im ganzen an Bord genommenen Oelmenge gehen je ein Zehntel etwa auf Eylinderöl und Brennöl, während acht Zehntel Maschinen- und Schmieröl sind. Das Eylinderöl ist besonders reines Oel und wird durch einen kleinen Pumpenapparat oder vermittelst anderer Vorrichtungen automatisch oder von Hand in den Dampf der Cylinder gepreßt, in denen es sich verteilt und die Eylinderwände schmiert, sodaß die Kolben leicht gleiten können. Wenn auf unseren modernen Schifseit auch überall in den Maschinenraumen und den Maschinen selbst elektrische Lampen angebracht sind, so ist das Brennöl doch nicht zu entbehren; für Beleuchtung einzelner Stellen bleibt für den Handgebrauch die Oellampe im. Betrieb. Die Anzahl der Schmierstellen an einer Vier-Zylindermaschine auf „Kaiser Wilhelm dem Großen" beträgt an allen vier Zylindern etwa 80. Davon sind nun vielleicht je 8 bis 10 in einem einzigen Schmierkasten vereinigt, so daß nur diese, die durch kleine Rohrleitungen das Oel an die betreffende Stelle in der Maschine leiten, nachgefüllt wer- den müssen. Die meisten dieser Schmierstellen, sowie die an und für sich einzeln übrigbleibenden — denn nicht alle lassen sich in Sammelkasten vereinigen — werden außer der
automatischen Bedienung auch noch sorgsam vom Maschinenpersonal überwacht und nötigenfalls mit Hand abgeschmiert. Zu der Zahl der Schmierstellen, die direkt an den Zylindern und Gestängen sich befinden, treten dann noch die des Drucklagers, der Umsteuerung (beim Manöverieren) sowie die Wellenleitung hinzu. Das macht etwa 40 Stellen zusammen, womit die Schmierung der Anlage der Hauptmaschine bedient ist. Dazu kommen dann noch ans der Fahrt die Hilfsmaschinen, die gleichzeitig mit der Hauptmaschine int Betrieb sind. Es sind dies die Hilfsmaschinen für Maschinenbetrieb, und zwar die ZirkulationspumpeU der Kondensatoren, die Luftpumpen, die Speisepumpen und die Bilge- und Klosettpumpen. Dann laufen im Maschinenraum auch noch die elektrischen Maschinen zur Beleuchtung der Räume, die kein Tageslicht erhalten, und zeitweise die Ventilationsmaschinen und die Eismaschine. Alle diese Maschinen, mit Ausnahme der beiden letztgenannten, sind auf der Reise ununterbrochen int Betriebe und verlangen die aufmerksamste Wartung und Behandlung von Seiten des Maschinenpersonals.
Man sieht also, mit wie peinlicher Sorgfalt die Anordnungen für eine Reise getroffen werden, wie treu alle auf dem Schiffe vom Kapitän bis zum entfachen Oel- schmierer ihre Pflicht erfüllen müssen, wenn dev schwimmende Palast nicht nur alle denkbaren Bequemlichkeiten, sondern auch die größtmögliche Sicherheit und die gewünschte Schnelligkeit den Passagieren bieten will. Mit stolzer Ge- nugthuung dürfen wir behaupten, daß gerade auf den deutschen modernen Dampfern der gewaltige Organismus tadellos waltet, und daher die Flagge, die über ihnen weht, allenthalben gern gesehen und allseits freudig begrüßt wird, wo sie sich in heimischen oder fremden Gewässeru zeigt.
Wie erledigt der Kaufmann seine deutsche Handelskorrespondenz?
Bon Dr. I- Minoprio. Verlag von Hugo Steinitz trt Berlin SW.
Die bisher erschienenen, ziemlich umfangreichen Sammlungen von Handelsbriefen sind den Unbemittelten zumeist schwer zugänglich, und erdrücken vielfach durch die Fülle ihres Inhalts die Fassungskraft und Lernbegier desjenigen, der seine freie Zeit dazu benützen will, um sich in der kaufmännischen Korrespondenz auszubilden. Die Haupterfordernisse des kaufmännischen Briefstils sind Klarheit, Kürze und Höflichkeit.. Von diesem Gesichtspunkte aus hat sich der Herausgeber dieser Sammlung leiten lassen. Das Buch enthält nur Originalbriefe, die sich durch die Mannigfaltigkeit des Stoffes und Frische ihrer Darstellung auszeichnen. Zn einem Anhang sind noch Geschäftsformulare sowie das Konkursverfahren ausführlich behandelt. Wir können diese Sammlung jedermann bestens empfehlen, zumal der Anschaffungspreis (1 Mk, bvosch., 1.50 Mk. gebunden) ein sehr geringer ist.
Akxoftichon Nachdruck verboten.
Es sind 8 Wörter zu suchen von der unter a angegebenen Bezeichnung. Von jedem dieser Wörter läßt sich durch Vorausetzung eines passenden Buchstabens ein neues Wort von der unter b ersichtlichen Bedeutung bilden. Die hinzugefügteu Buchstaben, also die.Anfangsbuchstaben der Wörter unter b, ergeben im Zusammenhang den Namen eines europäischen Staates.
a. b.
1. Kartenbezcichnung
2. Himmelskörper
3. Nordische Götter
4. Rückstand
6. Getränk
6. Biblischer Name
7. Zierde des Mannes
8. Sinneswerkzeug
— Urkunde.
— Kirchcnfcst.
— Schmuck der Flur.
■— Behälter.
— altdeutscher Volksstamm,
— Tischgerät.
— EintcilungSbegriff.
— scharfe Flüssigkeit.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nr.: Eiseubahudirektor.
Redaktion: E. Burkhar dt. — Rotationsdruck und Verlag der Briibl'schen Universitäts-Buch- und Stcindruckerei tDietsch Erben) in Gießen.


