Ausgabe 
5.5.1901
 
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bedenke, daß Tage und Stunden im Frühjahr für die junge Pflanze viel bedeuten und daß, wer die Pflanzen durch schlechtes Herausmachen oder durch mangelhaftes Pflanzen und Gießen schädigt, viel länger auf Ertrag warten muß. Schutz daher allen Würzelchen! Es darf keines vertrocknen. Merkt die junge Pflanze es nicht, daß sie versetzt worden ist, dann hat man ein Meisterwerk gemacht.

Begießen im Mai ist eine große Hauptsache bei warmem Wetter. Jäten und Hacken darf keiner vergessen, Anhäufeln der Kohlpflanzen, der Kartoffeln niemand verabsäumen. Dem Ungeziefer als da sind Kohlfliege, Erdfloh, Kohl- hernre, Engerling und Maulwurfsgrille energischste Be­kämpfung. Kohlpflanzen, die unten kröpfen, sind von der Äohlhernie oder von der Kohlfliege befallen; heraus damit! Kohlrabi, die gleiche Krankheit zeigen, können durch sehr eifriges Gießen über die Schwierigkeiten hinweggeführt

Im Obstgarten sei das Bekämpfen des Ungeziefers ebenfalls eine Hauptsache. Die abfallenden Birnchen sind von den Maden der Birnentrauermücke befallen und müssen verbrannt werden. Auch die jungen Zwetschgen und Pflaumen fallen oft, weil die .Larve des Pflaumenbohrers darin wohnt, auch sie muß man sammeln und verbrennen. Wo Gold­afterraupen, Ringelspinner sich zeigen, die Raupenfackeln zur Hand, um sie herunter zu brennen. Zusammengerollte Blätter vorsichtig öffnen und die darin lebenden Raupen töten. Nach- der Blüte auf trockenem Boden die Obstbäume gießen und düngen, ganz besonders stark sind Tvpfbäume mit Wasser und Dünger zu versehen. Die Triebe unserer Weinreben sind vorsichtig anzubinden. Es beginnt bei dem Formobst das erste Eutspitzen (Grünschinitt).

Der Blumengarten verlangt von uns die größte Thätig- keit. Es soll in aller Schnelle die Pflanzung beendet werden. Wir legen Dahlienknollen, säen noch Sommer­blumen aus, und bepflanzen diejenigen Blumenbeete, welche mit Fuchsien, Begonien, Pelargonien, Canna und dergl. besetzt werden sollen. Doch wird die Bepflanzung bis zum Vorübersein der drei Eismänner verschoben und die Zeit bis dahin ausgenutzt, indem wir die Pflanzen abhärten durch reichliches Lüften, durch Hinausstellen an schattigen Stand, wo leicht Deckung möglich ist. Nur wenn unsere Pflanzen noch klein und schwächlich sind, werden sie durch Wärme zu starkem Wachstum angeregt. Das gilt insbe­sondere von Canna, Begonien, auch von Lobelien, Heliotrop. Wo die Pflanzen bislang in Kästen zusammen gestanden haben, kann durch ein nochmaliges Verpflanzen viel Nutzen geschaffen werden; denn die verpflanzten Gewächse wachsen viel besser an, wenn das Verpflanzen auch nur acht oder zehn Tage vor dem Auspflanzen geschah.

Sind die Eismänner vorüber, beginnt auch das Hinaus­bringen der letzten Zimmerpflanzen, die ins Freie kommen sollen. Während Lorbeer, Ancuba, Evonymus, Phormium, Rhododendron, Schildblatt zur Not etwas Kälte vertragen, müssen wir doch mit den Blattbegonien, dem Gummi­baum, den Palmen rc. vorsichtiger sein. Ehe sie an den für sie bestimmten Platz kommen, sollen sie sechs bis acht Tage im Schatten eines Baumes oder einer Mauer stehen, damit das Laubwerk gegen die Sonnenstrahlen abgehärtet wird und nicht verbrennt.

Frischgepflanzte Rosen, die nicht treiben, sind nieder­zubiegen und mit Erde anzuhäufeln. Rosenwildlinge durch Okulation mit alten Reisern zu veredeln, Nelken zu ver­mehren .Das Bepflanzen der Balkons beginnt. Die Erde wird vorher mit etwas Hvrnspähnen gemischt.

I. C. Schmidt, Erfurt.

Augenblicksbilder.

Ziegler, Johannes, Augenblicksbilder, geb. Mk. 4. Berlin, Alfred Schall, Hofbuchhandlung. (Verein der Bücherfreunde.)

Inhalt: Winterszeit in Hammerfest. Hofbräuhaus. Im Austernkeller. Sesenheim im Winter. Mein Vetter aus Bremen. Reisegerüche. Ein Sylvesterabend in Nürnberg. Auf der Wartburg. Frohnleichnam in Venedig. Russisches Stilleben. Ein Frühstück im Mai. Unschuldiges Locken.

Dänische Wintertage. Gondelsahrt. Sommer. Vom Durste und dessen Behandlung. Bücher aus der Kindheit. Er. Von einer Haarnadel. Influenza. Matrosenritt. Veronica. Unter Nihilisten. Von Norwegen nach Triest. Die Durch­gegangenen. Triest im Winter. Weihnachtszeit. In Ham­burg auf der Alster. Meine Reisegefährten. Winterreise zur See.

Augenblicksbilder genannt, zwingen sie den Leser doch zum Verweilen und Vertiefen. Teils ernst, teils heiter, zuweilen beides zugleich versteht es der Verfasser, durch frische Erzählergabe und lebhafte Schilderung zu fesseln, und so seine Welterfahrenheit, Länder- und Menschenkenntnis anderen mitzuteilen. Die Würze der Kürze ist zudem kein geringer Vorzug der Erzählungen, die sichpr kein Leser unbefriedigt aus der Hand legen wird.

Bdt.

Alumenpflege.

Eine neue Art der Rosenzucht. ImErfurter Führer im Gartenbau" ist eine neue Art der Rosenzucht beschrieben, die jeden Rosenfreund besonders interessieren wird. Während man sonst alle Wildlinge, welche die Edel­rosen treiben, ängstlich vernichtet, sind nach der neuen Weise diese Wildlinge hochgezogen und dann veredelt. Die Wildlinge, welche sonst als Schmarotzer betrachtet werden, dienen hier zur Verschönerung des ersten Stammes. Die Ausführung der neuen Rosenzucht ist sehr leicht. Unseren Abonnenten steht die Nummer kostenfrei zur Verfügung, wenn sie sich mittels Postkarte nach Erfurt wenden.

Mode.

Was bringt die Mode Neues? Foulard, dieser für die heiße Zeit so sehr praktische, leichte und gut zu verarbeitende Stoff, wird andere Sommerstoffe stark zurück­drängen. An Stelle der ungraziösen großen Dessins sind kleidsame Muster in Tupfen, Strahlensternchen, Blümchen, Blättern und Potpourris getreten. Das soeben erschienene Heft 15 derWiener Mode" vom 1. Mai berichtet eingehend und mit der diesem beliebten Modejournale eigenen Viel­seitigkeit über Toiletten, Putz und Hutmodelle modernen Stils. Tie wichtige BeilageWiener Kinder-Mode" be­handelt außer Firmungskleioern für Knaben und Mädchen auch Straßen- und Hauskleider, Kopfbekleidungen, Schürzen usw. für die Kleinen in großer Mannigfaltigkeit. Die neugeschaffene AbteilungHerrenmode" illustriert die soeben aufgetauchten Herrenmode-Neuheiten, besonders Sports­kostüme samt Zubehör. Abonnements nehmen alle Buch­handlungen, Postanstalten, sowie der Verlag derWiener Mode" in Wien VI zum Preise von 2.50 Mk. vierteljährlich entgegen.

Litterarische».

Kinder-Zeitung. Hcrausgegeben von Felix von Stenglin, Groß-Lichterfelde. Inhalt von Nr. 81. Was in der Welt vorgehl: Brief eines Deutschen aus Südafrika; Erlebniffe im südlichen Eismeere; Feuersbrunst in China; Neuer Vormarsch gegen chinesische Truppen; Ausstand in Deutsch-Südwcstafrika; Brand einer Menagerie; DasHunger- brüt"; Was Schneefälle der Stadt Berlin kosten; Ein Wettmarsch. Aus dem Reiche der Natur: Kampf zwischen zwei Pferden; Ablagernngen im Meere; Wie bewegen sich die Regenwürmer? Vom Fischfang in der Nordsee. Der Beobachter in Wald und Feld: Ein Morgen im Walde. Vom täglichen Leben: Wie stillt man Nasenbluten?Peters wunderbare Reisen und Abenteuer." (Forts.) Allerlei. Zu be- ziehen durch alle Postanstalten, Buchhandlungen und die Geschäftsstelle in Groß-Lichterfelde, Dahlemerstr. 75.

Anagramm.

Nachdruck verboten.

1

2

3

4

Insel im Mittelmeer.

2

4

3

1

Erquickung.

3

1

2

4

Ungarische Könige.

4

3

1

2

Biblischer Name.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Kttzaktivn:, Burkhardt. ®ra< bmä «erlag der «rghl'schen ldtiversititr-Buch. und $tetatat4etei (Pietsch Erbe») fe eitfee.