wörk stellte Britannia mit Schild und Dreizack dar, begleitet von einem Löwen, dessen Augen beweglich waren. Sehr beliebt waren auch biblische Szenen: David vor Saul spielend, Hirtenbilder und dergleichen, endlich „der Sundensall": Adam und Eva im Paradiese; Adam pflückt einen Apfel tont Baum, während die verschiedensten Vögel und andere Tiere aus dem Blattwerk ringsum hervor- schauen.
Eine andere Art Zifferblätter sind die mit lebenden Darstellungen, die man verschiedenen englischen Meistern zuschreiben muß. Sie zeigen u. a. hin- und hergehende Schisse, ferner Monde, welche erscheinen und wieder verschwinden und so das Auf- und llntergehen dieses Tra- vanten anzeigen. Herr Weight, ein Nachkomme der er- wahnten großen Uhrmacherfamilie, weiß ton einem merk-
Schatz zu berichten, den einer seiner Verwandten, ein Muller namens Lea, besaß. Es war eine Standuhr, deren Zifferblatt eine Wassermühle in voller Thätigkeit 8ei9te; das fließende Wasser wurde durch Glasröhren dar- ge,teilt, welche sich um ihre Achse drehten. Am Mühl- wasser stand ein Pferd, das durch seine Bewegungen sehr charakteristisch das Saufen kennzeiclMete. Im Vordergründe drehte ein Manrt einen Schleifstein, an welchem eiii anderer eine Axt schliff, und an der Seite standen zwei Manner, damit beschäftigt, Holzblöcke zu zersägen. Außerdem sah man auf dem Zifferblatt die Dorfkirche mit eruer kleinen Turmuhr, welche genau dieselbe Zeit an- Aergte, tote die große Uhr, welche die ganze Darstellung enthielt. — Das war aber noch nicht alles; diese Uhr spielte sehr anmutig zwölf verschiedene Weisen.
Derartige Kunstwerke sind jetzt nur noch selten zu „Ae billigen amerikanischen Uhren, welche um das >oahr 1849 eingeführt wurden, haben die „Großvater- Uhren ' als „unzeitgemäß" völlig verdrängt. Aber obwohl ™-e "??raltet" sind, haben sie die Amerikaner in großer Anzahl angekauft und zum Teil auch hohe Preise dafür gezahlt. Die Amerikaner haben einen scharfen Blick für alles, was Wert Hat oder Wert erlangen kann; sie haben es verstanden, manchem armen Teufel ein Kleinod zu entreißen, Vas. dieser nicht zu schätzen wußte.
Kinder-Erziehung in Amerika.
(Nachdruck verboten.)
Tie Erziehung der Kinder ist in Amerika eine andere als in Deutschland; man glaube aber ja nicht, daß, wie oft angenommen wird, es dort überhaupt keine gebe. Im Alter ton 4 oder 5 Jahren schickt man die Kinder in den Kindergarten, wo sie zur Schule vorbereitet werden und oft schon etwas lesen und schreiben lernen. Mit dem sechsten oder siebenten Jahre werden sie daun in eine öffentliche oder Privat-Schule geschickt. Von wohlhabenden Familien werden die Kinder seltener in die „Public schools" (öffentlichen Schulen) gegeben, sondern durch einen Hauslehrer zu Hause unterrichtet. Im vorgeschrittenen Älter kommen sie dann aus dem Hause in eine der zahlreichen Privat-Unterrichtsanstalten (private bvarding-schools) in Pension, wo die Mädchen meist bis zu 20 Jahren bleiben, während die Knaben bereits mit 16 oder 17 Jahren in das geschäftliche Leben treten, oder in die Colleges zu weiterem Studium übergehen. Das Letztere ist jedoch mit vielen Kosten verbunden, sodaß nur sehr wohlhabende Eltern ihre Sohne einen Eollege-Kursus durchmachen lassen, dem sich hierauf erst ein besonderes Fachstudium anschließt. Der Kursus in einem College umfaßt vier Jahre in vier Klassen Tre beiden ersten Klassen sind ungefähr den beiden oberen Klassen in deutschen Gymnasien oder Realschulen gleich während die Lehrgegenstände der beiden oberen Klassen' junior (jüngere) und senior claß, namentlich in Mathematik' Physik usw. mehr in das Gebiet der deutschen technischen Hochschule hinübergreifen. — Den jüngeren Kindern gewährt man in der Regel reichliche Spielzeit; doch nehmen viele Musikunterricht, der sie nötigt, ein bis zwei Stunden tägliche am Klavier zuzubringen, oder sie gehen in die Näki- schule.
mit ihnen. Man fragt sie um ihre Mein !g, erlaubt ihnen ein Urteil; niemals spricht man ihnen ein solches gänzlich ab. So wird ihre geistige Entwickelung auf verständige Weise geleitet. Der Stock kommt in vielen Familien nie zur Anwendung. Dieses freie Auftreten, namentlich das der jungen Mädchen, wird leider von Unkundigen gänzlich mißverstanden und mißdeutet. Da sie streng moralisch erzogen sind, kommen bei ihnen Fehltritte nur selten vor, und wenn sie herangewachsen sind, werden sie dem Manne eine treue Gattin. Allerdings lieben die meisten den Putz, und es kommt vor, daß Frauen ihre Männer durch ihre Putzsucht zu gründe richten; ist aber das Unglück eingetreten, so fügen sie sich willig daretn, und versuchen ihren Männern beizustehen, sich wteder emporzuarbeiten. Schon frühzeitig lernen die Kinder auf eigenen Füßen zu stehen und die Fürsorge und Unterstützung der Eltern entbehren. Man hat sogar viele Falle, too Kinder schon im zarten Alter ihre bedürftigen Eltern unterstützen oder gar ernähren, ohne sich; dessen zu rühmen. Dies geschieht ohne Murren; denn die Ehrfurcht vor den Eltern herrscht in hohem Grade, wenn sie auch, nicht zur Schau getragen wird!.
„Der Stein der Weisen."
Es liegt uns das 1. Heft des neuen (14.) Jahrganges dieser angesehenen — man darf wohl sagen: führenden — Zeitschrift populär-wissenschaftlicher Richtung vor, und was es bietet, entspricht völlig den Erwartungen, die man auf Grund des im vorangegangenen Schlußhefte entwickelten Programmes hegen durste. Schon der interessant und vielgestaltig illustrierte Prospekt, der dem Hefte beiliegt, eröffnet vielversprechende Aussichten. Tas Heft selbst, um einen ganzen Bogen (8 Quartseiten) vermehrt, überrascht zunächst durch seinen reichen Jllustrativnsschmuck („Ejne Statte deutschen Fleißes", „Tie Antiken-Funde von Cerigo",
Photographie in den Alpen"), sodann die in passendster Weise bewerkstelligte Neugliederung des Inhalts. Tie Berlage: „Naturwissenschaftliche Rundschau" mit ihrem abwechslungsreichen Lesestoffe steht - dank der Begabung des diesen Teck der Zeitschrift redigierenden ausgezeichneten Gelehrten — völlig auf der Höhe der Zeit. Daneben figuriert m passender Weise die „Kleine Mappe" als Beiblatt für die Jugend, indem deren Inhalt sich auf physikalische und andere Liebhabereien beschränkt. Die Beilage "Aus der weiten Welt" endlich bespricht an der Hand hübscher Abbildungen die Anlage von „Tropenbahnen" während der Umschlag einen Astronomischen Kalender (nebst Sternkarte) und eine Fülle von Daten über wichtige Gedenktage enthält. So vereinigt sich alles, um den „Stein der Weisen" (A. Hartlebeus Verlag, Wien) als das Vorbild eruer populär-toissenschaftlichen Zeitschrift, „wie sie sein oll, erscheinen zu lassen. Diese Bemühungen von Verlag und Redaktion werden der altbewährten Zeitschrift gewiß viele Freunde zusühren. Das prächtig ausgestattete 1. Heft des neuen Jahrganges wird auf Verlangen ton leder Buchhandlung abgegeben.
Zahlenrätsel.
(Nachdruck verboten.) 123486784 beliebte Frucht. 2 3 4 7 5 Geschoß.
3 4 5 5 natürliche Hülle.
4 6 4 5 nützliches Tier.
5 7 8 6 4 8 Nahrungsmittel.
6 115 Gemach.
7 5 6 4 Flüßchen im Harz.
0.00 ru.tac. “
4 5 7 6 4 weiblicher Borname.
Auflösung in nächster Nummer.
Tas Auftreten der Kinder ist viel beherzter ustd freier als in Deutschland; die Eltern verkehren eben ganz anders
Auflösung des Magischen Dreiecks in voriger Nr.:
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LOOS
IRENE
NACHEN
9tEbaniOt,: d"rkh°rdt. - Druck und «erlag der Brühl'schen Uuiverßtäw°Buch- und St-iudruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


