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4.4.1901
 
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Karfreitag in fernen Landen.

Bon Dr. Theodor A 8 ler.

(Nachdruck verboten.)

Ueberall, wo Christen wohnen, ist die Woche vom Palm­sonntag bis zum Ostermorgen eine Zeit der inneren Einkehr. Das Getriebe der Welt duldet zwar keinen längeren Still­stand ; aber wenn auch in den ersten Tagen die Geschäfte noch mit halber Kraft fortgeführt werden, so liegt doch ein feiertäglich-ernster Hauch über der ganzen, sechstägigen Spanne Zeit, der Karwoche und stiller, immer stiller wird es bis zu jenem Tage, auf welchen das übereinstimmende Zeugnis sämtlicher Evangelisten den Höhepunkt der er­greifenden Tragödie, den Kreuzestod des Erlösers verlegt.

Es ist selbstverständlich, daß alle Konfessionen des Christentums und die zahlreichen Sekten desselben das martervolle Hinscheiden ihres göttlichen, menschgewvrdenen Stifters zum Mittelpunkte eines Kultus gemacht, der dem Gläubigen das Opfer der göttlichen Liebe zur unauslösch- lichen Erinnerung in das tiefste Herz graben soll. Aber ebenso verschieden wie die Temperamente der einzelnen Völker sind, ebenso verschieden hat sich die Feier des Kar­freitags gestaltet, und es dürfte daher der Mühe lohnen, wenn der Leser uns im Gedankenfluge der Phantasie nach einigen Hauptstädten des christlichen Kirchentums begleitet.

Wohin könnten wir nun wohl unsere Schritte eher zu lenken wünsch»«, »U nach dem Lande, welche» vor neunzehn

MW

n Kräutlein such' ich, Das Wunden heilt, Die mir im Kampfe Die Welt erteilt!

Da wo am Kreuze Ein Tröpflein floß, Blüht von der Blume Der erste Sproß.

Hoch von dem Himmel Kam ihm die Kraft, Daß es bis heute Und ewig schafft.

Laß es mich finden, Die höchste Huld, Daß ich es pflücke: Das Kraut: Geduld.

August Sturm.

Jahrhunderten das erhabenste Trauerspiel, welches sich je ereignet, in furchtbarer Wirklichkeit gesehen hat? Freilich entspricht nicht alles, wcks man hier zu sehen bekommt, dem Ideale, das sich das deutsche Gemüt für die kirchliche Feier von Christi Leiden und Sterben zurecht gelegt hat, und dann werden noch die heiligen Zeremonien der Karwoche und des Osterfestes durch die Abweichung des für die römisch- katholische Kirche und die Protestanten maßgebenden grego­rianischen Kalenders von dem julianischen, an welchem die orientalischen Kirchen noch immer festhalten, in zwei Teile zerrissen, sodaß der Tourist, der um diese Zeit nach Je­rusalem kommt, die Feierlichkeiten der Karwoche unter Um­ständen in zwei auseinander folgenden Wochen zweimal sehen kann.

Der Sache gereicht es jedenfalls nicht zum Schaden, daß die würdevollen Feiern der protestantischen und römisch- katholischen Kirche für gewöhnlich längst zu Ende sind, ehe die griechische Osterzeit beginnt. Erstere sind schon unzählige Male beschrieben worden und nähern sich dem, das wir zu sehen gewohnt sind; wer aber recht Fremdartiges zu sehen wünscht, wird jedenfalls eher auf seine Rechnung kommen, wenn er am griechischen Karfreitag und Ostersamstag die heilige Grabeskirchx besucht.

Feiertäglich ernst sieht es freilich in ganz Jerusalem während der Karwoche nicht aus; denn die Scharen von Pilgern aus Rußland, Armenien, Syrien usw. meist sind es über 20 000 wollen verpflegt und beköstigt sein, und die noch so weit ausgedehnte Gastfreundschaft der russi­schen Klöster vermag nur einen Teil der Gäste aufzunehmen. Der die Mehrzahl bildende Rest muß nun suchen, so gut es irgend geht, unterzukommen, gerät dabei mit anders Ge­sinnten zusammen, und bald sind die Raufereien im Gange, bei denen es häufig genug nicht ohne schweres Blut­vergießen abgeht. Indes vereint sich doch alles wieder ein­trächtig am Karfreitag und Samstag zur Grablegung und zum Feste des heiligen Feuers in der Grabeskirche. Echte Religiosität wird sich auch über das wunderliche Beiwerk Hinwegsetzen, was griechische Popen zur Befriedigung des Aberglaubens verdummter russischer Bauern erfunden haben. Aber es gereicht den morgenländischen Christen nicht zur Ehre, daß sie noch immer an einer Komödie fefthalten, über welche sich, schon vor 900 Jahren der Khalif Hakim lustig machte. Eine Menschenmaner von vielen tausend Leibern umringt dicht aneinander gedrängt, die frei int Innern der Kirche stehende Kapelle des heiligen Grabes, umgeben ist sie von einem Kordon türkischer Soldaten, der verhindert- daß die tausend anderen, welcke ebenfalls int Kircheniunern längs der Mauer sich bewegen, zu den ersteren stoßen und ein lebensgefährliches Gedränge erzeugen. Anfänglich! herrscht leidliche Ruhe; aber int Verlaufe der Stunden wer­den die Instinkte der Massen rege; wild ausschende Ms-