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Hilfe leistet und den Verräter spielt! Ich werde natürlich auf sofortige Versetzung des Schwarz antragen, sobald er freigesprochen wird, was ja kaum zu bezweifeln ist. Trotz­dem bleibt mir die Angelegenheit unangenehm."

Beunruhigen Sie sich vorerst nicht, Herr Forstmeister", spracht Held,wir wollen erst sehen, was die heutige Ver­handlung zu Tage fördert."

Tie Zeit war indessen vorgerückt, die Verhandlungen mußten beginnen. Tie Herren trennten sich Tie kleinen Sachen wurden rasch erledigt. Nach etwa anderthalb Stunden konnte die Verhandlung gegen die vom Forst­meister Angeklagten beginnen. Sie zog sich ziemlich in die Länge, verlief aber schließlich, wie alle Beteiligten voraus­gesehen, resultatlos. Tie beiden Angeklagten wurden wegen mangelnden Beweises freigesprochen und die Kosten auf die Staatskasse übernommen.

Die Angeklagten verließen höhnisch lachend und zugleich mit einen: grimmigen Blick auf den Forstmeister den Ge­richtssaal.

Werner war noch zurückgeblieben und trat nochmals mit den übrigen Herren zu einem kleinen Disput zu­sammen. Eine lebhafte Besprechung des eben verhandelten Gegenstandes entspann sich- nun unter den drei Herren', zu denen sick noch zwei Rechtsanwälte gesellt hatten. An­kläger, Richter und Verteidiger, alle ohne Ausnahme, stimm­ten betritt überein, daß die Angeklagten schuldig seien; nur der Beweis, der sie überführen sollte, fehlte.

Und das war eben die Lücke in der Kette von Verdachts­momenten, wie der Herr Staatsanwalt in seiner Rede trefsend bemerkte", schloß einer der Rechtsanwälte die Dis­kussion.Uebrigens, Herr Staatsanwalt, die beiden Kum­pane werden Ihnen keinen besonderen Dank wissen für Ihre glänzende Verteidigungsrede; Sie haben die Kerle nicht schlecht gezeichnet."

, Der Staatsanwalt lächelte.Dank öder nicht, e§' ist mein Amt, die Uebertreter oer Gesetze zu verfolgen. Ueb­rigens incine ich, unser lieber Forstmeister wird gut daran thun, ein wenig auf seiner Hut zu sein; die Kerls wer­den ihm die Anklage so leicht nicht vergessen."

So leicht läßt sich ein Forstmann doch nicht ein- schüchtern, lieber Staatsanwalt, das wäre eine schöne Sache, wenn er bei jedem Fall, der sein Einschreiten verlangt, -erst fragen wollte:Bringt es dir auch keinen Nachteil?"

Brav gesprochen, Forstmeister!" lachte der Staats­anwalt.

Wir beide setzen sie doch noch einmal fest."

Aehnlich äußerten sich nun auch die andern.

Lassen wir die unerquickliche Sache nun ruhen, meine Herren, ich- lade Sie sämtlich im Auftrage meiner Frau für Sonntag zu einem Teller Suppe. Später machen wir einen Skat.

Angenommen", sagte der Staatsanwalt. Die beiden Rechtsanwälte lehnten ab, weil sie sich anderswo verpflichtet hätten.

Aber Sie, Herr Amtsrichter, werden mir keinen Korb geben, ich. würde gar nicht unternehmen, denselben nach Hause zu bringen", nötigte der Forstmeister den noch! mit seiner Zusage zögernden Amtsrichter.

Held murmelte etwas von erst Visite machen, obgleich! sein Herz bei dem Gedanken, sobald schon seine liebliche Reisegefährtin Wiedersehen zu dürfen, zu höherem Schlage einsetzte.

Ach was", sagte der Forstmeister treuherzig,bei uns uuf dem Lande nimmt man es mit der Etikette so genau nicht! Da freut man sich einfach, wenn liebe Freunde ein­sprechen."

Held verbeugte sich:Ich werde mir die Ehre geben und bitte, mich den Damen zu empfehlen."

Also bis zum Sonntag!" sagte der Forstmeister und schüttelte beiden krästig die Hand.

Werner ging nun rasch, nach- seinem Gasthaus, wo er Pferde und Wagen untergebracht hatte. Der Kutscher hatte indessen schon angespanitt, er hatte durch andere erfahren, daß die Sitzung beendet war und wußte, daß er nun seinen Herrn erwarten konnte. Werner stieg denn auch sofort auf und fort rollte das Gefährt. Als sie die Stadt bereits eine Weile im Rücken hatten, wandte sich der alte Kutscher auf seinem Bocke um.Tie Halunken sind also durch­

gekommen, Herr Forstmeister! Ja, diese Spitzbuben sind schlauer wie der Teufel!"

Ja, Heinriche es war eine verfehlte Geschichte. Aber es__ ist nun einmal nicht zu ändern, ich muß mich damit trösten, sie ein andermal zu fassen, wenn sie das Wildern nicht verlernen." r

Wird schwer halten, Herr Forstmeister, die Burschen sind gewarnt."

Dem mußte der Forstmeister recht geben.Aber auch! wir sind gewarnt, Heinrich. Ich kenne jetzt die Burschen."

(Fortsetzung folgt.)

Aus dem Sonnenaufgangs-Lande.

Von Wilh. F. Brand.

Nachdruck verboten.

Nagasaki. Schnee auf Palmenblättern. Japanische Trachten. Stöckelschuhe. Kimono und Obi- Künst­licher Höcker. Japanische Moden. Frisur- Sind die Japanerinnen schön? Nicht bezaubert, noch nicht! Nagasakis Umgebung.Papenberg". Schimonoseki- Straße. Typische Landschaftsbilder. Diminutive Formen.

In Nagasaki, dem wunderbar schön gelegenen Hafenort an der äußersten Westküste Japans, wo seit Marco Polos Zeit die Europäer wohl durchweg gelandet, betrat auch ich zum ersten Male japanischen Boden. Es war Ende Fe­bruar und noch empfindlich kalt- Wir hatten einige Tage später sogar noch Schnee. Es war ein wunderlicher An­blick: . Schnee auf Palmenblättern! Denn einige Arten Palmen wachsen, wenn auch in recht verkümmertem Zu­stande, im südlichen Japan noch überall im Freien. Ebenso Persimmon- und Kampferbäume, Kamelie und Gardenia. Daneben aber aud), Buche und Eiche

Was meine Aufmerksamkeit bald aber in weit höherem Grade fesselte, als eine derartigeZwitterzonigkeit" der Vegetation, waren die japanischen Menschen und ihre Trachten. Alles alte Bekannte! Wo hatte ich! sie nur alle schon gesehen! Ach-, das waren ja dieselben wun­derlichen Figürchen, die mir auf Fächern und Tellern, auf Theetöpfen und Handschuhkasten daheim schon so oft gegen­über getreten, dieselben Gestalten, nun in Fleisch und Blut übergegangen, und in winterlicher Vermummung. So nehmen sie sich fast noch seltsamer aus.

Es giebt sehr wenig wirklich europäisch- gekleidete Männer in Japan, und noch, weniger, man kann wohl sagen, gar keine Damen, die, außer bei Hofsestlichkeiten, europäische Kleidung anlegen. Das ist gewiß recht schön. Die Männer, und gerade die vornehmeren, tragen aller­dings fast durchweg europäische Hüte oder aber Reisemützen, und bei kaltem Wetter einen Mantel, häufig mit Pelz be­setzt, der wohl für einen europäischen Ulster gelten könnte. Dazu aber die hölzernen Stöckelschuhe mit ein paar hand­breiten Brettlein unter den Sohlen, so daß sie gewisser­maßen immer auf Stelzen einherklappern. Eine nette Gangart! Und dieser Spektakel! In Anbetracht des Schmutzes, den es bei den sonst so sauberen Japanern auf ihren in schlechtem Zustande erhaltenen Straßen über­reichlich giebt, ist die Einrichtung dieser Stelzschuhe ja ganz zweckdienlich. Die Leute gehen aus denselben ein­fach über den Schmutz hinweg, so lange er eben nur handhoch liegt.

Unter dem Mantel trägt der Japaner dasKimono" oder mehrere, die mich ich kann mir nicht helfen immer an einen Schlafrock erinnern. Nur habet: sie ent­setzlich weite Aermel, die bei der Arbeit recht lästig sein müssen. Die gewöhnlichen Japaner tragen statt des Ulsters dasHaori", anch ein schlafrockartiges Gewand, nur mit dem Unterschied, daß es wesentlich kürzer ist, als das Kimono.

Recht nett ist dagegen die teilweise ganz alte, zum Teil aber auch wieder ganz modernisierte Tracht der Boys der Jinrickschas oderPullman Cars", die es schon aus Ceylon giebt,der Droschken des Ostens", die von jungen Burschen gezogen werden. Ihnen würde das Kimono beim Laufen natürlich sehr im Wege sein. Sie tragen statt dessen nur das Haori und auf dem Kopfe die nationale