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Unten im Hausflur öffnete sich eine Thür Man mochte wohl neugierig sein, was die bieten ^.ausereien mitten in der Nacht zu bedeuten hatten. .,
„Guten Morgen", sagte der Forstmeister zu dem zwischen dem Thürspalt hervorlugenden alten Mann.
„Guten Morgen", erwidert dieser mürrisch,
Der Forstmeister war schon an der Hausthur, da wandte er sich noch einmal zurüst nach dem ihm nachschauenden Alten. „Können Sie mir nicht sagen, lieber Mann, wann der Forsthüter oben in dieser Nacht in seine Wohnung zurüst- Qefdjxt ift?"
Nein"', gab dieser zur Antwort, „darum bekümmern wir uns nicht. Unsereins schläft die Nacht, weil wir am Tage arbeiten müssen. Da achtet man nicht auf einen fruy oder spät Heimkehrenden. Nur in der Morgenfrühe, da fällt einem ein solches Kommen und Gehen auf und scheucht den Schlaf aus den Augen."
Der Forstmeister machte die Thur hinter sich zu, er sah ein, ans dem Mann war nichts hervorzuholen, obgleich er innerlich fest überzeugt war, daß derselbe recht wohl über das Kommen und Gehen des Forsthüters unterrichtet war. „Nun", dachte er bei sich „die Aussage der Alten genügt schon, ich habe mich also nicht getäuscht, und damit list unsere bisherige Erfolglosigkeit erklärt"
Er ging nun nach. Haus und legte sich für em paar Stunden nieder, setzte dann eine Eingabe an die Staatsanwaltschaft auf, worin er den Karsten des Wildfrevels und den Forsthüter als der Beihilfe dazu und Verletzung des Dienstgeheimnisses verdächtig bezeichnete.
Darauf nahm die Staatsanwaltschaft die Anklage I auf, zwei Termine haben bereits stattgefunden, ohne daß I den beiden wirklich! Positives nachgewiesen werden konnte. Tie Anklage scheint in hohem Grade begründet, aber beweisen läßt sich, nichts, M auch der Forstmeister, obgleich I seiner Sache sicher, die Anklage doch nicht aus seinen Diensü I eid nehmen will und die Mutter des Schwarz ihre Aussage, dem Forstmeister gegenüber, zurückgenommen hat. ,„^hr l Sohn", sagt sie jetzt aus, „sei den ganzen Abend und m der I Nacht, bis zur Ankunft des Forstmeisters, §u Hause 9C= I wesen, und nur die Furcht, der Forstmeister könne ihrem Sohne was anhaben, daß er, statt in den Wald zu gehen, zu Haus geblieben fei, habe sie zu ;ener Aussage veran aßü
I Das alles trägt nun wohl Den Stempel der Unglaubwurdig- keit, aber was soll man hagegen machen? ,
Nun ist heute noch einmal Termm angesetzt, es sind noch" zwei Mitbewohner des Schwarz'schen Hauses als «euqen vorgeladen, um wegen der Vorgänge tn jener Nacht vernommen zu werden; ob damit aber etwas erzielt wird, möchte ich sehr bezweiseln, die Leute hangen bei solchen I Anlässen aneinander wie die Kletten, es verrat keiner den
an de Nix t^ut mir leid, er hat sich nur zwei
Feinde gemacht, die ihm die Anklage sicher nie vergessen werden." . < , .
Der neue Amtsrichter hatte dieser Auseinandersetzung des Falles mit hohem Interesse gelauscht und den Staatsanwalt mit keinem Wort unterbrochen; jetzt sagte er, dem Erzähler beipflichtend: „Auch mir thut der Forstmeister leid ’ es ist Tein angenehmes Gefühl, solche Fernste rm Rücken zu haben, der Forstmeister scheint mir em biederer
kennen chn bereits?",fragte der Staatsanwalt.
„Nur einmal gesehen und flüchtig einige Worte mit ihm ^wechstlü r.chttg beurteilt", bestätigte der Staatsanwalt, „doch da ist er selbst, hören wir, ob er neues $r*n$er soeben Eingetretene trat aus die beiden Herren zu.
„Guten Morgen, meine Herren! SchM m Tyatigteit, ^r„Uch^noch^dazu in Ihrer eigenen Angelegenheit, von der mir eben der Herr Staatsanwalt berichtet hat.
„Wie steht es, Herr Forstmeister, bringen Sie neues? redete der Letztgenannte ihn an. ,
Leider, nein. Tic Leute sind verschwregeu wie das Grab, wenn es gilt, einen der ihren gegen uns in Schutz i m nehmen. Die Sache wird wohl erfolglos fern ich! hatte S ?E"«t tatet bas handwerl ein- für altem» M | Und nun gar zu wissen, daß der eigene Untergebene Mit-
sagte Werner, „es ist mir lieb, daß Sie mir das sagen. Und nun Verzeihung wegen der spaten Storung, Frau Schwarz.^ fagcitz §err Forstmeister, der^ versäumte Schlaf wird sich schon wieder einholen.lassen. Sie ging in ihr Stübchen zurück, und der Forstmeister stieg die Treppe hinab.
der Augenblick des Vorgehens gekommen. Der ForstmeDer . areiit in seine Brusttaschie und nimmt für alle Falle fernen 1 Solber zur Hand. So, die Waffe zum Schüsse bereit, be- i schleicht er die Verbrecher. Seine Tritte sind, fast unhor- I bar, so vorsichtig geht er vorwärts. Schson ist er ihnen ; auf wenige Schritte nahe, die beiden Frevler gegen. Gesetz und Ordnung kehren ihm den Rücken und sind ganz m ihre Arbeit vertieft. Schon glaubt er 'in der einen Gestalt einen I seiner Waldhüter zu erkennen und in dem anderen den kaum nach mehrjähriger Gefängnisstrafe wieder in Freiheit gesetzten berüchtigten Wilddieb Karsten mit Namen. Noch I ein paar Schritte und er hätte sie erreicht und ihre Person- I Weit mit Sicherheit feststellen können - da will es das Unglück, daß der Forstmeister über eine vorstehende Baurn- I Wurzel stolpert und zu Fall kommt. Mit emem Fdich springen die Kerle empor und ein unterdrücktes. „Der Forstmeister" glaubt Werner aus . dem Munde dessen zu vernehmen, den er als einen seiner ~eute zu erkennen I glaubt. Aber der Augenblick des Falls und fern Wieder- I emporrichten hat den Kerlen, _ die m toller Flucht davon- rannten, einen tüchtigen Vorsprung gegeben; beide Huben 1 sich nach verschiedenen Richtungen entfernt und sind alsbald im Waldesdunkel den Augen des Forstmeisters entschwunden. I
Dieser überlegt, was nun zu thun ist! Hin zu der Wohnung des Waldhüters und sich! überzeugen, ob der Mensch zu Haus ist! Gedacht — gethan. Nach emer halben I Stunde starken Ausschreitens hat der Forstmeister die I Wohnung des Verdächtigen erreicht- chic Thur ist verschlossen, er donnert daran und begehrt Einlaß. Nach emer Weile öffnet sich im oberen Stock ein Fenster und die Stimme des Forsthüters fragt, wer ist unten? „Ter Forstmeister", klingt es zurück, „offnen Sie schnell, ich habe nut
Nach emiger Zeit öffnet ihm jener die Thür. Er macht I einen durchaus unbefangenen Eindruck und bittet den I Draußenstehenden, einzutreten.
Cs war wohl schon mehrmals vorgekommen, daß das Forstpersonal bei nachtschlafender Zeit aus dem Bette geholt und an bestimmte Stellen im Walde beordert wurde, denn der Forstmeister versteht seinen Dienst streng und , fordert ein Gleiches von seinen Beamten. „Wo waren Sie 6(8 ta- 6.6«. I
WÄÄ'Äf geradezu vor den Kopf, „wenn ich Sie nicht eben im Walde getrost ^.”en ^er Herr Forstmeister", sagte der Mann ganz ruhig, „ich habe soeben .erst mein Lager verlassen.
Der Forstmeister schweigt, er will sich die suche noch bedenken, besitzt er doch keine Gewalt, den Mann zum Reden zu bringen, wenn dieser sich weigert. .
5 „Machen Sie sich sofort bereit, mir zu chlgen , spricht Pr daher nur. Das geschieht und der Forstmeister fuhrt chn zu der Stelle, wo der Hirsch liegt „So, hier stehen Cie Posten, bis ich! zwei Arbeiter schicke, die den Hirsch aufladen und in die Forstmeisterei bringen. Werner zieht eine kleine Laterne aus der Tasche, zündet sie an und beleuchtet ringsum den Boden, nach! irgend emem Gegenstand, ter den beiden Männern von vorhin etwa entfallen ist. Doch! nichts findet sich. Nun geht der Forstmeister langsam und nachdenklich zurück. Noch einmal kehrt er m.be§ cti?irrfhüter§ Wohnung ein. Er weiß, daß derselbe mit emer alten Mutier zusammen wohnt. Er klopft die Alte heraus und fragt, wann ihr Sohn nach! Hause gekommen. Sie antwortet • „Es war schon ziemlich; spät, der Herr Forstmeister kam ja gleich darauf selbst und holten ihn ab.
So" fragt der Forstmeister noch emmal, „also erst kurz "vor mir selbst ist Ihr Sohn nach Haus gekommen?
„Ach Gott ja, Herr Forstmeister ^.beteuerte die Alte, die wohl glauben mochte, es handle sich; um eme Dienst-


