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auch ine seit Dem Pariser Frieden für Kriegsschiffe bekanntlich gesperrten Dardanellen passieren.
Auch das deutsche Reichsmarineamt hat schon vor vielen Jahren; lange bevor an die jetzt in Verwirklichung begriffene Flottenvermehrung zu denken war, in ähnlicher Weise Fürsorge getragen, indem den vom Reiche subventro- uierten deutschen Schiffahrtsgesellschaften die Verpflichtung auferlegt wurde, beim Bau ihrer Reichspostdampfer der zukünftigen Verwendung derselben als Kriegsschiffe Rechnung zu tragen. Diese Schiffe sind zwar selbstverständlich nicht im stände, einer wirklichen feindlichen Panzerflotte irgendwo im Kampfe entgegenzutreten, können jedoch, wenn sie zur rechten Zeit und am rechten Orte verwendet werden, unschätzbare Dienste leisten, wozu sie namentlich durch folgende Eigenschaften befähigt werden. ,
In erster Linie ist die innere Schiffskonstruktron, ms- besondere die das Deck stützenden Spanten und Träger derart eingerichtet, daß das Verdeck eine große Anzahl Geschütze aufnehmen kann, ohne unter dieser erheblichen Last einzubrechen. An der Oberfläche der verschiedenen Tecks sind diese Plätze durch runde Holzscheiben markiert, welche zahlreiche Bohrungen tragen, an denen gegebenen Falls in kürzerster Zeit die Laffette eines Schnellfeuergeschutzes montiert werden kann. Es handelt sich übrigens dabei keineswegs nur um leichte Stücke, wie Maximgeschütze, sondern auch um schwerere Schnellfeuergeschütze, wie die neuen 8,7 Zentimeter- und 15 Zentimeter-Kanonen, mit deren Hilfe der ungepanzerte Dampfer sehr wohl im stände ist, sich kleinerer Gegner wie Torpedobootjäger oder Torpedoboote selbst zu erwehren, die ihn aber namentlich m die Lage setzen, fremde Handelsschiffe zu kapern oder eme wirksame Blokade auszuüben. ct , ,,
Gegenüber feindlichen Kriegsschiffen, die durch ihr schweres Geschütz den Handelskreuzer, wie wir ihn kurz nennen wollen, zum Sinken bringen würden, wird er natürlich am besten sein Heil in der Flucht suchen, und dieser Ausweg steht ihm jederzeit offen dank ferner großen Schnelligkeit. Die neuen deutschen Schnelldampfer wie „Kaiser Wilhelm der Große", „Deutschland" oder „Hamburg besitzen eine Geschwindigkeit, welche von den schweren Panzerschiffen auch nicht annähernd erreicht wird, selbst wenn diese mit künstlichem Zuge in formierter Fahrt laufen, so daß der bedrohte Handelskreuzer sich binnen kurzer Zeit vor dem übermächtigen Gegner in Sicherheit bringen kann.
Obendrein vermag ein einzelner Treffer, auch wenn er unter der Wasserlinie einschlägt, das Schiff Nicht ohne weiteres zum Sinken zu bringen, weil dieses mit zahlreichen Schotten, d. h. wasserdichten Abteilungen versehen ist, toorut eine weitere Eigenschaft dieser Handelsdampfer, sich int Seekrieg zu bethätigen, liegt. . „
Die letzte Anforderung, welche an derartige Hilfskreuzer gestellt wird, beruht darin, daß die Steuervorrichtung tief unter Wasser angebracht ist. Ein einziges feindliches Geschoß, welches das Steuer träfe, würde das kostbare Schiff manövrierunfähig und zur leichten Beute des Gegners machen. Aus diesem Grunde ist die gesamte Steuervorrichtung, die sich bei gewöhnlichen Handelsdampfern an der Wasserlinie befindet, so weit gegen die Schrauben zu versenkt, daß sie von feindlichen Kugeln nicht ernstlich beschädigt werden kann. , , , .
Alle die vorstehend aufgezählten Eigenschaften befähigen die neuen deutschen Handelsdampfer zu weitgehender Ver- Wendung im Seekriege. Es ist aber trotzdem nicht zu wünschen, daß dieselben in der gedachten Weise in Thätzg- keit treten müßten; denn ein moderner Schnelldampfer unterer Handelsflotte, ein schwimmender Palast mit einer säst unerhört luxuriösen Einrichtung repräsentiert einen bedeutund höheren Kostenaufwand als ein gepanzerter Auslandkreuzer. Der Verlust einiger solcher Schiffe nt eurer zukünftigen Seeschlacht könnte leicht teurer werden als die Kosten einer ansehnlichen' Flotte richtiger Panzerkreuzer, deren Bau sichtäglich Mehr glgjeine dringende,Notwendigkeit »r weist, ________
Gemeinnütziges.
Der Maiblumenbaum. Viele Pflanzen haben ihre Beliebtheit schnell erlangt, weil sie einen ausfallenden Namen
hatten. Das Auffallende zieht ja an. Um so verwunderlicher ist es, daß eine Pflanze, die den Namen Maiblumen- bäum führt, bisher unter den Blumenfreunden so wenig Verbreitung gefunden hat, obgleich sie sich ganz prächtig zur Pflege im Zimmer und zur Verschönerung des Gartens eignet Der Maiblumenbaum führt seinen Namen mit Recht; gleich den zarten, reizenden Maiblumenglöckchen erscheinen seine Blüten, die sich in reichlicher Anzahl an der hübsch beblätterten Pflanze entwickeln. Der Maiblumenbaum ist ein immergrüner Strauch, welcher sich hübsch pyramidal entwickelt oder zu einem schönen Kronenstamm gezogen werden kann. Er liebt die Sonne, liebt gute Erde und zuzeiten reichlich Wasser. Man kann ihn in ähnlicher Weise pflegen, wie man den Oleander zieht In Nr. 48 des „Erfurter Führers im Gartenbau" finden wir eine Abbildung des hübschen Maiblumenbaums nebst genauer Kulturanweisung. Diese Nummer wird unseren Abonnenten kostenfrei zugeschickt, wenn sie sich mittels Postkarte nach Erfurt wenden.
Vermisstes.
Folgende in ihren Ergebnissen eigenartige Rechnung findet sich im „Populär Astronomy":
1 X 9 + 2 = 11
12 x 9 + 3 = 111
123 x 9 + 4 = 1111
1234 x 9 + 5 = 11111
12345 X 9 + 6 = 111111
128456 x 9 + 7 = 1111111
1234567 X 9 4- 8 = 11111111
12345678 x 9 + 9 = 111111111
1x84-1 = 9
12 X 8 4- 2 --- 98
123 x 8 4- 3 = 987
1234 X 8 4- 4 — 9876
12345 x 8 4- 6 = 98765
123456 X 8 4- 6 --- 987654
1234567 x 8 + 7 = 9876543 12345678 X 8 4- 8 — 98765432 123456789 X 8 4- 9 = 987654321
rno-e.
Heft 11 der „Wiener Mode" (1. März d. I.) bringt wieder in bekannter Reichhaltigkeit fesselnd geschriebene Artikel und Abbildungen über „Frühjahrsmoden und -Stoffe" wichtige „Toilettegeheimnisse", berichtet über neue „Hand- und Knüpfarbeiten" und widmet auch der „Herrenmode zu Beginn des 20. Jahrhunderts" eingehende Beachtung. Aeußerst interessant ist die Abbildung und Beschreibung eines Schrankes für Herreugarderobe und Bibliothek zugleich. DaS Heft enthält ferner „Im Boudoir" eine reizende Novelle von A. No8l: „Die Siegerin", bringt den Schluß des hochinteressanten Artikels „Die ästhetische Auffassung des Weibes unserer Zeit", dann „Mode und Kulturgeschichte", eine eingehende Würdigung Arnold Böcklins's mit deffen Porträt, einen Beitrag aus dem Nachlaß von Elise Polko, eine stimmungsvolle Erinnerung an Berd, rc. k.
Litterarisches.
Kinder-Zeitung. Herausgegeben von Felix von Stenglin, Groß-Lichterfelde. Inhalt von Rr. 22. WaS in derWelt vorgeht: Neues vom Burcnkriege; Erbeutete chinesische Geschütze; Springflut an der norwegischen Küste; Wieviel Schiffe hat Hamburg; Berkaus zweier Inseln; Jndianeraufstand in den Vereinigten Staaten; Grimmige Kälte in Klondike; Wölfe. Aus dem Reiche der Natur: Wie entstand der Bernstein? Der Beobachter in Wald und Feld: Mein erster Fischreiher. „Die beiden Tannen." Anzeigen. Zu beziehen durch alle Postanstalten, Buchhandlungen und die Geschäftsstelle in Groß- Lichterfelde, Dahlemerstr. 75.
Bilderrätsel.
(Nachbildung verboten).
Auflösung m nächster Nummer.
Auflösung des Logogriphs in vor. Nr.: Saul, Gaul, Maul, Paul.
SUd«»ti»n: r. »«rthardt. — «ruck und »erlag der »rü^fchm Um»ersitii«.Buch. und «teindruckerei (Pietsch ttiee) i* «eß«.


