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Maskenkostüme.
(Nachdruck verboten.)
1. Das Rätsel.
Als originelles Maskenkostüm dürfte sich: „Das Rätsel" empfehlen. Das Rätsel erscheint natürlich verschleiert; es giebt zu denken, zu raten auf. Das Kostüm besteht aus gelbem Atlas, der ganz mit schwarzem Tüll überzogen ist. Auf dem Kopfe ist ein langer, schwarzer Tüllschleier befestigt, der das Gesicht frei läßt. Da das Rätsel eine Frage stellt an die Löser, so sind — dies versinnbildlichend — unten rings um den Rock große Fragezeichen gemalt oder mit Goldlitzen aufgenäht. Auf diese Weise ist zugleich eine hübsche Bordüre hergestellt. Ein großes Fragezeichen dient auch als Kopfputz. Man formt es aus feinem Draht, zieht Goldperlen darüber, und befestigt dies goldene Fragezeichen alsdann an einer langen Haarnadel.
Der schwarze Atlasgürtel, welcher die Taille umschließt, ist ebenfalls mit Fragezeichen (aus Goldlitzen) geziert. Auch weisen die schwarzen Atlasschuhe • als Schnallen goldene Fragezeichen auf. Die Handschuhe sind von durchbrochener schwarzer Seide. Der Fächer ist mit Sphinx-Figuren bemalt.
2. Das neue Jahrhundert.
Das eben begonnene neue Jahrhundert erscheint in der zarten Farbe der Morgenröte. Ueber das anschließende rosaseidene Unterkleid ist eine Wolke von rosa Tüll oder Chiffon graziös drapiert. Als Kopfputz dient eine Nachbildung der strahlenförmigen Sonne in der Größe eines Tellers. In der Mitte prangt groß die Zahl 1901.
Die Sonnenscheibe kann man aus Pappe zuschneiden und mit Goldstoff überkleiden. Die Zahl ist aus Gold- flittern, deutlich hervortretend, aufzuheften.
Dieser Schmuck wird derartig am Hinterkopf befestigt, daß er dem Gesicht zur Folie dient. In der Hand hält das neue Jahrhundert eine Sanduhr. Die flügelartig geformten langen offenen Aermel sind mit Goldstoff gefüttert, und von außen mit Goldflittern bestickt.
3. Die Zeitschrift „D i e W o ch e".
Eine eigenartige und moderne Maske dürfte die Darstellung der Zeitschrift: „Die Woche" sein. Das Gewand ist in der braunroten Farbe des Umschlags der erwähnten Zeitschrift gehalten. Die Zahl 7, wie sie auf der Woche prangt, ist unten rings um den Rock in steter Wiederholung als Bordüre angebracht. Das Empirekostüm ist oben gehalten durch einen breiten Gürtel, auf welchen in schwarzen Buchstaben „Die W o ch e" gemalt ist. Durch das hochfrisierte Haar schlingt sich ein rotes Atlasband, an den beiden Enden desselben ist die Zahl 7 zu lesen.
Will man ein klebriges thun, so kann man auf die Vorderbahn des Rockes noch die 7 Wochentage: Sonntag, Montag rc. untereinander malen. E. Friedel.
Gemeinnütziges.
Ein sicheres Mittel gegen Frostbeulen ist die Zwiebel. Man reibe die von Frost befallene Stelle, ehe man sich niederlegt, tüchtig mit Zwiebel ein, oder man binde die Hälfte einer Zwiebel auf die Beule und lasse sie über Nacht liegen. Diese Anwendung muß. wiederholt werden, und die Heilung erfolgt.
Das Fenster im Krankenzimmer. Für Krankd und Genesende ist die freie Aussicht durch die Fenster des Zimmers oft die einzige Annehmlichkeit und Zerstreuung, deren sie sich während der langen und kalten Jahreszeit, die nunmehr begonnen hat, erfreuen können. Aber gerade im Winter beschlagen und gefrieren die Scheiben sehr oft. Um dies zu verhüten, bereite man eine Mischung von einem Teil Glycerin und 20 Teilen verdünntem Spiritus, dem man, nm einen angenehmen Geruch zu erzielen, etwas Bernsteinöl zufügen kann: Sobald die Mischung wasserklar erscheint, wird die innere Fläche des Fensters mittels eines Fensterleders oder Leinwandlappens damit abgerieben. So kann man mit Hilfe dieser einfachen und in jedem Haushalte vorhandenen Flüssigkeit den Patienten dauernd die Aussicht frei halten.
Woher kommt Atemnot im Bett? Viele glauben am bequemsten liegen zu können, wenn sie sich ein halbes Dutzend Kissen unter den Kopf und Rücken packen. Tas ist aber gerade verkehrt; denn auf diese Weise kommt der Betreffende in eine krumme Lage, die Brust wird zusammengedrückt, und kann sich nicht gehörig ausdehnen. Es empfiehlt sich deshalb, dem nach Atem- Ringenden das Kopfkissen eher tiefer als höher zu legen. Damit die Lunge sich gehörig ausdehnen könne, soll er auch nicht auf der Seite, sondern auf dem vollen flachen Rücken liegen und soll weder mit seinen Armen, noch mit einer dicken Decke die Brust beschweren. Selbstverständlich muß man das Zimmer des nach Atem Ringenden fleißig lüften. Eltern mögen daher ihre Kinder frühzeitig an eine richtige Lage im Bette gewöhnen.
„Der Stein der Weisen"
erfreut seinen ausgebreiteten Leserkreis in dem jüngst er- erschienen 15. Hefte mit einer Reihe instruktiver Abhandlungen verschiedenartigsten Inhaltes und vielen guten Abbildungen. Wir erwähnen zunächst den ersten Beitrag einer Artikelserie zur Geschichte und Kultur des chine - fischen Reiches, welche erschöpfender als es bisher in irgend einer Zeitschrift geschehen ist, das hochaktuelle Thema chinesischer Verhältnisse behandelt. Das Heft enthält außerdem mehrere reichillustrierte technische Beiträge (mit 15 Abbildungen), als: Brotbereitung, Das Rochet- Automobil, Das Schmiedehandwerk, Elektrische Lokomotivlampe, den gehaltvollen naturwissenschaftlichen Aufsatz über Einwirkungen der Luftfeuchtigkeit und des Luftdruckes auf den Menschen, die anziehende Plauderei Ein Spaziergang durch Antwerpen, sowie Mitteilungen ans dem Verkehrs- und Wirtschaftsleben, der Naturkunde und dem Tierleben u. s. w. Dem Programme gemäß: „Die Wissenschaft für alle" hat „Der Stein der Weisen" (A. Hartlebens Verlag, Wien) seit dreizehn Jahren in Hütte und Salon. die unerschöpflichen Schätze der Forschung, die Fortschritte auf allen Feldern gelehrter und praktischer Thätigkeit getragen und sich damit einen Ehrenplatz in der periodischen Litteratur errungen. Die reichillustrierten Hefte der Zeitschrift erscheinen halbmonatlich zum Preise von 50 Pfg., und sind Probehefte in jeder Buchhandlung zu haben.
Mode.
Wiener Ballmoden. Der Wiener Karneval ist bekanntlich einer der schönsten und interessantesten, weil er gar vielfach Gelegenheit bietet, echte Gemütlichkeit, frisch pulsierende Lebenslust, Tanzesfreudigkcit und Geschmack zu bewundern. Daß diese letztere Eigenschaft Heuer mehr denn je hervortritt, beweist das soeben erschienene Heft 9 der „W jener Mode", das eine Fülle der reizendsten Balltoiletten und Kostüme enthält. Eine Durchsicht des Heftes führt unwillkürlich zu dem Gedanken, wie schön die Frauen in diesen Hüllen aussehen mögen, und es ist daher sehr wahrscheinlich, daß die „Wiener Mode" dem Karneval aus diese Weise viele neue und begeisterte Anhängerinnen bringen wird. — Preis des Heftes 45 Pfg., vierteljährlich 2 Mk. 50 Pfg. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstaltcn oder direkt vom Verlag der „Wiener Mode", Wien, IV., Wienstraße 19.
Zahlenrätfel.
Nachdruck verboten. 12345678956 10 berühmter Künstler. 2 9 5 6 kleines Tier.
3 {^6 6 10 Musikinstrument.
4 7 6 1 Pflanzenteil.
5 8 9 5 6 Himmelsbewohner.
6 7 17 fremdes nützliches Tier.
7 6 17 weiblicher Vorname.
8 7 9 5 6 Besestigiingsmittel.
9 5 2 9 5 Musikinstrument.
5 2 3 4 5 Baum.
6 2 6 7 Farbe.
10 6 9 7 weiblicher Vorname.
Auflösung folgt in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer:
Auswärtiges Amt.
Siedaktion: E, Burkhardt. — Druck und Verlag der Brübl'fchen llmverstlSts-Buch- und Gleindruckerei (Pietsch Erde») i« Slej«.


