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standen aber mit dieser Täuschung nicht allein da; bei vielen der alten Völker war der Gebrauch von Münzen aus Kupfer oder einem anderen geringwertigen Metall mit einem dünnen Silber- oder Goldüberzug allgemein. Es war daher keine schwierige Arbeit, die alten Münzen, die meist ziemlich roh gearbeitet waren, nachzuahmen; und da sie im allgemeinen bedeutend über ihrem Werte standen, war die Falschmünzerei ein sehr einträgliches Geschäft.
Auch in neuerer Zeit hat man bei Mangel au Gold und Silber oft zu sonderbaren Mitteln seine Zuflucht genommen, um ein Kursmittel zu schaffen.
In Leyden wurden während des holländischen Freiheitskrieges Täfelchen aus Pappe ausgegeben, ungefähr in der Größe eines Kronenstückes und mit vorschriftsmäßigem Stempel versehen. Natürlich war das Experiment erfolglos; denn in Zeiten allgemeiner Verwirrung und Unruhen sanken die Münzen zu ihrem thatsächlichen Wert herab.
Wenn wir uns die Sache jedoch genauer überlegen, so 'müssen wir doch sagen, daß ein Stück Pappe ebenso gut als Zahlmittel dienen kann, wie unser Papiergeld. Denn nicht auf den wirklichen Wert der Münze kommt es an, sondern darauf, daß der Staat, welcher sie ausgiebt, das Vertrauen genießt, er werde seinen Verpflichtungen nachkommen. Wir müssen uns vergegenwärtigen, daß ganz wertlose Blättchen Papier — unsere Briefmarken — sehr häufig als Zahlmittel angenommen werden, und zwar nur deshalb, weil ein Staats-Institut gegen Zahlung dieser kleinen Blättchen sich zu gewissen Leistungen verpflichtet. In Zeiten größter Not und Gefahr, in welchen auch die kaiserliche Post ihren Pflichten nicht nachkommen könnte, wäre der Wert der Briefmarken gleich Null, und mit dem Papiergeld stände es dann eben auch nicht besser.
Friedrich Heller.
Katechismus der Ziergartnerei.
Belehrung über Anlage, Aussckmückung und Unterhaltung der Gärten, sowie über Blumenzucht von H. I ä g e r. Sechste Auflage von I. Wesselhöft. Mit 104 Textabbildungen. In Originalleinenband 3.50 Mart. Verlag von I. I. Weber in Leipzig.
Nach allgemeinen Bemerkungen über die verschiedenen Gärten und die bei der Anlage zu befolgenden Grundsätze geht der vorliegende Katechismus zur Behandlung des Bodens über und erteilt Ratschläge über die Verwendung der Gewächse, die Benutzung der Felsen, über Wege und Plätze, sowie die Gartengebäude. Nun wird die Ausführung der Gartenanlagen, Umfriedigung, Erdarbeiten und Bodenveränderungen, Anlage und Bau bet Wege, die Pflanzung des Gehölzes und die Anlagen der Rasenplätze ins Auge gefaßt. Auch an den Besitzer des kleinsten Gartens wendet sich der Abschnitt über den Blumengarten; und wem wäre nicht das Kapitel über die Aufstellung der Blumen im Hause hochwillkommen? Ter zweite Hauptteil des Buches hat es ausschließlich mit der Blumenzucht und deren notwendigen Hilfsmitteln, sowie mit der Vermehrung der Blumen durch Samen, Stecklinge und Absenker, Ausläufer, Zerteilung und Wurzeln, sowie durch Veredelung zu thun. Ter neue Bearbeiter des altbekannten Katechismus hat Erfahrungen und Fortschritte auch der neuesten Zeit überall berücksichtigt und eine Anzahl etwas veralteter Abbildungen durch treffliche neue ersetzt.
Das große Buch der Einmachekunst, eine gründliche Anleitung zum Einlegen von Früchten, Gemüsen rc., zur Herstellung von Gelees, Kompotts, Marmeladen, Pasten, Fruchtsäften und dergl. von G. Gartner, ist soeben im Verlag von Hugo Steinitz, Berlin SW. erschienen. Tas auf Gruüd langjähriger eigener Erfahrung verfaßte, von einem guten Haushalter klar und verständlich geschriebene Buch empfiehlt sich selbst dermaßen, daß es jeglicher Anpreisung fremder Zungen entraten kann. Es enthält eine Anleitung über das Einmachen im allgemeinen, über die Behandlung desselben usw. und nicht weniger als 350 ausführliche Rezepte. Ter Preis des ansprechend ausgestatteten Buches beträgt 1.50 Mk., gebunden 2.25 Mk., und
darf mit Rücksicht auf das darin gebotene ein immerhin wohlfeiler genannt werden.
Gemekttnütziges.
Der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau veröffentlicht in seiner neuesten Nummer eine sehr einfache und bequeme Art, Flaschen mit Heidelbeeren oder ähnlichen breiartigen Obstkonserven zu füllen,, die manchen Hausfrauen für die kommende Zeit des Obsteinkochens als nachahmenswert zu empfehlen ist. Man nimmt einen gewöhnlichen Kochkessel, verschließt den Deckel fest durch Ueberbinden mit Leinewand, zieht über den Ausguß einen Gummischlauch und setzt den halb mit Wasser gefüllten Apparat aufs Feuer. Nachdem die Dampfentwickelung stark genug vor sich geht, führt man das freie Ende des Gummischlauches in die mit Heidelbeeren zu füllende Flasche, die man mit dem Hals nach unten hält. Durch den eindringenden Dampf wird die Luft aus der Flasche verdrängt. Zieht mau nach Füllung der Flasche mit Dampf den Schlauch heraus und hält sie in den Heidelbeerbrei, so wird sich der Dampf kondensieren; es entsteht ein luftleerer Raum, in den die äußere Luft den Heidelbeerbrei bis zur völligen Füllung hineinpreßt. Man kann so erstaunlich schnell und sauber die Flaschen, die nebenbei noch! durch den heißen Dampf sterilisiert sind, also keine Schimmelpilzsporen rc. mehr enthalten, füllen. Tie Nummer des praktischen Ratgebers, in der abgebildek ist, wie aus diese Weise Flaschen bequem zu füllen sind, kann man kostenlos vom Geschäftsamte zu Frankfurt a. O. erhalten.
Lernt schwimmen, denn keine Art des Leibessportes, nächst dem Radfahren, vermag so vielseitig alle Muskeln des Körpers in Anspruch zu nehmen, wie das Schwimmen. Die Völker des klassischen Altertums wußten schon diese Thatsache zu schätzen und pflegten diesen Spork aus hygienischen Gründen in ausgiebigster Weise. Es liegt ja auch der Vorteil nahe, den der Schwimmer im Falle der Lebensgefahr der eigenen Person auf dem Wasser gegenüber dem Nichtschwimmer voraus hat. Mehr noch aber fällt diesem seltenen Falle entgegen zunächst der gesundheitliche Wert ins Auge. Die gleichmäßigen Bewegungen beim Schwimmen, die bei nacktem Körper in einem gleichmäßig abkühlenden Element vorgenommen werden, sind gewissermaßen das Ideal einer gymnastischen Hebung. Die Brust und Lunge weitet sich und wird zum kräftigen Atmen gezwungen, Arme und Beine haben den Wasserwiderstand zu überwinden und werden zu erhöhter Thätigkeit veranlaßt. Tiefe Gesamtthätigkeit des Körpers ist so recht ein llni- versalheilmittel für Nervenkranke, Hypochonder, Hämorrhoi- darer. Fettleibige, aber auch für Frauen und Mädchen; beim gerabe das weibliche Geschlecht bebarf hinsichMch bes Babens und Schwimmens einer Aufrüttelung, ber freilich nicht überall Folge geleistet werden kann, weil der Mangel an geeigneten Badeplätzen gerade aus dem Lande ein allgemeiner ist. Wo es irgend angängig ist, versäume man die sich bietende Gelegenheit nicht und unsere Jugend beherzige die Mahnung: „Lerne schwimmen!"
(„Prakt. Wegw.", Würzburg.)
Magisches Dreieck.
Nachdruck verboten.
A
A B
CEE
j E E H I
I L N N N
| j N 0 0 R B S
In die Felder des Dreiecks sind die nebenstehenden Buchstaben derart einzutragen, daß die drei Außenseiten und die vier mittleren wagerechten Reihen Wörter von folgender Bedeutung bilden: 1. Europäische Hauptstadt; 2. Fahrzeug; 3. Halmgewächse; 4. Nahrungsmittel; 5. nordische Göttin; 6. gibt die Möglichkeit des Gewinnes; 7. weiblicher Vorname.
Auflösung in nächster Bummer.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


