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thür und verschließt sie feft. Auch eine, an die Skallkhür gespießte lebende Kröte wird als sicheres Schutzmittel empfohlen, ferner das Ausräuchern der Ställe mit Baldrian und Teufelsabbiß, Bor die Wohnhausschwelle wird in vielen Gegenden Mohn und Hirse gestreut.
In den Städten merkt man von all diesen Hexenbeschwörungen nicht viel; aber auf dem Lande, wo die Leute mit der Natur, ihren Kräften und Gewalten in enger Beziehung stehen, die sie sich auf natürliche Weise nicht erklären können. Dort schwören auch viele darauf, schon viele Hexen gesehen zu haben. Denn diesen allerdings etwas besonderen Genuß kann man sich verschaffen, wenn man z. B. am Palmsonntag drei geweihte Palmkätzchen verschluckt und dann sich zu Walpurgis auf einen Kreuzweg sich stellt, oder wenn man ein, am Gründonnerstage gelegtes, am Ostertag in der Kirche geweihtes sogenanntes Antlaßei (Entlassungs-, d. h. Bergebungsei) bei sich trägt. Ein drittes Mittel, welches unsehlbar die Bekanntschaft der Hexen verschafft, ist das Tragen eines Gundermannskranzes im Haar beim Kirchgang am ersten Mai. Natürlich ist bei seiner Bedeutung für die Zukunftsdeutung auch der Tag von größter Wichtigkeit für das Wetter. Wenn es am Morgen des ersten Mai reift, so ist das ein Zeichen für das gute Geraten des Kornes, wie ja überhaupt der Mai kühl und naß gewünscht wird. Der Schlehdorn soll während des Aprilmonats abgeblüht haben; je länger er noch in ■ den Mai hineinblüht, desto geringer sind die Aussichten auf eine reiche Ernte.
Das geheimnisvolle Leben der Walpurgisnacht hat namentlich auch das Interesse des größten deutschen Dichters erregt, welcher eine Szene im Faust in das Htzrz- gebirge zur Walpurgisnacht verlegt, wo Mephistopheles mit Faust zum Brocken wandelt und beide Wechselgespräche mit Irrlichtern, Geisterstimmen, Hexen und Halbhexen halten.
Ein Wort über wohlschmeckende, nahrhafte und doch sparsame Kost.
Jede erfahrene Hausfrau weiß sehr wohl, wie schwer es oft ist, das Essen für die Familie so zu bereiten, daß alle zufrieden sind, daß es jedem schmeckt, daß es nahrhaft und leicht verdaulich ist, ohne daß die Kosten das zur Verfügung stehende Haushaltungsgeld überschreiten. Hätte man nicht nötig, mit den vorhandenen Mitteln zu rechnen, so wäre es keine Kunst, vorzüglich zu kochen.
Tie meisten Kochbücher tragen gerade diesem Punkte nicht genügend Rechnung. Sie passen meist nur für Leute mit ansehnlichem Geldbeutel. Alles,'was nach den darin zubereiteten Rezepten zubereitet wird, ist vorzüglich, aber — zumal angesichts der heutigen Lebensmittelpreise — viel zu teuer für die einfach-bürgerlichen Verhältnisse. Vor allem kommt es darauf an, jederzeit schnell und billig eine gute Suppe zu bereiten, sowie auch dem Geschmack von Fleischspeisen, Saucen und Gemüsen durch passenden Zusatz mehr Kraft und Fülle geben zu können.
In richtiger Erkenntnis dieser Notwendigkeit setzt gerade hier Maggi ein, dessen Verdienste um die Diätetik, und dessen Autorität auf dem Gebiete der Volksernährung allgemein anerkannt sind. In erster Linie sei die altbewährte Maggiwürze erwähnt, von der ein kleiner Zusatz genügt, um auch den einfachsten Suppen und Speisen augenblicklich überraschenden, kräftigen Wohlgeschmack zu geben. Maggi zum Würzen enthält in flüssiger, konzentrierter Form alle diejenigen aromatischen Stoffe und Nährsalze, welche für die Anregung des Appetits und der Verdauung fast unentbehrlich sind. Nach einer alten Wahrheit kommt für die Ernährung nicht das in Betracht, was man ißt, sondern was man verdaut. Soll aber eine Speise leicht verdaulich sein, so darf ihr der Wohlgeschmack nicht fehlen» Das Einfache, Natürliche, was dem unverdorbenen Geschmack am meisten Rechnung trägt, bleibt immer das Beste. Infolgedessen wird die Hausfrau am weitesten kommen, wenn sie die gewohnten Speisen bietet, diese aber möglichst schmackhaft zubereitet. Hierzu findet sie in der Maggiwürze ein geradezu ideales Hilfsmittel.
Eine weitere Unterstützung in der Küche bieten die rasch populär gewordenen Maggischen Bouillonkapseln, die,
durlch eine Paraffin-Umhüllung gegen Witterungseinflüsse -geschützt, von großer Haltbarkeit sind. Jede Kapsel enthält zwei getrennte Gelatineröhrchen, angefüllt mit konzentriertem Fleischsaft nebst feinsten Gemüseauszügen und dem nötigen Kochsalz; ein Röhrchen genügt für eine Tasse. Die Kapseln sind in zwei Sorten zu haben: mit und ohne Fett. Nur in heißem Wasser gelöst, geben sie ohne weiteren Zusatz eine vorzügliche, erfrischende Fleisch- oder Kraftbrühe, die alle Bestandteile einer Naturbouillon enthält. Darin übertreffen Maggis Bouillonkapseln die gewöhnlich im Handel vorkommenden Fleischextrakte, aus denen ohne mancherlei Zusätze eine trinkfähige Bouillon nicht hergestellt werden kann. Während nun aber eine klare Brühe nicht als Nahr- ungsmittel im engeren Sinne betrachtet werden kann, ist dies der Fall bei den unter Verwendung von Gemüsen, Mehlen und sonstigen Einlagen bereiteten Suppen. Diese enthalten die für den Körper unentbehrlichen Nährstoffe in den verschiedensten Formen. Ihre Herstellung auf die althergebrachte Weise ist aber oft zeitraubend und mühevoll. Freudig wird es deshalb jede Hausfrau begrüßen, daß Maggi komprimierte Gemüse- und Kraftsuppen in den Handel gebracht hat. Diese handlichen, billigen Suppenwürfel für zwei Portionen, welche in mehr als 30 Sorten zu haben sind, geben, nur mit Wasser gekocht, in wenigen Minuten ebenso wohlschmeckende wie wirklich nahrhafte Suppen. Der Vorteil dieser Maggi-Suppen für die Hausfrau tritt besonders deutlich dann hervor, wenn sie keine Fleisch^- bruhe zur Verfügung hat, oder wo es gilt, möglichst rasch, wie z. B. bei unerwartetem Besuch-, eine Suppe aufzutragen.
Wenn obige Zeilen dazu dienen, den geschätzten Leserinnen zu zeigen, wie sie auf einfache und billige Weise ihrer Familie eine wohlschmeckende und kräftige Kost bieten können, so ist ihr Zweck erreicht. Dr. R.
Velhagen & Klasings Monatshefte.
Das Mai-Heft von Velhagen & Klasings Monatsheften bringt an erster Stelle eine eingehende Würdigung von Profesfor Gustav Schön leb er in Karlsruhe aus der Feder von Hans Rosenhagen. Der reich illustrierte Artikel schließt mit den Worten: „Der Name Schönleber wird einst über eins der wichtigsten Kapitel der deutschen Kunstgeschichte zu setzen sein". Zwei andere illustrierte Aufsätze tragen dem Frühling Rechnung. Die Illustrationen zu dem Artikel: „D e r N e st b a u d e r V ö g e l" sind nach Photographien angefertigt, die der Engländer R. B. Lodge in Ser freien Natur von den wiedergegebenen Vögeln und ihren Nestern aufnahm; die Abbildungen, die <dem Artikel von Kurt Charles de Beaulieu: Lawn- Tennis-Turniere beigegeben sind, zeigen die hervorragendsten Vertreter dieses schönen Spiels auf den grünen Rasenplätzen. Unter dem Titel „Frühlingsklange" sind eine Anzahl Gedichte zusammengefaßt von Ernst Muellen- bach, Frieda Schanz, Richard Zoozmann, Georg Busse Palma, Karl Busse, Otto Julius Bierbaum, Gustav Falke, Anna Ritter und vielen anderen. Sie erscheinen hier in reizender buntfarbiger Umrahmung. Ein Roman von A. von Klinkow- stroem: „DievierGlocken desHerrnvonPerna", der in diesem Heft beginnt, spielt in den Münchener Künstlerkreisen itnb scheint einen sehr interessanten Vorwurf zu behandeln. Zum erstenmal werden, wenn wir nicht irren, in diesem Heft auch die Erscheinungen der Kunstlitteratur besprochen, eine Neuerung, die wir freudig willkommen heißen.
Auflösung des Preisrätsels für Burenfreunds in Nr. 56: Falter, Kreisel, Kübel, Schelde, Excellenz, Pinsel, Schneider, Wolgast.
Falte, Reis, Übel, Held, L-nz, Insel, Neid, Gast. — Frühling.
Es gingen insgesamt 33 richtige Lösungen ein, das Los fiel auf Nr. 8, Emseuder: Adolf Becker, Gießen, Tiefenweg 1.
» 19» „ fturt Daucrnhcim, Gießen, Westanlage 29.
" 29, „ Friedrich Pfeiffer, Gießen, Schiffenbergerw. 16.
„33, „ Clemens Schwerdtfeger, Gießen, Liebigstraße 57.
®cr Preis — Fred Rompel, „Siegen oder Sterben. Die Helden des Bureukriegcs" — ist von den Gewinnern gegen Vorzeigung der Abonncmentsquittung in der Geschäftsstelle der „Familienblättcr" in Empfang zu nehmen.
Auflösung des Kapselrätsels in voriger Nummer: Blinder Eifer schadet nur.
»Aeltien: «. «„rktzardt. — rmd »erlag der vrühl'scheu Uninersitttr.Bnch. unk »teindnickerei (Pietsch Erben) in »iesj«.


