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flKlrtftiitfrtta Ittth hU I von einem Hündchen begleitet und drei Nehren im Arm
,U$uipuigi9 UnU VE6 I haltend, gezeigt wird, wurde zur Schutzpatronin des Ackers,
'Kulturhistorische Skizze von Marg-Berlin. I der Vegetation.
(Nachdruck verboten.) I Der Volksglaube stellt sie sich vor als ein Werstes Werb
Gauen und der Vogel ~teb durch dre Natur schallte dann I Geistern unaufhörlich in Wiesen und Feld verfolgt wird,
pflegten dre heidnischen Germanen ihr großes Frühlings- I Mehr als eine Sage ist bekannt, wo sie einen Bauer, der
teirrn‘ dre reckenhaften Ge- I fein Getreide einfährt, um Schutz bittet. Er läßt sie
statten der Urvater stlsaminen auf blühenden Gefilden zu I . . Garbe kriechen und fährt weiter, indem die wilden
Wahl und Gerrcht und zum Segnen der wachsenden Fruchte. I ^erfoIger nn i£)m vorüberjagen. Als er heimkomnrt, ist die
Die Maifeier der Alten war so hochbedeutsam, daß 1 gcau au§ ver Garbe verschwunden, ihre Körner aber haben noch einzelne Sitten und Gebräuche mit der Feier des I ,-£c£l| £n @oib verwandelt.
christlichen Pfingstfestes sich vermischten, und so sich ge- I Diese Walpurga also deckt sich im allgemeinen mit halten haben bis in unsere Zeit. Der erste Mai ist der I dem Glauben an die Holz- und Waldfrauen, die seligen Tag der Kirchenheiligen Walpurgis, und ihm vorauf geht I Fräuleins und ähnlichen Gestalten des Volksglaubens. Und die Walpurgisnacht, in welcher, trotzdem die Heilige als I te.|e diese erste Maizeit reich war an Zauber und Zukunfts- Hüterin der wachsenden Vegetation des Ackers gilt, böse I Deutung, so wurde jene zauberischss Macht einfach aus die teuflische Mächte — die Hexen — ihr Wesen treiben. I -Walpurga übertragen, deren Namen jener Kalendertag er-
Uebrigens heißen die neun Nächte vor dem ersten Mai | ba££en hat. Tier Glaube an die Zauberkraft der ersten alle Walpurgisnächte, und auch andere Sonntage, beson- I Mainächte lieh aus den ursprünglich gutgesinnten, für das/ ders die Erntetage sind der Heiligen geweiht. Ihre Legende I Wachßtum der Ackerfrüchte thätigen Geistern die Hexen ist von verschiedenen der Schreibkunst kundigen Menschen I werden, welche alljährlich am 1. Mai auf Böcken oder frühester Zeit ausgezeichnet worden, so die erste von einer I $eten auf die Berge reiten, namentlich auf den Blocksberg, ungenannten Nonne, die noch zu Walpurgis Lebzeiten im I and dort ihre Zusammenkünfte mit allerlei teuflischem Jahre 762 in das Kloster zu Heidenheim, dessen Aebtissin I Gesindel halten.
sie war, eintrat. I Das Wort Hexe wird hergeleitet von dem althoch?-
Walpurgis oder Walburga stammte nebst ihren Brüdern I deutschen hagazussa, verkürzt hazus, hazis, mittelhochdeutsch Oswald, Willibald und Wunnebald aus England; wie auch I heete, hexse, eine Zusammensetzung aus „Hag", d. h. Feld Winfried-Bonifazius, der Apostel der Deutschen aus Eng- I and Flur und „schädigende", also die „den Hag schädigende", land (Cirton oder Prediton in der Grafschaft Devonshire) I zzie die christliche Religion alles heidnische als ungebürtig war. Als letzterer nach Franken rind Bayern zog, I ( U{ bie $riefter und Priesterinnen als gottwidrig stem- begleitete ihn eme Anzahl gebildeter Frauen und Manner I f X Volksglaube in ihnen weibliche Priester-
des angelsächsischen Volkes und übernahmen dre, Leitungen I s ' sagenhafte Nachtfrauen, die man zunächst scheute,
der vom Brschpf gegründeten Stiftungen oder Kloster. I f &ter ^hl auch geringschätzte und doch nicht zu verfolgen
So erbaute Willibald im Jahre i40 bei Elchstadt em I Man verlegte ihre Versammlungsorte gern auf hohe
Kloster des heiligen Benedict und wurde emige Jahre darauf i unb iu Fese Schluchten, meist auch dahin, wo früher
zum ersten Bischof von Eichstädt ernannt. Walpurgis und I F£heidnische Opferplätze bestanden hatten. So ist der große Wunnibald stifteten gemeinsam zu Heidenheim em gleiÄMs I v)Jenfabbatf) des ersten Mai ein Nachklang der feierlichen Kloster, welchem 760 ein Frauenkonvent zugefugt wurde, I * 4 ' ber Germanen zu Beginn der Frühlingszeit.
dessen Leitung Walpurgis übernahm; Oswald endlich grün- I AnkNörimn unsrer «eit und troüdem die
dete bei Schloß Hohentrüdingen das Stift Auhausem Wann I TrK j“«»«-
die Geschwister gestorben ind, galt lange als nicht fest- I ^/ Zstt 0m y^ei ver oig m^n gmamqer-mFc o^c
stehend! doch gilt jetzt der 25. Februar 779 für Walpurgas ™ SHÄn'U?«
r’ ^M ^Mb8^^„^-t^""Dw"^beideu ^ersten fanden I die Furcht vor ihnen besonders groß. — Ganz entsetzliche
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ihre Ruhestätte. Nach fast hundert Jahren ließ ein Abt, I E^en verbreitet^. Es ftnt meift
^tkar mit Namen, Grab Walpurgas oftnen und war I borstigen Haar, gekrümmtem Rücken und verbogenen oder hoch erstaunt, ihren Leichnam ganz unv^west zu s , 1 -yo(Ie/ett Bemen, die an Stöcken oder Krücken einher- genau so, wie man sie beerdigt hatte. Ter sarg wuroe i ' , Minbrreickeu in her Besen auf dem sie
wieder geschlossen und auf Otkars Befehl nach Kloster Eich- I humpeln Ihr ^efen, °em N
städt überführt. Die zwei Pferde, welche ihn trugen, blieben I durch die Lust ge^yi weroen, nuo freiwillig vor der ^iEgen0rm I ben Menschen Schaden zuzufügen, ist groß. Ihr
Otkar em Zeichen sah, die Leiche hier §u oeslaiien uno 0 1 .... fi rinnt Menswen und Vieb Krankheiten und
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— Willibald — deme Schwester Walpurga lommi. I „ hnnnr nefeat Svreewald vileat mau dieses Mittel augmMMch wirft er bie ShMeni »oti |k6' ’J* t'n£ I gegen jeden Tenftlsspnk -nznw-nben. und auch wenn ein
J"*; I EbernMtes Pnar jum ersten, Male di- Stznelle.smi,«
stifts des Benediktinerordens zu Monheim durch ihre Klostergefährtin Lioba, die Teilung der nach Eichstädt überführten Walpurais-Reliquien notwendig geworden Ware. Man öffnete also, etwa ums Jahr 893 oder 894 wieder den Sarg und fand Gewand und Reliquien, den Körper selbst nut einer Flüssigkeit bedeckt, dem Paltau, der heilkräftig wirkend, von besonderer Bedeutung wuroe. Da nun der erste Mai als Beginn jenes Wunders galt, und auch die Heiligsprech-
Heims betritt. Ein gleiches geschieht, wenn die Paten mit dem zu taufenden Kinde das Haus verlassen, und nut dem getauften wiederkehren. Neugekauftes Vieh wird auch erst dann in den Stall gebracht, wenn die Schwelle der Stall- thür mit kreuzweis gelegten Besen gegen das Cmdrmgeu der Hexe gesichert ist.
Was die Nacht zum 1. Mai so ganz besonders gefährlich als Beginn jenes Wunders gatr uno auw | in^We?'2eÄG^n^M
ung Wstlpurgas an jenem ~nße erfolgte, so I dreibeiniger Hase, Hund, Kröte oder Elster,
dieser Zeit ihr geheiligt. . & $ ^«er I Deshalb versichert man auch diese Nacht noch in eigener
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