Ausgabe 
1.1.1901
 
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könnten. Die Giebeldächer, überhängenden Stockwerke unb die eigentümlichen breiten Fenster, die wahrscheinlich! einst, mit unzähligen kleinen ble' '-fiten Butzenscheiben versehen waren, verleihen dieser St R-->r und

versetzen den Beschauer Kavaliere zurück.

Auch meines Vaters Hans war ein chMer xJuU, noch in derSide" vorhanden sind. Jetzt ist es abgebrochen und ein geräumiges, modernes Gebäude steht an seiner Stelle. Am meisten gegenwärtig ist mir noch das Wohn­zimmer, ein großer, biereckiger, säst dunkler, niedriger Raum, welcher mit seinen massiven Balken oben und seinen Möbeln eher einer Schisfskajüte als einem Zimmer in einem Wohn­hause glich Der größte Teil derAusrüstung" so nannte mein Vater die Stühle und Tische hatte viele Meilen auf dem Ozean zurückgelegt. Die Stühle kamen au§ einem ©ft» indienfahrev; die schöne Messing-Oellampe, die von der Mitte der Decke herabhing, war in einem Wrack ans Land getrieben und von meinem Vater aus einer Auktion er­standen worden. Sehr in die Augen fallend war ein wunder­bar geschnitztes Buffet von arabischer Arbeit, das mein Vater einige Monate vor seiner Verheiratung in einem Mittelmeer Hasen gekauft hatte. Die an den Münden hängen­den Gemälde und Stiche stellten ausnähmlos Vorgänge aus dem Seeleben dar, wohlbekannte Schiffe der heimischen Rhederei, eine Ansicht der Tyuemündung bei Sturm, einen bei Whitby entmasteten Kohlenfahrer u. s. to. Darunter hingen einige an Rollen befestigte Seekarten, die fast alle mit Bleistift markierte Kurslinien aufzuweisen hatten. Noch anderer Gegenstände dieses Zimmers erinnere ich mich lebhaft und ich verweile bei ihnen, weil sie für meine Erziehung 'bedeutsam waren besonders eines kleinen ovalem Hohlspiegels, welcher jede Gestalt, die sich darin spiegelte, und wenn es ein Riese gewesen wäre, als ge­krümmten Zwerg mit großem Kopf und ungeheuren Füßen erscheinen ließ. Um den Spiegel herum waren zahlreiche Südsee-Trophäen angebracht, von denen einige aus dem, großen Ozean von Seeleuten mitgebracht worden waren, die schon unter Cook und Vancouver gedient hatten lange, scharfe Speere, Schilde, geformt wie die Schale einer Schild­kröte, Grasmatten, Tomahawks, barbarisch böse aussehende Aexte, und ich weiß nicht, was sonst noch. Die Kaminsimse und Seitentischchen waren mit Modellen von Schiffen, Canoes, Rettungsboten, sowie mit einer Menge chinesischer Elfenbeingegenstände, wie Kartenbehälter, Broschen, Trer- figuren und dergleichen mehr geschmückt. Kurzum, unser Wohnzimmer hätte wohl ein Museum genannt werden können. Mein Baten brachte von jeder Reise eine neue Selten­heit mit, um unsere Sammlung zu vervollständigen. Dio Kapitäne und Steuerleute, die uns besuchten, kamen auch! selten mit leeren Händen, und im Laufe der Zeit wurde das Wohnzimmer so bohl von merkwürdigen und inter­essanten Gegenständen, daß unsere Nachbarn zu sagen pflegten, wir würden unsere Miete über und über heraus- schlagen, wenn wir von jedem einen halben Schilling er­höben für die Erlaubnis, diese Wunderdinge besichtigen zu

dürfen. . , , .,

Ich glaube kaum, daß die Umgebungen meiner Kindheit allein schon meine Gedanken gefärbt und ihnen die Rich­tung gegeben hätten, welche fie später nahmen, wäre ich! nicht mit Liebe zur See und zu den Seeleuten geboren worden. Das Gegenteil liegt in der Regel viel näher. Manche Kinder fassen einen Widerwillen gegen den Beruf ihres Vaters, nur weil sie beständig in gewissem Sinne damit in^ Be­rührung kommen und immer von demselben hvren, bis sie endlich erwachsen sind und das Elternhaus verlassen. Aber in meinem Falle wurde die mir angeborene Liebe zur See durch meine ganze Umgebung großgezogen und befestigt. Als ich eben alt genug geworden war, um einige Worte im Zusammenhänge sprechen zu können, sagte meme Mutter häufig, um, wie man zu sagen Pflegt, mit mir vor ihren Freunden z!u paradieren:Hier ist Klein-^esfle; fragt sie, was sie für einen Mann haben will, wenn sie em großes Mädchen ist", und ich antwortete stets:Ich will nur einen Seemann heiraten, und wir wollen in einem schonen Schiff

Man glaube mir, es war mir ernst mit dem, was ich

sagte, obwohl ich noch ein Kind war. Und damit man wisse, daß wicht alle Frauen so wetterwendische Geschöpfe sind, wie die Männer glauben, so bekenne ich, daß ich dasselbe sagte und dachte aber für mich- als ich zwanzig alt war; nur mit dem Unterschied, daß ich mir dann nes Schiffsjungen einen Kapitän zum Schutz wünschte.

(Fortsetzung folgt.)

Gemeinnütziges.

Eine notwendige Winterarbeit. Beim Aus­werfen von Gräben oder Bohren von Löchern im Garten kann man in der sehr geringen Tiefe.von nur 12 Fuß auf Schichten stoßen, welche trotz der ziemlich reichlichen Herbstniederschläge noch pulvertrocken sind. Besonders für Obstbäume sind diese trockenen Schichten natürlich sehr nachteilig, aber auch, bei Erdbeerbeeten machen sich bie Folgen dieser Trockenheit im Untergrund im nächsten Jahre durch geringe Erträge von krüppeligen, kleinen Beeren unangenehm bemerkbar. Es ist deshalb jetzt dem Garten­besitzer, der im Sommer unter trockenem Boden zu leiden hatte, zu empfehlen, mit dem Locheisen oder einem Bohrer Löcher in etwa 30 Zentimeter Abstand in den Boden zu stoßen und in diese hinein dünne Jauche zu gießen und so eine wirksame Untergrunddüngung vorzunehmen. Soll ein Teil des Gartens frisch rigolt werden, so ist es, um der Untergrundfeuchtigkeit genügend Rechnung zu tragen, vorteilhaft, vor dem Rigolen das Stück mit einigen Fässern Jauche überfahren lassen, dann beim Rigolen diese obere durchtränkte Schicht nach, unten zu bringen, dagegen aber die trockene Schicht nach oben, um ihr so die Winterfeuchtigkeit zu Gute kommen zu lassen. (Der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau, Frankfurt an der Oder.)

Literarisches.

Im Verlag Europ. Modenzeitung, Dresden, erschien und ist durch jede Buchhandlung zu beziehen: Neuer Leitfaden fnr moderne Damenschneiderei, reich illustriert mit über 50 Abbildungen. Preis geb. nur 1 Mark. Dieses Merkchen will ein Wegweiser und Ratgeber auf dem Gebiete der Damenichneiderei fein, die es bis in die kleinsten Details, in einfacher, leichtfaßlicher Sprache erklärt und das Verständnis durch zahlreiche instrukiive Abbildungen unterstützt. Es ist für ave Lernenden von großer Zweckmäßigkeit und für alle Könnenden ein Nachschlagebuch von beträchtlichem Wert. Ueber die Vielseitigkeit des Buches mag die nachfolgende gedrängte Inhaltsangabe orientieren: Das Zuschneiden, das Füttern des Rocks, die verschiedenen Nähte, Der Rockschweif, der Rockbund, Das Zuschneiden des Futters des Oberstosfes, das Aufhesten, die An­probe, das Ausarbeiten der Nähte, das Plätten, das Einfügen des Fisch­beins, der Haken-, Knopf- und Schnürverschluß. Taillenband, Kragen, Aermel. - Die englische Taille. Das Werkchen dürste seine Aufgabe, ein wirklicher, nützlicher Ratgeber zu fein, zur allgemeinen Zufriedenheit erfüllen.

Rösselsprung.

(Zum Neujahr.) Nachdruck verboten.

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Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Buchstabenrätsels in voriger Nummer:

Adler Ader.

Rebrftion: «. Burkhardt. - Druck und »erlag der «rühl'schen UniverfitätS-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in »ieß«.