Ausgabe 
30.8.1900
 
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übrigen Inhalt in ein Porzellangefäß gegossen werden. Mehrere Tage hindurch werden die Bohnen stets von neuem aufgekocht und zuletzt in Gläser gefüllt, um, sobald sie erkaltet, mit Pergamentpapier Überbunden und ausbewahrt zu werden. Der Gewürzbeutel wird selbstverständlich vor­her entfernt.

Auch die konservierte grüne Bohne kann ganz ebenso mannigfaltig wie die frisch vom Strauch gepflückte ver­wendet werden. Vor allem liefert sie einen ganz vorzüg­lichen Salat, -vorausgesetzt natürlich, daß man zarte, junge, fleischige Schoten zur Verfügung hat. Schließlich will ich noch nach Kohlhammer die Methode wiedergeben, die wohl die allgemein übliche sein dürfte , Die Bohnen werden entsadet, möglichst gleich große ausgesucht, dann in Salz­wasser gebrüht,, nun in Büchsen, Einmachgläser, Töpfe oder Flaschen eingeschichtet. Hebet die Bohnen schüttet man ziemlich starkes Salzwasser (aus 10 Kilo Bohnen ein halbes Kilo Salz), bis es über dem Eingemachten zusammenläuft. Nun wird luftdicht verschlossen, entweder mit Patentver- schlüß oder mit Schweinsblasen oder eventuell auch mit Pergamentpapier. Das Konservengefäß wird jetzt so ver­schlossen ins Wasserbad gestellt und dort mindestens eine Stunde lang gleichmäßig gekocht. Nachher läßt man die Konserven mit dem Wasser erkalten. Sitzt der Deckel des Konservenglases fest, auch wenn man den Verschluß öffnet, oder sinkt die beim Dünsten gebildete Blase (bei Verschluß mit Schweinsblase) beim Erkalten ein, so kann das Ver­fahren als gelungen bezeichnet werden. Der Verschluß muß völlig luftdicht sein. Beim Dämpfen thut man gut, wenn man die Flaschen oder Gläser mit Stroh oder mit einem Tuch umwickelt, und wenn das Erwärmen allmählich ge­schieht. Zu große Gefäße dürfen niemals genommen wer­dens das ist ein Kardinalsatz, an dem beim Konservieren von Bohnen unter allen Umständen festgehalten werden muß.

Geinernirniziges.

Viel zu wenig werden in Deutschland die Häuser mit edlen Reben bepflanzt so manche von der Sonne voll beschiedene Südwand harrt vergeblich des Weinstocks, der sich an ihr aufranke! Wie kommt das? Abgesehen von dem gemütlichen Anblick, den solch grüne Rebe einem Hause von außen und innen verleiht, sind doch Trauben, die uns im Herbste ins Zimmer hinein wachsen, ein köstliches Ding. Wohl mag oft Gleichgiltigkeit der Grund sein, daß man passende Wände nicht mit Weinreben bepflanzt, noch häufiger aber wird die Urfache zu suchen fein in dem oft beobachteten Mißerfolge: man sieht so häufig kleine, sauere Trauben an den Spalieren und verliert die Lust am Wein­stock. Der Mißerfolg wird verursacht einmal durch fälsche Sortenwahl: meistens pflegt man sich überhaupt nicht um die Sorte M kümmern,>m'an pflanzt, was man vom Gärtner bekommt, und dieser verkauft, was er hat. Daun aber fehlen die Kenntnisse, wie man den Weinstock zu behandeln hat inan läßt ihn wachsen, schützt ihn im Winter gegen Frost, bindet ihn int Frühjahre wieder aus, schneidet dabei weg, was zu dicht steht, das ist alles! Der Weinstock aber verlangt, um süße Trauben zu erzeugen, einen ver­ständigen Schnitt, der nicht schwer zu erlernen ist; beson­ders jetzt im Sommer müssen Spalierreben gründlich und sachgemäß geschnitten werden. In der neuesten Nummer desPraktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau", die von dem Geschäftsamt dieser Wochenschrift in Frankfurt a. O. auf Wunsche gern umsonst zugeschickt wird, lehrt einer unserer besten Kenner des Weinbaues, Pastor Seippel, den Sommerschlnitt in Worten und vortrefflichen Abbildungen. Vielen dürfte gerade jetzt mit den klaren Erklärungen ge­dient sein.

Einlegen von Salzgurken. Nicht zu große, noch nicht gelb gewordene, fehlerfreie Gurken werden einige Stunden in kaltes Wasser gelegt, mit einer weichen Bürste gereinigt, in reinem Wasser abgespült, mit einem Tuche getrocknet und bann lagenweise mit Dill, Blättern von der sauren Kirsche, Weinlaub und einigen unreifen Wein­trauben in Fässer eingelegt. Neue Fässer müssen vorher mrt heißem Wasser ausgebrüht und so lange mit Wasser

ausgelaugt werden, bis dasselbe geschmack- und geruchfrei bleibt; bereits gebrauchte Fässer (etwa Weiusässer) müssen vorher ausgebrüht und ausgeschwefelt werden. Ist das Einlegefaß dicht vollgepackt, so setzt man den Deckel ein, füllt dasselbe durch das Spundloch mit kaltem Salzwasser (auf 9 Liter 400 Gramm grobes Salz) an und überläßt es mit offenem Spunde bei Zimmerwärme der Gährung, indem man durch etwa erforderliches Nachgießen dafür sorgt, daß das Faß stets mit Salzwasser gefüllt ist. Nach vollendeter Gährung verspundet man, wenn das Salz­wasser einen entsprechend sauren Geschmack angenommen hat, das Faß und hebt es in einem kühlen Keller auf. Um das Hohlwerden der Gurken zu verhüten, müssen sie. bei dem Einlegen mit einer Gabel durchstochen werden. Es ist, wie gesagt, grobes Salz zu nehmen; hat man nur feines zur Verfügung, so ist die oben genannte Quantität (400 Gramm auf 9 Liter) um ca. 100 Gramm zu erhöhen. Um die Gurken etwas pikanter von Geschmack zu machen, kann man noch zusetzen: getrocknete Lorbeerblätter, Nelken, schwarzen Pfeffer, Nelkenpfeffer und eine Stange Meer­rettich, der in kleine Würfel gehackt wurde. Recht reichlich Dill und Weinblätter genügen übrigens, um schmackhafte Salzgurken zu erzielen.

Lktterarisches.

Ernährung und Volksnahrungsurittel. Sechs Vorträge ge kalten von Professor Dr. Johannes Frentzel. Mit 6 Ab bildungen int Text und 2 Tafeln. Geh. 90 Psg., geschmackvoll geb. Mk. 1,15. (Aus Natur und Geisteswelt." Sammlung wiffenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen aus allen Ge­bieten des Wissens. 19 Bändchen.)

Das vorliegende Bändchen der unsern Lesern bereits vorteilhaft bekannten Sammlung begrüßen wir mit größter Freude, da einer unserer hervorragendsten Universitätslehrer dieses jedermann interessierende Thema in anziehender, allgemein verständlicher Weise darstellt. In knapper Form wird zunächst ein Bild der gesamten Ernährungslehre gegeben. Es werden die Begriffe,Körperstoffe",Näbrstofse",Nahrungsmittel", Nahrung" klargelcgt und die hierher gehörenden Gruppen gemäß ihrer Wichtigkeit ausführlicher behandelt. Hieran schließt sich die Betrachtung der Zubereitung unserer Nahrung. Des weiteren wird der gesamte Ver­dauungsapparat besprochen und im einzelnen die chemische Wirkung der verschiedenen Verdauungssäste lMnndspeichel, Magensast, Bruchspeichel, Galle, Darmsaft), wie die mechanische Aufgabe der Teile des Verdauungs­traktes erörtert. Im Anschluß daran bringt der Verfasser die hierbei notwendigen Untcrsuchungsmethoden (Stoffwechselversuche, Respirations­apparat, Kalorimeter) zur Sprache und erläutert dieselben durch Demon­strationen und Beispiele. Sodann wird gezeigt, wie man unter Be­rücksichtigung der Zusammensetzung der Nahrungsmittel imstande ist, das Kostmaß, d. h. den Nahrungsbedarf eines Menschen für 24 Stunden, festzustellen. Die beiden letzten Vorträge handeln von den Bolksnahrungs- mitteln, d. h. solchen Nahrungsmitteln, mit Hilfe deren auch der weniger Bemittelte sich gut und reichlich ernähren kann. Hierauf folgt die eigentliche Besprechung der Nahrungsmittel, und zwar teilt der Ver- sassir dieselben ein in solche, die vorwiegend als Eiweißträger, solche, die hauptsächlich als Fettträger, und solche, die in erster Linie als Kohle­hydratträger in Betracht kommen. Jedes einzelne Nahrungsmittel wird den wesentlichen Punkten nach genau besprochen. Ein kurzes, aber um­fassendes Kapital behandelt hierbei die Herstellungsmethoden der Konserven. Erläuternde Abbildungen und Tabellen erhöhen den Wert des Bändchens. Wir wünschen dem nützlichen Werkchen, welches sich bei einem niedrigeren Preise durch vorzügliche Ausstattung auszeichnet, eine recht weite Ver­breitung. _______________

Logogriph.

Ein kluges Volk, einst mächtig und reich, Erfand mich, so melden die alten Sagen.

Ein Zeichen änd're: als Futter sogleich

Verschwind ich in manchem Tieresmagen. m.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer: (Mit a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet; also a Eichel, Treff; b Grün, Pique; o Rot, Coeur; d Schellen, Carrcau; A = 31$; TT = Unter, Wenzel, Bube; D = Dame, Ober.) Im Skat lagen c TJ und c K. Vorhand hatte a Z, aD. aK, a A, b 9, b U, b K, b A, c A, d 7, Hinterhand die übrigen.

Verlauf des Spieles: Vorhand ersteht aus den aufgedeckten Karten von Mittelhand, daß die anderen d-Blätter im Besitz von Hinterhand sein bezw. im Skat liegen müssen, und spielt infolgedessen:

1. bis 4. Stich der Reihe nach ihre a-Blätter, ferner:

5. und 6. Stich die b-Farbe ans, sodaß Hinterhand ihre d-Blätter abwerfen kann und der Spieler den 7. Stich, nämlich:

7. B. d 7 M. d8 H. beliebig erhält.

Rebeltieu: $. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitätt-Buch- und Kreindruckerei (Pietsch Erben) in Giejeu.