Ausgabe 
29.3.1900
 
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1900

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»aßt uns das fein, wofür wir gehalten werden wollen; und wie wir gesonnen sind, so sollen wir uns zeigen.

Ambrosius.

Nachdruck verboten.

Das Pflegekind.

Roman von Elsbeth Meyer-Förster.

(Fortsetzung.)

Still sah sie auf das Kind hernieder. Es wäre ein Leichtes für sie, mit ihrem Trennmesser durch alle diese goldenen Schnüre zu fahren, und sie abzutrennen Sie schüttelte den Kopf. Nein, sie würde Johanne keinen Schmerz verursachen, und sei es um allen Spott der Welt! Ihre Augen umfaßten im Geiste das Bild der Schtvieger- tochter, die zarte Erscheinung, die mit jedem Tage bleicher und schmaler wurde, und in deren zum Glück erwachten Augen mitunter ein fremder, überirdischer Strahl aufging ---Und mitten im Gewühls der Menschen, von den

plaudernden, jauchzenden, lärinenden Stimmen umschrieen, sah siehen-sernen, großen Schatten stehen,,und sah kampfes- mutig aus ihn hin. So lösten sich rings um sie die Menschenleben, die ihr die Teuersten waren, schwebten empor, gingen auf in überirdisches Licht. Und sie, die weiß und runzlich war, nnd müde, blieb zurück und kämpfte weiter.

Komm, Paulchen", sagte sie,wir wollen nach Haus. Mütterchen ist allein. Wir wollen mit ihr plaudern".

Ich nehme ihr ein' Kuchen mit!" sagte der Kleine feurig, indem er in die schwarze Erde griff, und einen dicken Kloß davon in seine Tasche packte.Und ein Pferd, daß sie reiten kann".

Die Großmutter nahm ihm den schwarzen Stecken weg, den er aus dem Gebüsch gezerrt hatte, und der ganz voll Dornen und welker Papierfetzen hing.

Wir kaufen ihr etwas besseres, eine Tüte voll Trauben", sagte sie.Da kriegt dann mein Paulemann auch 'was von ab".

Langsam gingen sie.Wie spät ist es, mein Kind", fragte die Großmutter, um ihm eine Freude zu machen, als sie an den Ausgang gekommen waren.

Der Kleine sah ernsthaft auf seine Uhr.Es ist sieben", sagte er,da muß ich in mein Deßäft".

Er sprach nach, was er vom Vater gehört hatte. Die Großmutter blickte wehmütig auf ihn hin, und mußte weh­mütig lächeln. Das war derselbe kleine Paul, der damals so ernst und altväterisch geplappert hatte, ehe Nettchen

in's Haus gekommen und ihn in ihre laute Kinderart mit hineingezogen hatte. Bei dem Gedanken an diese Zeit konnte die alte Fran einen tiefen Seufzer nicht unter­drücken. Was war aus Nettchen geworden? War sie langst in ihr Verderben gerannt? Und wie, wenn Gott dort droben Rechenschaft forderte für das ihnen anvertraute Menschenleben?

Oft sprachen sie des Abends am runden Familientisch, an dem einst Nettchen ihre Aufgaben so eilig auf's Papier geflitzt hatte, von diesem Thema, Johanne in den Arm ihres Gatten geschmiegt, die Großmutter von ihrem Platz im Lehnstuhl aus. Paul streichelte Johannes weiches Haar, während er von der einstigen Jugendgeliebten wie von einer fernen Traumerscheinung sprach; Johanne selbst hatte gedrängt, daß man Nachforschungen nach dem Ver­bleib der Verschollenen aufnähme aber alles war ohne Erfolg geblieben. So hatten sie sich im Verlauf der Jahre schließlich daran gewöhnt, das Unabänderliche mit ruhigen Augen anzusehen, und nur die Großmutter trug iin Innern ihres Herzens eine nie schweigende Unruhe mit sich herum. Ihre Gedanken waren dem Grabe schon so nahe, daß alles, !vas sie dachte nnd empfand, mit dein Leben da droben in Verbindung stand, und daß ihr der Rest des irdischen Daseins nur noch wie ein kleiner, dunkler Uebergang schien. Sie sprach nicht über die Tiefe dieses gläubigen Gefühles, sie war äußerlich ganz die sorgende, wirtschaftliche, treue Alte, die sie stets gewesen, aber während sie ihre Kinder in dem Vollbesitz ihres irdischen Glückes so fest am Leben wurzeln sah, löste sie selbst sich mit all' ihren Empfindungen zu einem geistigeren Dasein auf.

In ihren Grübeleien fragte sie sich jetzt oft, ob sie alle drei auch in der That nichts versäumt hätten, um Nettchens Seele mit einem Heimatsgefühl zu erfüllen, und wenn sie an die Bemerkungen des damaligen Schulkindes zurückdachte, anschlagt mich nur, ich bin ja man blos ein Waisenkind", dann regte sich in ihrem sorgenvollen Herzen etwas wie Gewissensangst, und jeder kleine Backenstreich, den sie jener Zeit dem ungebärdigen Pflegekinde versetzt hatte, nahm in ihrem Geiste unerhörte Formen an, und verfolgte sie wie ein Gespenst.

Den kleinen Paul fester an die Hand fassend, schritt die alte Frau ängstlich durch die Uebergänge der Straßen. Tagtäglich las man von Unglücksfällen, von Kindern, alten und jungen Leuten, die überfahren wurden, und Paul der ältere las seiner Familie diese Notizen stets als ab­schreckende Warnung vor; aber Johanne in ihrer fata­listischen Fügung begriff nicht, wie man einem etwaigen Unglück gegenüber, sich abwehrend verhalten könne. Wie zur Zeit im WiNdelbach'schen Hanse war es auch jetzt noch ihr Charakterzug, ihr kleines, demütiges Leben als ein Stäubchen anzusehen, das nur eine unbegreifliche Gnade