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I*) Bon jetzt ab werden wir in angemessenen Zwischenräumen in den Familienblättern Preisrätsel bringen, an deren Lösung recht eifrig sich a.. vnir itnfprp npfrhnhtpit bitten. Die ßöfunflSftifl läuft
ut beteiligen, wir unsere geschätzten Leser bitten. Die Lösungsfrist lauft stets acht Tage nach Ausgabe der betr. Nr. ab. Unter den an die Redaktion der , Famiiienblätter ' einzusendenden richtigen Lösungen wird eine auSgelost, deren Einsender mit einem Preise — nützliches Buch oder dergleichen — bedacht wird.
iramentskapelle an. Bor dem verschlossenen Eisengitter schob und drängte sich im Seitenschiff der Kirche die Menge, durch die italienische Polizei in Ordnung gehalten. Hinter dem Gitter in der Kapelle harrte des nahenden Zuges das Kapitel der Basilika. Pius IX. wurde auf einem niederen Katafalk aufgebahrt. Die Füße ragten über das Eisengitter hinaus, damit das Volk sie küssen konnte. Es war inzwischen 5 Uhr abends geworden. So verblieb die Leiche
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Junggesellenwirtschaft.
Lttterarisches.
Pharmaceutisches Lexikon. Ein Hflfs- und Nach- schlagebnch für Apotheker, Aerzte, Chemiker und NaturkeMer. Von Dr. et Mag. pharm. Max von Waldheim. Das Werk ist vollständig in 20 Lieferungen zu 50 Pfg. Auch m zwei Halb» bänden geh. zu je 5 Mk., oder in emem eleg. Halbsranzbande für 12,50 Mk.' (A. Hartleb en's Verlag in Wien.) Mit Lieferung 20 ist das vorliegende Werk vollständig erschienen und können wir dasselbe seines umfassenden und gediegenen Inhaltes wegen allen Fachgenossen der Pharmacie, wie auch Merzten, Wemikern, Drogisten 2c. auf das angelegentlichste empfehlen. Man findet rm „Pharmaceutischen Lexikon" die Darstellungsweisen, Unter» suchungs - Methoden und die medizinische Anwendung aller wichtigen, sowie der neuesten chemischen Präparate und Drogen re verzeichnet, es sind in demselben in ausführlicher Weise die Gebiete der Botanik, Pharmakognosie, Chemie, Toxikologie, Organotherapie und aller verwandten Fächer berücksichtigt. Des weiteren werden medizinische Fachausdrücke und andere wtstenschastliche Bezeichnungen kurz erklärt, sowie von hervorragenden Bade- und Luftkurorten Lage, Kurmittel und deren Indikation bei bestimmten Erkrankungen angegeben. Diese kurzen Andeutungen über die Reichhaltigkeit und Fülle des Wissenswerten, welche tn diesem Buche geboten werden, lassen es erklärlich erscheinen, wenn sich für dasselbe in pharmaceutischen und ärztlichen Kreisen ent reges Interesse kundgiebt. Es erfüllt ja dieses Werk seme Aufgabe, dem Apotheker, Arzte re. alles wichtige, pharmaceutische Wissen in klarer und gedrängter Kürze zu vermitteln, in durchaus treffender und gediegener Weise. Bei mäßigem Umfange und ebensolchem Preise erweist sich das „Pharmaceutische Lexikon' als ein handliches und praktisches Nachschlagewerk, das in keiner pharmaceutischen Bibliothek fehlen sollte.
Eine retrende neue Modenschkift wird soeben von der Firma Steig er w ald u. Kaiser-Frankfurt a. M. herausgegeben, die geeignet ist, in Frauenkreisen größtes Interesse wachznrufen. In Roben, Putz und Mode bietet diese neue Zeitschrift, die mit etwa hundert Illustrationen der verschiedensten Art ausgestattet ist, das denkbar möglichste tn allen Variationen. Ein beigcgebener großer Schnittmusterbogen gibt zum Selbstanfertigen die beste Anleitung. Auch ein unterhaltender, belletristischer Teil ist in dieser „Modeberichte" betitelten, neuen Zettschrtft enthalten, sodaß das weibliche Herz auch in dieser Hinsicht volle Befriedigung finden dürfte. Die „Modenberichte" erscheinen am 1. und 15. eines jeden Monats nnd kosten pro Heft nur 10 Pfennig.
Redaktion: E. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brsthl'schen Universitäts-Buch, und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.
Vermischtes.
Fort mit den Mausefallen und Glasscherben, ins Feuer mit dem Giftweizen und dem Speckköder! Langsamen Hungertod der Hauskatze! Juble, von Mäusen geplagte Menschheit. ■ hat es entdeckt, das Mittel, die Maus e p l a g e ö» beseitigen Man höre, staune und nehme em Stuck Eisenblech oder Papier» machee, oder sonst etwas, das Nichts kostet, forme daraus em Katzenbildnis, und streiche dieses mü leuchteudm Mosphorfarben an. Nun stelle mau es an den Ort, wo die nächtlichen Bersamm lungen und Freudenfeste der Hausratten und Mause stattzufinden vileaeu und lege sich beruhigt schlafen. Der plötzliche Anblick dieses im Dunkeln unheimlich leuchtenden Katzengespenstes wird jedem nicht gänzlich verrohten Mäusegemut eine so, heftige Er- schütterung zuziehen, daß es feierlich groben wird me wieder an diesen Ort der Schrecken znruckzukehren. Und das Hans wird von der Plage befreit sein! Hoch lebe die Yankee-Phautaste! — Mit» geteilt vom Internationalen Patentbnreau Carl Fr. Reichelt, Berlin.) _____________
Preisrätsel.*)
(Nachdruck verboten.)
In die Felder nebenstehenden Quadrates sollen die Ziffern
222 233 446 999
viermal derart eingetragen werden, daß die Summe der Zahlen in jeder der senkrechten, wagerechten und Diagonalreihen stets
19 0 0
ergibt.
bis zum 13. , , , ~ ,
Der Regel nach verbleibt der Papst nach seinem Tode wenigstens 12 Monate in der Peterskirche. Die provisorische Beisetzung Puls IX. erfolgte am 13. Februar, dem vierten Tage des Exequiem. Es war Nacht. Die Menge batte von dem Papst Abschied genommen. Die Thore waren verschlossen. In der Sakramentskapelle harrten die Kardinale, und der Schein ihrer Kerzen fiel auf den toten Papst. Die Kanoniker nahmen das Paradebett aus, eine lange Prozession folgte ihnen nach. Die Sakramentskapelle ist im rechten Schiff der Basilika gelegen; in einer linken Nische des Schisses sollte die Leiche beigesetzt werden. Um dahin zu gelangen, bewegte sich der Trauerzug durch die Kirche, an der Bronzestatue des Apostelsursten Petrus im Mittelschiff rechts vorbei, die Konfession unter der Riesenkuppel entlang, und auf die Kapelle der Kanoniker zu. Hier erwarteten drei Särge den Leichnam. Unter Trauergesängen wurde der Papst von den Kaplänen und Nobelgardisten in den ersten Sarg aus Cypressenholz hm- eingebettet. Der Majordomus fügte zwei Börsen hinzu. Dieselben enthielten die alljährlich mit dem Bilde Pms IX. geprägten Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen. Der älteste unter den vom verstorbenen Papste ernannten Kardinälen legte zu den Füßen eine Metallkapsel, in der ein Pergament mit einem geschichtlichen Abriß des Pontifikates verschlossen war. Hieraus wurde das Antlitz des Toten mit einem weißen, die Brust mit einem purpurroten Schleier bedeckt,, und über das Ganze ein Brokatlmnen gebreitet. Der Notar des Kapitels verlaß ein Protokoll, darnach wurde der Sargdeckel zugeschraubt, und vier rote Wachssiegel mit dem Wappen des Majordomus, des Ka- merlengos, des Archipresbyters und des Kapitels daraus gedrückt. Von nun ab stand der Leichnam Pms IX. nicht mehr unter der Obhut des hl. Kollegs, sondern unter der der Kanoniker. Aber noch harrten zwei Särge, einer aus Blei und einer aus Eichenholz, ihrer Bestimmung. Der aus Cypressenholz wurde in den Bleisarg versenkt und der Kamerlengo, der Archipresbyter und das Kapitel versiegelten ihn. Auf dem Deckel las man in lateinischer Aufschrift die Worte: „Leib Pius IX. Papst. Er lebte fünfundachtzig Jahre und regierte die Kirche während emunddreitzig Jahren sieben Monaten und zweiundzwanzig Tagen. Er starb am siebenten Februar eintausendachthundertundacht- । undsiebzig". Darüber befanden sich ein Kreuz und das Wappenschild des Toten. Dieser Bleisarg hinwiederum wurde in den von Eichenholz eingeschlossen.
Im Seitenschiff, links von der Kapelle, ist in der halben Höhe eines Pfeilers über der zur Chor-Kantana (Sanger- tribüne) führenden Thüre eine Nische angebracht. Es ist die Aufbewahrungsstätte für die Leiche eines jeden Papstes, bevor sie in der selbstgewählten Grabstätte ihren dauernden Platz findet. Ein Gerüst mit Aufzugsvorrichtung steht zur Hinaufbeförderung des Sarges in Bereitschaft. Auch I &O. touibe in bTefet Mich- b-ig-I-dt, und b« Oer. mauerte Stelle sodann mit einer Marmorplatte bedeckt, auf welcher geschrieben stand: „Pins IX. Pont. Max. Hier verblieb Pins IX. bis zum Juli 1881, dem Tage seiner Ueberführung nach St. Laurentius vor den Mauern. k
Daß dieses ausführlich geschilderte Zeremoniell em feststehendes ist und bleiben wird, so lange das Papsttum in Rom residiert, erhellt auch daraus, daß es die bedeutendsten Monographen des Vatikans, die F^anzwsen Goyau, Peratee und Fabre in ihr Monumentalwerk „Der Vatikan wie ein historisches Dokument ausgenommen haben. Wenn einmal der langlebige Leo XIII. wird sterben musten, so wissen unsere Leser nun, wie es in Rom zugeht, wenn ein Papst den letzten Weg wandeln muß, den wir alle einmal zu gehen haben am Ende der Tage. M.


