iLM: MWWW

WVß

-

i

itt.

Ium HeöurLsiage des Kaisers am 27. Januar 1900.

Nachdruck verboten.

Kaum verklang das Heer von Fragen An das jüngst gebor'ne Jahr, Und schon sind wir fortgetragen Fast durch seinen Januar!

Doch noch eh' er ganz entflossen, Des Jahrhunderts erster Mond, Feiern wir Dich, Zollernsprossen, Der als Deutschlands Kaiser thront!

Rheinlandskinder, Holsten, Friesen, Schlesier, Sachsen, blond und stark; Pommerlandes treue Riesen Und die Söhne Deiner Mark;

Die im Schutz der Schwarzwaldtannen Werkeln wie im Lechgefild;

Selbst des Wasgaus spröde Mannen Grüßen freudig heut' Dein Bild!

Wieder ging in frohem Schaffen Dir ein Lebensjahr ins Land. . . Pflug und Sichel als Gewaffen Hielt das Volk in fleiß'ger Hand! Denn wie schrill aus andern Reichen Auch der Streit herüber klang, Deutschland stand im Friedenszeichen! Dafiir sei Dir jubelnd Dank!

Dafür leuchte Dir entgegen Aus den Augen deutscher Fran'n Reicher, tiefempfnnd'ner Segen! Dafür kling' in allen Gau'n, Von der Ostsee Kreideklippen Zu des Chiemsee's grünem Glanz, Hell von holden Kinderlippen Dir einHeil im Siegerkranz

Sieger kranz in Friedens kämpfen: . Bleib' er lang' Dir frisch und grün!

Haß und Zwietracht still zu dämpfen, Sei fortan auch Dein Bemühn! . . . Und der Herr, den in der Wolke Moses einst als Führer sah. Bleib auch Dir und Deinem Volke Schützend, schirmend, immer nah! . . .

A. R.

Nachdruck verboten.

Heimatlos.

Roman von E. P. Roe.

(Fortsetzung.)

XXIII.

Das La st er wird offenbar.

Am Tage vor Weihnachten betrat Robert spät abends einen Dampfer, welcher eben vom Süden angekommen war. Sein Onkel erwartete eine Ladung tropischer Früchte, und Robert wartete mit anderen Leuten auf Abfertigung. Plötz­lich hörte er die Worte: Howell heißt er und muß so schnell als möglich in ein Hospital gebracht werden!

Robert trat rasch auf den Beamten des Schiffes zu, der dies gesprochen hatte.

Ich glaube, ich kenne den Herrn, von dem Sie sprechen; wenn es so ist, werde ich ihn gleich zu seiner Familie bringen.

Der Beamte war froh, dieser Bürde entledigt zu sein, und einen Augenblick darauf sah Robert den alten Howell, -welcher bewußtlos und schrecklich verändert in einer Kajüte lag.

Es ist richtig, sagte Robert, das wird ein furchtbarer Schlag für die Familie sein.

Glauben Sie, daß er am Sterben ist? fragte der Beamte.

Ich weiß nicht. Ich werde einen Arzt holen und ihn nach Hause führen, unter der Bedingung, daß unsere Ladung sogleich ausgeliefert wird. Die Sache bringt mir Zeitversäumnis, aber die Interessen des Geschäfts können nicht darunter leiden. Ich will Ihnen gefällig sein, wenn Sie mir gleichfalls eine Gefälligkeit dagegen erweisen.

Der Aufseher der Ladung wurde herbeigerufen, und Robert erhielt die Versicherung, daß seine Ladung so schnell als möglich ausgeliefert werden sollte. Dann eilte er fort, um einen Arzt zu holen, und sich einen Augenblick ins Geschäft zu begeben, um Mitteilung zu machen. Der alte Mister Atword hörte schweigend zu und nickte nur.

Es ist nicht gut, sich in anderer Leute Angelegenheiten einzumischen, murmelte er, als Robert forteilte, aber es ist nicht übel, daß er verstand, daraus Kapital zu schlagen, um unsere Ladung noch heute herauszubekommen. Der Junge ist nicht dumm.

In Begleitung des Arztes führte darauf Robert den Kranken in einem bedeckten Wagen nach Hause.

Frau Howell öffnete die Thüre, und das bleiche, er­schreckte Gesicht Roberts verkündete ihr schlimme Nach­richten, noch ehe ein Wort gesprochen wurde.

Mein Mann! stöhnte sie und sank in einen Stuhl.

Ich habe ihn mitgebracht, und auch einen Arzt. Zu-