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Erfolg, nach dem Glück, fest die Zügel halten, hinweg über Hindernisse, fortgeschleudert die Rücksichten, als ob es nur einen Trieb gäbe, den der Selbsterhaltung, den der Selbstsucht, ohne Besinnen, ohne Nachdenken, dazwischen immer hastiger die Becher des Genusses leerend und wieder füllend.
Me Pferde stehen gesattelt . . . eine elegante, frohe Menge ist am Rennplatz versammelt, blitzende Uniformen, schöne Frauen, dazu schmetternde Musik, Begrüßen hin und her.
Endlich ein Wiedersehen mit dem Freund, ein verabredetes.
Wie in der Kindheit, wie in der Jugend, wollen sie setzt Schulter an Schulter um den Preis ringen, der Herr Regierungsreferendar, der feudale Kaufmannssohn, die beide wissen, was sie dem Sport, dem dominierenden schuldig sind, beide wieder Rivalen, diesmal bewußter denn je.
Präsentiert sich nicht oben in der Loge als Schönste der Schönen die reizende Prinzessin, die dem Sieger den' Chren-Pokal überreichen wird?
Dahin, dahin! Die Hufe berühren den Boden kaum' . . . ein Hindernis nach- dem andern fällt . . . Friedrich ist voran . . . ihm nach, ihm nach ... in wilder Hast ... ein Aufschrei —' ein Fall — Klagerufe ... Jubel . . . dann lange, lange alles still. —
- Wochen, Monate, in dumpfer Qual, meist ohne Bewußtsein, dann zu desto hellerem erwacht, endlich vom Strahl-der Erkenntnis durchdrungen, der immer leuchtender und glänzender wird, Phantome von Ehre und Lebensglück verschwinden läßt, zur Einkehr zwingt.
Das tolle Jagen, wer machte es nicht mit . . . Wir beide waren keine Ausnahmen, sie stürmten alle in Hast dem Ziel entgegen, die Väter, die Mütter, die Freunde, alle Welt! Wem genügt es denn, was ihm vom Schicksal rn den Schoß gefallen ist, und welchem strebenden Menschen darf es genügen, wo hört das ehrliche Ringen auf, wo fängt der blinde Ehrgeiz an, wo der sehende?
Bleibt man nicht am Wege liegen, wenn man sich nicht mrt aller Kraft selbst aufrafft, mit Händen und Füßen vorwärts arbeitet, — energisch Hindernisse nehmend; bedarf man nicht großer, seelischer Kraft, um die Scheinhöhen, wo die Gößen der Welt thronen, die Götzen des Ruhmes, des Goldes, der Macht — unerklommen zu lassen?
Muß nicht die Gerechtigkeit, die blinde Göttin mit der Wage, die die Verdienste und die Schuld prüft, ihren Thron verlassen, und ihn der vorurteilsvoll wirkenden, nicht sehen wollenden, bestechlichen Herrscherin, der Protektion überlassen?
Wettrennen überall. Im täglichen Leben, auf den Höhen des Daseins, bei der Kunst und Wissenschaft, im Handel und in der Industrie, in der Gunst der Parteien — selbst bei den idealsten Zwecken, selbst an den Stätten der Humanität.
Es ist die große Macht, die die Welt regiert, welche Schwache stolpern, welche Starke siegen läßt, nicht immer zu ihrem Heil. —
Jahre sind vergangen. Das alte, vornehme Hans, von dem dre Kindheitserinnerungen ausgingen, ist längst nieder- gerrssen, die Getreuen, die darin gewaltet, sind lange hrnausgezogen, dorthin, wo aller Ehrgeiz aufhört, und stiller Frieden herrscht —
Wilhelm hat schnell die Staffeln erstiegen, die zu seinem heiß ersehnten Lebensglücke führten.
Sein blondes Dorchen hat er unten abseits stehen lassen, ich- habe seinen Weg nicht mehr gekreuzt.
Mit Würden und Ruhm bedeckt strebte er immer höher empor, dem Moloch nach, der mit gierigen Händen winkt
Orden bedecken seine Brust, Günstlinge schmeicheln ihm, aber seine Blicke sind unruhvoll, vom stillen Glück ist er wohl nie umhaucht.
Ich- aber habe seinen Zauber kennen gelernt, ich halte ihn fest mit starken Händen, das hastende Leben soll ihn mir nicht rauben; ich habe ihn teuer erkauft.
Ich sorge für viele. Sie alle verstehen mich, helfen mrr bei treuer Arbeit. Echte Frauenliebe verschönt mein Haus.
Wer kam zuerst ans Ziel?? —
Er, und doch er, — ein plötzlicher Tod raffte ihn
I dahin, heut' hat man ihn begraben, ich, folgte seinem Sarge — Erinnerungen stürmten auf mich- ein, bezwangen mich
, Gestalten stiegen auf, meine Augen umflorten sich das alte Haus erstand. . . Mutterliebe, Mutterstolz leuchteten wie Sterne hervor aus dunkler Vergangenheit...
Vermischtes.
Der Nahrungsmittel-Konsum in den einzelnen Ländern. Das unentbehrlichste Nahrungsmittel ist für Europa unstreitig die Kartoffel. Die meisten Kartoffeln werden verhältnismäßig in Irland konsumiert ein bei der Armut seiner Bewohner begreiflicher Umstand' Es kommen hier in einem Jahre auf den Kopf der Bevölkerung 1467 Pfund Kartoffeln. Dann folgen: Deutschland mit 1300, die Niederlande mit 840, Norwegen und Schweden Mit 740, Frankreich, mit 700 und Oesterreich- Ungarn mit 663 Pfund Kartoffeln pro Kopf in einem Jahre. Der Weizenverbrauch ist am größten in Frankreich. Hier kommen jährlich, auf die Person 407 Pfund. - In Italien beträgt der Konsum 307, in Großbritannien 250, in den Niederlanden 240, in Oesterreich-Ungarn 230, in Deutschland 180 und in Rußland 93 Pfund. Das meiste Fleisch brauchen natürlich die Engländer. Im Durchschnitt nimmt jeder Bewohner der Vereinigten Königreiche jährlich 100 Pfnnd Fleisch zu sich. Der Norweger braucht 80, der Franzose 77,, der Spanier 70, der Deutsche 64, der Schwede 62, der Belgier 61, der Oesterreicher und der Ungar 60, der Russe, der Portugiese und der Niederländer je 50 und der Italiener nur 24 Pfund. Außerhalb Europas ist der Fleischkonsum am größten in den Vereinigten Staaten: er beträgt hier pro Jahr und Kopf 147 Pfund. Ein wichtiges Nahrungsmittel ist noch der Zucker. Der Konsum beträgt: in England 80, Frankreich 25, Schweden 20, Deutschland 18, OefterreichUngarn 15, Spanien 7 Pfund pro Kopf und Jahr. Der meiste Tabak kommt merkwürdigerweise in Belgien zum Verbrauch: 110 Unzen auf die Person. Es rauchen im Durchschnitt: der Schweizer 80, der Niederländer 51, und der Deutsche 48 Unzen Tabak im Jahr. Am meisten Thee trinkt der Engländer; er braucht 88 Unzen der aromatischen Blätter pro Jahr. Verhältnismäßig viel Thee wird auch in Rußland konsumiert: 9 Unzen pro Kops. In den anderen Ländern ist der Konsum ein viel geringerer. An Kaffee werden gebraucht: in,den Niederlanden 370, Dänemark 247, Belgien 176, Schweiz 112, Deutschland 78, Frankreich 53, Oesterreich-Ungarn 32, Italien 17, Großbritannien 11, Spanien 9 und Rußland 3 Unzen pro Kopf. Nicht nur den meisten Thee trinken die Engländer, sie brauchen auch das meiste Bier. Es kommen auf den Kopf: in England 30, Deutschland 27, Dänemark 24, Niederlande 8, Schweden und Norwegen 7 und Frankreich 6 Gallonen Bier. Wein dagegen werden getrunken: in Spanien 35 Gallonen, Frankreich, 29, Italien 24, Oefter- reich-Ungarn 3 und in Deutschland und Rußland je 1 Gallone pro Kopf und Jahr.
GitterrLtsel.
Nachdruck verboten.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaaaa, bbb 666, e e e e e e, g g, i i i, k k, l l l l, n n n n n n, r r r r, s s, t t, u u derart einzutragen, daß die senkrechten und wagerechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben:
1. Ein Getränk.
2. Luftige Gebilde.
3. Mineral aus der Ordnung der Harze.
(Auflösung folgt in nächster Nummer.)
Austösung der Charade in voriger Nummer: Bernburg.
SieSaltian: L, Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UuiscrfiiZts-Buch« und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße».


