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„O, wir stehen natürlich in lebhafter Korrespondenz. Sein letzter Brief kam erst vor acht Tagen aus Philadelphia. Ach, seine Briefe sind so reizend. Ich wollte wahrhaftig, Sie könnten einmal einen Brief von ihm lesen."
Unauffällig hatte Sandory dem aufwartenden Kellner etwas ins Ohr geflüstert, und nun erschien Herr Schwan- lügel selbst mit einer silberhalsigen, dickbauchischen Flasche im eisgefüllten Kübel.
„Ein Glas auf Ihre baldige Wiedervereinigung mit dem geliebten Gatten", flüsterte Sandory, indem er ohne viele Umstände zwei schlanke Kelche für die beiden Damen füllte. Und gegen Elli gewendet, fügte er hinzu: „Auf die Kunst und auf alles, was wir lieben, mein verehrtes Fräulein!"
Das junge Mädchen that nur zögernd und mit niedergeschlagenen Augen Bescheid. Der blonde Assessor aber ließ ein sehr anzügliches Räuspern vernehmen und lehnte sich ernsten Antlitzes weit in seinen Stuhl zurück. Von diesem Augenblick an sprach er mit der schönen Nachbarm nicht mehr. Als er sich erhob, machte er ihr eine stumme Verbeugung und wandte sich mit einem vernichtenden Blick auf Sandory zum Gehen. Herrn Schwanslügel aber, an dessen weißer Weste er hart vorüberstreifte, ries er mit unnötig erhobener Stimme zu: „Der Leutnant v. Gubitz hatte recht. Es fängt an, etwas gemischt zu werden in Ihrem Hotel."
Schade nur, daß derjenige, für dessen Ohr diese Worte zumeist bestimmt waren, nicht im geringsten Notiz von ihnen nahm. Auf die erste Flasche Champagner war rasch eine zweite gefolgt, ohne daß Frau Pollnitz mehr als einen ganz schwachen Protest dagegen eingelegt hätte. Dabei war Fräulein Elli noch nicht über ein einziges Glas hinausgekommen, und auch Sandory trank nur müßig. So war es nicht gerade wunderbar, daß die Augen der kleinen, korpulenten Dame bald in jugendlichem Feuer leuchteten, und daß es einer wiederholten dringenden Mahnung von feiten ihrer Tochter bedurfte, um sie zum Aufbruch zu bewegen.
Sandory bat um die Erlaubnis, die Damen noch ein Stück Weges begleiten zu dürfen, und Frau Pollnitz hängte sich an seinen Arm. Sie sprach und lachte beständig sehr laut, während sie über die Straße gingen, und die guten Waldenberger sahen sich wiederholt mit erstaunten und entrüsteten Mienen nach ihnen um.
Vor einem unansehnlichen Hause im ältesten Teil der Stadt blieben die Damen stehen. Sandory zog seinen Hut, um sich zu verabschieden, aber Frau Pollnitz erklärte, daß sie ihm für den Champagner eine Revanche schuldig sei.
„Es ist nur eine bescheidene Tasse Kaffee, zu der td? Sie einlade. Aber in ganz Waldenberg würden Sie keine bessere bekommen. Meine Elli ist eine Künstlerin auch auf diesem Gebiete. Ueberdies müssen Sie sich einige Bilder von meinem Gatten ansehen. Es sind unsere Heiligtümer — nicht wahr, mein Kind?"
Die junge Schauspielerin antwortete nicht. Sichtlich bestürzt über die von ihrer Mutter erlassene Einladung, war sie rasch in das Haus getreten, um den anderen voran die knarrende Stiege hinauf zu eilen. Als Sandory seinen Fuß über die Schwelle des Wohnzimmers setzte, begriff er sofort, warum sie das gethan. Denn man brauchte nicht eben ein scharfer Beobachter zu sein, um zu erraten, daß hier noch vor wenig Sekunden eine hastige Hand bemüht gewesen war, wenigstens die augenfälligste Unordnung zu beseitigen. Sah es in dem dürftig möblierten Zimmer doch trotzdem immer noch bunt genug aus. ■
Frau Pollnitz aber machte sich darüber ersichtlich; keinerlei Gewissensbisse.
„Schauen Sie sich nicht viel um", sagte sie lachend. „Wir haben außer diesem Salon nur.noch ein kleines Schlafzimmer. Da Muß man sich eben behelfen. Auch empfangen wir nur selten Besuche. Darf ich! Ihnen vielleicht eine Zigarette anbieten, Herr Sandory?"
Er verbeugte sich! zustimmend, aber nach längerem Suchen in allen möglichen Kästen und Schubladen ergab sich, daß keine Zigaretten mehr vorhanden waren, und Frau Pollnitz mußte sich zuletzt aus dem von Sandory
Franz Norrenberg blieb ihr die Antwort schuldig. Ein tiefer Atemzug wie ein Stöhnen hob seine Brust. Er preßte die Fingernägel in die Handflächen und ging gesenkten Hauptes aus dem Zimmer.
Sechstes Kapitel.
Als Rudolf Sandory, der jetzt wirklich einen Salon im ersten StoLverk feines Gasthauses bewohnte, zum erstenmale an die Wirtstafel hinunterging, führte ihn Herr Schwanflügel selbst zu seinem Platz. Es war ohne Zweifel eine neue Aufmerksamkeit des gefälligen Wirtes, daß Sandorys Gedeck neben dem der jungen Schauspielerin lag, die er am Tage seiner Ankunft in der Vorhalle gesehen. 9toch hinter seinem Stuhle stehend, machte er dem schönen Mädchen eine artige Verbeugung, aber als er eben die Lippen öffnete, um sich vorzustellen, gab es einen kleinen Zwischenfall von etwas peinlicher Art. Ein blonder, junger Mensch mit goldenem Zwicker und überaus sorgfältig behandeltem Schnurrbart kam nämlich hastigen Schrittes von der Thür des Speisesaales her gerade auf Sandory zu und sagte in einem Ton, der nichts weniger als zuvorkommend war: „Erlauben Sie, mein Herr! lieber diesen Stuhl ist bereits verfügt".
Neugierig wandten sich alle Gesichter den beiden zu. Die junge «Ähauspielerin, die sehr rot geworden war, sah befangen auf ihren Teller nieder; Frau Pollnitz aber schleuderte aus ihren schwarz untermalten Augen einen Blitz des Unmuts auf den blonden Herren. Alle Welt schien sich Hoffnung auf einen kleinen Skandal zu machen. Der fchcharzbärtige Fremde aber trat sogleich mit verbindlichem Lächeln um einen Schritt zurück.
„Ich bitte um Verzeihung. Da man mich! hierher gewiesen hat, konnte ich leider nicht vermuten, daß Sie ein älteres Anrecht auf diesen Stuhl besitzen".
Die überlegene weltmännische Art, die sich in seiner höflichen Entgegnung kundgab, setzte den Jüngling mit dem Zwicker in einige Verlegenheit.
„Es war natürlich auch nicht meine Absicht, Ihnen einen Vorwurf daraus zu machen", meinte er unsicher. „Uebrigens gestatten Sie mir wohl, daß ich mich vorstelle: Gerichtsassessor Neumeister".
Auch Sandory nannte feinen Namen, und der Vorfall war damit auf die friedlichste Weise abgethan. Frau Pollnitz aber sagte mit einem bezaubernd lieblichen Tonfall ihrer Stimme: „Der Platz hier neben mir ist jedenfalls unbesetzt, mein Herr, und ich übernehme die Bürg- schaft dafür, daß man Ihnen nicht auch diesen streitig machen wird".
Emer so liebenswürdigen Einladung zu widerstehen, wäre geradezu eine Beleidigung gewesen, und Sandory ließ sich mit dankender Verbeugung nieder. Noch ehe zum erstenmale die Teller gewechselt worden waren, befand er sich mit seiner Nachbarin bereits in angeregter Unter» ha^,Mir ist es, als hätte ich den Namen Pollnitz schon einmal vor Jahren rühmend nennen hören", meinte Sandory. „Es itoar freilich weit von hier — in Moskau. Ein Komiker Pollnitz hielt da auf der Bühne des deutschen Theaters reiche Lorbeerernte. Gehört dieser treffliche Künstler vielleicht auch zu Ihrer Verwandtschaft?"
Die geschminkte Schauspielerin schien sehr bewegt, und da sie ihr Taschentuch nicht schnell genug finden konnte, führte sie graziös die Serviette an die Augen.
„Sprechen Sie leise, mein Herr, ich bitte Sie darum. Mein armes Töchterchen wird jedesmal ganz schwermütig, wenn es den Namen des fernen Vaters hört".
„Ah, jener Herr ist also Ihr Gatte?"
Frau Pollnitz nickte schmerzlich, „Ja, mein Herr, das ist Künstlerlos. Seit neun Jahren hält mich das unerbittliche Schicksal von ihm getrennt. Trotz aller Bemühungen wollte es uns seitdem nicht mehr gelingen, ein Engagement in der nämlichen Stadt zu finden. Als er in Moskau spielte, war ich mit meinem Kinde in Wien. Weniger als hundert Meilen sind überhaupt kaum jemals zwischen ihm und Mir igietoefen, und jetzt sind wir sogar durch das Weltmeer von einander geschieden".
„Das ist hart. Ich begreife, wie schwer Sie darunter leiden müssen. Sie können unter solchen Umständen ja kaum noch eine deutliche Erinnerung an Ihren Galten behalten haben".


