Ausgabe 
24.3.1900
 
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durch Rinnen aufznfangen und abzuleiten oder die Prüf­ung durch komprimierte Luft zu bemerkstelligen oder gar die Rohre auszulösen und einzeln zu prüfen. Eine vierte Me­thode wäre die Prüfung durch Dumpf, wie sie im Hof­opernhaus zu Darmstadt bereits erfolgt. Diese Prüfungen verlangen aber sämtlich besondere, für diesen Zweck ge­schaffene Vorrichtungen, die selbst wieder in stand gehalten und durch teure Arbeitskräfte bedient werden müssen; im übrigen wird man sich von dem ordnungsmäßigen Betrieb des Apparates nur durch Prüfung mit Wasser überzeugen können.

Professor Kraft empfiehlt des weiteren, sebstthätig m Funktion tretende Regenvorrichtungen auszuführen, um in der Stunde der Gefahr die Mitwirkung von Menschen ent­behrlich zu machen. Er schlägt unter anderem vor, ein Gewicht, das bis zur Einwirkung der Feuersglut durch einen leicht schmelzbaren Körper im Ruhezustand gehalten wird, durch Schmelzen des Verschlusses auszulösen und mit Hilfe dieses Gewichtes die Drehung bezw. Oeffnung eines Hahnes zu bewirken. Auch durch Ausdehnung der Luft in einem geschlossenen Gefäß (infolge der Hitze) und Ueber- tragung des Druckes auf leicht gehende Konstruktionsteile glaubt Professor Kraft die Drehung eines Hahnes oder Hebung eines Ventils zweckentsprechend herbeiführen zu können. Jeder erfahrene Techniker weiß jedoch, wie es in der Praxis mit derartigen akademischen Lösungen be­stellt ist, und namhafte Theateringenieure, wie Sturm- Höfel und Seeling, haben sich denn auch mit aller Ent­schiedenheit gegen derartige automatisch wirkende Apparate ausgesprochen. Sturmhöfel hebt denn auch mit vollem Recht hervor, daß infolge Speisung der Regenvorrichtung durch die Wasserbehälter der Erfolg der oberen Hydranten in Frage gestellt werde; die Wirkung eines starken, auf den Herd des Feuers gerichteten Wasserstrahls sei jedoch viel intensiver, als die eines unberechenbaren, im allgemeinen jedenfalls nur dürftigen Regens. Andererseits muß man allerdings in Betracht ziehen, daß der Regenapparat große Flächen während längerer Zeit mit Wasser überschüttet und, einmal in Betrieb gesetzt, noch fortwirken kann, nach­dem die Löschmannschaft bereits das brennende oderver­qualmte" Haus verlassen.

Wie dem auch sei, jedenfalls wird man gut thnn, diesen Apparaten, welche eine ernste Feuerprobe noch nie bestanden haben, nicht zu viel Vertrauen entgegenzubringen, sondern auf zweckmäßige Anordnung zahlreicher Hydran­ten, welche vom Publikum selbst in Thätigkeit gesetzt wer­den können, den größten Wert zu legen.

GeMeßnnÄtziges.

Bei dem erfreulicherweise immer reger werdenden In­teresse, das viele staatliche und kommunale Behörden dem Obstbau an Straßen entgegenbringen, erscheint es angezeigt, auf einen höchst lehrreichen Aufsatz hinzuwersen, den ein berufener Fachmann, Herr Wegemeister Wagner- Dieuze über die Stammhöhe des Straßenobstbaumes m der neuesten Nummer des praktischen Ratgebers im Obst­und Gartenbau veröffentlicht. Aus naheliegenden Gründen bedarf der Obstbau an Straßen eines höheren Stammes als der im Garten oder Feld stehende. In den meisten Fällen wird diese volle Stammhöhe erst am Standorte des Baumes, an der Straße selbst gebildet, was man durch das sogenannteAufästen" Entfernen der untersten Aeste bis zur gewünschten Stammhöhe erreicht. Hierbei wer­den nun häufig sehr schwere Fehler begangen. Entweder wartet man mit dem Aufästen, bis der gepflanzte Baum ziemlich stark geworden ist, oder man verfällt in das Gegen­teil und gießt dem Bäumchen schon in den unmittelbar der Pflanzung folgenden Jahren die endgiltige Stammhöhe Beide Methoden sind zu verwerfen. In beiden Fallen werd der Baum stark geschwächt, die ihm plötzlich beigebrachten zahlreichen Wunden stören ihn empfindlich m seinem Wachstum, und es vergehen viele Jahre, ehe sich der Baum von diesem starken Eingriff m seine natürliche Ent­wickelung wieder erholen kann. Richtig ist dagegen fol­gendes Verfahren: Der an die Straße zu pflanzende Baum

sollte eine Stammhöhe von nicht über 1,75 Metetr besitzen, auch sollte die Baumkrone, wenn möglich, eine einjährige sein, da erfahrungsgemäß ein junger Baum das Verpflanzen besser übersteht als ein älterer. Das Aufästen wird nun vorgenommen, wenn die unteren Leitäste der Krone etwa Daumenstärke erreicht haben, was ungefähr nach 4 bis 5 Jahren der Fall ist. Man darf diese Arbeit aber nicht aus einmal vornehmen, sondern muh sie auf eine Reihe von Jahren verteilen, derart, daß jedes Jahr etn Ast, höchstens zwei Aeste weggenommen werden, bis die er­forderliche Stammhöhe erreicht ist. Die Aeste haben dann znr Erstarkung des Stammes wesentlich beigetragen, der Baum enthält verhältnisinüßig wenig Wunden und vermag diese mit geringem Kraftaufwand zu überwallen. Als Be­weis für diese Behauptungen mag die Thatsache gelten, daß ein achtjähriger, nach der als unrichtig bezeichneten Methode behandelter Baum einen um drei Zentimeter stärkeren Stammumfang besaß, als ein falsch aufgeästeter Baum vom doppelten Alter. Die Nummer mit diesem wich- tigen Artikel, der durch einige treffliche Abbildungen noch verständlicher wird, versendet das Geschätsamt des prak­tischen Ratgebers zu Frankfurt a. O. kostenlos und postfrei.

Litterarisches.

Jeder Leser unserer Zeitung sollte neben unserer Zeitung auch die hochinteressante ,,TierbörsS" Berlin (13. Jahrgang) halten. Für 75 Pfennig (frei in die Wohnung 90 Pfennig) abonniert man für ein Vierteljahr bei der nächsten Postanstalt wo man wohnt, und erhält für diesen geringen Preis jede Woche Mittwochs: 1. Die Tierbörse", 4 große Bogen stark. DieTierbörse" ist BereinS- organ deSBerliner Tierschutz-Vereins und anderer deutscher Tierschutzvereine. 2. (gratis) Den Landwirtschaftlichen Central­anzeiger; 3. gratis) Die Internationale Pflanzenbörse; 4. (gratis) Die Kaninchenzeitung; 5. (gratis) DaS Illustrierte Unterhaltungsblatt (Romane, Novellen, Beschreibungen, Rätsel usw. usw.); 6. (gratis) Allgemeine Sammler-Zeitung; 7. (gratis) Allgemeine Mitteilungen über Land- und Hauswirtschaft; 8. (gratis) Unsere Hunde (nur Text); 9. (gratis) Unser gefiedertes Volk (nur Text); 10. (gratis, monatlich zwei Mal) einen ganzen Bogen (16 Seiten) eines hochinteressanten fachwissenschaftlichen Werkes und 11. (gratis monatlich) Die Naturalien- und Lehrmittelbörse. Für jedes Familienmitglied bietet jede Nummer eine Fülle der Unterhaltung und Belehrung. Alle Postanstalten Deutsch- landS und des Auslandes nehmen jeden Tag Bestellungen an und liefern die im Vierteljahr bereits erschienenen Nnmmern für 10 Pfennig Porto prompt nach. Man muß aber ausdrücklich bestellen.Mit Nach- lieferung".

In G. Abicht's Verlag, Bromberg, erschien soeben ein Schlager ersten Ranges, betitelt:Sorma Walzer" von Erich Großmann. Die Ausstattung des Walzers ist die denkbar vornehmste. DaS schönste Bildnis der Frau Agnes Sorina, der das Stück gewidmet, ist von Rosen umrankt geschmackvoll angebracht. Ueber den Walzer selbst hat Fau Sorma sich äußerst lobend geäußert, wie auch das Urteil eines Wiener Komponisten und sehr bekannten Pianisten den Wert des Walzers am besten kennzeichnet. ES heißt darin:Herrn Erich Großmann'S neuestes Werk, betiteltSorma Walzer", wird sicherlich wegen seiner originellen, einschmeichelnden und ins Ohr gehenden Melodien sehr bald populär und beliebt werden u. s. w."

CitatenrLtfel.

Nachdruck verboten.

AuS jedem der folgenden Citate ist ein Wort zu nehmen, sodaß sich ein neues Citat ergiebt.

1. Nicht der ist auf der Welt verwaist, dessen Vater und Mutter gestorben ....

2. Dein Weg ist krumm, er ist der meine nicht.

3. Der ist doppelt arm, der reich gewesen.

4. Am Stirnhaar laß den Augenblick unS fassen.

5. Reichtum macht Sorge.

6. Grau, teurer Freund, ist alle Theorie.

7. Geld allein macht nicht glücklich, man muß eS auch haben. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Nltmmer.

B A K e r o r i n Bern s t e i n A r i s t i d e s

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Redaktion: E. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brühl'sche« UniverfitStS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße».

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