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wegung, und seine Stimme klang ergeben, als er jetzt hinzufügte:
^Also was soll ich Ihnen helfen, Fräulein?"
Wie müssen mit mir nach dem Bahnhof", sagte Nettchen. „Außer diesem Korbe hier habe ich noch einen zweiten, in welchem ich meine abgerichteten Vögel unter» bringe. Er steht in dem kleinen Verschlage, über meinem Geflügelstall. Diese beiden Körbe müssen wir ans Ihre Karre nehmen. Rasch, ehe die anderen zerauskommen. Dann kann es fortgehen".
Langsam fuhr sich der Knecht mit der Hand in das Haar, unschlüssig, als hielten ihn noch neue Bedenken.
„Das wird morgen ein schönes Hallo geben", sagte er, „wenn mein Herr von der Sache erfährt". —
„Aber Ihrem Herrn kann ja gar nichts daran gelegen sein!" rief Nettchen, heftig vor Ungeduld. „Was geht es den an, ob eins von der Truppe eine Nacht früher reist als die anderen — unsere Rechnung ist beglichen, Sie haben es ja selbst gesehen, und ich sage Ihnen doch, daß ich ja nur davon laufe, weil ich mich so unglücklich fühle".--
(Fortsetzung folgt.)
Fenerlöschvorrichtungen in Theatern.
Von Arnold Rohde.
Nachdruck verboten.
Die traurige Katastrophe im Pariser Theatre francais hat aufs neue den Beweis geliefert, welch schwere Folgen es nach sich ziehen muß, wenn die Löschvorrichtungen in Theatern nicht derart beschaffen sind, daß sie vom Theater- personal selbst in Thätigkeit gesetzt werden können. Nach den eingetroffenen Berichten kann man nur annehmen, daß derartige Einrichtungen im Theatre francais nicht existieren oder dem Personal nicht hinlänglich bekannt sind. Jedenfalls lehrt der Vorfall, welche Aufmerksamkeit man den Löschvorrichtungen im Theaterraum selbst zuwenden müsse.
Die preußische Polizei-Verordnung vom Oktober 1889, betreffend die bauliche Anlage von Theatern, Zirkusgebäuden, Versamnilungssülen u. s. w., enthält in § 29 folgende für die Sicherheit des Publikums höchst wichtige Bestimmungen: Die Theatergebäude müssen, sofern eine öffentliche Wasserleitung vorhanden ist, an diese angeschlossen, andernfalls aber mit Reservoiren versehen werden, in denen ein hinreichender Wasservorrat bereit »gehalten und naä) Erfordern unter Druck gesetzt werden kann. Ferner muß jedes Theatergebäude mit einer hinreichenden Anzahl von Feuerhähnen, und die Bühne in größeren Theatern, d. h. in solchen für mehr als 800 Zuschauer, mit einer zweckmäßigen „Regenvorrichtung" versehen fein. Weitere Bestimmungen, die Löschvorrichtungen betreffend, behält sich die Ortspolizeibehörde in jedem einzelnen Falle vor.
Abgesehen von der vielumstrittenen Regenvorrichtung, über deren Zweckmäßigkeit die Ansichten der Sachverständigen weit auseinandergehen, handelt es sich hier zweifellos um völlig berechtigte Forderungen, die man auch außerhalb Preußens zu den wichtigsten Normen für den Bau zeitgemäßer Theatergebäude zu rechnen pflegt. In dieser und manch anderer Hinsicht hat das Schreckbild der Wiener Ringtheater-Katastrophe sehr segensreich gewirkt. Indessen ist es nicht immer leicht, allen gerechten Forderungen zu genügen, da die lokalen Verhältnisse nicht selten gewisse technische Schwierigkeiten verursachen, die nur' unter großem Kostenaufwand zu überwinden sind.
Am einfachsten gestaltet sich die Anlage, wo die Wasserbeschaffung unter dem erforderlichen Druck von drei bis vier Atmosphären durch die Wasserleitung ohne Einschaltung von Hausreservoiren möglich ist. Das ist jedoch höchst selten der Fall; denn erfahrungsgemäß hat das aus den Zapfstellen der Leitung in den oberen Etagen eines Gebäudes austretende Wasser nur einen sehr mäßigen Druck.
Um die höchsten Punkte eines Theaters mit dem Wasserstrahl des Löschapparates erreichen zu können, ist man also genötigt, besondere Turmaufbauten zur Aufnahme der massiv ummantelten Reservoire zu errichten und dieselben durch besondere Vorrichtungen gegen Frost und Verunreinigung zu schützen oder auch geschlossene Re
servoire auf dein sogenannten Feuerboden unterznbringett, und ihren Inhalt erforderlichen Falles durch zweckmäßige Maschinen unter Druck zu setzen. Eine Anlage der erstgenannten Art enthält unter anderem das Hoftheater zu Schwerin, während das Frankfurter Opernhaus ein be- merkenswertes Beispiel für eine Anlage mit geschlossenen Reservoiren liefert. Hier können durch eine Gaskrast- maschine von 100 Pferdekraft 5000 Liter Wasser in einer Minute auf die Höhe von 65 Metern gehoben werden. Die geschlossenen Reservoire sind jedoch in weit geringerer Höhe aufgestellt, sodaß der Ueberdruck der Maschinen auf Kompression des Wassers in den Reservoiren Verwendung finden kann. — Wo die Reservoire durch natürlichen Zufluß gefüllt werden, bedient man sich zur Erzeugung des erforderlichen Druckes einfacher Kompressionspumpen, wie z. B. in der großen Oper zu Paris.
Da sich die Anordnung hinlänglich großer Wasserbehälter fast nie bewerkstelligen läßt, und infolgedessen bei Ausbruch eines Feuers leicht Wassermangel entstehen kann, so muß auf die zweckniäßige Verteilung der Hydranten be- fonders Wert gelegt werden; jedes an irgend einer Stelle des Theatergebäudes ausbrechende Feuer soll möglichst sofort im Entstehen durch die Posten der Feuerwehr oder nötigenfalls auch durch Laien gelöscht werden können.
Bei'Anordnung der Feuerhähne wird man jedoch stets berücksichtigen müssen, daß der Löschmannschaft der Rückgang aus dem brennenden oder verqualmten Hause ge- fichert bleibt. Irgend welche bestimmte Normen lassen sich natürlich in dieser Richtung nicht aufstellen, vielmehr wird die Lösung dieser Aufgabe stets von der Intelligenz des Theaterbaumeisters abhängen. Die Bühne des Wiener Opernhauses wird z. B. von sieben übereinanderliegenden feuersicheren Löschgängen mit je acht schießschartenförmigen Oeffnungen umgeben, in denen je ein Löschmann zur Lenkung der Schlauchmündung Platz finden kann. Die Zweckmäßigkeit dieser Anlage wird jedoch von verschiedenen Seiten in Zweifel gezogen; insbesondere wird betont, daß die Löschgänge bei einem Bühnenbrande, selbst bei guten • Entlüftungsvorrichtungen, so schnell von Erstickungsgasen erfüllt werden müßten, daß ein weiteres Operieren der Feuerwehr unmöglich, würde.
Die Regennvorrichtungen sollen dazu dienen, jede,; Teil der Bühne nach Erfordernis unter Wafser zu setzen. Eine der ältesten Anlagen dieser Art ist die im Jahre 1875 vom Oberinspektor Stehle int Münchener Hoftheater ausgeführte Vorrichtung, die auch für spätere Ausführungen als vorbildlich angesehen wurde. Die Reservoire speisen hier seitlich an den Bühnenwänden angeordnete Hauptrohre, die durch acht mit zahlreichen kleinen Löchern versehene kupferne Zwischenröhren miteinander in Verbindung stehen. Je zwei der kupfernen Regenrohre sind mit einem gemeinsamen Ventil versehen, sodß mit Rücksicht auf sparsamen Wasserverbrauch und Schonung der Dekorationsstücke jede Rohrgruppe für sich in Betrieb gesetzt bezw. aud) nur der unmittelbar vom Feuer ergriffene Teil der Bühne von dem herabströmenden Regen getroffen werden kann.
Dieses System ist später vielfach erweitert worden, d. h. es sind, um die Bühne in jeder Höhenlage beherrschen zu können, zwei oder drei übereinanderliegende Rohrnetze ober auch vertikale Rohrstränge angeordnet; endlich hat hat man auch die Bühne zur Bildung eines sogenannten Wasserschleiers mit einem Rahmen von durchlöcherten, au die Wasserleitung angeschlossenen Röhren umgeben. Je umfangreicher aber derartige Anlagen werden, nmsomehr müssen die Mängel hervortreten, welche dem Regenapparat anhaften. Derselbe kann nur bei sehr häufiger Prüfung der Rohre als einigermaßen zuverlässig angesehen werden, andererseits ist die Prüfung nur durchführbar, wenn genügende Vorrichtungen zum Auffangen des Wassers ge- chaffen werden. Im Nationaltheater und Operntheater zu Budapest finden allerdings ohne Rücksicht auf die Bühnenmaschinen halbjährliche Prüfungen der Regenvorrichtungen statt, aber eine halbjährliche Prüfung kann nicht als genügend angesehen werden, noch dürfte das herab- 'trömenbe Wasser ben feineren Bewegungsapparaten ber Asphaleia-Bühne besonders zuträglich sein.
Professor Max Kraft brachte in Vorschlag, das Wasser,


