Ausgabe 
24.3.1900
 
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in Gießen.

Nachdruck verboten.

Das Pflegekind.

Roman von Elsbeth Meyer-Förster.

(Fortsetzung.)

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Nettchen erwiderte rasch und gab tn wemgen Worten einen kurzen Umriß ihrer Lebensgeschichte, ganz von dem plötzlichen Wunsche beseelt, sich in ein möglichst gutes Ltcht zu setzen.

Trauer. . ,. _

So sah sie Mr. Seitre, den feine unruhigen Traume aus der. Enge des sonderbaren Wohnhauses trieben. Er hatte die kleine Treppe verlassen und stand unschlüssig vor der Thür. Was beginnen mit den Stunden, die noch vor ihm lagen? Von dem Zauber der vor ihm ausgebtei- teten Frühlingswelt merkte er nichts; er empfand nur, daß kein Cafee de la Paix in der Nähe war, keme franzö­sischen Billards und Dominosteine.

Als Nettchen ihn erblickte, fuhr sie leicht zusammen; aber sie änderte ihre Stellung nicht.

Son ©ott", sagte Mr. Seitre, indem er leicht den weißen Filzhut lüftete.

Nettchen wiederholte diesen Gruß. Unsicher, als müsse ihre Zunge über einen Kieselstein.

Sie sprechen nicht französisch?" fragte der Franzose mit seiner scharfen Silben'betonung, indem er naher trat.

Nettchen verneinte schüchtern. Ihre Sicherheit war diesem jungen Manne gegenüber wie weggeblasen.

Thnt nix", sagte der Franzose.Ich können auch deutsch".

Eine Pause trat ein.

Sein Sie schon lange ter?" fragte Mr. Seitre (ich, dessen kühles Gesicht nichts von seiner Gletchgultig-

Rettchen stand regungslos, und ohne daß sie es wußte, von seltsamer Bewegung ergriffen, faltete sie die Hande Im Ausschnitt des dunklen Fensters hob sich ihr Gesicht wie eine Helle Silhouette ab. Ihre großen, blauen Augen waren feucht. Der eigensinnige Mund war schmerzlich, wie bei einem weinenden Kinde verzogen.

Ihre schönen Arme hatte sie um die Pfosten des Fensters geschlungen, und so stand sie da, zum ersten Male in ihrem ' Leben ein Bild der Hilflosigkeit und

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Ich aben gewußt", sagte. Mr. Seitre langsam, indem er sein Pfeifchen ans der Tasche zog und zwischen die Zähne klemmte.Sie fein eine kleine Bourgeoise."

Nettchen wußte nicht, ob sie diese Bezeichnung in gutem oder schlechtem Sinne deuten solle.

Wie meinen Sie das?" fragte sie schüchtern.

.Oh", entgegnete der junge Franzose,das eißt, daß Sie sein eine Mädchen mit blonde Haar, mit kalte Sinn und aus gute, bürgerliche Famil', was nicht passen zu Mademoiselle du Trapez und zu grüne Wagen."

Nettchens Augen flammten auf.Da raten Sie schlecht!" rief sie aus,gerade das Gegenteil ist der Fall! Nie in meinem Leben habe ich in die bürgerliche Familie hineingepaßt, nie mich in ihr glücklich gefühlt, wäre ich ihr sonst fortgelausen?"

Sie werden schon wieder zurückkelsten attandez!" sagte der Franzose, indem er leicht die Asche von seiner Zigarre stäubte.Ich will es Ihnen verschwören mit mein Blut."

Wermals trat eine Pause ein. Abermals fühlte Nett­chen aus der Nähe des jungen Mannes etwas zn sich auf­steigen, was sie noch bei keinem -empfunden hatte: Ein geistiges, starkes, sie niederzwingendes Uebergewicht.

Wir werden ja sehen", sagte sie endlich tonlos. Ein Gefühl von Bangigkeit schnürte ihr die Kehle zu.Wie schön b'los dieser Abend ist", stammelte sie hervor, um etwas zu sagen.

Mr. Seitre blies langsam den Rauch der Zigarre in die Luft hinaus. Er antwortete nicht. In seinem Blick, der starr in die Ferne gerichtet war, lag eine seltsame Träumerei, nichts weiches, was mit der Frühlingsnacht in Zusammenhang hätte stehen können. Nettchen blickte scheu nach ihm hin. Seine schwarzen Augenbrauen, die im Sinnen fast ineinandergingen, seine Blässe und der ver­langende, fast gewaltthätige Ausdruck feines in die Ferne gerichteten Blickes zogen sie seltsam an.

Es wird kühl", sagte sie, indem sie zusammenschauerte. Mit nachlässiger Höflichkeit lüftete der junge Mann seinen Hut:

Lassen Sie sich nicht störten durch mich wenn Sie sich wollen zutückziehen", sagte er. Et verbeugte sich halb, dann schritt er an dem kleinen Fenster vorbei, dem von gegenüber grüßenden Wirtshause zu. Nicht lange währte es, "da konnte mau von dort drüben das Halloh der ihn begrüßenden Stimmen der anderen Artisten ver­nehmen. Und Nettchen, die noch immer am Fenster stand, hörte vor allem das Lachen der Trapezkünstlerin,

Sie stützte den Kops in die Hände, bedeckte die Ohren, und brütete vor sich hin. ,

Wo war das glänzende Leben, das sie sich erträumt hatte, geblieben?

w

glücklich werben jederzeit, Halt' ein in Lust, halt' ans in Leid.

DDr Friedt. Kirchner-