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in Gießen.
Samstag den 24. Februar
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Nachdruck verboten.
Dlls Pflegekind.
Roman von E l s b e t h Meyer-Förster.
Die Brinkmanns lebten nicht übermäßig sorgenlos, aber sie lebten das Dasein der Menschen, die sich mit ihrem Schicksal bescheiden und die Arme nicht nach unmöglichen Glücksgütern ausstrecken. Zwei Wittwen — eine junge und alte, Mutter und Tochter — bewohnten sie mit dem kleinen Paul, dem Sohn unb Enkel, ein kleines Quartier in Berlins Vorstadt, weit draußen, wo die Fluten der Millionenstadt verebben, und kleinbürgerliche Ruhe und Behaglichkeit zu beginnen scheinen Wie es das Los der Witwen ist, war es auch das ihre, sich im stillen Lebenskreis der alleinstehenden Frau ochne Aufsehen und Variationen fortzubewegen, beit eng gezogener Pflichten nachgehend, die in der Erzieh- 'ung des Kleinen gipfelten.
Still und bescheiden, wie sie beide selbst, wäre der Kleine eine völlig anspruchslose Existenz gewesen, wenn sie nicht in übergroßer Zärtlichkeit ihn zum Inhalt ihres ganzen, beiderseitigen Daseins, aller ihrer Hoffnungen, Wünsche, aller ihrer Schmerzen und Freuden gemacht hätten.
Es war vielleicht zu viel, was so Jahr aus, Jahr ein an Uebergewalt der Liebe auf den Knaben hereinbrach; sein zartes Dasein schien dem Ansturm nicht gewachsen. Denn je mehr er heranwuchs, desto stiller, verschlossener wurde er, desto mehr begann er einem kleinen, ernsten Herrn zu gleichen, der sich keinen Ueberschwang der Freuden mehr gestattet. Mit zehn Jahren hätte er als Musterkind gelten können, was seine tadellose Artigkeit, seine Stillheit, unmenschliche Folgsamkeit und Bescheidenheit anbetraf. Aber sein Gesichtchen war bleich, sein Blick voll schwermütiger Frage, und der kurze Fuß, der ihn von Geburt an mißstaltete, schien schwerfälliger und unfroher zum Lausen zu werden von Tag zu Tag.
„Der Junge Ivar zu einsam", sagte der Arzt. „Er welkt. Ihm fehlen Geschwister. Geben Sie acht, daß er nicht ganz melancholisch wird."
Die ärztliche Mahnung veranlaßt größte Bestürzung im Hause. Wenn das Kind melancholisch wird, wenn Paul- chen nicht mehr mit seinen kurzen Sätzen durch die Stube eilen wird, mein Gott, wie wird ihnen da zu Mute sein?
on Arbeit stickt kein Mensch; aber von ledig und müßig gehen kommen die Leute nm Leib und Leben; denn der Mensch ist zur Arbeit giboren, wie der Vogel zum Fliegen.
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Luther.
Diese beiden Frauen, Mutter und Großmutter, leben ja nur nur in dem Kinde, das Stelzen des kurzen Fußes ist in seinen verschiedenen Abstufungen der Gradmesser für ihr bißchen menschliches Leid und Freud, und der Ausspruch des Arztes versetzt sie in dumpfe Beklemmung.
Ja, wenn Paulchen Geschwister hätte! Den ganzen Tag kursiert dieser erfolglose Wunsch zwischen ihnen; die Großmutter blickt die Tochter an; diese verstohlen während ihrer Küchenarbeit immer wieder zur Großmutter hin. Sie grübeln über den Worten, die eine so neue Perspektive für das Dasein des Kindes eröffnen. — — Endlich kommt der Großmutter ein Blitzstrahl der Erleuchtung:
„Wir nehmen ein Pflegekind."
Nach Tagen der Beratung, Tagen der Aufregung in dem sonst so stillen Hausstand wird die Sache perfekt gemacht. Die Großmutter schreibt an die Armendirektion in ihrem ostpreußischen Heimatsort: Sie bäte um „ein Waisenkind". Und überpünktlich, ja mit der Promptheit eines Eil- packets, trifft das kleine Unglückswesen in Berlin ein.
Es ähnelt durchaus nicht einem verhungerten Zicklein, wie die mitleidige Großmutter von vornherein vermutete. Es ist vielmehr ein dickes, hübsches, dralles Ding, von strotzender Gesundheit, das in das kleine Hauswesen hineinwirbelt wie ein Sturmwind. Annette heißt es. Aber die Großmutter, die den Namen für „ausländisch" erklärt, tauft's in Nettchen um.
Es macht sich's gleich schön mollig und bequem im Hause, langt sich sofort ein Glas Bier vom Tisch, das für die schwächliche Mutter hingestellt war, und springt dann der Großmutter aus den Schoß, von dem es den Paul hinunterstößt.
Alle sind etwas deprimiert. Sie dachten sich mehr so ein lenksames Waisenkind, mehr automatenhaft, das mit dem Paul spielt, wenn es spielen soll, und dann für die übrige Zeit wieder hübsch zusammenzurollen und beiseite zu legen geht.
Davon ist aber bei Nettchen nicht die Rede. Das müssen sie bald einsehen lernen.
Das Nettchen dominiert gar bald im Hause. Es ist geschwätzig wie eine Elster, wild wie ein Bock, und führt das große Wort. Mit dem Paul geht's gar nicht sanft um. Er springt ihr nicht rasch genug, was er macht ist alles schwächlich und halb, seine Peitschenschmitze gehen von selbst aus, wenn er tuscht ist es blaß wie Wasser, was er klebt fällt auseinander, und das Nettchen gießt ihm Püffe, damit er's besser macht.
Eines Tages wird die Mutter gewahr, daß Nettchen den Paul schlägt, sie ruft die Kleine herbei, und schickt fid> an, die Rute für sie zu gebrauchen. Da schreit Nettchen gellend auf: „Ja, schlagt mich nur — ich. bin ja ein Waisenkind".


