Ausgabe 
23.9.1900
 
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Das Schlafzimmer und die Betten.

s Nachdruck verboten.

Der Ort, wo der Mensch ein Drittel oder gar die Hälfte seiner Lebenszeit zubringt, muß vernünftig ein­gerichtet sein und den hygienischen Anforderungen ent­sprechen. Leider ist in der Regel das Gegenteil der Fall, und eine Menge Krankheiten und Uebel haben blos darin ihre Ursache, daß der Körper wahrend des Schlafes, wo die Lebenskraft teilweise schlummert, für schädliche Ein­flüsse empfänglicher ist als während des Wachens. Fehler, die in dieser Hinsicht begangen werden, sind, wie wir derDresdener landw. Presse" Nr. 19 entnehmen: 1. Auf­stellen der Betten in den feuchtesten, ungesundesten Teilen des Hauses, während man die trockensten, gesundesten zu Schlafzimmern wählen sollte, oder in einem Alkoven, wo die verdorbene Luft wenig Abzug hat und gute frische nicht zukommen kann. 2. Aufstellen derselben an einer steinernen Wand, was das sicherste Mittel ist, früher oder später Rheu­matismus, rheumatischen Zahnschmerz, Gicht, Glieder­reißen zu erhalten. 3. Zu schwere und zu warme Feder­betten, welche den Körper bei Nacht zu sehr erhitzen, und daher für Erkältungskrankheiten empfänglich machen, da ein zu starker Trieb der Säfte nach der Haut erregt wird. 4. .Einschließen der Betten während des Tages unter Decken oder hinter Vorhänge, wo sie nicht austrocknen und ausdünsten können. 5. Zu kurze und zu schmale Bettstellen, wo der Körper sich weder gehörig ausdehnen noch be­wegen kann, und in eine sichelförmige, die Brust beengende Lage kommt. 6. Anhäufung von Kleidern, Schuhen, Stiefeln, Möbeln, Nahrungsmitteln in den Schlafzimmern, während in denselben gar nichts sein soll als das Bett. Alle Körper sind in beständiger Zersetzung, bei der sie kohlensaure Luft und andere Kohlenstosfverbindungen ent­wickeln. Alle verderben daher die Luft, abgesehen davon, daß der Mensch sie selbst schon durch Atmen und Aus­dünstung verdirbt. 7. Anstreichen der Schlafzimmer mit giftigen Farben z. B. grünen Kupfer- und Arsenikfarben.

G-Mreinnütziges.

Beruflosen Frauen gebildeter Stände bietet dec Ev. Diakonieverein den kommenden Winter hindurch vom Oktober an in Berlin-Zehlendorf vier theo­retische Kurse von je vier Wochen Dauer, in welchen sie in die mannigfaltigen Aufgaben weiblicher Liebesthätig- keit eingesührt werden unter Besichtigung der entsprechen­den Anstalten in Berlin und Umgegend. Der Unterricht und, soweit Raum ist, die Wohnung ist unentgeltlich; Beköstigung wird zunt Selbstkostenpreise angeboten. Irgend­welche Verpflichtungen entstehen durch die Teilnahme an den Kursen nicht; denn der Ev. Diakonieverein bezweckt lediglich, beruslosen Frauen, soweit sie es wünschen, durch Erziehung, Berufsbildung und durch genossenschaftliche An- und Sicherstellung für ihr Leben Inhalt, Unterhalt und Rückhalt zu gewähren und durch ihre Verwendung in der Wohlfahrtspflege diese zu fördern. Wir glauben mit diesem Hinweise mancher unserer Leserinnen zu dienen und verweisen sie wegen alles näheren an den Begründer und Leiter des Vereins, Professor D. Dr. Zimmer in Berlin- Zehlendorf.

Zzrumenpflege.

Die Bekämpfung des Rosenrostes. Seit Jähren tritt in unseren Rosenbeständen und ganz besonders "unter den dunkelblütigen Remontantrosen eine verheerende Krankheit auf, die durch einen Pilz hervorgerufen wird. Die Rosen bekommen wie mit Rost gesprenkelte Blätter, ver­lieren sie vorzeitig und sehen trostlos aus. Wenn man nichts gegen den Pilz thut, verseucht er in kurzer Zeit die ganzen Rosenbeftände und kann es dahin bringen, daß wir die Pflege von Remontantrosen zeitweilig aufgeben müssen. In Nr. 25 desErfurter Führer im Gartenbau", welche dlummer allen Rosenfreuden gern postfrei und um­sonst vom Geschäftsamt desErfurter Führers" zugesandt wird, sind die Mittel, welche wir zur Bekämpfung des schädlichen Rostes anwenden müssen, beschrieben. Zeich­nungen erläutern auch für den, der sonst von Pilzen nichts

versteht, das Wesen des Pilzes und die Abwehrmaßregeln, sodaß diese Nummer jedem willkommen sein wird.

Vermischtes.

Eine neue Stadtbenennung, die kürzlich im südamerikanischen Staate Urugah vollzogen wurde, wird nicht nur die Geographen, sondern auch die weitesten Kreise, namentlich anch die Frauenwelt, soweit sie Sinn für die Kochkunst hat, interessieren. Die betreffende Stadt hieß bisher Jndependencia und ist die Hauptstadt des Departe­ments Rio Negro. Dort, am User des Uruguaystroms, liegen die mit dem besonderen Namen Fray-Bentos be­zeichneten weltbekannten Etablissements der Liebig's Fleisch-Extrakt-Kompagnie, auf deren ungeheurem Areal von ca. 180000 Hektaren riesige Rinderherden weiden, welche ihre besten Fleischstücke zur Herstellung des echten Liebig" liefern müssen. Für dieses Fabrikat, so vielfach verwendbar und heutzutage geradezu unentbehrlich, ent­wickelt sich überall ein stets steigender Bedarf, und daher kannte man in allen zivilisierten Ländern zwarFray- Bentos", aber fast nirgendsJndependencia". Das ist vermutlich der Grund gewesen, weshalb sich die Behörden in Uruguay entschlossen haben, den Namen der Stadt in Fray-Bentos" umzuändern.

Litterarisches.

Auerbach» Deutscher Kinder-Kalenver auf das Jahr 1901.

Eine Festgabe für Knaben und Mädchen jeden Alters. Begründet von Dr. Ang. Berth. Auerbach. Neunzehnter Jahrgang. Herausgegeben von Georg Bötticher. Verlag von L. Fernau, Leipzig, Thalstraße 15. Preis 1 Mark.

Kalender und Wachsstock waren bei uns daheim dermaßen unzer­trennliche Attribute des Weihnachtsfestes, daß, als dieselben einmal bei der Bescherung fehlten, mein Bruder derzeit Studio enttäuscht ausrufen konnte:Aber Vater, du hast ja die Hauptsache vergessen!" Erst als er beides in Händen hielt, kam die volle Weihnachtsstimmung über ihn. Gewiß würde es vielen Kindern ebenso ergehen, die gewohnt sind, unter dem Lichterbaum Auerbachs Kinderkalender alljährlich zu finden, wenn sie denselben dort vergebens suchten. Darum möchten wir alle Eltern beizeiten daran erinnern, sich dessen für ihre Lieblinge für- sorglich zu versichern, damit ihnen der Vorwurf, jenen die Enttäuschung erspart bleibt. Wer von ihnen aber diesen bewährten Kinderfreund noch nicht kennt, der beeile sich, seine Bekanntschaft zu machen; er ist für eine Mark zu haben, die reichlich Zinsen trägt. Er rechtfertigt den Spruch: Kindern kann man mit einer Kleinigkeit Freude bereiten! Hier noch dazu eine dauernde.

Bötticher sind bekanntlich Leute, die es verstehen, alles faßlich dar­zustellen, nachdem es sie reiflich überlegt haben. Das gilt auch von dem neuen Herausgeber dieses Kinderkalenders. Alles hat Hand und Fuß, was er als Beitrag bewährter Mitarbeiter in den schmucken Band ausgenommen hat; unser allverehrter Julius Lvhmeyer hat mithin in ihm einen würdigen Nachfolger gefunden. Bdc.

Schachaufgabe.

(Nachdruck verboten.) Schwarz.

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a b c d e f g h

8

8

6

6

5

4

3

Weiß. (74-8)

Weiß zieht an und setzt mit dem zweiten Zuge matt. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Arithmogriph in voriger Nummer:

Rembrandt, Erde, Made, Barren, Rabe, Anna, Name, Dante, Trab.

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