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Wenn sich -aber der Mensch bestrebt, in dem Tanze gleichsam seine Tugend zu verkörpern, so hat dieser geradezu einen pädagogischen Nutzen. Außerdem giebt dieses allgemeine und beliebte Belustigungsmittel den Muskeln Gewandtheit und Spannkraft. Das Tanzen „lehrt den Körper grade und doch nicht steif zu halten, grade, sicher und fest zu gehen, sich mit Leichtigkeit und Anstand zu bewegen und in allerlei Stellungen zu formen." In pathologischer Hinsicht verschafft es als heilsame Körpergymnastik einen regeren Umlauf der Säfte, falls man es versteht, sich vor jeglicher Ueberanstrengung zu bewahren. Oftmals läßt aber der ungewöhnliche Zauber, den Musik und Reigen auf deu Menschen ausüben, diese feine körperliche Ermüdung vergessen, wodurch schließlich eine empfindliche Ueberanspannung der physischen Kräfte herbeigeführt wird, was natürlich schädigend auf den ganzen Organismus wirkt, besonders dann, wenn das vermeintliche Kraftgefühl zur unheilvollen Täuschung wird. Inwieweit dabei die empfindsamen Nerven in Mitleidenschaft gezogen und geschwächt werden, läßt sich leicht ausdenken. Im allgemeinen ist aber die vernünftige Tanzkunst eine Notwendigkeit für unsere Kultur, eine Förderin der Bildung. „Daß der Tanz als Kunst heute indessen so wenig gepflegt wird, ist ein großer Fehler; denn er soll zu den Künsten gezählt und als Kulturmittel betrachtet werden, während er jetzt auf der Bühne wie im täglichen Leben vielfach nur eine untergeordnete Stufe des Zeitvertreibs einnimmt."
Geinsinnütziges.
Eine s i ch e r e, e r p r o b t e V e r p a ck u n g v o n O b st. Wie oft erlebt man die für den Absender wie Empfänger gleich unangenehme Thatsache, daß Obst, besonders Aepfel und Birnen, die tadellos abgeschickt waren, zerstoßen, zerschlagen, voller Flecke und unansehnlich ankommt. Ferdinand Winkler in Guben, dessen Verpackungsart jüngst bei der Jubiläums-Ausstellung in Guben mit dem ersten Preise bedacht wurde, beschreibt im praktischen Ratgeber im Obst- und Gartenbau seine jedes Rütteln des Obstes und damit jedes Fleckigwerden desselben völlig ausschließende Verpackung wie folgt: Der Boden, sowie die Wände des Korbes werden mit einer etwa zweieinhalb bis dreieinhalb Zentimeter starken Lage Holzwolle ausgebildet und darüber weißes Packpapier gelegt. Dann werden die Früchte einzeln in Seidenpapier gewickelt und einzeln in weiche Holzwolle verpackt — hierzu kann man auch Papierschnitzel nehmen, doch halte ich Holzwolle für praktischer — mit den Stielen nach oben, fest aneinander gereiht in den Korb gelegt. Ist die erste Lage voll, wird darauf ein Bogen weißes Packpapier und wieder eine zweieinhalb bis dreieinhalb Zentimeter starre Schicht weicher Holzwolle gebracht. Jetzt kann mit der zweiten Lage begonnen werden, und so wird Lage für Lage eingepackt, bis der Korb voll ist. Auf das Ganze kommt wieder ein Bogen Packpapier und eine Schicht Holzwolle. Zum Schluß wird der Korb mit einer sauberen Decke von Sackleinewand zugenäht. Genau so werden Kisten gepackt. Der praktische Ratgeber enthält Abbildungen von Korb und Kiste, die nach Winklerscher Methode gepackt sind.
Bücher und Menschen haben ihre Schicksale. Dies hat sich bei der jetzt so allgemein beliebten „Sonntagszeitung für Deutschlands Frauen" wieder erwiesen, die vor gerade drei Jahren mit einem Abonnentenstand von kaum einem Tausend ins Leben trat und heute schon eine Gemeinde von über hunderttausend Leserinnen zählt. Diesen Erfolg verdankt die Zeitschrift ihren guten sittlichen Grundlagen, die sich an den Schönheitssinn und an das Hoheits- vvlle, das ja im Wesen jeder deutschen Frau schlummert, wenden. So ist sie die Sonntags-Zeitung der deutschen Frau geworden und wird in weiteren drei Jahren wohl kaum noch in einem deutschen Haushalte fehlen. Acht Beilagen, deren jede schon eine selbständige Zeitschrift für sich bedeutet, unterrichten unsere Frauen und Töchter über alle Fragen des täglichen Lebens und bieten ihnen Unterhaltung in Hülle und Fülle. Der mit seltenem Geschick redigierte Unterhaltungs- und Modeteil, die praktisch gehaltene Kochschule, sowie die vorzüglichen Kunst
beilagen machen die „Sonntags-Zeitung für Deutschlands Frauen" zu einem ebenso praktischen wie gehaltvollen Familienblatt, und das alles bei einem Wochenpreise von nur 20 Pfg.
Was nützt die schönste Nähmaschine, wenn die Mutter ihre Kinderkleidchen nicht selbst zuschneiden kann, oder wenn es ihr an Modellen für niedliche Kinderkleidung mangelt! Für einen billigen Preis Modelle und zugleich Schnitte zu bekommen, das war seit langem der Wunsch einer jeden Mutter, der nun durch Herausgabe der „Kinder- Modenwelt", für 75 Pfennig vierteljährlich, erfüllt ist. Der rührige Verlag von W. Vobach & Co. in Berlin und Leipzig hat mit der „Kinder-Modenwelt" und deren Beilagen, „Baby, ein Wegweiser für Mütter", „Illustrierte Kinderzeitung", „Romanzeitnng fürs Haus", „Küche und Haus" und Schnittmusterbogen etwas geschaffen, das auf dem ganzen Kontinente einzig dasteht. Jede Mutter wird dies Blatt, welches trotz aller seiner Reichhaltigkeit außerordentlich klar und übersichtlich geordnet und in jeder Weise vornehm ausgestattet ist, mit Freuden begrüßen und es im Interesse der ganzen Familie abonnieren. Für den neuen Jahrgang wurde ein Preisrätsel mit 72 Preisen im Werte von 620 Mark kür die Kleinen ausgeschrieben. Wer daher günstigen Falles zu Weihnachten ein hübsches Fahrrad unter dem Tannenbaum finden will, beeile sich, die „Kinder-Modenwelt" zu abonnieren. Sie ist für 75 Pfennig vierteljährlich in jeder Buchhandlung und bei jeder Postanstalt zu bestellen. Bei der Bestellung wolle man genau auf den Titel „Kinder-Modenwelt" achten!
Geschichte der Keramik. Von Friedrich Jaennicke. Mit Titelbild und 416 Textabbildungen in Original Leincnband 10 Mk. Verlag won I. I. Weber in Leipzig.
Der Verfasser dieses mehr als 50 Bogen starken Handbuches ist seit Jahrzehnten eine in allen Kennerkreisen anerkannte Autorität auf feinem Gebiet. Nichts hat der Autor versäumt, den Leser zur bewußterer Beurteilung keramischer Erzeugnisse auszubilden. In der Geschichte der neuesten Zeit sind selbstverständlich nur die Hauptvertreter der verschiedenen Richtungen genannt worden, namentlich vom Auftreten des Porzellans ab, dessen Ursprung und allmähliches Auflauchen eingehender behandelt ist; auch von der Majolika- und Fayenceindustrie gilt ähnliches. Zur Anbahnung der vielfach mangelnden technischen Sachkenntnis hat der Verfasser es für geboten erachtet, der eigentlichen Geschichte eine in großen Zügen entworfene Zusammenstellung der wichtigsten Thalsachen der keramischen Technologie voranzustellen. Die „Marken" sind in der Hauptsache erwähnt worden. Auf eine passende nnd möglichst vielseitige Auswahl von den verschiedenen Formen wie die Manieren der Technik zur Anschauung bringenden Abbildungen ist ganz besondere Sorgfalt verwendet worden. Jaennikcs „Geschichte der Keramik" sollte in der Bibliothek keines Sammlers fehlen, da das Buch manche interessante Punkte berücksichtigt, die bislang in allen Kompendien vergeblich gesucht worden sind.
Rösselsprung.
Nachdruck verboten.
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummer: HALS ALOE LOKI SEIL
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindrnckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


