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Kasten gefüllt ist oder die Gegenstände für Einwurf zu groß sind. Niemandem wird es einfallen, dieses Freiliegenlassen von Postsachen für riskant zu halten.
Eigentliche Postämter finden sich in Newyork z. B. bedeutend weniger als wir in europäischen Großstädten anzutreffen gewöhnt sind; dagegen haben meist die Apotheken eine offizielle Filiale.
Im auffallenden Gegensätze zu dem, was wir besonders in Deutschland gewöhnt sind, ist die Lage der Briefträger. Diese bekommen das für unsere Begriffe enorme Salair von 22 Dollar gleich 90 Mark pro Woche, und haben sicherlich einen leichteren Dienst als unsere Stephans- Jünger. Ich denke dabei in erster Linie an die bequeme Einrichtung der Briefkästen, die in jedem Hausflur, entweder einzeln oder zu einem schönen System vereinigt, angebracht sind. Der Postbote hat nur die Briefe in die verschiedenen Kästen zu thun und aus den daneben angebrachten Knopf der elektrischen Klingel zu drücken; dre Treppen bleiben ihm erspart. Letzteres auch in solchen Fällen, wo Briefkästen sich nicht unten befinden. Er giebt dann vom Hausflur aus ein Pfeifensignal und ruft den Namen des Adressaten in den Treppenraum herauf. Dre Adressaten holen sich! ihre Briese dann.
Dagegen werden in anderer Beziehung auch größere Ansprüche -an die Briefträger gestellt, und zwar speziell in Bezug auf Sprachkenntnisse. In Newyork haben , sich nämlich die einzelnen Kolonien in solcher Weise gruppiert, daß z. B. die Chinesen, Syrer, russischen Juden, Italiener und Deutsche sich in fast streng gesonderten Quartieren befinden. Für diese Distrikte sind dann Briefträger angestellt, die die häufig vorkommenden fremdsprachlichen Aufschriften entziffern können und wohl auch ein wenig die Sprache des Distrikts verstehen.
Die Annehmlichkeiten, wie hohes Salair und verhältnismäßig leichter Dienst, deren sich die Briefträger (erfreuen, sind ihnen erst im Laufe der Zeit geworden. Es wirft ein bezeichnendes Licht auf amerikanische Zustände, daß die dankbaren Postboten dem Manne, der sich im Senat ihrer besonders annahm, dafür auf einem der öffentlichen Plätze Newyorks ein Denkmal setzten. Man sieht dort einen Herrn im Gehrock, in Bronze gegossen, mit erhobenem Zeigefinger auf einen imaginären Senat einredend. Wilcox Scott, glaube ich, ist der Name des Gentleman, der sich so eine bronzene Unsterblichkeit erworben hat.
Es erübrigt noch zu erwähnen, daß von der Einricht- tung des Postfachs (Post Office Box) dort ein weitgehender Gebrauch gemacht wird. Ganze Wände im Newyorker Hauptpostamt bestehen aus diesen Postkästen, in die von der Innenseite die einlaufende Post einsortiert wird, und die von (außen dem Mholer, der seinen Schlüssel hat, zugänglich sind. Der Preis , eines solchen Kastens ist verhältnismäßig gering, nämlich 4 Dollar pro Quartal.
Daß in einer Hafenstadt wie Newyork der Nachtpostdienst ein ziemlich reger ist, dürfte selbstverständlich! erscheinen. Außerdem ist noch für die Möglichkeit gesorgt, gegen einen Extrazuschlag Briefe noch eine halbe Stunde vor Abgang der überseeischen Dampfer aufzugeben.
Zum Schlüsse wollen wir noch auf eine der letzten Neuerungen Hinweisen, die sich sehr schnell auch in Europa eingebürgert haben dürfte. Es ist dies die Verwendung von Automobilwagen im Postdienste. Vor kurzem wurde nämlich in Buffalo der Versuch gemacht, diese neuen Vehikel bei Entleerung der Postkästen zu verwenden. Auf eiüer Strecke von 6 Meilen (englischen), die 40 Kästen umfaßt wurde eine Zeitersparnis von 50 Prozent festgestellt gegenüber der bisherigen Einsammlungsmethode mit Pferd und Wagen. Es steht zu erwarten, daß die Automobtl- wagen bald die verschiedensten Verwendungsarten int Postdienst finden werden, wie ja längst schon in Newyork den Kabelwagen (die unfern Berliner elektrischen Wagen entsprechen würden) Postwagen angehängt sind, in denen sogar während der Fahrt gearbeitet wird.
GeineinnLWges.
Iür die Küche.
Reissuppe. 6 Personen. Zubereitungszeit eine halbe Stunde. Man nimmt von Maggi's Reissuppe drei Würfel, das Stück zu 10 Pfg., zerdrückt dieselben, streut die Masse in anderthalben Liter siedendes Wasser, läßt bei kleinem Feuer eine halbe Stunde kochen und richtet tii Suppe über ein Stückchen süßer Tafelbutter an.
Gurkengemüse mit Kalbsschnitzeln. Sechs Personen. 3 mittelgroße Gurken werden geschält, halbiert, ausgekernt, in Scheibchen geschnitten und mit fein geschnittenen Zwiebeln, Salz und weißem Pfeffer in eigroß Butter weichgedünstet. Dann wird ein viertel Liter saurer Rahm mit einem Kochlöffel Mehl verquirlt, langsam daran gegossen, das Gemüse unter öfterem Umrühren noch zehn Minuten gekocht, mit etwas Maggiwürze wohlschmeckender gemacht und zu Kalbsschnitzeln angerichtet. Th. H.
Litterarisches.
N o v e l l e n - B i b l i o t h e k der Illustrierten Zeitung. 25. Band. Preis 2 Mark, in Originalleinenband 3 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Diese bereits in 25 Bänden vorliegende Novellen-Bibliothek erfreut sich beim Lesepublikum längst ganz besonderer Beliebtheit. Trotzdem möchte mit einigen Worten auf den ebenso gediegenen als mannigfaltigen Inhalt auch des soeben erschie- neuen Bandes hinzuweifen fein. K. Herold schildert in der Erzählung „Die Nachtmahr" diie erschreckenden Wirkungen blinden Aberglaubens. Hochpoetisch ist die Stimmung, die in H. v. Bequignolles' „Ortlermärchen" formschönen Ausdruck gefunden hat. A. Achleitner spendet ergötzliche Bilder aus dem Leben der Aelpler in „Zwei Tage Bergpraxis". Der Weltreisende v. Hesse-Wartegg berichtet von romantischem Liebesleben int einsamen Leuchtturm des Michigansees. Großstadt und Fischerdorf, die Alte und die Neve Welt sind Schauplätze spannend erzählter Lebensschicksale von Angehörigen der verschiedensten Gesellschaftskreise. Der.schmucke Band sei als kurzweiliger Gesellschafter für daheim wie für die Reise und die Sommerfrische bestens empfohlen. ___________
Königspromenade.
Nachdruck verboten.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man — wie der König auf dem Schachbrett — stets von einem Felde auS auf ein benachbartes übergeht.
Auflösung in nächster Nummer.
und
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- Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer:
(Mit a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet; also a — Eichel, Treff; b — Grün, Pique; o = Rot, Coeur; d — Schellen, Carreau; A = Stfj; U = Unter, Wenzel, Bube; D = Dame, Ober.)
Mittelhand hatte aZ, aK, a 9, a 8,
a7, bA, bZ, bK, b9, b7
und Hinterhand die übrigen. Verlauf des Spieles:
1. 8. bU
M. a7
H. 0 7.
2. V. ov
M. a8
H. c 8.
3. B. all
M. beliebig
H. dir.
4. $. c9
M. b A
H. oA — — 22.
5. H. dA
V. d7
M. bZ — — 21.
6. §. dZ
58. d 8
M. aZ — — 20.
Sa. = — 63 Augen.
«edaki»»: ®. Burkhardt. — Druck und Lerlag der Brühl'schen Uuivrrßtäts-Buch» und Gteiudruckerei (Pietsch Erben) in Gieße«.


