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behält wohl jeder Stand feine untauglichen Glieder am besten für sich, und es ist für ein einigermaßen entwickeltes bürgerliches Selbstbewußtsein nicht gerade erhebend, daß jemand, der wegen seiner Strafthaten den Adel weiter in tragen unwürdig ist, für das Bürgertum gut genug sein soll. '
Gein-rnnützrges.
Weintrauben am Hause! Es ist merkwürdig, wie selten man bei uns in Deutschland Reben an den Musern sieht, und es lassen sich doch reife, süße Trauben »n jeder unbeschatteten Südwand erzielen. Im „Praktischen Ratgeber für Obst- und Gartenbau" beginnt gerade Pastor Seippel in Alvensleben einen ganz ausgezeichneten, einfachen, klaren Lehrkursus, wie man Reben an Häusern pflanzt und Pflegt. Musterhaft find die erklärenden Abbildungen zu dem Aufsatze. Seit Anfang dieses Jahres ist der Kunstmaler Kleindienst in die Redaktion des „Praktischen Ratgebers" eingetreten und hat die Leitung des illustrativen Teiles übernommen. Gerade der Aufsatz des Pastors Seippel beweist, wie vortrefflich es Kleindienst versteht, die Abbildungen in den Dienst des praktischen Gartenbaus zu stellen und dabei doch guten Geschmack und künstlerische Form! und Anordnung zu wahren. Wer am Hause, am Stalle, — an warmen Stallwänden reifen die köstlichsten Trauben — an einer Scheune eine freie Südwand hat, pflanze dort Reben — und lasse sich vorher die Nummer des „Praktischen Ratgebers" kommen, die sehr gern,auf Wunsch von dem Geschäftsamt in Frankfurt a. O. umsonst zugeschickt wird.
Oefundyettspflege.
Die Heilkraft des Eiweißes. Für Schnittwunden giebt es kein schneller heilendes Mittel, als einen Ueberzug von rohem Eiweiß. Es ist dem Kollodium vor- juziehen und hat auch noch den Vorteil, augenblicklich zur Hand zu sein. Bekanntlich wird eine Verschlimmerung der Wunde durch den Zutritt der Luft hervorgerufen. Das schnell trocknende Eiweiß bildet aber eine Häut, durch welche die Einwirkung der Luft abgeschlossen, und die Heilung der Wunde beschleunigt wird. Ferner ist das Eiweiß ein sehr wirksames Mittel gegen Darmentzündung und Ruhr. Mit oder ohne Zucker zusammengeschlagen nnd dann eingenommen, wirkt das lftweiß einhüllend und die Entzündung des Magens und der Eingeweide besänftigend.
Eichenrindenthee ist leider den meisten Leuten ganz unbekannt, und wäre doch für viele Tausende ein nützliches Hausmittel. Recht schwächliche Naturen sollen jeden Morgen und Abend 2—3 Löffel voll Eichenrinden- thee trinken; er kräftigt, wie kaum ein anderes Mittel, ist gut zu trinken, widersteht nicht, macht frisch und behaglich. Er wirkt noch besser, wenn etwas Wein daran kommt, ganz besonders aber wirksam ist dieser Thee, wenn etwas Honig beigemischt, oder damit gesotten wird.
Schlafbefördernde Mittel. Unschädliche Schlafmittel sind neben den geeigneten Wasser -An- lvendungen saure Milch infolge ihres reichen Gehaltes an Milchsäure — insbesondere zur heißen Jahreszeit abends geiwssen. Beruhigend und somit auch schlafbringend wirkt der Baldrian. Außerdem sind wirksam gegen Schlaflosigkeit: Veilchen, Arnika mit Wermut, Taubnessel, Honig und Rhabarberwein (in kleinen Mengen), das Kauen von Anisfamen, ferner Lattichsalat und Mandelmilch.
L^unrsvistischeO.
Sekttttdärbah«. Passagier: „Warum steht der Zug?" — Schaffner: „Da vorn sitzt zwischen den Schienen eine Henne, und da warten wir, bis sie ihr Ei gelegt hat."
Berechnend. Silberstein: „Freue Dich, Moses, der Storch hat Dir ein Brüderchen gebracht!" — Moses: „Gott der Gerechte, soll ich mich freuen über die neue Konkurrenz?"
Mißverstanden. „Was machen Sic denn da, Minna?" — „Ich lese einen Roman." — „So, wer hat ihn denn geschrieben?" — „Er ist überhaupt nicht geschrieben, er ist gedruckt!"
Ciiierarifcfyes.
Deutsche Rundschau für Geographie nnd Statistik. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben »en Prof. Dr. Fr. Umlauft. XXII. Jahrgang 1900. (A. Hartleben's Verlag in Wien, jährlich 12 Hefte zn 85 Pfennig. Prännmaterion inet. Franko-Zusendung 10 Mk. Unter den verschiedenen geographischen Zeitschriften nimmt die „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik" sowohl durch Reichhaltigkeit als auch durch Gediegenheit ihrer Aufsätze eine hervorragende Stelle ein. Was immer ans dem Gebiete der Erdkunde Neues und Wissenswertes auftaucht, findet in derselben entsprechende Beachtung und Würdigung, so daß sie für jedermann, der an geographischen Dingen Interesse nimmt, eine erwünschte Lektüre bildet. Auch das eben erschienene siebente Heft des XXII. Jahrganges enthält wieder eine Reihe wertvoller Beiträge: Zum neunhundert- jährigen Jubiläum der ersten Entdeckung Amerikas (a. 1000 n. Ehr.). Bon Franz Stock in Schöneberg-Berlin. — Die Bewohner der Andamanen. Von Paula Karsten in Berlin. (Nit 3 Abbildungen.) — Durch Pontus nach Amasfia. Von Ad. Struck in Salonik. (Schluß.) — Gletscher und Firnmeere. Alpenkundlichhistorische Studie van Reinhard E. Petermann in Wien. (Mit 3 Abbildungen.) — Astronmnische und physikalische Geographie. Die Moldavite-Meteoriten. — Palitische Geographie und Statistik. Die Uebertragung Nigerias an die britische Krone. — Berühmte Geographen, Naturforscher und Reisende. Dr. Ernst Hasse. (Mit einem Porträt.) — Geographische Nekrolog». Todesfälle. Dr. Philipp Paulitschke. (Mit einem Porträt.) — Keine Mitteilungen aus allen Erdteilen. — Geographische und verwandte Vereine. — Vorn Büchertisch. Der äußerst mäßige Pränumerations- Preis der „Deutschen Rundschau für Geographie und Statistik" ermöglicht ihr eine weite Verbreitung.
Frühjavrssport für Damen. Die Teilnahme der Damenwelt an jeder Art von Sport ist so enorm gestiegen, daß das, was vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre, heute einem Bedürfnis entspricht. So ist z. B. das soeben erschienene Heft der „Wiener Mode" ein Sportheft und wird gewiß von zahllosen Damen freudig begrüßt werden; es ist in der That für sporttreibende Damen unentbehrlich, da es jede Art von Sport in Wort und Bild eingehend behandelt, am ausführlichsten natürlich die Lieblingssports: Radfahren und Lawn- tennis, aber auch Touristik, das Rudern, Reiten, Jagen und Fechten, das Golf- und Cricketspiel usw. kommen nicht zu kurz, und auch dem jüngsten Sport, dem Automobilismns, ist ein sehr schönes farbiges Bild gewidmet. Da das Heft auch vom eigentlichen Modestandpuukte durchweg Ausgezeichnetes bietet, muß es als eine Leistung allerersten Ranges bezeichnet werden.
Der friedliche Wettstreit naht heran bei dem die Völker sich auf der Pariser Weltausstellung ein Stelldichein geben werden; wieder einmal sind alle Blicke aus Paris gerichtet, und alle reiselustigen Damen fragen besorgt: „Wie kleide ich mich, damit ich neben den Bewohnerinnen der Modestadt par excellence mit Ehren bestehe?" Nun, daraus giebt die soeben erschienene Osternummer der ronangebenden „Großen Modenwelt" mit bunter Fächervignette, Verlag: John Henry Schwerin, Berlin, die schlagendste Antwort, indem in ihrer neu eingerichteten Beilage „Neuestes aus Paris" die aktuellsten und chikesten Pariser Moden zur Darstellung kommen. Daß das vorzügliche Blatt daneben auch die vornehmen wie einfachen deutschen Moden nicht vernachlässigt, davon überzeugt uns ein Blick in dasselbe, das an Reichhaltigkeit, Eleganz und — Billigkeit wohl seines Gleichen sucht. Und das Gute dabei ist, daß auch die unerfahrenste Hausfrau sich all die anmutigen Kostüme wie auch Kinderkleider und Wäscheartikel mit Hilfe der mustergültigen Schnittbogen selbst herstellen kann. Nehmen wir hierzu noch die große Hand- arbeiten-Beilage. Das reich illustrierte Unterhaltungsblatt und das farbenprächtige Modenkolorit, so können wir wohl unser Urteil dahin zusammenfaflen: Wir haben ein Weltblatt vor uns, das in keinem Haushalt fehlen sollte. „Große Modenwelt" mit bunter Fächervignette — man achte ganz genau auf den Titel — ist für nur 1 Mark vierteljährlich zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. Gratis-Probenummern bei allen Buchhandlungen und dem Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35.
Magisches Zahlenquadrat.
Nachdruck verboten.
In die Felder nebenstehenden Quadrats sollen, die Ziffern: 61 75 89 108 viermal derart eingetragen werden, daß die Summe der Zahlen in jeder der senkrechten, wagcrechten und Diagonalreihen stets 333 ergiebt.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer.
Kalk, Kalb?
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerßtäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


