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man zufrieden ist?" meinte Ruthardt. „Aber wo ist denn unsere Frau Doktor, Margarete?"
„Die Mutter ist in die Stadt gegangen, um Besora- ungen zu machen. Sie wird kaum vor dem Mittagessen zuruck fein''. "
Der Doktor strich, seinen grauen Bart. „Die Besora- ungen kenne ich. Sie kann es nun einmal nicht lassen
Zu verwundern, wenn die zarten Schleimhäute bet Magenwände bei der Berührung mit der beißenden Knolle zu starker Thätigkeit angeregt werden.
Niemandem ist der Geruch der Zwiebel angenehm, selbst nicht dem aufrichtigsten Bewunderer der Schönheit, welche^Ausdruck der Gesundheit ist. Sicher aber werden mir in? iFx««^' * - - --—* »*«#*■ i zarte Frauen den Genuß! der Zwiebel verabscheuen. Und
i» Wwtoerf zu Pfuschen und Krankenbesuche auf I doch bewahrt die Zwiebel auch die Zähne, die sie kauen, zu. machen. Nehmen Sie sich nur in acht, I vor Fäulnis und neuralgischen Leiden, und selbst bei schon Walther, daß <2te nicht auch einmal an eine solche Frau I kranken Zähnen hält sie den Verfall lange auf. Wer hat HK.n- ~ um unser Glas Wein aber dürfen wir deshalb weißere und stärkere Zähne als der italienische oder sva- m ).t kommen. Du weißt doch, Grete: den gelbgesiegelten I uische Bauer? Und bildet nicht eine große milde Zwiebel, Laubenheimer!" die in den warmen südlichen Ländern wächst, oft das einzige
(Fortsetzung folgt.) Mahl dieser gesunden Leute mit Elfenbeinzähnen? .
------------- I Für Leute, die Nächte lang schlaflos liegen, ist die rr. . e . __ I Zwiebel ein vorzügliches Schlafmittel. Denn durch den
mne verrannte WovltNIerin. reichlichen Phosphor, die in ihren Saftgeweben enthaltene
vmuuiui freie Phosphorsäure, ist die Zwiebel ein prachtvolles Be°
. Nachdruck verboten. I ruhigungsmittel für erregte Nerven; sie giebt dem erschöpf-
bon der ich sprechen will, gehört zu ! ten Gehirn Frieden und Nahrung und führt den Schlaf
mner sehr vornehmen, ja aristokratischen Familie. Die herbei. '
N^rnch„^„^^kockchen, die Wasserlilie, alle sind ihre nahen I Sie hat auch große Kraft, eine beginnende Erkältung h. am' r r' < • r dcarzisse; — ich meine natürlich I abzuwenden oder eine bereits eingetretene zu beseitigen,
ni^z „ k diese Pflanzen sind Liliengewächse, doch I Insbesondere wird Meerzwiebelsaft den Kindern bei Ka-
iuorn ^ie &ie geeignet, uns durch Farben und I karrt, verschrieben. Roh gegessen teilt die Zwiebel dem weuich zu erfreuen. Geruch haben ja all diese Knollen I Blute bedeutende Wärme mit, mehr als irgend ein anderes «0noi,nreiC sföer ?r11^ at,er er ist nicht allen Nasen an- I Nahrungsmittel. Das kommt natürlich von ihrer ätzenden genehm, und manche Menschen wenden sich darum von der I Eigenschaft, würde die Köchin sagen. Doch liegt es haupt- <jwievel ab, der Wohlthäterin, die ihre Gesundheit retten I sächlich an dem sehr reichlichen Kohlenstoff, den die Zwiebel ‘°nnsro\„^ o , - , I mit sich führt. Die ganze Thätigkeit des Körpers ist ja
ra -'nnche Leute kennen keinen unangenehmeren Geruch I eine Verbrennung, und der Kohlenstoff der Zwiebel be^- cus oen der Zwiebel. Das ist sehr zu bedauern, da es I fördert die natürliche Verbrennung, sobald er in Berüh- l et, um eine höchst nützliche Pflanze handelt; ein Autor be- I rung mit dem Sauerstoff der Luft kommt; daher die große rnin-t ch'vaüezu als „Hausapotheke". Die Zwiebel I Hitze, die sie entwickelt, die den Organismus kräftigt und reinigt und öffnet Die unzähligen winzigen Abzugswege I befähigt, Erkältungen auszutreiben. An Katarrhen Lei- m?,, J^it und stoßt die verdorbenen Bestandteile des I dende haben durch die Zwiebel enorme Erleichterung. Bei 'Z'Iote dazu bestimmten Kanäle, die Poren und I der letzten Jnfluenzaepidemie verordneten sie viele Aerzte
? Ausgange des Körpers aus. So ist sie als stärken- I als gutes Vorbeuge- und Heilmittel gegen die Krankheit; oev Hautmittel und Wiederherstellerin der natürlichen I viele Patienten jedoch verweigerten den Genuß der Zwie- )a;orten Fleifchsarben eines der besten Teintverschönerungs- I bel wegen ihres unangenehmen Geruchs und nahmen lieber mittel. Sie macht die Haut glatt und geschmeidig und I das Leiden und seine Folgen dauernder Schwäche auf sich, erzeugt gesundes, festes Fleisch darunter, Hautausschlag I Um den unangenehmen Zwiebelgeruch aus dem Atem ver)chwmdet unter der keimtötenden Eigenschaft der | zu Mseitigen, soll eine Scheibe trockenen Brotes, die man Kuchenzwiebel; auch Ansteckungskrankheiten haben Zwiebel-I nacWt, von gutem Nutzen sein. Auch Petersilie und esser weniger zu fürchten. Die Zwiebel ist eine erklärte I Sellerie soll hierfür gut fein; jedenfalls braucht niemand Feindin von Mikroben, Keimen und Bazillen der In- I die Zwiebel um ihres Geruches willen zu verschmähen fluenza, der Pocken und des Fiebers; sie treibt unfehlbar I und sich durch ein albernes Vorurteil lächerlich zu machen. Kratikheitskeime aus. „ I Es ist interessant, der Ursache des unglücklichen Ge-
xsn abgelegenen Dörfern Englands begegnet man, wie I ruches der Zwiebel nachzuforschen. Sie liegt einfach an Eyambers Journal erzählt, oft einem alten Brauch, der I dem Vorhandensein einer bestimmten Quantität Schwefels, im Grunde ganz verständig ist, obwohl die Leute dort I Derselbe verleiht der Zwiebel ihre keimtötende Eigenschaft chine Herkunft nicht kennen. Er besteht darin, daß man I und macht sie zu einem so wichtigen medizinischen Mittel Teller mit Zwiebelscheiben neben jeden Sarg oder jedes I aller Zeiten.
TJett stellt, in dem ein an einer ansteckenden Krankheit I Kommt der Schwefel mit Wasserstoff zusammen, so Verstorbener liegt. Er gründete sich auf die Beobachtung, I bildet er Schwefelwasserstoff, eine übelriechende, fast daß die Zwiebel sich schwärzt. Die in der Luft schwebenden I stinkende Verbindung. Die saftige Zwiebel hat sehr viel Keime wurden von der sich schwärzenden Zwiebel ange- I Wasser in ihren Geweben, und dies bildet durch Ver- zogen und setzten sich dicht auf ihr fest; infolgedessen ver- I einigung mit dem Schwefel die starkriechende, in allen färbte sich die Zwiebel, und die Lust im Sterbezimmer I Allium-Arten vorkommende Verbindung Lauchschwefel- wurde rein Ja, es wird erzählt, daß ein Hans, in welchem I Wasserstoff (Allhlschwefelwasserstoff). Derselbe mischt sich zum Verkaufe bestimmte Guirlanden von Zwiebeln hingen, I besonders mit dem ätherischen Oel der Zwiebel, kommt von einer Pockenseuche verschont blieb, welche die ganze I anch in Asafoetida, int Meerrettich, sowie im Tafelmostrich Nachbarschaft heimsuchte. | vor. In letzterem sind die Atome der ätherischen Oele
m ,Die Zwiebel tötet auch Keime, die bereits in das | anders angeordnet, wodurch ihm der unangenehme Geruch Vlut ubergegangen sind. Die weißen Blutkörperchen tver- I fehlt.
den durch sie stark und fähig, die Mikroben zu umschließen I Durch ihren Phosphorgehelt ist „Allium eepcch in nnd zu vernichten. Sie reinigt, belebt und erfrischt den I höchstem Maße knochenbildend und eignet sich sehr für Vlutstrom. Anßerdem aber reinigt und regt sie Magen | Geistesarbeiter. Dieser Phosphor verbiiidet sich mit dem nnö Leber an und erleichtert diesen beiden Organen ihre I im Trinkwasser eingeführten Kalk zu phosphorsaurem Kalk, Arbeit, indem sie dieselben von Unreinigkeiten befreit und I dem ersten Erfordernis ziim Knochenbau.
als stärkendes Mittel wirkt. Man beachte nur die Wirkung I Bei all diesen vorzüglichen Eigenschaften sollte die auf die Mundschleimhäute, wenn man eine Scheibe roher I Zwiebel die erste Stelle auf unserem Tische einnehmen; Zwiebel kaut. Sofort sind die Speichelkanäle geöffnet, der I denn sie ist auch schmackhaft, allen zarten Nasen zum Trotz. Mund „wässert"; und in die Mundhöhle ergießt sich eine I In Scheiben mit Essig, Pfeffer und Salz zubereitet ist sie wahre Flut des ersten Verdauungssaftes, der alle Stärke- I die beste Zugabe zu kaltem Fleisch oder Fisch. Keilt Salat substanzen in den Zucker verwandelt, den allein die Gewebe I ist vollständig ohne sie/ Durch Kochen vernichtet man viel verarbeiten können. Selbst die Thränendrüsen der Augen I von dem üblen Geruch, doch ist die Zwiebel dann weniaer strömen ihre Flüssigkeit bei der Annäherung des Zwiebel I wertvoll als diätetisches Mittel. Htz.
aus, ohne auf eine Berührung zu warten, und so ist es nicht ■ ............... x


