Ausgabe 
20.10.1900
 
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man zufrieden ist?" meinte Ruthardt.Aber wo ist denn unsere Frau Doktor, Margarete?"

Die Mutter ist in die Stadt gegangen, um Besora- ungen zu machen. Sie wird kaum vor dem Mittagessen zuruck fein''. "

Der Doktor strich, seinen grauen Bart.Die Besora- ungen kenne ich. Sie kann es nun einmal nicht lassen

Zu verwundern, wenn die zarten Schleimhäute bet Magen­wände bei der Berührung mit der beißenden Knolle zu starker Thätigkeit angeregt werden.

Niemandem ist der Geruch der Zwiebel angenehm, selbst nicht dem aufrichtigsten Bewunderer der Schönheit, welche^Ausdruck der Gesundheit ist. Sicher aber werden mir in? iFx««^' * - - --* »*«#* i zarte Frauen den Genuß! der Zwiebel verabscheuen. Und

i» Wwtoerf zu Pfuschen und Krankenbesuche auf I doch bewahrt die Zwiebel auch die Zähne, die sie kauen, zu. machen. Nehmen Sie sich nur in acht, I vor Fäulnis und neuralgischen Leiden, und selbst bei schon Walther, daß <2te nicht auch einmal an eine solche Frau I kranken Zähnen hält sie den Verfall lange auf. Wer hat HK.n- ~ um unser Glas Wein aber dürfen wir deshalb weißere und stärkere Zähne als der italienische oder sva- m ).t kommen. Du weißt doch, Grete: den gelbgesiegelten I uische Bauer? Und bildet nicht eine große milde Zwiebel, Laubenheimer!" die in den warmen südlichen Ländern wächst, oft das einzige

(Fortsetzung folgt.) Mahl dieser gesunden Leute mit Elfenbeinzähnen? .

------------- I Für Leute, die Nächte lang schlaflos liegen, ist die rr. . e . __ I Zwiebel ein vorzügliches Schlafmittel. Denn durch den

mne verrannte WovltNIerin. reichlichen Phosphor, die in ihren Saftgeweben enthaltene

vmuuiui freie Phosphorsäure, ist die Zwiebel ein prachtvolles Be°

. Nachdruck verboten. I ruhigungsmittel für erregte Nerven; sie giebt dem erschöpf-

bon der ich sprechen will, gehört zu ! ten Gehirn Frieden und Nahrung und führt den Schlaf

mner sehr vornehmen, ja aristokratischen Familie. Die herbei. '

N^rnch^^^kockchen, die Wasserlilie, alle sind ihre nahen I Sie hat auch große Kraft, eine beginnende Erkältung h. am' r r' < r dcarzisse; ich meine natürlich I abzuwenden oder eine bereits eingetretene zu beseitigen,

ni^z k diese Pflanzen sind Liliengewächse, doch I Insbesondere wird Meerzwiebelsaft den Kindern bei Ka-

iuorn ^ie &ie geeignet, uns durch Farben und I karrt, verschrieben. Roh gegessen teilt die Zwiebel dem weuich zu erfreuen. Geruch haben ja all diese Knollen I Blute bedeutende Wärme mit, mehr als irgend ein anderes «0noi,nreiC sföer ?r11^ at,er er ist nicht allen Nasen an- I Nahrungsmittel. Das kommt natürlich von ihrer ätzenden genehm, und manche Menschen wenden sich darum von der I Eigenschaft, würde die Köchin sagen. Doch liegt es haupt- <jwievel ab, der Wohlthäterin, die ihre Gesundheit retten I sächlich an dem sehr reichlichen Kohlenstoff, den die Zwiebel °nnsro\^ o , - , I mit sich führt. Die ganze Thätigkeit des Körpers ist ja

ra -'nnche Leute kennen keinen unangenehmeren Geruch I eine Verbrennung, und der Kohlenstoff der Zwiebel be^- cus oen der Zwiebel. Das ist sehr zu bedauern, da es I fördert die natürliche Verbrennung, sobald er in Berüh- l et, um eine höchst nützliche Pflanze handelt; ein Autor be- I rung mit dem Sauerstoff der Luft kommt; daher die große rnin-t ch'vaüezu alsHausapotheke". Die Zwiebel I Hitze, die sie entwickelt, die den Organismus kräftigt und reinigt und öffnet Die unzähligen winzigen Abzugswege I befähigt, Erkältungen auszutreiben. An Katarrhen Lei- m?,, J^it und stoßt die verdorbenen Bestandteile des I dende haben durch die Zwiebel enorme Erleichterung. Bei 'Z'Iote dazu bestimmten Kanäle, die Poren und I der letzten Jnfluenzaepidemie verordneten sie viele Aerzte

? Ausgange des Körpers aus. So ist sie als stärken- I als gutes Vorbeuge- und Heilmittel gegen die Krankheit; oev Hautmittel und Wiederherstellerin der natürlichen I viele Patienten jedoch verweigerten den Genuß der Zwie- )a;orten Fleifchsarben eines der besten Teintverschönerungs- I bel wegen ihres unangenehmen Geruchs und nahmen lieber mittel. Sie macht die Haut glatt und geschmeidig und I das Leiden und seine Folgen dauernder Schwäche auf sich, erzeugt gesundes, festes Fleisch darunter, Hautausschlag I Um den unangenehmen Zwiebelgeruch aus dem Atem ver)chwmdet unter der keimtötenden Eigenschaft der | zu Mseitigen, soll eine Scheibe trockenen Brotes, die man Kuchenzwiebel; auch Ansteckungskrankheiten haben Zwiebel-I nacWt, von gutem Nutzen sein. Auch Petersilie und esser weniger zu fürchten. Die Zwiebel ist eine erklärte I Sellerie soll hierfür gut fein; jedenfalls braucht niemand Feindin von Mikroben, Keimen und Bazillen der In- I die Zwiebel um ihres Geruches willen zu verschmähen fluenza, der Pocken und des Fiebers; sie treibt unfehlbar I und sich durch ein albernes Vorurteil lächerlich zu machen. Kratikheitskeime aus. I Es ist interessant, der Ursache des unglücklichen Ge-

xsn abgelegenen Dörfern Englands begegnet man, wie I ruches der Zwiebel nachzuforschen. Sie liegt einfach an Eyambers Journal erzählt, oft einem alten Brauch, der I dem Vorhandensein einer bestimmten Quantität Schwefels, im Grunde ganz verständig ist, obwohl die Leute dort I Derselbe verleiht der Zwiebel ihre keimtötende Eigenschaft chine Herkunft nicht kennen. Er besteht darin, daß man I und macht sie zu einem so wichtigen medizinischen Mittel Teller mit Zwiebelscheiben neben jeden Sarg oder jedes I aller Zeiten.

TJett stellt, in dem ein an einer ansteckenden Krankheit I Kommt der Schwefel mit Wasserstoff zusammen, so Verstorbener liegt. Er gründete sich auf die Beobachtung, I bildet er Schwefelwasserstoff, eine übelriechende, fast daß die Zwiebel sich schwärzt. Die in der Luft schwebenden I stinkende Verbindung. Die saftige Zwiebel hat sehr viel Keime wurden von der sich schwärzenden Zwiebel ange- I Wasser in ihren Geweben, und dies bildet durch Ver- zogen und setzten sich dicht auf ihr fest; infolgedessen ver- I einigung mit dem Schwefel die starkriechende, in allen färbte sich die Zwiebel, und die Lust im Sterbezimmer I Allium-Arten vorkommende Verbindung Lauchschwefel- wurde rein Ja, es wird erzählt, daß ein Hans, in welchem I Wasserstoff (Allhlschwefelwasserstoff). Derselbe mischt sich zum Verkaufe bestimmte Guirlanden von Zwiebeln hingen, I besonders mit dem ätherischen Oel der Zwiebel, kommt von einer Pockenseuche verschont blieb, welche die ganze I anch in Asafoetida, int Meerrettich, sowie im Tafelmostrich Nachbarschaft heimsuchte. | vor. In letzterem sind die Atome der ätherischen Oele

m ,Die Zwiebel tötet auch Keime, die bereits in das | anders angeordnet, wodurch ihm der unangenehme Geruch Vlut ubergegangen sind. Die weißen Blutkörperchen tver- I fehlt.

den durch sie stark und fähig, die Mikroben zu umschließen I Durch ihren Phosphorgehelt istAllium eepcch in nnd zu vernichten. Sie reinigt, belebt und erfrischt den I höchstem Maße knochenbildend und eignet sich sehr für Vlutstrom. Anßerdem aber reinigt und regt sie Magen | Geistesarbeiter. Dieser Phosphor verbiiidet sich mit dem nnö Leber an und erleichtert diesen beiden Organen ihre I im Trinkwasser eingeführten Kalk zu phosphorsaurem Kalk, Arbeit, indem sie dieselben von Unreinigkeiten befreit und I dem ersten Erfordernis ziim Knochenbau.

als stärkendes Mittel wirkt. Man beachte nur die Wirkung I Bei all diesen vorzüglichen Eigenschaften sollte die auf die Mundschleimhäute, wenn man eine Scheibe roher I Zwiebel die erste Stelle auf unserem Tische einnehmen; Zwiebel kaut. Sofort sind die Speichelkanäle geöffnet, der I denn sie ist auch schmackhaft, allen zarten Nasen zum Trotz. Mundwässert"; und in die Mundhöhle ergießt sich eine I In Scheiben mit Essig, Pfeffer und Salz zubereitet ist sie wahre Flut des ersten Verdauungssaftes, der alle Stärke- I die beste Zugabe zu kaltem Fleisch oder Fisch. Keilt Salat substanzen in den Zucker verwandelt, den allein die Gewebe I ist vollständig ohne sie/ Durch Kochen vernichtet man viel verarbeiten können. Selbst die Thränendrüsen der Augen I von dem üblen Geruch, doch ist die Zwiebel dann weniaer strömen ihre Flüssigkeit bei der Annäherung des Zwiebel I wertvoll als diätetisches Mittel. Htz.

aus, ohne auf eine Berührung zu warten, und so ist es nicht ............... x