Ausgabe 
20.9.1900
 
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und wenn er Alkohol genossen hat, kennt man den majestä­tischen Granden im schwarzen Gewände mit Purpurbesatz gar nicht wieder, der dann tänzelt, in die Luft springr und Rüder schlägt, bis die zunehmende Betäubung sich seiner bemächtigt und er seinen Rausch ausschläft.

Daß sich endlich auch die Schweine gern betrinken, könnte man nach einer hier nicht wiederzugebenden volks­tümlichen Redensart schon von vornherein vermuten. Diese Annahme trifft auch zu. Denn das in seiner Nahrung so wenig wählerische Tier nimmt recht gern die Rückstände der Branntweinbrennereien, in denen wenig guter Alkohol, aber große Mengen des betäubenden Fusels enthalten sind, zu sich, und die Folgen sind dann auch danach.

Wollte man alle Vertreter der niederen Tierwelt auf­zählen, welche sich, gelegentlich einmal einen tüchtigen Rausch holen, so würde der Umfang dieses Aussatzes un­gebührlich anschwellen. Es genügt daher der Hinweis dar­auf, daß sich die so lästigen Schwaben und Russen, ferner auch Schmetterlinge, allerhand Käfer und zahllose Jnsekten- arten, wie Bienen, Hummeln, Wespen, Fliegen, bis Zur Bewußtlosigkeit betrinken.

Schlangen, die lange in der Gefangenschaft gehalten werden, gewöhnen sich leicht daran, Milch aus einer an bestimmtem Platze stehenden Schüssel zu trinken. Ver­fasser dieses sah einmal in der Behausung eines Kräutersammlers in Kärnthen, der mit einer nahezu zwei Meter langen, zahmen Aeskulapsschlänge das Zimmer teilte, wie dies, übrigens ganz ungefährliche Tier, einen Milchnapf leerte, in welches sein Besitzer ein ganzes Glas stark gesüßten Schnaps gegossen hatte. Die Schlange, deren Art übrigens die größte der in Mitteleuropa heimischen ist, fing bald an, sich auf das lebhafteste zu ringeln und förmlich zu tanzen, lag aber, vom Rausche übermannt, eine Viertelstunde lang völlig unbeweglich da und regte sich bei keiner Berührung mehr.

Aeußert sich bei den Tieren schon der Rausch in ganz ähnlicher Weise wie beim Menschen, so ist dies auch mit dem Katzenjammer der Fall. Bienen und Hummeln streichen sich mit den Füßen ihren glänzenden Pelz, als ob sie richtiges Haarweh hätten, und verkaterte Hunde kann man Sauerampfer fressen sehen, während in derselben Ver­fassung befindliche Schafe und Ziegen sich an sauren Beeren delektieren, ganz wie wir einen marinierten Hering genießen.

Ein Teil der Menschen trägt vom ersten schweren Rausche einen dauernden Widerwillen vor alkoholischen Exzessen davon, während ein anderer wieder dabei erst auf den Geschmack kommt undnie wieder trinkt bis zum recht baldigen nächsten Male". Auch hierin halten es die Tiere ganz wie wir; denn während die Minderzahl durch die Qualen desJammers" für immer geheilt ist, be­trinken sich die meisten Tiere bei der nächsten Gelegen­heit ganz ebenso wie beim ersten Male.

Nimmt man nun noch! dazu, daß viele Tiere sich an frischen Tabakblättern, jungem Knoblauch, in vollem Saft stehenden Mohnpflanzen und dergleichen mehr gern be­rauschen, so muß man wohl zugeben, daß durch die ganze Lebewelt der Drang nach erregenden und narkotischen Stoffen geht. Oder sollten etwa all die Tiere, groß und klein, bei einem modernen Pessimisten in die Schule ge­gangen sein und im Ekel am Leben den Zustand des Nichtdenkens und Nichtfühlens für den begehrenswertesten halten? Vielleicht schreibt uns einmal einer der Jüngsten und Neuesten den tragisch endenden Roman einer Hasen- familie, wo die Untreue der Häsin den Gatten von Stufe zu Stufe sinken ließ, bis er aus Gram über die trostlosen Familienverhältnisse eines schönen Juliabends zu viel des^ opiumhaltigen Mohnsaftes genoß, um nie nie mehr zum Leben zu erwachen, zum Entsetzen der tief, aber zu spät bereuenden Gattin, die beim bleichen Frührot den Gemahl alstote Leiche" fand.

GLnMWMNtziges«.

Seit langen Jahren haben wir endlich einmal wieder ein gutes Obstjahr. Da wundert sich wohl mancher, tote- es zugeht, daß hier ein Apfelbaum mit Früchten beladen

ist, sodaß die Aeste gestützt werden mußten, während un­mittelbar daneben ein anderer Apfelbaum kaum einige Früchte zeitigt. Es liegt das an den A p f e l s v r t e n die eine paßt für den betreffenden Boden, das Klima u, s. w., die andere ist falsch gewählt und trägt dort nichtl Gerade dieses Obstjahr sollte alle, die Obstbau treiben, veranlassen, sich in der Nachbarschaft umzusehen und sich die Obstsorten zu merken, die reich tragen. Um die Sortenkenntnis zu erweitern, hat der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau seit dem Beginn dieses Jahres eine vortreffliche Einrichtung getroffen: er legt für die einzelnen Obstsorten sog.Grundblätter" an. Für jeden Monat bezeichnet die Redaktion eine bestimmte Obstsorte, heute einen Apfel, im nächsten Monat eine Birne, eine Erdbeersorte n. s. w. lieber diese Sorte treffen im Laufe des Monats Berichte ein aus allen Teilen Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz. Jeder Leser, der Erfahrungen mit der betreffenden Sorte gemacht hat, teilt sie mit. Am Schlüsse des Monats werden die eingelausenen Berichte von der Redaktion sorgfältig durchgearbeitet und das Er­gebnis in einem erschöpfendenGrundblatte" zusammen­gestellt. Daneben wird die Sorte abgebildet. So wird genau ermittelt, unter welchen Verhältnissen eine Obst­sorte gedeiht, und unter welchen nicht. Augenblicklich steht der Apfel Charlamowsky zur Besprechung. Es unter­liegt keinem Zweifel, daß auf diese Weise immer mehr Klarheit und Sicherheit in die schwierge Obstsortenwahl gebracht wird.

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Geheimschrift.

Nachdruck verboten.

Nachstehende Buchstabenreihen sind in Gruppen zu zerlegen, die sich durch Einfügung paffender Vokale zu sinngemäßen Wörtern bilden lassen.

Mnddnrbhnstgtzfrdnht

Dchwrmnfngstzfrdnkmmtnchtwt.

Auflösung folgt in nächster Nummer.

Auflösung der Königspromenade in voriger Nummer. Es sporne dich auch in schlimmer Zeit Ein jeglicher Tag zur Thätigkeit. Um den ist's gethan, er hat nur Leid, Der die Arbeit verschiebt auf beff're Zeit.

Telakowsky.

KeMtun: «. »urkdardt. »ruck und Verlag der Brühl'schen UnwertztSK-Buch. und Gteiodruckerei (Pietsch' lkrbe») in ®ie|ea.