Verbenen, Rvsenastern usw. wahrgenommen und aus die mannigfachste Weise erklärt.
Unser großer Dichter Goethe, der bekanntlich, ein riesiger Naturforscher war, beobachtete das Phänomen am Abend des 18, Juni 1799. „Eine artige ^Entdeckung", schreibt er darüber an Schiller, „habe ich gestern in Gesellschaft mit Meyern gemacht. Sie wissen vielleicht, daß man erzählt, daß gewisse Blumen im Sommer bei Abendzeit gleichsam blitzen, oder augenblicklich Licht ausströmen. Dieses Phänomen Hatteich noch niemals gesehen; gestern abend bemerkten wir es sehr deutlich an dem orientalischen Mohn, der vor allen anderen Blumen eine gelbrote Farbe har . Bei genauer Untersuchung zeigte sich aber, daß es ein physiologisches Phänomen ist, und der scheinbare Blitz das Bild der Blume mit der gesonderten sehr hellgrünen Farbe ist. Keine Blume, die man gerade ansieht, bringt diese Erscheinung hervor, wenn man aber aus dem Augen- kdinkel hinsieht, so entsteht diese momentane Doppelerscheinung. Es muß dämmerig sein, so daß das Auge völlig ausgeruht und empfänglich ist, doch nicht mehr, als daß die rote Farbe ihre völlige Energie behält. Ich, glaube, man wird den Versuch mit farbigem Papier recht gut nachmachen können .... ." Die Erklärung Goethes erscheint nicht befriedigend; ebensowenig wie die eines anderen Beobachters, der die Ursache der Erscheinung in dem Aufspringen der Staubbeutel und dem Ausstreuen des Blütenstaubes erkennen will. Am meisten befriedigt noch die von Crome am Anfang des 19. Jahrhunderts gegebene Erklärung, wonach wir in "solchen Blüten Magazine vor uns haben, in denen sich die in der atmosphärischen Lust befindliche elektrische Materie ansammelt. Freilich sind auch solche Blumenblitze an anderen als gewitterschwülen Abenden beobachtet worden, sodaß auch diese Darlegung den Kern der Sache noch nicht zu treffen scheint. Die Thatsache aber ganz in Abrede zu stellen, ist nicht wohl angängig, da zu glaubhafte Personen von ihr berichten, wie Linnee und Goethe, ferner Crome, Zawadsky, der berühmte Botaniker Fries und andere mehr. Hoffentlich wird es mit der Zeit auch gelingen, in diese dunkle Materie Licht zu bringen, sofern man uns gestattet, von einer „dunklen Materie" zu sprechen, wo es sich in Wirklichkeit um „leuchtende Gegenstände" handelt.
Es soll schreien.
Nachdruck verboten.
Es war nicht mehr zum Aushalten! Unser Kleines schrie — ohrenbetäubend, herzzerreißend. Alle Anstrengungen der Mama, ihm das liebe Mäulchen zu stopfen, waren vergeblich,; ach nein! Frauen verstehen nichts von Erziehung. Wohl hundertmal war ich, von meinem Schreibtisch aufgesprungen! und hatte sie drüben zur Ruhe verwiesen, hatte sie gebeten, vernünftig zu sein, da ich, wich- tiges — sehr wichtiges W thun hätte. Alles ümfoüst! Meine Arbeit rückte nicht von der Stelle. Vor mir lag das weiße Blatt Papier, an dessen Kopf drei inhaltreiche Worte standen: Sehr geehrter Herr!
Endlich, faßte ich meinen Entschluß. Ich will doch sehen, ob ich nicht endlich Ruhe bekomme. „Emma", sage ich, „Wir wohnen nicht allein im Haus, wir müssen Rücksicht nehmen. Du mußt endlich lernen, ein Kind zur Ruhe zu bringen — Dein Kind. Du summst ihm etwas vor und denkst das genügt. Nein, nein! Mit Deinem ewigen Summen und Brummen ist es nicht gethan. Singe ihm etwas vor — gut! Aber es muß ein hübsches Lied sein — recht melodisch. Glaubst Du denn, daß solch' ein kleines sKesen gar kein Gehör hat, gar kein Empfinden?" —
Ich nahm das Baby auf den Arm und sang in tiefem, wvhlkliügendem Baß — mein Baß ist wirklich sehr wohl- klingeüd"— „Hinaus in die Ferne" rc. Und welchen Erfolg hatte ich ! Das Kleine hörte sofort auf zu schreien und sah mir mit seinen großen schwarzen Augen erstaunt ins Gesicht. „Siehst Du", sagte ich, „so muß man es machen. Das Kind will Musik, nicht Dein ewiges Brummen und Trällern. Und dann — mau muß wirklich! auf die Nachbarschaft Rücksicht nehmen. Wir wohnen doch nicht in der Linrenstraße."
In diesem Moment klingelte es. Ich legte das Kleine wieder zurück in die Arme meiner kleinen unerfahrenen Frau und öffnete. Vor mir stand ein reizender Backfisch mit blonden Zöpfen — ohne Hut. Sie machte einen sehr artigen Knix, und während sich ihr rundes Gesicht mit Purpur übergoß, sprach sie voller Verlegenheit: „Wir wohnen über Ihnen, Herr, — wir sind am ersten eingezogen. Aber Tante, die bei uns wohnt, ist krank und liegt zu Bett. Sie läßt Sie recht sehr bitten, doch, nicht zu singen. Lieber soll das Baby schreien." Hood.
GeineinnÄtziges.
O b st s l e ck e n z u e n t f e r n e n. Man nimmt Sauerampfer, der überall wild zu finden ist, stößt ihn im Mörser sehr fein und drückt ihn dann durch ein Tuch. Auf einen Blechteller legt man das Kleidungsstück mit den Obstflecken, gießt Sauerampfersaft darüber und erhitzt nun langsam den Teller. Ist das geschehen, wäscht man die Sachen kalt nach. Daß dieses Verfahren nur bei weißen Stoffen, also außer bei weißen Schürzen und Kleidern sehr gut auch bei Tischzeug anzuwenden ist, brauchen wir wohl den umsichtigen Leserinnen nicht ausdrücklich zu be- meerken. — Bei Obstflecken in farbigen Waschstoffen muß man anders verfahren. Vor allem ist ein schleuniges Vorgehen anzuraten, damit die Farbe nicht zerstört wird. Man taucht die Flecke schnell in Wasser, tränkt sie mit einer schwachen Pottaschenlösung oder verdünntem Salmiakgeist und spült sie dann in reinem Wasser nüch.
itttterarisches.
Wie denken Sie über China? Diese augenblicklich so aktuelle Frage interessiert wohl jedermann, und so verfehle niemand, den hoch- interefsanten Aussatz über chinesische Kindererziehung zu lesen, den das allbekannte Weltmodenblatt „Grotze Modenwelt" mit bunter Fächervignette, Verlag John Henry Schwerin, Berlin, in seiner neuesten Nummer seinen Lesern bringt. Ferner führt das ausgezeichnete Blatt in küstlerisch vollendeten Modegenrebildern eine große Auswahl eleganter Hochsommer- und Herbstkostüme für Erwachsene wie für Kinder vor, die jede Hausfrau sich mittels der beigelegten Schnittmusterbogen selbst billig herstellen kann. In der Rubrik „Neuestes aus Paris" bringt das unermüdlich Aktuelles bietende Blatt überraschende Pariser Kostüme. Eine willkommene Beigabe bilden außerdem das illustrierte Unterhaltungsblatt, und eine Handarbeiten Beilage in großem Format, die unserer Damenwelt entzückende Dessins zu Handarbeiten für die Musestunden des Sommeraufenthaltes bietet. Was Reichhaltigkeit, Vornehmheit und Billigkeit betrifft, steht wohl die „Große Modenwelt" mit bunter Fächervignette einzig da. Für nur 1 Mk. vierteljährlich zu beziehen von allen Buchhandlungen und Postanstalten. Gratis-Probenummern bei allen Buchhandlungen und dem Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35, Steglitzer Straße 11.
Bilderrätsel.
(Nachbildung verboten).
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Magischen Dreiecks in voriger Nummer:
Baron Abel
8- Mit 8Ä«8 der BrSchl'schea Ünwerfttiits-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erlen) in Litjm,


