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bie Dichtung, um Rat zu fragen. Und, Gott fei Dank, diese «ist um „ganz unfehlbar" wirkende Heilmittel nicht verlegen. Freilich sind diese in ihrer Mehrzahl nicht gerade sehr appetitlich; aber was thut's? Hauptsache ist doch, daß sie sicher wirken! So bedienen sich die Schlesier wie die Steier und Oberpfälzer des Froschlaiches; auch bestreicht man sich wohl in Steiermark mit Waldsch-necken.
Wer nicht nur Heilmittel aus der Tierwelt kennt der Volksglaube, sondern auch pflanzliche Medikamente. In Südtirol thut's der Saft der „weinenden" Rebe, in Oberbayern wirkt der bräunliche Saft der Welschnuß und ent Aufguß von Blättern des Nachtschattens Wunder, in Norddeutschland muß der ätzende Saft der Wolfsmilch (Euphor- bia) die lästigen „Sunnenplacken" beseitigen. Allen Heilmitteln aber an Wirkung voran steht der Tau und, tote simpel, das frische Wasser! Kinder sollen vor allem mit Morgentau gewaschen werden, und in der Oberpfalz geht der Geplagte noch vor Sonnenaufgang auf die Wiese und wäscht sein Antlitz mit Thau. Matthau, besonders solcher vom 1. des Monats, gilt als hervorragend heilkräftig, und der an den Mehren hängende wirkt unfehlbar; dabei bevorzugen die Schwaben den vom Roggen, die Ober-, Pfälzer den vom Weizen. Aber auch! Wasser im allgemeinen „thut's", namentlich! Märzenschneewasser, mit dem be- feuchtete Läppchen aufgelegt sehr wirksam sind, und Oster- wasser, vor Sonnenaufgang schweigend geschöpft und nach Hause getragen. Oft kommt es darauf an, wie das Wasser geschöpft wird: gegen den Strom oder, wie in Süddeutschland, nimgekehrt! Hier muß man auch darauf achten, daß während des Frühläutens geschöpft wird, während der Norddeutsche den Wind dabei nicht missen mag. In Tirol hält man viel darauf, daß das Waschen, int Mondschein geschieht, und im bayerischen Walde schleichen die braunfleckigen Dirnen beim ersten Glockentone des Karsamstags zum Bache und waschen ihr Antlitz, das nun ganz sicher seine ursprüngliche Schönheit und noch etwas mehr erhalt. Besser freilich ist's, wenn man für Vorbeugungsmittel sorgt. So legt man z. B. in Norwegen das Kind am Tauf- taqe in die Sonne; dann bekommt es niemals Sommersprossen, und auch das Osterwasser besitzt, wie ehedem bjefc Quell Arethusa, eine vorbeugende Kraft ...
Was nun, Verehrteste Leserin? An Mitteln, jene „Farbstoffablagerungen" im sog. „Malpighischen Schleimnetz", wie der gelehrte Mediziner die Sommersprossen nennt, zu beseitigen, scheint kein Mangel zu sein. Das Beste an diesen Mitteln ist freilich, daß sie der — Dichtung angehören. Daher möchten wir allen Geplagten raten, auch in der Dichtung den besten Trost zu suchen, die uns lehrt, daß
„Gar bald der keusche Winter
Mit dem Schneeglanz unsere Flecken sauber Macht, aus daß wir strahlen wie die Lilien!"
Ziergarten und Mirrnenpflege.
In st andhaltungd es Blumengartens. Man darf die Blumen nicht wachsen lassen wie sie wollen, man mutz vielmehr für eine gute Formgebung sorgen. Hierzu gehört vor allem das Auf- und Anbinden hoher, stengel- refthier Gewächse, sowie das Niederhaken stark verästelter niedriger Pflanzen. Vom Wind beschädigte, ab geknickte Pflanzenstengel sind zu entfernen, ebenso gelbe Blätter. Etwa entstandene Lücken sind zu ergänzen. Der Boden ist aufzulockern, von Unkraut rein zu halten und bei großer Hitze mit verrottetem Dunge zu belegen. Sollten bei Sträuch!ern in der Belaubung Lücken entstehen, so fülle man sie mit herbeigezogenen Zweigen aus. Auf entern1 Reservebeet ziehe man Reservepflanzen heran, um solche an Stelle von ausgegangenen zu pflanzen, Staudenpflanzen, überhaupt alle mit Wurzelstöcken versehenen Pflanzen, sind alle 3 bis 4 Jahre in frisches, kräftiges Erdreich an andere Stellen zu versetzen. Zwiebelgewächse sind nach dem Abwelken des Krautes aus der Erde zu nehmen, den Sommer über trocken aufzubewahren und im Herbste
wieder, wenigstens die gegen den Frost unempfindlicheren, die anderen erst int Frühjahre in leichte, lockere Erde, je nach! Größe und Stärke 5—10 Zentimeter tief zu pflanzen.
Der Sommerschnitt der Rosen. Bald nach dem Austreiben im Frühjahr sind die einzelnen Stöcke einer Revision zu unterwerfen. Alle schwächlichen Zweige, von denen keine Blumen zu erwarten sind, werden ausgebrochen, ebenso zu dicht gestellte und der größte Teil der nach! innen wachsenden Triebe. Das Ausbrechen der Triebe ist jedoch nur so lange anwendbar, als diese Triebe noch ganz weich! und erst im Austreiben begriffen sind, andern- salls muß man zu ihrer Entfernung das Messer anwenden. Verblühte Blumen schneidet man ab, indem mvn dabei auf das oberste gut entwickelte Auge unterhalb des Blütenstengels zurückgeht; aus den oberen Augen werden sich dann bald neue Blütentriebe entwickeln. Nach Anfang August schneidet man nichts mehr an den Rosen, da von diesem Zeitpunkte an alles zu vermeiden ist, was den Trieb anreizen und die Holzreife,.behindern könnte. Vorher muß man allerdings noch einmal, und zwar zum letztenmal Umschau halten, ob nicht noch irgendwo entbehrliche Triebe sitzen, welche zu entfernen sind.
Große rote, weiße oder gelbe Blumen leuchten jetzt durch die Fenster: Die farbenprächtigen Phyllokaktem (Blattkaktus) vergelten wiederum alle Pflege und Aufmerksamkeit, die (ihnen zuteil wurden, mit einer Fülle herrlichster Blüten. Daß die Kultur dieser dankbaren Zimmex- pflanze keine großen Schwierigkeiten bereitet, ist den meisten Blumenfreunden ja bekannt, sie wissen, daß die Pflanze viel Licht verlangt, daß sie vor und während der Blütezeit ruhig an einem Platze stehen bleiben muß und daß das Gießen mit einiger Ueberlegung zu geschehen hat. Den jungen KakteensreNnden aber, die vielleicht jetzt enttäuscht vor ihrem vorher viel versprechenden Phyllokaktus stehen, weil die anfänglichen Blütejnknospen sich! zu Blättern umgebildet haben oder ganz abgefallen sind, allen Anfängern in der Pflege dieser interessanten, borstigen Gewächse ruft der „Praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau" in seiner neuesten Nummer zu: „Erst wenn die Knospen so groß geworden sind, daß sich an ihnen Kopf und Hals unterscheiden läßt, darfst Du an dem Tage gießen, an welchem die Pflanze trocken zu fern scheint. Und auch dann sei mit der Menge des gespendeten Wassers noch recht sparsam!" Wer an seinen Blattkakteen Knospen bemerkt und in der Pflege und Behandlung seiner Lieblinge nicht ganz sicher ist, bestelle sich! beim Geschaftsamte in Frankfurt a. O. 'Me betreffende interessante Nummer des Ratgebers, sie wird umsonst und portofrei zugestellt.
Skatavfgabe.
Nachdruck verboten.
(Bei französischen Karten gilt Treff gleich Eichel, Pique gleich Grün, Coeur gleich Rot, Carreau gleich Schellen.)
Vorhand tourniert im Besitz folgender Karten
und findet zuerst Rot-Ober (Coeur-Dame), sodann die Rot(Coeurl-Zehn, worauf sie Eichel-Ober (Treff-Dame) und Schellen-Ober (Carreau-Dame) in den Skat legt. Mittelhand hat in ihren Karten 2 Augen weniger als Hinterhand. Das Spiel geht verloren. Wie war die Kartm- verteilung und der Gang des Spieles?
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer.
Wo Geld vorangeht, sind alle Wege offen.
Rebafties: ®. Burkhardt. — Druck und Strlag btt Brühl'scheu Universitätt-Buch- mb Steindrucke! ei (Pietsch Erb tu) in «itßtu.


