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dürfen wir den Unterschied zwischen der männlichen und weiblichen Ausbildung nicht vergessen, als dessen Folge wir die Erweckung und Förderung ganz anderer Neigungen und Eigenschaften anzusehen haben, als die männliche Erziehung sie hervorbringt. Das Ideal der weiblichen Erziehung wies der Frau einen bestimmten Kreis lach, den sie ohne Gefahr für ihren Ruf nicht überschreiten durfte: ihre Tvmäne war das Haus, der Kampf ums Dasein galt als Aufgabe des Mannes. So waren ihr eine Reihe von Berufen von vornherein versagt, und für viele andere fehlten Neigung, Borkenntnisse und weit andere Voraussetzungen. Als dritter entscheidender Faktor fällt >die natürliche Anlage ins Gewicht, die durchaus nichf: allein, wie man uns heutzutage oftmals glauben machen möchte, der bloßen Anpassung, sondern dem natürlichen Unterschied der Geschlechter ihren Ursprung verdankt. Jedes, Mann und Weib, besitzt seine besonderen Eigenschaften, Fähigkeiten und Neigungen, seine spezifischen Tugenden und Fehler. Schon die geringere physische Kraft verschließt der Frau zahlreiche Berufe oder macht sie doch zur Ausübung derselben weniger geeignet — andere treffen wieder mehr mit den spezifischen Fähigkeiten und Neigungen des Mannes zusammen und widersprechen den ihrigen. Wie somit die Verhältnisse gegeben waren, mußte es der Frau schwer werden, in anderen als den ihr 'ganz speziell überlassenen Berufen hervorragendes zu leisten; diejenigen aber, die man ihr überließ, und die mit ihren natürlichen Gaben zusammentrafen, hat sie nicht allein mit Eifer und Erfolg wahrgenommen, sondern sie hat in manchen, ihren natürlichen Anlagen am meisten entsprechenden geradezu glänzende Leistungen dargeboten.
Man darf außerdem niemals vergessen, daß eben infolge obiger Faktoren die Kulturarbeit des Weibes eine mehr indirekte war und ist. Ihr Walten ist ein internes und dient eigentlich mehr der Vorbereitung jener Kultur- thaten, als daß es solche direkt hervorzubringen vermöchte.
„Ein guter Mann wird durch ein gutes Wort Von edlen Frauen weit geführt" —
Geistvolle und edle Gattinnen und Mütter gelten von ältersher als die Erzeuger aller guten und schönen Regungen im Manne, sie sind es, die ihre Gatten anfeuern und jene harmonische Gemütsverfassung in ihnen erhalten, welche die Vorbedingung vor allem der geistigen Produktivität ist; sie sind es, die ihre Kinder zu ganzen Menschen erziehen und sie fähig machen, erfolgreich an der Kulturarbeit der Menschheit mitzuwirken. Die Frau hat daher nicht bloß einen ebenso großen Anteil an der Kulturarbeit wie der Mann, sondern sie ist auch, wenn sich auch dieser letztere Anteil nicht sichtbar nachweisen oder in Zahlen und Namen fassen läßt, an der Erzeugung der großen Ruhmesleistungen der Menschheit hervorragend beteiligt. Nach ihrer Stellung, ihrer Eigenart konnte ihr die That nicht immer gehören, aber den Gedanken, der zu dieser hinüberleitet, half sie redlich erzeugen!
GemlsinnützigHO.
Baumreife und Lagerreife des Ob st es. ltnser Obst hat eine zweifache Reife — eine Baumreife und eine Lagerreife. Der Obstzüchter und Obstfreund muß beide kennen, wenn er von seinem Obst den größten Nutzen habenwill. Von der Baumreife des Obstes ist die Lagerreife desselben abhängig. Man soll aber nicht glauben, daß die Baumreife dann sicher eingetreten ist, wenn man das Obst lange hängen läßt. Langes Hängen der Früchte am Baume wirkt ebenso schädlich als zu frühes Abnehmen. Es ist daher notwendig, die richtige Zeit beim Pflücken abzupassen. Diese ist an verschiedenen Merkntalen erkennbar. In Nr. 24 des „Erfurter Führer im Gartenbau" find diese Merkmale erläutert und durch Abbildungen klar verständlich gewacht. Da augenblicklich die Obsternte nahe vor der Thür steht, können wir diese Nummer, welche unseren! Abonnenten auf Anfrage vom Geschäftsamt des „Erfurter Führers" postsrei zugesandt wird, nur empfehlen.
LitterarHehes.
Mit dem soeben erschienen Septemberheft vollendet eine von uns schon oft warm empfohlene Zeitschrift „Die ArVeilsstUbe UNd HiMshalturrgSschUle" ihren 29. Jahrgang.
Wie viele Leserinnen haben ans ihr schon die Vorlagen zu ihren Handarbeiten entnommen, wie viele sich von ihr Rat und Belehrung geholt, wenn es galt, jemanden mit einer Arbeit, welcher Technik sie auch sei, eine Freude zu bereiten.
Bei dem vorliegenden Bande haben Redaktion und Verlag zusam- mengewirkt und Außerordentliches geleistet. Wenn wir das Register gedachten Bandes überblicken, so staunen wir über die Reichhaltigkeit des Gebotenen. — Für alle nur erdenklichen Handarbeiten gießt er Anleitung zur Herstellung von Häkel-, Filigran, Strick- oder Stickarbeit, ob Platt- Stil- oder Kreuzstich, jeder Handarbeilstechnik ist da Rechnung getragen.
Der neue Band ist ein wahrer Musterschatz gefälliger Handarbeiten und eignet sich, elegant gebunden, (Preis M. 5.—) als praktisches Fest- g-schenk, das Eltern ihren Töchtern, Lehrerinnen ihren Zöglingen, und Damen ihren Freundinnen machen könnn.
Eine Probeabonnemeut auf das I. Quartal 1901 — dieses ältesten aller Spezialblätter auf dem Gebiete der Handarbeiten — kostet nur 1 Mk. und kann dasselbe durch jede Buchhandlung oder Postanstalt bezogen werden. Desgleichen verschickt der Verlag (W. Bobach u. Co., Berlin SW. 46, Halleschestraße 18) gegen Einsendung von 20 Psg. in Briefmarken zwei Probenummern an Interessenten.
Eine richtige kleine Zeitung für Kinder erscheint vom 1. Oktober ab. Es ist das erste Unternehmen dieser Art und wird von dem bekannten Jugendschriftsteller Felix von Stenglin herausgegeben. Das Blatt, das sich „Kinder.Zeitnng" nennt und für Knaben und Mädchen von etwa acht bis vierzehn Jahren bestimmt ist, kommt alle Sonntag heraus und kostet vierteljährlich 1,25 Mark. Es ist gewiß richtig, was der Herausgeber in seinem Prospekt schreibt, daß die Tageszeitungen der Eltern oft nicht die rechte Kost für die Kinder sind, und daß andererseits doch das Heranwachsende Geschlecht über das, was es am nächsten angeht, wenig unterrichtet ist. Das kleine Blatt wird daher, ohne daß es Kinder überlastet, gute Dienste thun können, besonders da es außer dem „Was in der Welt vorgeht", noch Beiträge „Aus dem Reiche der Natur" und fortlaufende Erzählungen bringt. So beginnen in der ersten Nummer die Geschichten „Ein Tag auf dem Monde" von dem trefflichen astronomischen Schriftsteller Bruno H. Bürgel und „Jndianerleben im Thüringer Wald", eine heitere Geschichte von Felix von Stenglin. Für die beste Schilderung eines eigenen kleinen Erlebnisses ist ein Exemplar von Brehms Tierleben als Preis ausgesetzt worden. Eine „Tauschecke", die einer der Lieblingsbeschäftigungen der Kinder, dem Tauschen, dienen will, dürfte von der Jugend gern und viel benutzt werden. Die hübsch ausgestattete erste Probe-Nummer, die große Schrift und vorzüglichen Druck aufweist, wird von der Expedition der Kinder-Zeitung, Groß-Lichterfelde, Dahlemer Straße 75, kostenfrei versandt.
Königsproinenave.
Nachdruck verboten.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man — wie der König auf dem Schachbrett — stets von einem Felde aus auf ein benachbartes übergeht.
auf
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummert Messing — Messina.
»rttftiw: t. 8nrt|«r»t. — Sratf an» »tteg »er »rSbt'schen UM»erpt«r-Vnq. mt» Ctetabrnäerei (Pietsch St» en) in «Heien.


