Ausgabe 
18.9.1900
 
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NNMqSL 39eä dMM Die fürstlichen Berühmtheiten nehmen der Jabl nach StÖ L L d- die -lLmL- V Krone aus erklär

X.*ÄXf?Ä Ss; 15- *s>w*. me INLÄMKLL K afö wirkliche Regentengenies bewährt oder sich sonst durck »^/buswerte Thaten ausgezeichnet haben, ist bei weitem nicht so groß, unter den 73 möchten wir nur Semirami?

Tbereüa und s' 1 j 10 II., Maria

U1?> Elisabeth als Sterne ersten Ranges auf dem entsprechenden Gebiete hervorheben. Bei den Sckrift- stel errnuen, Schauspielerinnen und Sängerinnen bandelt I um Berufe, auf deren Ausübung St tti eine sr^nJa®e b*e. gebildete Frau ebenso hinwies wie e uu^ die Thätigkeit als Köchin, Schneiderin und Putzmacherin, sondern bei deren Wahl sich der ftrmi blA wenigsten sozialen und Physischen (in ihrer S ^en Natur und körperlichen Veranlagung begründeten) I 2???^brten entgegenstellten. Was lag einer geistvollen bi ldeten, für die Dichtkunst begeisterten Frau näher als I ne Beschäftigung mit der Litteratur? Von der Beaeiste- I rung für eme Thätigkeit bis zum Versuch der AusMuna I st .nur ein Schritt, der Reiz ist zu mächtig um den I bloßen Bewunderung^beharren I ?r^er S?Nichi, wie es uns scheint, die Reihe der I H. stistellerischen valente mit den angegebenen 34 Namen I erschöpft; zu einer wirklich klassischen I Berühmtheit hat es aber seit der edlen griechischen Tick- I Mpnrrt^r^s noch keine Frau wieder gebracht; selbst eine I George Sand rangiert immer erst an zweiter Stelle. Den I

Hocher, Shakespeare, Schiller, Goethe, Wieland I vermocht toetMi^e Poesie bisher nicht zu überstrahlen I

^bbiete der Schauspiel- und Gesangs- eBeMfiiirHnP ba? weibliche Genie dem männlichen ^ndnrtlge Triumphe. Namen wie Klara iiiealer l^tt?Tafr^rerrtent' ^dwig Raabe, Friederike Goßmann' Franziska Ellmenrerch und andere reihen sich denen eines ?^wrson, Devrierit, Dessoir, Döring usw. würdig an. Das- Le , .91[ ^r Gesangesmeisterinuen wie Adelina Patti, Pauline Lucca, Jennette Sonntag usw. im Verhältnis zu i S? ?!? wre Wachtel, Tichatschek, Niemann usw. Auffällig muß erscheinen, daß die Zahl der berühmten ?SritTVUt mit ^ angegeben wird, weil das Weib gerade für die graziöse Kunst des Tanzes eine Naturver- rm?0«?0 &tf ww für wenig andere geistige oder körper-

Bernchtungen. Aber man muß erwägen, daß gerade 9??u "of diesem Gebiete vorzügliches leistet, der Durchschnittswert der betreffenden Leistungen schwerer su überbieten ift. Uebrigens scheidet auch vost den fiinf £ i nannten, Marie Taglioni, Oliva, Fanny und Therese Elsler und Lola Montez die letztere noch ans, da sie ihre Be- ruhmthelt in der Hauptsache nur ihren Liebesabenteuern vt-ivunii.

,!!???be,12 S?"?porsonen begegnen wir den Namen Aspasta (die Geliebte des Perikles), Lucretia Borgia, Ful- von Pompadour, Frau von Maintenon usw. Sicherlich ließe sich die Zahl in diesem Falle bedeutend ver­größern; denn gerade für Jntriguen und Diplomatie be- I Iwen die grauen (sowohl im guten wie im bösen Sinne) I ein ausgesprochenes Talent. Auch die Zahl der weiblichen I §ethgen und religiösen Berühmtheiten trifft nicht an- I ^kbErw^ibliche Geschlecht, bei dessen Aus- | bilbung das Gefühlsleben in weit höherem Grade Berück- I Wnflung findet als bei der des männlichen Geschlechts, | bem letzteren hinsichtlich ber Neigung zu religiöser Schwär- I merei gewiß nicht nachsteht. Daß wir unter den weiter I oufgezahlten Berühmtheiten nur 2 Kriegerinnen, 2 Histo- I rikerinnen, 2 Reisende und je eine Erfinderin und Astro- I uomin finden, erscheint nicht befremdlich, weil diese Be- I riife einerfeit§ der natürlichen Neigung Und Befähigung I mP1?A?oU oder wenigstens der im Laufe der Jahrtausende I erzeugten Sonderart derselben widersprechen, andererseits I Zu denen gehören, von welchem die soziale Anschauung |

I f?,wu wir üever sagen das soziale Vorurteil v) ihre I Aufmerksamkeit bisher willkürlich und unwillkürlich ab- I ?? ? Sie wissenschaftlichen und technischen Berufe be- I dürfen überdies einer besonders kostspieligen und lanq- I Berufsausbildung, die sich die Frau unter den I bestehenden sozialen Verhältnissen und unter dem Drucke der herrschenden Anschauungen selbst jetzt noch nur in I Ausnahmefallen anzueignen vermag. Daß dagegen die I ???rei und Musik nicht mehr weibliche Talente aufzu- I haben, muß befremden. Unsere Zusammenstellung I nrnnt auf ersterem Gebiete nur Rosa Bonheur und An- uf letzterem nur Clara Schumann;

?/dft wenn man noch einige Namen hinzufügt, bleibt das I Mißverhältnis bestehen. Die berühmte Astronomin iit Herschel, die Schwester des großen Astronomen Wilhelm Herschel, bekanntlich seine treue und eifrige Mit- ! arbelterm und Gehilfin, die Entdeckerin mehrerer Ko- ?elen Und Verfasserin eines Sternkatalogs. Die Erfin­derin ist Barbara Uttmann (geb. 1514, gest. 1575 zu Anna- Enust des Spitzenklöppelns erfunden w den beiden Geschichtsschreiberinnen verdient nur 1083 ln Konstantinopel, gest. 1148 im Kloster) Erwähnung, welche die Geschichte ihres Vaters, des byzantinischen Kaisers Alexios I. geschrieben hat. Am fernsten liegen der weiblichen Natur wohl die Berufe des Kriegers und Reisenden, und in ber £tjat nennt unsere Stuf» Lu^0??'ersteren nur die bekannten Namen Judith und Johanna d Arc! unter der großen Menge der Forschungs- 9rrlJrAbsn- ba?.9en studen wir nur Ida Pfeiffer und I?^driue Dinne, die allerdings beide den glänzendsten Nachweis für die Qualifikation der Fran zur Forschungs- relsenden erbracht haben, und von denen Alexandrine Tinne af? s/r Gedenktafel der Märtyrer der geographischen Wchenschast verzeichnet steht. Ida Pfeiffer (geb. 14. Qf, ^5 17?7 M Wien), bereiste Palästina, Aegypten, Mada- ?nb Irland und unternahm zwei ?eIt An mehreren Reisewerken legte sie rhrer Fahrten, Abenteuer und Beobacht­ungen meder. Sie starb am 28. Oktober 1858 in Wien Uirz nach ihrer Rückkehr aus Madagaskar. Alexandrine -innne (geb. 1 <. Oktober 1839 im Haag), erwarb kick nickt !?^Aebliche Verdienste um die Afrikaforschung. E?ft " ^ahre alt, unternahm fte ihre erste Reise nach Svrien und Aegypten, 1862 erforschte sie den Nil, 1863 brach sie nach dem Bahr-el-Ghasal auf. Weitere Reisen batten fHitef??qnnb' ^?^rn und Algier zum Ziel; an diese schloß sich 1869 enie Expedition nach. Jnnerafrika, auf w elch ei- begriffen die kühne Forscherin von den sie begleitenden Tuareg am 1. August ermordet wurde.

Gar nicht vertreten finden wir weibliche Berühmt- heiten unter den Architekten, Bildhauern, Botanikern Buchdruckern, Buchhändlern, Chemikern Juristen Kans- L 7- »Äfit

1 ???' ^^onalokonomen, Pädagogen, Philoloaen Vbila- sophen, Physikern, Schachgrößen, Sprachforschern Teck- mkern und Zoologen. Die Gründe hierfür Md dwselben Teir?1? oben näher dargelegt haben: bei einem Teile stand die natürliche Anlage, bei dem andern die I Anschauung hindernd im Wege. Daher läßt sich ganz kern^aebU?b^^? b?? Frau zahlreichen Gebietest Meinn9?) teben rst und in den meisten andern binsickt- y ber L^tuugsfähigkeit mit dem Mann bisher nicht gleichen Schritt zu halten vermocht hat, weder die ge­ringere Fähigkeit des weiblichen Geschlechts folgern noch beider ^ruf das Verhältnis der Leistungen

beider Geschlechter in der Zukunft ziehen. , B TOnnnr S E ^br Abwägung des Kulturanteils von

rnJw? ??b ®ber besser gesagt des Anteils beider

Geschlechter an der Erzeugung von Kulturwerten die weit- aus geringere Anzahl tn Berücksichtigung zu nehmen mt^c"r.er b? Fruu den Wettkampf mit dem Manne zu fuhreii hat. Die Frauen aller Völker, die in Viel­weiberei leben oder bei denen das Weib in sozialer Unter­ordnung gehalten wird, scheiden von vornherein aus es kommen nur dte Frauen der Kulturstaaten in Betracht welche wenigstens in der Hauptsache die Gleichberecktiauna petfhhe?Il4enrC®'^,Iet^t§ anerkennen und die Frau durch entsprechende Erziehung und Bildung zur Bethätigung auch in intellektueller Hinsicht in den Stand fetzen. Zweitens