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vollendet iSbniemanbÖf die an die prägnanten, kurzangebundenen Leben voll Arbeit, Lc2 Großen erinnern, die

Sinter ft* hnt ^r und Enttauschung Entscheidung nut ferner eigenartigen, fast Zierlichen, kleinen

In dieser Weise arbeitet ber Kaiser, der baut statt bet früher von rhm bevorzugten Virginia, auf bie er seit ernrgen Zähren auf Anraten seiner Aerzte verzichtet hat mehrere Mebra Regalia raucht, bis gegen 8 Uhr fort. Dann erscheinen die verschiebenen militärischen unb bem Biöif angehörigen Herren seines Gefolges zum Vortrag Zuerst bre Generalabjutanten Felbmarschalleutnant von Bolfra« unb Graf Paar, mit welchen militärische Angelegenheiten auf bas erngehenbste erwogen werben, bann ber Kabinetts- brrettor unb ber Oberhofmeister unb bie verschiebenen Mi­nister, von benen, wegen ber staatlichen Trennung Oester- rerchs von Ungarn, kein Monarch so viele hat als Franz rsofef. An mehreren Tagen ber Woche kommen nun noch Dutzenbe von Aubienzen von Beamten unb Offizieren' welche sichi für Ernennungen unb Beförberungen bebanken' von angesehenen Personen, bie persönlich bie Orden des verstorbenen Vaters überbringen dürfen und von zahl­reichen Bittstellern hinzu, die für sich- oder nahe Angehörige dre kaiserliche Gnade anrufen. An anderen Tagen wieder begiebt sich der Monarch zu Besichtigungen von Truppen zu Ausstellungen und auberem Feierlichkeiten oder stattet

mit semer eigenartigen, fast zierlichen, kleinen Handschrift an den Rand. Meistens liegt fo überreiches Material zur Entscheidung vor, daß die Zeit, bis ju ber Munde, wo andere Obliegenheiten zu erfüllen sind, voll- standig verbraucht wird. Ist dies ausnahmsweise einmal uuht der Fall, so wird gewiß schon in früher Morgenstunde nach den Kabinettskanzleien geschickt, um neues Material zu holen oder der Monarch erledigt jetzt seine Privat- torrespondenz, welche bei der großen Mitgliederzahl des kaiserlichen Hauses und der Verwandtschaft mit fremden Hosen keme geringe ist, und namentlich- im Verkehr mit semen beiden Töchtern, der Prinzessin Gisela, der Gemahlin

^bopold von Bayern, und der Erzherzogin Marre Valerie Gemahlin des Erzherzogs Franz Salvator mit strenger Regelmäßigkeit gepflegt wird.

Rippen des fungen Kaisers soll sich damals der ^UJ entrungen haben:Lebe wohl, meine k Unb b^ Worte sind nur allzu wahr geworden; der zweiundfünfzig -jährigen Regierung, auf

bE der Monarch zurückblickt, hat das von ihm geleitete Staatswesen so viel Wandelungen durchgemstcht, daß in t,u>t ununterbrochener Folge schicksalsschwere Entschließ­ungen zu fassen waren, welche das rege Verantwortlüü- keitsgefühl des Kaisers wohl manchmal schwer bedrückt "* bn Su8=n&e, wachge.

LLL 's minutiöse Art und Weise, wie er seinen Tag eingeteilt hat, damit auch nicht ern geringer Bruchteil desselben ungenützt VvvU v-Wv,

r . gehört zu den Frühaufstehern und verläßt

^.chLag'w schon rn zeitiger Morgenstunde; denn nur in mestr Zeit kann er sich ungestört intensivster geistiger Arbeit hingeben, da der übrige Teil des Tages überreich mit Vor­tragen von Militärs und hohen Beamten, mit Empfängen und anderen repräsentativen Obliegenheiten belastet ist. Pünktlich zu der am Abend vorher festgesetzten Stunde es ist meistens um halb vier oder vier Uhr, und nur im Winter zuweilen erst um fünf Uhr betritt der Dienst- HÄienbe von den drei Kammerdienern, welche den persön­lichen Dienst versehen, das Schlafgemach des Monarchen, d.^n fre auf jeden Fall zu wecken haben, auch wenn er im tiefsten Schlafe liegt, und nach einem einfachen Frühstück,

FrTL a^S Tusse schwarzen Kaffees und Weißbrot besteht, begiebt sich Franz Josef an die Arbeit, chu großen Mappen und Taschen liegen hier die Hunderte von Aktenstücken, welche der Erledigung harren und die vom Kaiser gleich eingehend geprüft werden, ob sie nun Vorschläge der obersten Verwaltungs- und Gerichtsbehör­den oder Militarangelegenheiten betreffen, welch letztere dem Monarchen, der vom Scheitel bis zur Sohle Soldat ist besonders am Herzen liegen. Aber auch von den zahl- lo>en Bitt- und Gnadengesuchen, die tagtäglich beim Kaiser einlaufen, dessen gütiges Wesen seinen Völkern wohlbe- tannt ist, wird kemes ohne Prüfung seines Inhalts blos

c ... Nachdruck verboten.

ÄrÄX ?u s* a $ Millionen den Gegenstand der. Verehrung zu bilden denn bte meisten tonnen sich von den durch- die Kindermärchen verkommenen Vorstellungen nicht losmachen, daß das ^.eben eines Monarchen eitel Wonne und Genuß sei und man muß zugeben, daß sie in diesen Anschauungen bestärkt werden durch den verdächtigen Eifer, mit der so mancher ^vlstelstaatprinz sich, bemüht, ein erledigtes Thrönchen im ^nent zu ergattern und nun in seinem blaublütiaen Zerren dem'ihm bis

bannten fremden^ Volke-entdeckt, das er vordem vielleicht ^Hammeldiebe zu bezeichnen geneigt gewesen wäre.

- ber Monarchenberuf aber ernst genommen wird'

LoML ,UiC w°nig- von be^bie^f^ö ^. Drr erlauchte Verbündete des deutschen Reiches und Italiens, dem es von uns Deutschen nie vergessen werden b5,= vr.rückhaltlos und ohne Hintergedanken auf Bismarck» genialen Plan des deutsch-österreichischen Bünd- Nlfses emglng und die menschlich- berechtigte Empfindlich­keit zuruckstellte über den Ausgang des Krieges von 1866 r^./bm und seinem Reiche den Einfluß in Deutschland

Stunde zur Regierung, als des Schick- n schwer auf Oesterreich herniederhingen. Als

m den Revolutwnssturmen des achtundvierziger Jahres L 0an^e "Metternichtigkeit" des Staatskünstlers zu- j°v"venbrach, der durch mehr als 30 Jahre bemüht ge- Kiwi war^uberdem monarchischen Europa die Ruhe und 5 Friedhofes auszubreiten und zu erhalten, zeigte £ Oesterreich einer frischen Kraft bedurfte, der wie dem damals regierenden Kaiser Ferdinand, ge- bfe ®uh9cer durch frühere Zusagen namentlich, an n^aren die Hande gebunden waren. Ferdinand

Sb bamau$: der nächste thronberechtigte Agnat, Erzherzog Franz Karl, beeinflußt von seiner willenskräf- ehrgeizigen Gemahlin Sophie, Tochter des

Bayern, Verzicht leistete, gelangte

1 ^?^reu Sohn Franz Josef, der zu diesem Berufe am herüber 1848 als großjährig erklärt worden war, im

Alter von 18 Jahren auf den Thron eines -anderkomplexes, der wegen der Vielsprachigkeit und der hohen Kulturstufe der in ihm wohnenden Völker ken is?"" °IIen Ländern Europas am schwersten zu len-

Ä gestanden haben mußten, die aber heute nichts

-ftnäE v»ar, als eine große, öde Brandstätte von »v»i.ii.nust schauerlichem Aussehen. Ein paar berußte dauern ragten twch da und dort aus den schwarzen Trüm­merhaufen empor, die Stellen bezeichnend, wo sich vor Zähren die stattlichsten und widerstandsfähigsten Gebäude befunden hatten. Ein Flug von Krähen erhob sich b^m Herannahen der Reiterin mit widerwärtigem Gekrächz aus bem Sch-uttfelde; Elisabeths Pferd aber scheute nach einem <Vn^>nb ^^kerer Schritte vor einem im Wege liegenden &^rntf'rbeffen Anblick auch das Blut des fungen Mädchen» für einen Augenblick erstarren machte.

(Fortsetzung folgt.)

Kaiser Franz Josef l. bei der Arbeit.

Ein Charakterbild des Monarchen anläßlich- seines 70 Ge­burtstages am 18. August 1900.

Von Paul von Edelskron.