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waren ganz anderer Art. Er blickte sie mit dreister Be­wunderung an und sagte vertraulich: Beim Zeus! Sie sind ein niedliches Blümchen!

Bellas Wesen veränderte sich sofort, und ein Blick der Entrüstung traf ihn.

Ich werde mich bemühen, meine Schuldigkeit zu thuu, sagte sie. Guten Morgen, mein Herr!

Warten Sie noch einen Augenblick, sagte Schriveu und berührte eine Glocke. Sogleich erschien der Geschäftsführer.

Geben Sie diesem Mädchen nächsten Montag eine Stelle im Bänderverkauf, sagte er, und nach zwei Stunden möchte ich Sie dann sprechen.

Der Geschäftsführer verbeugte sich, und sie gingen. Fortsetzung folgt.

Eislauf, Schlittenfahrt und Ski.

Plauderei von FredHood.

Nachdruck verboten.

Begraben ist in ewige Nacht Der Erfinder großer Name zu oft! Was ihr Geist grübelnd entdeckt, nützen wir; Aber belohnt Ehre sie auch?

Wer nannte dir den kühnen Mann, Der zuerst am Maste Segel erhob? Ach, verging selber der Ruhm dessen nicht. Welcher dem Fuß Flügel erfand!"

Diese merkwürdigen Verse aus Klopstock's berühmter Ode Der Eislauf" haben vielleicht schon in naiven Gemütern den Glauben erweckt, der Erfinder des Schlittschuhs müsse ein beson­ders intelligenter Kopf gewesen sein. Weit gefehlt! Der große Unbekannte,der dem Fuß Flügel erfand", hat nie existiert, wenn nicht m der Phantasie des Dichters. Jedenfalls steht fest, daß der Schlittschuh nicht das Erzeugnis einer besonders vorgeschritte­nen Kultur bildet.

Ich setze allerdings voraus, daß niemand annehmen wird, die unkultivierten Völker hätten sich schon des Schlittschuhs in einer heute gebräuchlichen Form, oder auch nur einer ähnlichen Konstruktion bedient. Jeder Verständige wird vielmehr leicht emsehen, daß ich ebensogut von der Erfindung des Schneeschuhs «der Schlittens sprechen könnte, während ich denselben Gegenstand rm Sinne habe.

Ich denke mir, jeder Wilde muß ohne besondere Anstrengung seines Geistes dazu gelangt fein, ein erlegtes Tier, das er nicht anders zu transportieren vermochte, auf dem Erdboden hinter sich herzuschleifen. In derselben Weise mag er anfangs die Baum- stamme befördert haben, deren er zum Bau von Zelten bedurfte; langfaserige Pflanzen, Aeste oder gedörrte Tierdärme dürften die Zugleme vertreten haben. Mehrere miteinander verbundene Baumstamme bildeten dann eine ArtSchleife" zur Beförderung größerer Lasten, und als Menschenkraft diese nicht mehr fort zu bewegen, vermochte, spannte man die Tiere ins Joch und ließ »ich schließlich selbst von diesen lustig davontragen.

Bei den Polarbewohnern, deren Land den größten Teil des Wahres eine ununterbrochene Schneedecke überzieht, wurde die schleife zum Schlitten. Die Fuhrleute erkannten, daß das Fahr- zeug um so schneller über die Schneefläche dahinflog, je mehr die zu Schlittenkufen verwendeten Baumstämme durch Abnutzung ge­glättet wurden. So begannen sie dann das Holz sorgfältig zu bearbeiten oder glatte Knochenstücke als Gleitschienen zu'ver­wenden.

In vielen Fällen bedurfte man noch gar nicht einmal der Zugtiere; sobald es bergab ging, kamen diese sogar in Gefahr, von dem Schlitten überrannt zu werden. Man ließ das Fahr- WS iN diesen Fällen frei bergab gleiten und konnte so mit Windeseile große Strecken zurücklegen. Hatte man keine Last zu befördern, so wurde unter Umständen der Schlitten selbst zur Last, und es lag daher wohl nahe, die Schlittenkufen direkt an die Füße zu bmden. So entstanden die Schneeschuhe.

Einige Volksstämme besaßen allerdings schon ein derartiges Werkzeug, bevor sie den Schlitten kennen lernten. Es bestand "us großen Holz- oder Ledersohlen, mit denen die Wilden ihre Fuße bekleideten, um im lockeren Schnee besser Halt zu gewinnen. Sie sahen, daß sie bei genügend großen Schuhen (infolge der £ Ä ßaftöerteihmg) nicht in den Schnee versanken und so das Wild schneller verfolgen konnten. Auf diese Weise entstanden m $cn Alpenländern in Norwegen und Schweden gebräuch- Uchen, ein bis zwei Meter langen und etiva einen halben Meter breiten, plattenförmigen Schneeschuhe, die im allgemeinen aus einem mrt Rohr oder Schnüren bespannten, kreisrunden oder ovaken Holzreifen bestehen, und oben mit einer Ledersohlc für den Fuß, sowie mit Besestigungsricmen verfehen sind.

^ Eartige primitive Schneeschuhe sind aber nur zum Laufen, zum Gleiten auf der Schneebahn ledoch nicht geeignet.

ker nodi^e Schneeschuh oder Ski, der noch heute den Schlittenleisten recht ähnlich sieht. Er ist seiner ganzen

Natur nach dazu geschaffen, über die weiche Schneefläche Hinweg­zufliegen. Seine Länge wird natürlich durch das Körpergewicht des Menschen bedingt; als Durchschnittsmaß gilt eine Länge von 2,15 bis 2,30 Metern.

Man unterscheidet verschiedene Typen des Ski, so den Lappen-, Finnen- und Telemarkschuh. Der letztere, für deutsche Verhältnisse am zweckmäßigsten, ist ganz schmal und etwas ge­wölbt. Er muß sich beim Gebrauch infolge der Belastung soweit durchbiegen, daß er auf der Schneedecke flach aufliegt. Infolge der leichten Wölbung wird die Reibung vermindert und das Hin- wegglciten über die Ebene erleichtert.

Die Fortbewegung erfolgt durch, paralleles Vorschieben der Schneeschuhe, also nicht wie beim Eislauf durch weites Ausk- schreiten der Füße. Man bedient sich beim Lauf noch eines Stabes, der jedoch lediglich das Bremsen und Lenken erleichtern soll.

Obwohl bei uns nur während einer verhältnismäßig kurzen Zeit der weiße Teppich die Erde bedeckt, ist auch in Deutschland der Schneeschnhlauf seit einiger Zeit mit einer gewissen Be­geisterung ausgenommen worden. Seine praktische Bedeutung beim Militär, sowie im Post- und Forstwesen wird in maß^ gebenden Kreisen anerkannt, und auch im Volke beginnt man sich für diesen gesunden Sport mehr und mehr zu interessieren.

Es liegt nahe, anzunehmen, der Schlittschuh habe sich aus dem Schneeschuh entwickelt; vermutlich diente aber ursprünglich dasselbe Instrument beiden Zwecken. Beim Verfolgen des Wildes vermochte man nicht die bequemsten Pfade zu wählen, und so ging es denn wohl nicht selten mit beflügeltem Fuß über Eis und Schnee dahin, wie es die Jagd verlangte. Obwohl schon in den altisländischen Heldenliedern derEdda" vom Eislauf die Rede ist, kann doch mit Sicherheit angenommen werden, daß die ersten aus Rind- und Pferdeknochen gefertigten Schlittschuhe den Schnee­schuhen ähnlich sahen, und etwa die Ausdehnnng Heiner Kähne hatten. Erst später, als man erkannte, daß auf dem sehr trag­fähigen Eise eine Verteilung der Last wie auf dem lockeren Schnee nicht erforderlich sei, ging man zu Heineren, aber auch solideren Konstruktionen über.

Im Laufe der Jahrhunderte hat der Schlittschuh daun die verschiedensten Metamorphosen durchgemacht. Wir selbst haben ein Stück dieser Entwicklungsgeschichte mit erlebt, doch handelte es sich in unserer Zeit hauptsächlich um die Vervollkommnung des Befestigungsmechaniswus.

Wir erinnern uns noch jener Marterhölzer, die mit einem roh geschmiedeten, unten meist gekehlten Eisen versehen waren, und im Stiefelabsatz durch einen Dorn, im übrigen aber mit einigen Metern Riemen am Fuß befestigt wurden. Es war ein heidenmäßig Stück Arbeit, solch einen Schuh kunstgerecht anzu­schnallen. Zog man die Riemen zu fest an, so drückten sie über dem Spann, andernfalls mußte man jeden Augenblick das Werk von neuem^begimien. Vorn hatten die Stege einen langen, ge­schweiften Schnabel, der nur dazu geschaffen schien, Freund und Feind zu Falle zu bringen. Wenigstens erinnere ich mich, daß wir als Quartaner einen derartigen amüsanten Sport ins Leben riefen.

Dieser Schlittschuh hatte aber auch seine guten Seiten. Es war ein eigenartiges Vergnügen, zehn Minuten lang auf dem zu knieen, und an einem reizenden Damenstiefelchen herum­zuschnüren, selbst wenn die Finger vor Frost erstarrten. Das ist heute vorbei.

Den Holländern, die bekanntlich große Meister im Eislauf sind, werden einige unwesentliche Verbesserungen der Schlittschuhe zugeschrieben, Neucrnngen von weittragender Bedeutung blieben ledoch den erfinderischen Amerikanern Vorbehalten. Sie beseitigten den vorderen Schnabel, verlängerten die Stahlschiene über den Absatz hinaus und ordneten hier eine Schraube an, die die Be­festigung des Hackens in einer zangenförmigen Vorrichtung be- wirkte; am vorderen Ende diente ein Riemen zur Befestigung. Allerdings brach die Schraube nicht selten bei ungenügender Oelung oder lockerte sich nach längerer Benutzung.

Es folgten einige mehr oder minder gute Variationen dieses Systems, bis schließlich derHalifax" seinen Siegeslauf begann.

Dieser Schlittschuh besitzt einen Vorzug, den jeder Eisläufer bei einigen Graden unter Null schätzen lernt. Ein einziger Fingerdruck aus eine über die Stahlschiene angeordnete Hebel­vorrichtung setzt zwei Zangen mit Hauenförmigen Ansätzen in Bewegung, welche Sohle und Absatz des Stiefels fest einklammern. Diese Klauen sind nach jeder Richtung hin durch Mutterschrauben verstellbar, sodaß man zu Haus den Mechanismus für jedes Schuhwerk passend einstellen kan. Da sich aber auch die Schrauben der Stellvorrichtung mit der Zeit lockerten, so ver­vollkommnete ein Oesterreicher die Halifax - Schlittschuhe durch einen Mechanismus, der zwar auch durch eine schraubvor- richtung eingestellt, aber während des Laufens durch den auf dem Mechanismus ruhenden Fuß unverrückbar festgehalten wird. Der­artig konstruierte Eisschuhe sind unter dem NamenAustria- Schlittschuhe" bekannt.

In der Kunst des Eislaufs muß man zwei Richtungen unter­scheiden, das Rennen und das Knnstfahren. In Norddeutschland, Nordamerika und Skandinavien legt man viel Wert darauf, in