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Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Homonym in voriger Nummer: Hagen.

«ebatom: «. Burkhardt. - Druck und B-rlag der Brühl'schen Universttät^Buch. und Tteindruckerei (Pietsch Erben) in ««gen.

keine Spur von Nadelstichen, und ihre Unterhaltung, wenn Erna nicht besonders aus sich achtete, bewies dem Maler deutlich, daß sein rätselhaftes Modell aus seiner eigenen sozialen Stellung sein müsse. Es war nicht müßige Neu­gierde, sondern wahres Interesse an dem jungen Mädchen, das Robert Nantil veranlaßte, immer wieder zu fragen, und ihn schließlich zu dem Entschluß führte, mit Gewalt den Schleier des Geheimnisses zu lüsten.

Und so kam es, daß Erna an dem Tage, als fte das Atelier verließ und nach Hause eilte, keine Ahnung hatte, daß ihr in entsprechender Entfernung ein Herr folgte, der Robert Nantil zum Verwechseln ähnlich sah!

Am folgenden Tage ging Erna zur festgesetzten Stunde zuip Sitzung, aber . . . kaum war sie um ine nächste Straßenecke gebogen, da schlüpfte Robert Nantil aus der Thürnische eines Nachbarhauses und trat an die Portier­loge des Hauses, aus dem Erna gekommen, um zu fragen:

Fräulein Erna. . . wohnt doch hier?" .

Die erstaunten, musternden Blicke der Verwalterm, welche den Fragesteller von oben bis unten maßen, sprachen deutlich dafür, daß nicht oft Männer seines Alters nach dem jungen Mädchen fragten.

Die ich nicht zu Hause", kam bte kühl abweisende Antwort.

Und die Großmutter?" ...

Jawohl! ... 3 Treppen hoch, links . . ." klang es viel! freundlicher; denn wer nach der Großmutter fragte, konnte doch nicht mit schlechten Absichten kommen.

Danke", sagte Robert Nantil, und während er die Treppen hinanstieg, überlegte er, was er nun eigentlich der Großmutter sagen sollte... Ich weiß wahrhaftig nicht, was . . . nun, ich werde ja sehen, meinte er für ftch.

Eine alte Dame mit silberglänzendem Scheitel und frischen klaren Augen öffnete auf sein Klingeln die Thür.

Habe ich, das Vergnügen, mit der Großmutter von Fräulein Erna zu fprechen", fragte er mehr der Form wegen, denn gerade fo wie jetzt die Enkeltochter, mußte einst die alte Frau da vor ihm ausgefehen haben.

Mit Frau von Espay, jawohl", antwortete die alte Djame mit freundlichem Lächeln. . .Sie haben gewiß mein Enkelkind bei dem großen Künstler Robert Nantil kennen lernen? Bitte, treten Sie doch näher." .

Ueberrascht durch den Namenvon Espay" und m seiner Eigenliebe als Künstler geschmeichelt, war Robert Nantil im Begriff zu antworten:

Der große Künstler Nantil bin ich selbst."

Aber ein gewisses etwas hielt ihn davon ab; er folgte Frau von Espay in einen kleinen Salon, setzte sich auf ihre Einladung, und die alte Dame machte es sich in ihrem Lehnstuhl bequem, um bann mit ber alten Leuten eigenen Rebseligkeit zu beginnen.

Wenn Sie mit Erna sprechen wollen, müssen Sw schon wieder kommen. . . Sie ist jetzt bei Herrn Nantil . . . Nicht wahr, ber Herr ist gut? ... Wie brillant bezahlt er die Stunden, bie Erna seinen Kinbern giebt! . . . Ach! Sie hat wirklich! Glück gehabt, solche Familie zu sinben . . . foenn warum soll id) es Ihnen nicht sagen gerade als Erna die Stunden bei Herrn Nantil erhielt, ging es uns nicht zum Besten... ich war sehr krank gewesen . . . Schmachans war Küchenmeister, und mein Herzblatt wußte nicht rnchr aus nosch ein, um ihre alte Großmutter zu! pflegen. . . denn meinetwegen arbeitet sie doch nur so! Als wir aus der Heimat sortzogen und unser Besitztum, das durch bie Reblaus entwertet war, verkauft hatten, ba hat Erna es sich, in ben Kops gesetzt, unseren Unterhalt verdienen zu wollen . . . unb sie Hais auch wirklich erreicht . . . Aber ich benfe, Gott wirb es ihr schon einmal lohnen, was sie alles sür ihre alte Großmutter thut! . . . Glauben Sie bas nicht auch?"

Robert hörte eigentümlich, bewegt zu. Jetzt verstand er bie fromme Lüge, bie ben Zweck gehabt, ber Großmutter den Schmerz zu'ersparen, baß bie Enkeltochter sich als Modell angeboten, um bie Not von ber alten Frau fern zu halten. t

Ja gnäbige Frau", sagte Robert Nantil und küßte Frau von Espay ehrfurchtsvoll bie Hanb zum Abschieb,

ja ich. glaube unb hoffe, daß Fräulein Erna noch glücklich werden wirb."

Inzwischen hatte bas junge Mäbchen bei ihrer Ankunft im Atelier einen Bries des Künstlers gefunden, worin ber- elbe sie bat, auf seine Rückkehr zu warten, er habe in einer bringenbeu Angelegenheit sortgemußt. Gerade sah ErM ungebuldig nach, der Uhr, da erschien der Bildhauer und bat:Verzeihen Sie, Fräulein Erna, wenn ich! Sie warten ließ, ich, habe mich in der Gesellschaft von Frau von Espay verplaudert, wir hatten uns soviel von ben Heinen Nautils unb deren Lehrerin zu erzählen..."

Erna wurde bunteirot, bie Augen füllten sich nut Dhränen, flehend hob sie bie Hände unb rief ganz fassungs­los:O mein Gott! Sie haben Großmütterchen gesehen. Aber Sie haben ihr doch hoffentlich nicht erzählt, baß . . .?*

Robert war ganz nahe an Erna herangetreten und hatte die zitternden Hände in seine zusammengefaßt:

Ich habe garnichts erzählt . . . Großmütterchen hat die ganze Zeit gesprochen ... und während sie sprach, habe ich gedacht, wie schön es fein müsse, sich von einem solchen Mädchen lieben zu lassen . . . Sag' Erna, Geliebte . . . kannst Du Dich nicht entschließen, bei mir zu bleiben? . . . müssen wir uns durchaus Lebewohl sagen. . .?"

Erna sah scheu zu dem großen Mann auf, der sich zu ihr niederbeugte unb wie ein ängstlicher Knabe um ihre Liebe bat . . . ihre Liebe, bie sie ihm schon so lange heim­lich gegeben ... Unb fassungslos konnte sie nur fragen:

Wie soll ich, benn aber nur Großmutter meme Luge beichten?" ,.

Unb Robert Nantil mußte wohl aus btefen Worten bu erhoffte Antwort heraushören, ober las er sie tn den

Jedenfalls sagte er siegesbewußt:Dafür laß' wich mir sorgen . . ." Unb bann flüsterten bie beiden mit­einander . . . und bann würbe es ein Weilchen ganz ganz still, unb darauf wurde plötzlich! die Klingel so ungebuldig gezogen, baß ber alte Benoit gar nicht schnell genug herem- lommen konnte. Und als ihm seinjunger Herr sagte. Benoit, hier steht Deinejunge Herrin", unb habet auf Erna wies, ba schien ber alte Diener es wohl zuftiebeu und schmunzelte vergnügt, als bas glückstrahlende junge Paar den Heimweg zu Ernas Großmutter antrat.

Gemeinnütziges.

Isür die Küche.

Weiße Bohnen mit Kartoffeln. Bohnen auslesen, waschen, mindestens zwei Stunden weichen. Mit reichlich frischem Wasser aufstellen, kochen, bis dre Hülsen sich lösen. Das Wasser weggießen, wenig ftisches kocheubes Wasser zugießen. Mit einem Löffel Mehl, reichlich Fett, Salz, wenn sie zu haben, einige Löffel fetter Fleischbrühe besonbers eine weiße Sauce gekocht, bie Bohnen bannt gebunben. Geschälte, in Stücke geschnittene Kartoffeln au, bie Bohnen gelegt, zugedeckt, darauf gar gemacht, leicht untergerührt, angerichtet.

Bilderrätsel. ,

(Nachbildung verboten).