Ausgabe 
17.3.1900
 
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Humoristisches.

Mißverständnis. Maler:So, nun tragen Sic Las Bild fort, aber nehmen Sie sich in acht, es ist noch nicht ganz trocken!" Dienst­mann:I, bet macht nischt, ick habe 'n alten Rock an!"

Der Materialist. Köchin:Gestern konnte ich nicht kommen, weil ich Wurst stopfen mußte." Soldat (zärtlich):Ach, Rieke, wie gerne möchte ich eine von Ihren schönen Händen gestopfte Wurst" Köchin:Sein?" Soldat:Nee, essen!"

Moderne Frühjahrsüberkleider.

Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden-bl.

Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbuch zum Preise von Mk. 0,50 daselbst erhältlich.

Modell Nr. 768.

und Wider, welches schon an sich interessant ist. Betrachtet man die letzten Modelle maßgebender Kreise, so kommt einem der Ge­danke von einemvollständigen Umschwung" gar nicht so unwahrscheinlich vor, denn man höre und staune, die neuesten Modelle, im besonderen die Pariser Modelle haben keine Taille mehr! Zumindest vorn ist die größte Anzahl der neuen Ball- und Straßen­kleider lose fallend, während der Hintere lose Fall nur vereinzelt und dann in Form einer, von der Mitte des Rückens ausfallen­den Watteaufalte austritt, was aber eben nnr für tiesausgeschnittene Gesellschafts­toiletten im Stile Madame Sans Gone möglich ist. Bei den übrigen Toiletten wird der Hintere Anschluß größtenteils durch ein kurzes Figarojäckchen erreicht.

Ob dies alles nun nur eine vorüber­gehende Modelaune ist, welche nur an einigen wenigen kapriziösen Toiletten zum Ausdruck kommt, oder ob es in der That einen voll­ständigen Umschwung der Damenmode be­deutet, entzieht sich vorläufig unserer Be­urteilung; Thatsache ist jedoch, daß schon jetzt die äußere Gestalt der deutschen ele­ganten Frauenwelt auf der Promenade die Annahme desFür" mehr berechtigt er-

Nicht zum ersten Male hört man von einem allgemeinen Um­schwung im Reiche der Mode reden, und geheimnisvoll deutet man auf die Eröffnung der Pariser Welt-Ausstellung hin, welche uns große Ueberraschungen bringen soll. Skeptische Naturen wollen nicht so recht entsteht in Erörterung des Gegenstandes ein Für

daran glauben, und so

scheinen läßt, als die desWider". Ich denke dabei an den modernen Sackpaletot. Schon den ganzen Winter

über hat man ihn in den verschiedensten Variationen sehen können. Lang, kurz, hell, dunkel, einfach im Tailor-made-Genre, oder im fran­zösischen Geschmack mit Volants und Applikationen und last not least gutsitzend, sehr chic und schneidig oder auch ganz verunglückt, ein Aus­bund von Häßlichkeit und das Gegenteil von

Modell Nr. 772.

Grazie. Ja, man sollte es eigentlich kaum glauben daß ein Kleidungsstück von so ein­fachem Schnitt, wie der Sackpaletot, so viel Verschiedenheit aufweisen kann. Dies kommt vielleicht eben gerade von der Einfachheit des Schnittes her; denn sobald derselbe von Anfang an nicht ganz korrekt ansfällt, läßt sich eben wenig mehr damit anfangen. Der Aplomb, der gute Fall ist dabei die Haupt­sache, und daß der Mantel nicht zu viel Weite in der Taille aufweist und nicht zu wenig am unteren Rand, ist das andere wichtige Erfordernis. Die anderen Dinge, wie Farbe und Ausstattung, Länge und Verschiedenheit des Schnittes in Bezug auf Kragen, unteren Rand und dergleichen ist lediglich Geschmacksache. Für jugendliche Damen am beliebtesten sind ohne Zweifel die einfach glatten Paletots in dreiviertel Länge und Tailor-made-Genre, wie ihn unser Modell Nr. 768 darstellt. Derselbe

ist nur mit mehreren Steppreihen verziert nnd im übrigen ganz im Genre der Herrenmäntel gehalten. Diese Art der Paletots gehört auch immer noch zu den solideren Formen, denen die Bizarrerie wenig an­haben kann. Diese macht sich desto mehr an den reichgarnierten Mänteln geltend, denen sie durch Applikationen und Spitzenauflagen, phantastische Stickereien, Volants, Kapuschons und Revers in phantastischen Formen, ja selbst durch gesteppte nach unten ausspringende Falten ein auffälliges, hypermodernes Gepräge verleiht.

Madell Nr. 169.

Modell Nr. 172.

vom

umgiebt.

geringen Kleidsamkeit halber (er läßt den Hals dick und ungraziös er­scheinen) kaum ernst zu nehmen, und der Stuartkragen ist so gut wie ganz aus der Mode, wenigstens an den vorn offenen Jäckels. Doch auch an den vorn geschlossenen Jäckels zieht man den Umlegekragen mit kleinen Revers allen anderen Arrangements vor. Wie nett und gefällig diese Form sein kann, lehrt unsere Ab­bildung Modell Nr. 169, welche ein reizendes, dabei einfaches Jacken­kostüm darstellt. Dasselbe ist so ein­fach nnd repräsentiert dabei so voll­kommen die vorerwähnten Grund- züge der jetzigen Mode, daß sich eigentlich nichts weiter darüber sagen läßt. Zugleich beweist cs der ge­ehrten Leserin, daß die praktiscke Einrichtung der allbeliebten Jacken­kostüme noch immer an der Tages­ordnung ist. Daß sich die Mode sogar immer noch eingehend mit den Jackenkostümen beschäftigt, geht aus der letzten Abbildung Modell Nr. 172

Frauenwelt Wirklichkeit bedeuten, t es doch nur genug realere Formen, w < der Berichterstattung wert sind, denn u achtet der Beliebtheit der Sackpaletots b'v. sie doch nur einen Bruchteil der Frühja mode in Ueberkleidern, welche merkwürd weise das gerade Gegenteil der 6 Paletots sind.

Wenn jene lang und weit sind, so diese, die modernen Jäckels, kurz und kna;, Ja, man kann sagen bis an die Grenze des Möglichen, denn die modernen Schöße sind so kurz, daß ein Mehr aus dem Jäckel nur noch ein Bolerojäckchen werden ließe. Da­bei kann man eigentlich nicht sagen, daß diese Jäckels nicht hübsch wären; denn ge­rade der knappe Anschluß im Rücken und das kurze geschweifte Schößchen sehen un­gemein fesch aus. Erhöht wird dieser Ein­druck dadurch, daß die Schößchen immer irgend eine hübsche Schweisung oder dergl. aufweisen, welche, wenn auch in sich variiert, doch stets dieselbe Grundform aufweisen, nämlich vorn und hinten lang und an der

hervor; denn diese stellt ein ganz

ersten abweichendes, jedoch nicht minder reizvolles Kostüm dar, dessen Jacke offen und durch eine Weste ergänzt ist. Ausgestallet wurde dieses Kostüm durch Applikation von abstechendem Tuch, welches zugleich Revers und Umlegekragen bildet und auch den unteren Rand des Rockes

Seite kurz. Die Vorderteile der modernen Jackets sind entweder ein- oder zweireihig geschlossen, oder sie sind ganz offen mit rollenden Nevers, wie es unser Bild Modell Nr. 772 dar­stellt. Die Verschiedenheit der Reversformen ist natürlich die denkbar größte, während der dazu gehörende Umlegekragen sich fast immer gleich bleibt, kenn der vorn auseinander­stehende Stehumfallkragen ist seiner

Doch wozu sich mit derartigen Phantasiegebilden beschäftigen, w ' > doch nur für einen winzigen Teil er

Kapselrätsel.

Nachdruck verboten.

Aus dem ersten und dem letzten der folgenden Wörter sind je drei, aus jedem der übrigen Wörter zwei zusammenhängende Buch­staben zu entnehmen, sodaß sich daraus ein Sprichwort ergießt.

Rindsleder Getreidezoll Birnbaum Meister Teller Linde Waschfrau Filzsohle Schlafdecke Hosennaht Euter Gras Thaler Regen Silber.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Königspromenade in voriger Nummer. Willst das Große du erreichen, Fange mit dem Kleinen an;

Deine Tadler werden schweigen, Ist das Kleine groß gethan. Fr. Hornfeck.

Redaktion: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch« und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.

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Und trau Wie neue äufii sich und geka veid sie 1 glüd

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