Ausgabe 
17.2.1900
 
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öen menschlichen Körper sind, verboten. Es ist also ver­boten, zum Zwecke der Konservierung von Nahrungsmitteln Salicylsäure, Benzoesäure, Borax und Borsäure, schweflig­saure Salze u. a. in Anwendung zu bringen, von erheblich giftigen Stoffen, wie Sublimat oder Karbol ganz zu schweigen. A. Kayser macht nun in derZeitschr. s. öffentl. Chemie" und imChem. Zentralbl." darauf aufmerksam, daß in dem absoluten Verbot dieser Mittel eine Härte und eine Unzweckmäßigkeit liege. Unsere Nahrungsmittel haben nun einmal mehr oder weniger Neigung, zu verderben und dadurch für den Genuß untauglich zu werden. Das Streben, den Eintritt des Verderbens zu verhindern, oder möglichst hinauszuschieben, führte auf empirischem Wege zur" Konservierung, deren älteste Verfahren Trocknen, Räuchern und Pökeln gewesen sind. Alt sind auch einige Sonderverfahren wie das Schwefeln des Weines, das Hopfen des Bieres. Früchte wissenschaftlicher Forschungen sind schon das Gefrierverfahren, die Sterilisation, nament­lich aber der Zusatz von Chemikalien. Durch die Art der Konservierung solltensGeschmack, Geruch, äußere Beschaffen­heit des Nahrungsmittels möglichst wenig verändert, und der Nährwert nicht vermindert werden, wobei das Kon­servierungsmittel selbst keine gesundheitsschädlichen Eigen­schaften haben darf. Statt daß aber die Konservierung durch chemische Mittel, welche als die geeignetste erscheint, als technische, wirtschaftliche und sanitäre Errungenschaft ersten Grades beurteilt würde, macht sich zurzeit eher das Gegenteil bemerkbar. Man verlangt scheinbar, daß ein Konservierungsmittel nicht nur als solches wirksam, son­dern in beliebigen Mengen, d. h. in weit größeren als sie jemals zweckmäßig zur Anwendung gelangen können, und kommen, dem menschlichen Organismus einverleibt, sich als indifferente Substanz erweisen soll. Ebensowenig, wie eine absolute Unschädlichkeit bei den altbewährten, und durch Gewohnheitsrecht geheiligten Konservierungsmitteln, wie Kochsalz, Salpeter, Kreosot, vorhanden ist, ebensowenig sollte man solche übertriebenen Anforderungen an die mo­dernen chemischen Konservierungsmittel stellen, so an Bor­säure, Borax, Salicylsäure, Benzoesäure. Es ist bisher noch niemals 'ein Fall bekannt geworden, daß Gesundheits­schädigungen eingetreten sind durch Genuß von Nahrungs­mitteln, die mit diesen Chemikalien konserviert waren, wohl aber sind Massenerkrankungen durch nicht konservierte, äußerlich als verdorben nicht erkennbare Nahrungsmittel häufig. Bei einer sachgemäßen Förderung der Konser­vierung würde diese ständige Rubrik der Zeitschriften sicher kleiner werden. Eine Würdigung dieses Wertes der Kon­servierungsmittel ist, ohne Zweifel zum Schaden des all­gemeinen Wohles nicht allgemein vorhanden. Mittel, welche schon verdorbenen Nahrungsmitteln den Anschein guter geben sollen, scheiden bei dieser Betrachtung selbst­verständlich aus.

Gemeinnütziges.

Isür die Küche.

Gemüse- (Julienne) Suppe. 6 Personen, Zu­bereitungszeit eine halbe Stunde. Man nimmt von Maggi's Gemüse- (Julienne) Suppe 3 Würfel a 10 Pfg., zerbröckelt dieselben, gießt eineinhalb Liter kochendes Was­ser darüber, läßt alles bei kleinem Feuer 25 Minuten kochen, und reicht die sehr kräftige, wohlschmeckende Suppe zu Tisch,

^nmovistisches.

Aimmer im Dienst. Frau eines Polizeileutnants: »So schlafe doch Mann. Was machst Du denn im Bette immer für turnerische Hebungen?" Polizeileutnant:Habe soeben eine Wanze und zwei Flühe wegen nächtlicher Ruhestörung verhaftet!"

Ungenügsam. Doem:Das ist immer die alte Geschichte: Je mehr einer hat, desto mehr verlangt er sich!" Dünn:Hm! Habt Ihr schon einmal Zwillinge gehabt?"

Der moderne Cäsar. Der Sohn Herrmann ist faul gewesen. Er bekommt von seinem Klassenlehrer einen Strafzettel mit nach Haus, den der Vater bescheinigen soll. Der gute Vater wichst Hermännchen durch und bescheinigt: Veni, vidi, vixi.

Bedenklich. Arzt:Hatten Sie starken Schüttelfrost?" Patientin:Ja!" Arzt:Haben Ihnen die Zähne geklappert?" Patientin:Nein; sie lagen ja im Nachttisch."

KeranKgeholfen. Junge Hausfrau:Ist der Fisch auch frisch, Minna?" Die alte Köchin (höhnisch):Na, er lebt doch!" Junge Hausfrau:Das heißt nichts . . . Sie leben auch und sind doch nicht frisch!"

Erklärung. Karlchen:Papa, da lese ich eben in einem Gedicht von schweigenden Helden. Was sind denn schweigende Helden?" Vater:Verheiratete Männer, mein Kind."

Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien. Gesamtdarstellung aller Gebiete der gewerblichen und industriellen Arbeit, sowie von Weltverkehr und Weltwirtschaft. Neunte, durchaus neugestaltete Auflage. Bearbeitet von Fachmännern ersten Ranges. Vollständig in 10 Bänden, geheftet je 8 Mk., in Halbfranz gebunden je 10 Mk. Leipzig, Otto Spamer. Den bereits erschienenen sieben Bänden ist jetzt ein neuer, der sechste Band gefolgt. Er umfaßt die Verarbeitung der Metalle. Das Gebiet der Metallindustrie ist wohl das umfangreichste von allen, und seine Schilderung bietet so viel des Interessanten wie wenig andere. Von der Erzeugung der gewaltigen Panzerplatten, der Schienen und Träger bis zur Herstellung der Nähnadel umfaßt es alle Formen, in denen das Metall den Zwecken des Menschen dient. Das Schmieden und das Walzen, die Eisengießerei und der Maschinenbau, ihre alten Formen und ihre großartige Ent­wickelung in der neuesten Zeit finden anschauliche Behandlung in Wort und Bild. Das Gebiet der sog. Stahlwaren- und Kleinindustrie, die Herstellung von Messer und Gabel, von Blech- und Drahterzeugnifsen, von Ketten und Kugeln usw. hat seitens des Bearbeiters Herrn Hae dick e des Direktors der berühmten Fachschule in Remscheid, eine besonders liebevolle Behandlung erfahren. Des weiteren sind alle Zweige der Waffenindustrie, Schlosserei und Geldschrankfabrikation ebenso anschaulich dargestellt, wie die Verarbeitung von Gold und Silber oder die Uhr­macherei. Hervorragendes Interesse bietet auch der Abschnitt über die Herstellung des Fahrrades, welche kaum vorher so erschöpfend dargestellt sein dürfte. Wie sehr Verfasser und Verleger bemüht waren, etwas Vollkommenes zu schaffen, geht schon daraus hervor, daß die Illustrierung nicht weniger als 1600 Nummern umfaßt. Es liegen nunmehr acht Bände von dem bedeutenden Werke vor. Die beiden noch fehlenden werden in kurzer Frist erscheinen.

Kollektion Hartleven. Eine Auswahl der hervorragendsten Romane aller Nationen. Achter Jahrgang Vierzehntägig erscheint ein Band, eleg. geb. 75 Pfg. Jährlich 26 Bände; bisher-Band 1 bis 12 vom VIII. Jahrgang ausgegeben (A. Hartleben's Verlag in Wien). Von der RomanbibliothekKollektion Hartleben", diesem handlichen und hübschen Unternehmen, welches die größte Verbreitung verdient, liegen uns bereits Band 1 bis 12 des VIII. Jahrganges vor. Das Publikum ersieht aus dem abwechslungsreichen Programm, in welchem jede Nation zu Worte kommt, wie sehr Verleger und Redaktion bemüht sind, ihr Bestes zu leisten in Wahl der Stoffe und Ausstattung des Ganzen. Der neue Jahrgang wurde mit dem dreibändigen Roman von Rens de Pont-PestEine vornehme Ehe" eröffnet. Diesem folgte die polnische Arbeit von Elise Orzeszko,Der Australier". Band VVI brachte Die gefangene Prinzessin" des Engländers Savage. Band VII Novellen der in der Wiener Gesellschaft bekannten und beliebten Schrift­stellerin Baronin Paula Bülow; Band VIIIXI umfaßt Girolamo Rovetta'sDas Idol"; Band X die ungarische ArbeitAnna Huszar" von Elek Benedek; Band XIXU den RomanVom Sturm getragen" von M. A. Fleming; Band XIIIXIVDie Studentin" von Jeanne Mairet; Band XVXVIIEine schöne Frau" von Louis Lstaug; Band XVIIIXIXEin neues Geschlecht" B. von der Lancken; Band XX Mario" von Memini; Band XXIXXIIOnesimus" von Lehet; Band XXIIIXXIVIrmengarde" von A. v. d. Paura; Band XXV XXVIBeaulieu" von Pierre Sales. Das internationale Unter­nehmen wird sicher auch weiterhin bestrebt fein, nur Bestes zu bieten.

TauschrLtsel.

Nachdruck verboten.

Die Ansangsbuchstaben nebenstehender Wörter sind mit anderen Buchstaben der­art zu vertauschen, daß man ebenso viele neue Wörter erhält, deren Anfangsbuch­staben den Namen eines Komponisten ergeben.

Auflösung in nächster Nummer.

Bund

Ober

Elias

Kelle

Neid

Born

Feder

Alster

Ader

Wiese

Auflösung des magischen Quadrats in voriger Nummer: Kohl Oboe Horn Lenz

Redaktion: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Stehen.