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saugen kann. Hierauf stellt man den Stuhl in die freie Lust oder noch besser in die scharfe Zugluft und laßt ihn trocknen.
Alte Parkettböden erhalten ihre ursprüngliche Farbe wieder, wenn man folgendes Verfahren einleitet: Man macht sich, aus einem- Teil calcinierter Soda, einem Teil gelöschtem Kalk und 15 Teilen Wasser eine Lauge, läßt dieselbe dreiviertel Stunden lang kochen und bestreicht damit dann den Fußboden. Nach einiger Zeit reibt man denselben mit einer Bürste feinem Sand und genügend Wasser ab, damit das alte Wachs heruntergeht. Alsdann macht man eine Mischung aus einem Teil konzentrierter (unverdünnter) Schwefelsäure und acht Teilen Wasser und bestreicht damit den Boden. Auf diese Weise wird die Farbe des Bodens gereinigt und belebt. Nach der gründlichen Reinigung läßt man gut trocknen und behandelt den Boden durch Bohnen wie einen neuen.
Frische Tintenflecke lassen sich aus Teppichen unb Wollstoffen leicht mit Hilfe von Milch entfernen, ohne daß eine Spur davon zurückbleibt, wenn die Tinte noch feucht ist. Man tröpfelt zu diesem Zwecke, nachdem etwa noch vorhandene Tinte durch Löschpapier oder Watte abgesaugt ist, ein wenig süße Milch aus den Fleck und saugt diese mit Löschpapier oder Watte auf. Dies wird mehrere mal mit frischer Milch und Watte wiederholt, bis der Fleck verschwunden ist. Es scheint, daß die emulgierten Fettartikel der Milch die farbegebenden Metallsalze der Tinte einhüllen und mit fortnehmen.
Kitt für Petroleumlampen. Es kommt zuweilen vor, daß die Glaskugeln der Petroleumlampen von den metallenen Füßen abgehen und darum zwecks Reparatur zum Spengler gesandt werden müssen. Diese Verkittung kann jedoch ein jeder Hausvater selbst vornehmen, wenn er folgenden Kitt anwendet: Ein Stückchen Alaun wird in einem Blechlöffel recht heiß gemacht, die flüssige Masse in die Oeffstung des Metallfußes gegossen und der Petroleumbehälter sofort hineingedrückt. Da der heiße Alaun sofort wieder verhärtet, so muß diese Verkittung eiligst ausgeführt werden.
Reinigung lackierter Präsentierteller. Lackierte Präsentierteller darf man nicht mit heißem Wasser reinigen, weil sonst der Lack springt und sich abblättert. Man nehme ein weiches Läppchen, gieße darauf einige Tropfen Oel und reibe damit so lange, bis der Teller wieder trocken ist. Sieht er schmierig aus, so stäube man etwas Mehl darauf und poliere es mit einem weichen, trockenen Lappen ab.
Wie schmiert man die Schuhe? Das am meisten angewandte Mittel zum Schmieren der Schuhe ist der Thran, obgleich er das schlechteste ist; denn er ist gleich dem Leinöl ein eintrocknendes Oel, und das Leder bleibt nur etwa einen Tag davon durchtränkt, wird dann wieder hart und brüchig. Die besten Mittel sind das aus Tierwolle gewonnene gereinigte Lanolin und gelbes Vaselin. Beide Mittel brauchen nur mit einem Läppchen aufgetragen zu werden; sie ziehen nach einigen Minuten vollständig ein, und das Leder bleibt viele Tage von ihnenj durchtränkt und geschmeidig. Diese Mittel find etwas teurer als der Thran, man braucht aber weniger davon, auch sind sie geruchlos und für das zarteste Leder nicht von Nachteil. i
Isür die Küche.
Savo ury-Eier. Einige Scheiben gekochtes Hammelfleisch oder was man sonst hat (etwas Fett ist daran zu lassen), wiege man fein, vermische es mit wenig gestoßenem Pfeffer, Salz, einer Messerspitze gewiegter Petersilie, buttere einen alten Teller, welcher Ofenhitze verträgt, gut aus, überstreue ihn mit gewiegtem Fleisch, schlage frische Eier auf, lege sie nebeneinander neben das Fleisch, stelle den Teller auf den warmen Herd, siede die Eier langsam weich, bis das Eiweiß geronnen ist, ohne daß das Gelbe hart wird, halte geröstete Semmelscheiben auf warmem Teller bereit, schiebe das ganze vorsichtig darauf und trage auf. Nach Belieben können statt der Semmel dünne Scheiben fetter Schinken verwendet werden.
Hrnnspistisehes.
Kindermund. Junge: „Ach, geben Sie mir doch noch eine Schachtel von den Pillen, Herr Provisor, die Sie meinem Vater gestern gegeben haben." — Provisor: „Sie thun ihm also gut, mein Junge?" — Junge: „Das weiß ich nicht; aber ich stecke sie immer in mein Pusterohr!"
Ein sparsamer Gatte. „Moritz, mir is schlecht, ich hab' ferchterliche Zahnschmerzen — schick' zum Doktor, ich glaub', ich-sterb'!" — „Aber Frau! Was willst De schicken zum Doktor heit am 28. Dezember! Soll'n wer doch warten bis zum 1. Januar! Brauchen mer dann zu bezahlen die Rechnung erst im nächsten Jahrhundert!"
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Als sechster Band des neunten Jahrgangs der Veröffentlichungen des „Vereins der Bücherfreunde", (Geschäftsleitung: Verlagsbuchhandlung Alfred Schall, König!. Preuß. und Herzog!. Bayer. Hofbuchhändler), Berlin W. 30, erschien soeben: Im Weltgelriebe. Roman von Clarissa Lohde. Umfang 20 Bogen. Preis geheftet 3. Mk- 50 Pfg., gebunden 4 Mk- 50 Pf. Für Mitglieder des „Vereins für Bücherfreunde" kostet der Band nur 1 Mk. 85 Pfg. geheftet und 2 Mk. 25 Pfg. gebunden. Ein Roman, den der „Verein der Bücherfreunde" veröffentlicht, kann bei dem langjährigen Bestehen und guten Ruf dieses litterarischen Vereins von vornherein als gut bezeichnet werden. „Im Weltgetriebe" ist eine gediegene Arbeit, ein Roman, der den Leser wirklich befriedigt, und wird seines hohen sittlichen Wertes wegen sich viele Freunde erwerben. Der „Verein der Bücherfreunde" verdient die wärmste Unterstützung aller Gebildeten: Das schöne Ziel, unserem deutschen Volk wirklich gute Bücher unserer deutschen Schriftsteller zu billigen Preisen in mustergiltiger Ausstattung zugänglich zu machen, hat der Verein mit bestem Erfolg erreicht. Prospekte über den „Verein der Bücherfreunde" erhält man in jeder Buchhandlung oder direkt von der Geschäftsleitung; Verlagsbuchhandlung Alfred Schall, König!- Preuß. und Herzog!. Bayer. Hosbuchhändler, Berlin W.
45 neue Original-Vorlagen für selbstherzustellende Handarbeiten enthält das neueste, soeben zur Ausgabe gelangte August-Heft der ,,Arbei1ssiul»e", des ältesten Spezialblattes für weibliche Handarbeiten. Wohl manche Abbonnentin hat sich längst gefragt, wie es möglich ist, eine derartige Unzahl neuer Modelle in jedem neu erscheinenden Hefte zur Veröffentlichung zu bringen! Da finden wir moderne Applikationsarbeiten auf Kiffen, eine Kollektion von 15 selbstzufertigenden verschiedenen Spitzenbändchen Schürzen in Krcuzstichstickerei, gehäkelte, geklöppelte und mit Bändchenarbeit, hergestellte Spitzen, passend sür jede beliebige Verwendung, Waschbeutel, Reisekissen, Lätzchen und Kleidchen für Kinder, Stores, Eisdekchen und Tischdecken und was es noch an derartigen Mustern und Vorlagen alles giebt, dazu noch als Gratisbeilage eine entzückende bunte Tafel in Gobslivstickerei auf Hardanger Stoff. Die „Arbeitsstube" wendet sich an das Bürgerhaus, wie an die elegante Welt und ist stets bemüht, das Schöne und Nützliche im Thätigkeitsgebiete der Frau gleichmäßig zu fördern, das Heim traulicher zu gestalten und hierbei praktischen Zwecken zu dienen. Als ältester Handarbeitszeitung steht ihr aus dem Erfahrungsschätze ihrer zahlreichen Mitarbeiterinnen ein so reichhaltiges Material zur Verfügung, daß kaum je eine unserer Leserinnen in Verlegenheit geraten dürfte, wenn es gilt, sei es zu Geschenkzwecken, sei es zur Schmückung des Haushaltes, mit kunstfertigen Händen eine Arbeit auszuführen. In der vierseitigen Beilage „Die Haushaltungsschule" erhält jede Hausfrau willkommene Ratschläge für Küche und Keller, Anweisungen über neue Rezepte wechseln ab mit hauswirtschaftlichen Plaudereien und dergleichen. Ein dreimonatliches Probe-Abonnement dieses empfehlenswerten Blattes kostet nur 1 M. Jedes Postamt sowie jede Buchhandlung nimmt Bestellungen entgegen. Wer von genannter Zeitschrift erst einige Probenummern sehen möchte, wende sich an den Verlag von W. Vobach & Co. in Leip zig, welcher gegen Einsendurg von 20 Pfg. in Briefmarken, 2 Probehefte gratis und franko versendet.
Logogriph.
Nachdruck verboten.
Der Jünger Merkurs tritt mich mit Füßen, Um seinen Kunden Waren zu reichen.
Doch nimmt er, mißt er Likör ab, vom süßen,
Zur Hand mich ohne mein zweites Zeichen. P.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Magischen Zahlen-Quadrats in vor. Nr,:
24 6 38 12
38 12 24 6
12 38 6 24
6 24 12 38
MeMkun: L. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'fchrn Uklwerpräts-Buch» uns Slnndruckerri ^Pietsch Erben m Äi-ßeu.


