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Keuchhusten rühmt nach, einer Reihe von Versuchen Prof. Dr. Ernst Fischer aus Straßburg i. E. in einer der letzten Stummern der „Deutsch. Medizin. Wochenschrift". Er gab seinen fünf Kindern, die an heftigem Keuchhusten litten, einen Thymianextrakt mit auffallendem Erfolge; ebenso linderte das Mittel bei anderen Krankheitszuständen die Heftigkeit der Hustenstöße ganz wesentlich. Prof. Fischer schreibt dem Thymian eine krampfmildernde und zugleich schleimlösende Wirkung zu und empfiehlt das Mittel zur ausgedehnten Anwendung.
Zlür Die Küche.
Die Kochversuche neuvermählter Hausfrauen dienen einigen Witzblättern jahraus, jahrein zum Gegenstand der Verspottung — sehr mit Unrecht! Hausmannskost zuzubereiten, ist keine so schwere Kunst, namentlich zur Neuzeit, die den Anfängerinnen Liebigs Fleisch- Extrakt als immer dienstbereites Hilfsmittel in der Küche beschert hat. Welchen großen Vorteil bietet es schon dadurch! den Kochbeflissenen aller Grade, daß ihnen stets binnen weniger Minuten zu bereitende vortreffliche Bouillon zur Verfügung steht, und wie manche Fleischspeisen, die nicht ganz nach Wunsch gelingen wollten, z. B. flaue Saucen, verwässerte oder selbst versalzene Suppen, Ragouts mit fadem Geschmack, lassen sich dadurch rasche verbessern und rafelfähig gestalten! Ueberhaupt bei der Erfüllung der Hauptaufgabe: „Eiue einfache Kost kräftig und schmackhaft herzustellen", leistet Liebigs Fleisch-Extrakt unschützbare Dienste, das bezeugt jede erfahrene Hausfrau.
Pikante Birnen in Dunst gekocht- Feste weiße Birnen werden geschält, halbiert, vom Kernhaus befreit und sofort eine jede in kochendes Wasser geworfen, damit sie recht weiß bleiben. Man kocht sie nur halb weich und füllt sie in die heißgestellten Gläser. Dann gießt man in das Birnenivasser auf ein Liter ein Viertelliter guten Essig, zwei Pfund Zucker, Citronenschale, Nelken und Zimmt, läßt alles gut durchkochen und füllt dann den Saft heiß über die Birnen, das Gewürz aber zurücklassend. Die Gläser werden sofort mit Blase verbunden und noch! eine Stunde nachgekocht.
Delikater Apfelkuchen. Sechs Eier werden mit 280 Gramm gestoßenem Zucker eine starke Viertelstunde tüchtig gerührt, dann 125 Gramm zerlassene Butter, die fein geriebene Schale einer Zitrone und zuletzt 280 Gramm Mehl dazu gegeben. Hierauf bestreicht man eine runde Kuchenform gut mit Butter, bestreut sie mit Semmelmehl und füllt die Masse gleichzeitig hinein. Nun werden die Apfelschnitte darauf gelegt und 125 Gramm gestoßener Zucker mit 90 Gramm gewiegten Mandeln und 5 Gramm feinem Zimmt gut vermischt darüber gestreut. Der Kuchen wird in guter Hitze gebacken.
Aprikosenkuchen. 250 Gramin geriebene Mandeln, worunter einige bittere, 100 Gramm Zucker, 100 Gramm geriebenes Schwarzbrot — darf nicht frisch sein — 30 Gramm Chokolade, 1 Likörglas Rum oder Arrac, 9 Eier, halbierte, entsteinte unb gut eingezuckerte Aprikosen. Man rühre ans diesen Ingredienzien einen Teig und fülle die Hälfte in eine gut gebutterte Tortenform, belege diese dicht mit den Aprikosen und gebe den übrigen Teig darauf, backe den Kuchen in ganz mäßig warmem Ofen anderthalb Stunden und serviere ihn am besten warm, jedoch etwas abgekühlt.
Lttterarisches.
Die Kalender der Berliner Stadtmission haben von Jahr zu Jahr ihren Leserkreis erweitert; sie verdienen aber auch eine weite Verbreitung; denn Text und Illustrationen sind in allen diesen Kalendern gleicherweise vortrefflich.
Der deutsche Bolksbote. Ein Kalender auf das Jahr 1901. Herausgegebenvon Ernst Evers, Berlin. Buchhandlung der Berliner Stadtmission, Berlin SW, Johanniterstr. ß. 50 Pfg. Der Kalender ist für die weiten Volkskreise bestimmt. Wir brauchen nur die Namen der Mitarbeiter zu nennen, um zu wiffen, daß wir es mit einem gediegenen, auf festem Glaubensgrund ruhenden Volksbuch zu thun haben: da finden wir außer dem Namen des Herausgebers, die als Volksschriftsteller rühmlich bekannten Adolf Fauth. O. Bayer, Armin Stein, den Missionsmann D. Grund em ann, ferner die Dichter G. Vogel, I. Dose u. a. Vorzüglich gelungen sind in diesem Jahre die Illustrationen, besonders diejenigen aus der vaterländischen Geschichte.
Der Martha-Kalender aufdasJahrl901. EinJahrbuch für Frauen und Jungfrauen. In Verbindung mit dem Vorständeverband der evangelischen Jungfrauenvereine Deutschlands herausgege ben von Ernst Evers. Buchhandlung der Berliner Stadtmisston. 25 Pfg. Pastor Burckhardt, der Vorsitzende des Vorständeverbandes, hat für diesen Kalender das Eingangswort geschrieben, H. Wißner hat eine vortreffliche Erzählung geliefert, dann folgen die altbekannten Mitarbeiter an der christlichen Jungfrauensache, Sup. Claar, Pastor Hasse, Jul. Lippert u. a. Der Kalender wird mit seinem vortrefflichen Inhalt und seinem hübschen Umschlag den Beifall nicht blos der Jungfrauen innerhalb der Vereins finden, sondern wird auch von den Hausfrauen, den Töchtern und weib - lichen Angestellten des Hauses gern gelesen werden.
Joharrnes-Kslen-er auf das Jahr 1901. Ein Jahrbuch für evangelische Männer und Jünglinge. Herausgegeben von Ernst Evers. Buchhandlung der Berliner Stadtmission. 25 Pfg. Es geht ein jugendsrischer, echt christlicher, patriotischer Zug durch diesen Kalender hindurch, und wenn derselbe schon im vorigen Jahr bei seinem ersten Gang durchs Vaterland sich viele Freunde erworben hat, so wird er dies im Laufe dieses Jahres noch viel mehr thun.
Allen von der Buchhandlung der Berliner Stadtmission heraus- gegebenen Kalendern ist nicht blos ein Wandkalender beigefügt, sondern die Abnehmer haben auch das Recht, das bekannte Gebetbuch von Stark als Prämie für 1 M. mit zu beziehen. Das Buch ist in starkem Band gebunden mit 4 Bildern geschmückt.
Die Sensation der Saison, und zwar der beginnenden Herbstsaison, ist wie immer die neueste Nummer des Eliteblattes der vornehmen Damenkreise, der „Großen Modenwelt" mit bunter Fächer- vignette, Verlag John Henry Schwerin, Berlin. Herrliche Modenbilder, die sich eher wie kunstvolle Genrebilder ausnehmen, schmücken das Blatt in überreicher Fülle, ja, man darf wohl sagen, Kunst und Mode sind hier zusammengesügt und haben unter der Hand von Meistern ihres Faches die allerinnigsten Verbindungen erfahren. Figurenreiche Mode- Genrebilder präsentieren sich sowohl in dem Hauptblatt wie in dem dieser Nummer beiliegenden prächtigen Stahlstichmodenkolorit. Das Blatt bezweckt aber nicht, mit schönen Bildern das Auge zu bestechen, es will vor allen Dingen auch ein praktisches Modenblatt sein, und nach dieser Seite ist die Lieferung von Extraschnitten nach Körpermaß besonders nutzbringend. Außerdem dient der große, doppelseitige Schnittmusterbogen (zu jeder 14 täg. Nummer) demselben Zweck. Der große Modenteil, eine vornehme, reich illustrierte Belletristik und eine große Extra-Handarbeitenbeilage u. v. a. zeugen von dem reichen Inhalt des Blattes. Abonnements auf „Große Modenwelt" mit bunter Fächervignette (man achte genau auf den Titel!) zu 1 Mark vierteljährlich nehmen sämtliche Buchhandlungen und Postanstalten entgegen. Gratis- Probenummern durch erstere und den Verlag.
Magisches Dreieck.
Nachdruck verboten.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a, e e, l l, m, r r, s s, t t, u u derart einzutragcn, daß die wage- rechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben:
1. Eine Blume.
2. Biblischen Namen.
3. Acgyptische Gottheit.
4. Teil von Belgien.
5. Einen Buchstaben.
Auflösung folgt in nächster Nummer.
Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer: (Mit a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet;' also a = Eichel, Treff; b — Grün, Pique; o = Rot, Coeur; d — Schellen, Carrean;
A = U — Unter, Wenzel, Bube; D — Dame, Ober.)
Der Spieler drückt a Z und c Z, Vorhand besaß a A, a 9, a 8, cK, c 9, c 8, dK, d D, d 9, d 8, Hinterhand die übrigen. Spielgang:
1. V. dK M. dA $. b K = — 19.
2. H. aL V. aA W. a D = — 18.
3. V. d0 M. d Z H. bO — — 16.
Schließlich muß der Spieler noch folgenden Stich abgcben:
10. M. d7 H. vA B. d9 = — 11.
Somit ist das Spiel verloren.
Auflösung des Preisrätsels in Nr. 124;
Haus A e r a Ural Salm
Es gingen insgesamt 43 richtige Lösungen ein, das Los fiel auf Nr. 37. Einsender: Joh. Pahlke, Gießen, Frankfurterstr. 43.
Der Preis — Hauff, Lichtenstein — ist von dem Gewinner gegen Vorzeigung der Abonnementsquittung in der Geschäftsstelle der „Familienblätter" in Empfang zu nehmen.
Nebstem: 6. »ur!tz«rbt. — Druck imb Bretag brr BrMl'fchen Uw»erKötS.«uch. -mb Gtetnbruüeret (Pietsch Erbe«) io SgitSes.


