Ausgabe 
15.7.1900
 
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es lauf den Dahabiehs Brauch ist, eigene Küche. Meist labet der zeitweilige Inhaber sich noch eine Schar von Gästen zu seiner Unterhaltung ein.

Das gleiche fängt auch allgemach an, sich auf den masurischen Seen einzubürgern. Die Besitzer in der dor­tigen Gegend lassen sich oftmals kleine Dampfer zur Fort­schaffung ihrer Bodenerzeugnisse bauen, die sie, wenn mög­lich, zeitweise vermieten, um wenigstens einen Teil des Anschaffungspreises herauszuziehen.

In Anbetracht der außerordentlich gesundheitsfördern- "den Wirkungen, die der Aufenthalt auf dem Wasser in vielen Krankheitsfällen hat, läßt sich den schwimmenden Sommerfrischen eine große Zukunft prophezeien. Die Zeit dürfte nicht mehr fern sein, da auf allen schiffbaren Ge­wässern Logierschiffe kreuzen, sowohl mit ganz hohen, wie andere mit denkbarst niedrigen Pensionspreisen. Wer viel auf Kauffahrteischiffen reist, der wird häufig Personen be­gegnen, die auf Wochen oder Monate auf diesen Quartier genommen,unb die gleiche Tour wohl ein Dutzend Mal hin und zurück machen. Passagierdampfer werden zu diesem Zweck niemals benutzt, da sie wegen ihrer Ueberfüllung den leidenden Passagieren weder genügende Stille noch die erforderliche Bewegungsfreiheit gewähren. Das abwechs­lungsreichere Essen und Trinken und die reicher ausge­statteten Räume entschädigen dafür absolut nicht. Selbst das primitivste Kauffahrteischiff bietet für längere Zeit mehr Komfort, als der luxuriöseste Postdampfer, denn man hat es von leirtem Ende bis! zum anbern zu seiner Verfügung uub kann bort leben, als ob man daheim wäre.

Der Yachten, welche einzelne reiche Leute besitzen, um einen Teil des Jahres darauf zuzubringen, habe i&y ab­sichtlich nicht Erwähnung gethan, da sie streng genommen, in ein anderes Gebiet fallen und niemals. Gemeingut der leidenden und erholungsbedürftigen Menschheit werden können.

Gemeinnütziges.

Wie viele Menschen wünschen sich ein eigenes Haus, das sie allein bewohnen möchten! Und je mehr Anforder­ungen an den einzelnen Menschen gestellt werden, desto bringender wird aus dem Wunsche nach dem Frieden eines eigenen Hauses eine soziale Forderung! Einen sehr praktischen Weg für viele zur Erlangung dieses Zieles hat der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau ein- geschlagen: er hat einen Preis ausgesetzt von 400 Mark für Ansicht und Plan eines bürgerlicht-einfachen und doch geschmackvollen Hauses, das einer Familie mit 3 Kindern zum Wohnen bestimmt ist und nicht mehr als 15 000 Mark kosten darf. Die Redaktion hatte sich Vorbehalten, außer den prämiierten auch! noch? wettere Entwürfe anzukaufen und zu veröffentlichen. Die Aufgabe ist in Archttekten- kreisen reger Teilnahme begegnet und sind nicht weniger als 108 Arbeiten eingegangen. Das Preisgericht, dem außer den Herren der Redaktion als Sachverständige die Herren Regierungs- und Baurat Hesse, Regierungs- und Baurat a. D. Oehmke und Land-Bauinspektor von Saltzwedel an­gehörten, hat die Entwürfe in sorgfältigster Weise geprüft und den Preis dem Architekten Reinhold Nitzsche, Berlin, Göbenstraße 21, zugesprochen. Außerdem hat das Preis­gericht weitere 11 Arbeiten zum Ankauf und zur Ver­öffentlichung im praktischen Ratgeber vorgeschlagen, so­daß auch! den verschiedensten Geschmacksrichtungen Rech­nung getragen wird. In der soeben ausgegebenen Nummer des praktischen Ratgebers ist die Arbeit des Architekten Nitzsche veröffentlicht: ein harmonisches, reizendes Haus, das sowohl durch sein gemütvolles Aeußere, wie prak­tisches Innere gefallen muß. Der praktische Ratgeber kostet vierteljährlich! 1 Mark bei wöchentlichem Erscheinen, und dürste die obige Preisaufgabe vielen Veranlassung werden, gerade jetzt sich! dem großen Abonnentenkreise anzuschließen.

Ield und Karten.

Obsternteaussichten für 19 00. DerErfurter Führer im Gartenbau" hat eine Enquete durch! Hunderte seiner Vertrauensleute über die diesjährigen Obsternte-

aussichten veranstaltet. Dabei hat sich herausgestellt, daß die Ernte wesentlich! günstiger ausfällt, als dies nach den herben Maifrösten, welche die Obstblüte trafen, erwartet werden konnte. Aepsel sind zumeist befriedigend, auch Birnen. In Kirschen ist teilweise eine sehr gute Ernte zu verzeichnen, Pflaumen wird es weniger geben. Das Beeren­obst ist nicht so gut wie in anderen Jahren, es hat aber seinen alten Ruf, stets Ernten zu liefern, und deshalb für den Hausgarten besonders wichtig zu fein, auch dies­mal bewährt. Nur in Ost- und Westpreußen und Schlesien fällt die Ernte in Beerenobst genug aus. Hier haben die Fröste zn arg gewütet, und oft hat auch noch Hagel das Gebliebene zerstört. Die Süßkirschen sind im allgemeinen in Norddeutschland besser als in Süddeutschland, hier wer­den über wieder die Sauerkirschen mehr gelobt. Eine Eigentümlichkeit bei der diesjährigen Ernte ist ferner das strichweise Auftreten von Mißernte und reichlichem Obst- segen. Oft trennen sich! die Gegenden schroff. Es ist dies durch! das strichweise Auftreten der kalten Winde zu er­klären. Wer sich« für die genaueren Angaben der dies­jährigen Obsternte interessiert, kann Heft 15 desErfurter Führer im Gartenbau" kostenfrei von dem Geschäftsamt desselben in Erfurt erhalten.

Für Bäder und Kurorte. Alle fashionablen Bade- und Kurorte sind jetzt, da die haute saison bereits angebrochen ist, am stärksten besucht und von der eleganten Welt als Rendezvousorte ausersehen. Selbstverständlich giebt auch die Mode ihr Bestes zu diesen internationalen Zusammenkünften. Einfach- oder anspruchsvoll, aber stets elegant gekleidet zu sein, gilt im' Kurort als Bedingung. Dazu ist aber guter Rat nicht teuer, sondern billig, wenn mau in dias letzte Heft derWiener Mode" (Nr. 20) Ein­sicht nimmt, das die Mode in den Kurorten ausführlich­behandelt. Preis des Heftes 45 Pf. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und vom Verlage derWiener Mode", Wien, IV., Wienstraße 19.

Der größte Schatz jeder Hausfrau ist ihr Wäsche­vorrat. Die Wäsche hat in der Hauswirtschaft ihren eigenen Ressort, sie ist die stete Sorge, aber auch der Stolz jeder tüchtigen Familienmutter. Es ist daher ein Verdienst des rührigen Verlags John Henry Schwerin, Berlin, daß er dieIllustrierte Wäschezeitung" ins Leben ge­rufen hat, die in dem einschlägigen Fach eine treue Be­raterin ist. Wer auch in dieser Beziehung mit der Zeit fortschreiten, dabei aber doch! sparen will, dem sei dieses Blatt empfohlen, das alle Neuheiten enthält und in seinem jeder Nummer beiliegenden Zuschneidebogen die beste An­leitung zur leichten Selbstherstellung der Wäsche jeder Art für Damen, Herren und Kinder bietet. Für nur 60 Pfg. vierteljährlich ist das Blatt von allen Buchhandlungen und Postanstalten zu beziehen. Gratis-Probenummern durch erstere uhb den Verlag John Henry Schwerin, Berlin, W. 35.

Bilderrätsel.

(Nachbildung verboten).

Auflösung in nächster Nummer.

K j' 0'

Auflösung des Citatenrätsels in voriger Nummer:

Von Zeit zu Zeit seh' ich den Alten gern.

ÄeMtien: ®. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'fchen Univerfitiitl-Buch» und Tteiudruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.