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gerade die dramatische Form lieb gewonnen, und eine lange Reihe von Stücken jeden Genres geschaffen hat. Mit seinen „Sabinerinnen" gewann er zwar den im Jahre 1857 vom König von Baiern ausgesetzten dramatischen Preis, vermochte sich aber damit die Bühne nicht zu erobern. Am meisten Beifall fanden die volkstümlichen Dramen „Hans Lange" und „Colberg", die sich bisher mit Erfolg auf dem Repertoir zu behaupten wußten. Von seinen übrigen Stücken, die sich fast alle durch geistreichen Dialog, poetische Schönheit und mancherlei fesselnde Szenen auszeichnen, seien u. a. genannt: Die Tragödie „Franziska von Rimini", das Drama „Meleager", die Trauerspiele „Hadrian", ^Maria Moroni", „Die Göttin der Vernunft", „Graf Königsmark, „Don Juans Ende", „Alkibiades", die Schauspiele „Ludwig der Baier", „Die Weiber von Schorndorf", „Das Recht der Stärkeren", „Weltuntergang", „Ein überflüssiger Mensch", „Wahrheit", das Lustspiel „Prinzessin Sascha" und die schöne Dichtung „Die Weisheit Salomos". In neuerer Zeit sind noch erschienen das Märchenspiel „Rolands Schildknappen oder die Komödie vonl Glück", das Festspiel „Wolfram von Eschenbach" und die Trauerspiele „Banina Vanini und „Die Fornarina". Auch als Ueber- setzer italienischer und spanischer Dichter hat sich Heyse mancherlei Verdienste erworben, so gab er mit seinem Freunde Geibel 1852 das „Spanische Liederbuch" heraus, und veröffentlichte eine Anthologie moderner italienischer Gedichte, sowie Uebersetzungen der Gedichte Giuseppe Giustis und Giacomo Leopardi's.
An seinem Ehrentage — des dürfen wir gewiß sein — wird das deutsche Volk seinem Lieblingsnovellisten vielfache Ehrungen bereiten, in Erinnerung mancher schöner Stunden, die es ihm verdankt. Auch wir verfehlen nicht, dem Dichter unsere Glückwünsche darzubringen, und hoffen von seiner vollen Schaffenskraft, daß er uns noch manche schöne Gabe bescheren wird. Möge dem verehrten Meister ein noch riecht langer und glücklicher Lebensabend beschieden sein!— _____
Gsin-innützige».
Ield und Karten.
Zu den regelmäßigen Arbeiten des einsichtsvollen Obst- züchters gehören auch alle diejenigen Maßnahmen, die eine Vernichtung oder wenigstens eine möglichst weitgehende Einschränkung des in den letzten Jahren so erschreckend sich verbreitenden Ungeziefers bezwecken. Das Anlegen von Leimringen und Madenfallen, das Abkratzen und Kalken der Stämme und ähnliche Maßregeln sollten in den Arbeitsplan eines jeden Obstbautreibenden ausgenommen werden, besonders sollte man aber die uns im Kampfe gegen die Schädlinge so wertvollen Bundesgenosssen, die Singvögel, nach Möglichkeit unterstützen. Einem großen Teile unserer gefiederten Sänger: den so nützlichen Höhlenbrütern, wird der Aufenthalt in der Nähe von Obstanlagen fast unmöglich gemacht, weil keine passenden Nistgelegen- tzeiten vorhanden sind; durch die Forstkultur werden die natürlichen Brutplätze in Astlöchern und verlassenen Spechthöhlen immer mehr beschränkt. Da ist es nun ein Gebot der Klugheit, für richtige Nistkästen zu sorgen. Wie der „Praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau" in seiner neuesten Nummer berichtet, sind namentlich die v. Berlep'schen Nistkästen zu empfehlen, da sie in geschickter Weise den natürlichen Bedürfnissen und Gewöhnheitein der Höhlenbrüter angepaßt sind. In welch hervorragender Weise die Singvögel an der Vernichtung der Schädlinge beteiligt sind, wenn sie in der angegebenen Weise Unterstützt werden, beweist u. et. die Thatsache, daß der Star in Ostthüringen, wo man ihm Nistkästen bot, nach den Mitteilungen' des verdienten Ornithologen Hofrat Dr. Liebe in Gera der dort herrschenden Baumweißlingsplage ein Ende gemacht hat. Die reichillustrierte Nummer, die auch einen mit zahlreichen deutlichen Abbildungen versehenen Bericht über die Berliner Wintepblumen-Ausstellung bringt, ist vom Geschäftsamt des praktischn Ratgebers in Frankfurt a. O. kostenfrei zu beziehen.
Kefundyettspffege.
Flimmern der Augen ist eine häufige Klage nervöser Personen und beruht meist auf Ueberanstrengung der Augen, z. B. durch Lesen im Halbdunkeln oder »im Eisenbahnwagen; zuweilen ist es eine Folge geistiger Ueberanstrengung. Aber auch der wiederholte reichliche Alkoholgenuß verursacht das Leiden, ebenso wie es auch mit Recht als eine Folge geschlechtlicher Ueberreizung angesehen werden kann. Schonung der Augen, Ruhe und Kräftigung des ganzen Körpers sind die besten Gegenmittel. Indessen giebt es zur Beseitigung des lästigen Zustandes neben Vermeidung der Ursachen noch ein Mittel, welches zugleich für die Erhaltung der Sehkraft von großer Bedeutung ist. Man gewöhne sich sowohl die Augenlider als auch die Augenbrauen- und Schläfengegend täglich, am besten unmittelbar vor dem Schlafengehen, mit kaltem Wasser zu befeuchten. Auch am Tage kann man dieses einfache und doch so wirksame Mittel mehrmals zur Anwendung bringen.
Gegen Lockerheit der Zähne. Man koche eine Hand voll grüner oder einen Löffel voll getrockneter Brombeerblätter mit ein Viertel Liter Wasser und füge, nachdem man das Ganze durchgeseiht hat, ein erbsengroßes Stück Alaun hinzu. Mit diesem abgekühlten Absud spüle man täglich den Mund dreimal aus. Auch das öftere Ausspülen mit nicht zu kaltein Wasser, dem man etwas Weinessig zugefügt hat, oder mit Kamillenthee ist in leichten Fällen ein recht gutes Heilmittel. Beruht das Leiden auf einem inneren Siechtum und einer fehlerhaften Blut- und Säftemischung, nicht aber auf Erkältung, so führe man vor allen Dingen eine naturgemäße Lebensweise und meide alle reizenden Speisen und Getränke.
Kneipp über die Bedeutung des Zuckers. In der Sprechstunde des verstorbenen Prälaten Kneipp konnte man gelegentlich ein eigentümlich lautendes Rezept aus seinem Munde vernehmen, ohne im ersten Augenblicke seine Bedeutung zu verstehen. „Trinken Sie vormittags und nachmittags ein Glas Zuckerwasser und essen Sie ein Stück Kraftbrot dazu!" Dies war, wie es im „Kneipp-Kalender" für das Jahr 1900 heißt, das Rezept, welches so manchen an Blutarmut, Bleichsucht oder an körperlicher Schwäche leidenden Patienten empfohlen wurde. Anfangs mag es allerdings verblüffend wirken oder gar als Ironie ausgelegt werden, wer aber die Bedeutung des Zuckers im wirtschaftlichen Leben und dessen Vorzüge kennt, nimmt das Rezept als ernst, weil er weiß, welche Vorteile die zweckmäßige Verwendung des Zuckers für die Ernährung des einzelnen wie der Gesamtheit bietet.
Königspromenade.
(Nachdruck verboten.)
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Charade in voriger Nummer.
Barbier.
Redaktion.: «. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» »nd Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen


