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u kleine weiße Flocke, Du bist des Lebens Bild, Herabgeschneit vom Himmel Aufs irdische Gefild.
Du schwebst im Sonnenglanze, Ein flüchtiger Krystall, Weißt nicht, wohin ein Lüftchen Dich tragen wird im Fall.
Die Stunde, die dich bringet, Bringt mir dir eine Schar; Wer wird, wo tausend fallen, Der einzelnen gewahr?
I. G. Seidl.
Nachdruck verboten.
Heimatlos.
Roman von R. P. Roe.
(Fortsetzung.)
XXXV.
Untergang.
Selten hatte die Septembersonne eine traurigere Gruppe beschienen, als die, welche Bellas Totenbett um- 9nb’i^di muß jetzt zu Mister Wentworth gehen, sagte Robert endlich. Aber ich kann den Gedanken mcht ertragen, Mildred, daß Bella auf einem der überfüllten Stadtkrrch- höfe begraben werden soll, wir wollen sie nach ville bringen, dort können wir Blumen an ihrem Grabe pflanzen, so lange wir leben.
P O Robert, wie schön! Welcher Trost wäre das fUl Ich werde sie selbst hinüber bringen, sagte Robert. Er bat seinen Vater, ihm an das Dampfboot entgegen zu kommen mit dem Leichenwagen. Die Neuigkeit verbreitete sich schnell, und das Interesse der kleinen Gememde war lebhaft erregt. Frau Howell war zu schwach, um die Fahrt zu waaen, und Mildred wollte sie nicht verlassen. Mister Wentworth hielt eine herzliche, einfache Trauerrede am Sarge und dann fuhr Robert mit ferner traurigen Last ab. Sein Vater traf ihn an dem Dampfboot und Roberts Zustand versetzte den alten Mann rn Sorge mehr um den Lebenden, als um die Tote. , pr
Es ist richtig, wie mein Bruder nur sagte, murrte er, es ist eine Narrheit, wenn ein Mensch sich in >anderer Leute Sorgen einmischt. Man war heftig aufgebracht in d u
kleinen Städtchen, als es bekannt wurde, daß Robert von demselben Fieber befallen fei, an dem Bella gestorben war. Furchtsame Seelen fürchteten den Ausbruch einer Seuche, aber die meisten ließen sich von ihren guten Gefühlen leiten und boten Atword Beistand an. Mehrere junge Farmer, welche Bella gekannt hatten, wachten am Sarge, und die Beerdigung war eine denkwürdige Feier! für Forestville.
Inzwischen aber lag Robert im Fieber und sprach rn seinen Phantasieen beständig von der Vergangenheit.
Mister Wentworth blieb nach der Abfahrt der Leiche noch eine Stunde bei der Mutter und Tochter zurück, bald nach ihm ging auch Frau Willow, mit dem Versprechen, zurückzukehren, und die Nacyt bei ihnen zuzubringen.
Plötzlich wurde die Thüre aufgerissen und eine wild aussehende struppige Gestalt erschien vor ihnen. Einen; Augenblick sahen sie sich in dumpfen Schrecken an, dann! rief Frau Howell laut! Martin! Martin! und die Thränen gewährten ihr Erleichterung. Langsam und zitternd trat er ein, Mildred wollte in seine Arme eilen, aber er stieß sie zurück. Sein Wesen erfüllte sie mit einer schrecklichen Furcht.
Wo sind die Kinder? fragte er mit heiserer Stimme.^ Wir haben sie aufs Land gesandt.
Was bedeutet dieser schwarze Flor? fuhr er fort. Wo ist Bella?
Ach, ach! seufzte Mildred. Papa! Konntest Du nicht in solchen Augenblicken uns Trost bringen?
Sie ist also tot? flüsterte er und sank in einen Stuhl, wie vom Blitz getroffen.
Ja, sie ist gestorben. Nach Dir hat sie zuerst gefragt, als sie vom Fieber erwachte.
Großer Gott, meine Strafe ist härter, als ich ertragen kann, stöhnte er.
Martin, komm zu mir! rief Frau Howell und streckte ihm die Arme entgegen.
Er sah sie mit einem unbeschreiblichen Ausdruck von Schuldbewußtsein an.
Nein, Fanny, sagte er, ich bin dessen nicht würdig. Ich morde Euch alle! Hastig ging er in sein Zimmer und verschloß die Thüre.
Nach wenigen Augenblicken kam er heraus, sein Gesicht war aschfahl und verzweifelt. Trotz seiner zurückweisenden Geberde umfaßte ihn Mildred mit ihren Armen.
Laß mich los! rief er. Ich vergifte die Luft, in der ich atme. Ihr seid Engel des Himmels, ich aber — o Gott! — Aber das Ende ist nahe!
Er stürzte hinaus in die Dunkelheit. Frau Howell suchte ihm nachzufolgen und fiel mit einem verzweifelten Schrei besinnungslos zur Erde.
Mildred wandte sich zuerst zu ihrer Mutter, um ihr Hilfe zu bringen, in der Meinung, der Vater werde bald


