Tliii M
glücken? was du bist!
: hast du die Achtung;
Bist du ein liebendes Herz: bist du der Liebe gewiß.
Mahlmann.
(Nachdruck verboten.)
Geächtet.
Roman von LotharBrenkendorf.
(Fortsetzung.)
Achtes Kapitel.
Der mittlere Hauptteil des Schlosses und der rechte Seitenflügel toar durch Feuer völlig zerstört. Nur die geschwärzten Brandmauern waren stehen geblieben und gaben mit ihren leeren Fensterhöhlen dem ganzen Bauwerk das sehr wenig anheimelnde Aussehen einer verwitterten Ruine. Auch der linke Seitenflügel des weitläufig angelegten Herrenhauses mochte sich noch vor kurzem in nicht viel besserem Zustande befunden haben; denn das dürftige Schindeldach das gar wenig zu dem vornehmen Baustjil des Schlosses stimmen wollte, war sicherlich noch nicht mehr als einen Monat alt. Hier waren die Fenster zum Teil mit Brettern vernagelt, zum Teil mußte geöltes Papier die Stelle der Scheiben vertreten, und nur im ersten Stockwerk warfen richtige Glasfenster die goldroten Strahlen der Abendsonne zurück.
Was sonst noch an Baulichkeiten vorhanden sein mochte, ließ sich von der Straße aus, auf der die Reisenden an», kamen, nicht erkennen, und es konnte darum nicht wunder nehmen, daß der erste Eindruck, den Lasdehnen auf Frau von Menzelius und ihre Tochter hervorbrachte, ein wahrhaft niederschmetternder war.
„Wie? In diesem Trümmerhaufen sollen wir künftig Hausen?" rief die kleine dicke Dame entsetzt. Aber dann könnten wir ja ebensogut gleich- unter freiem Himmel wohnen wie die Zigeuner; denn dem Winde und dem Regen werden wir in dieser Ruine ohnehin schutzlos preisgegeben sein.
„Hoffentlich! ist es nicht gar so schlimm, liebe Tante", tröstete Elisabeth, ihre eigene Enttäuschung und Bangigkeit tapfer hinter einem erzwungenen Lächeln verbergend. „Und es wird meine erste Sorge sein, Dir und Charlotte ein paar Stübchen zu schaffen, die nicht weniger behaglich sein sollen, als unsere Wohnung in Küstrin. Daß wir hier sogleich in einen herrlichen Palast einziehen würden, durften wir doch wohl kautn erwarten".
Aus dem großen Sandsteinportal, dessen Figurenschmuck von rohen Fäusten mutwillig herabgeschlagen und verstümmelt worden war, trat in diesem Augenblicke die Gestalt eines Mannes, der dem schwerfällig heranfahrenden Reisewagen mit raschen Schxitten entgegenkam.
Obwohl der rötliche Vollbart verschwunden und das hagere, unschöne Gesicht von Wind und Sonne kräftig gebräunt war, erkannte Charlotte in ihm doch- zugleich! jenen Menschen, der im verflossenen Sommer zu Küstrin eine geheime Unterredung mit ihrer Base Elisabeth begehrt hatte. Und sie war darüber keineswegs erstaunt; denn sie wußte ja, daß dieser Peter Wülfing Verwalter auf Lasdehnen sei. Elisabeth hatte Charlotte und deren Mutter damals gesagt, daß sie in dem Manne einen durch widrige Schicksale verarmten ehemaligen Jugend- bekannten gefunden und ihm zur Verbesserung seiner Lage jenen Posten übertragen habe. Den längst verschollenen Franz von der Röcknitz, den sie trotz ihrer entfernten ver- wandschaftlichen Beziehungen nie ° gesehen hatten, vermuteten sie gewiß am allerwenigsten in diesem übertrieben demütigen und unterwürfigen Menschen, dessen regelmäßig eintreffende Briefe aus Lasdehnen nichts als schrankenlose Dankbarkeit und Ergebenheit für seine junge Herrin geatmet hatten.
Auch jetzt entblößte er schon in einer Entfernung von zehn Schritten das Haupt, um daun mit tiefer Verbeugung an den Kutschenschlag zu treten.
„Ich heiße die Herrschaften willkommen und bitte um Vergebung, wenn ich Ihnen keinen festlicheren Empfang zu bereiten vermochte. Aber ich erwartete Sie heute noch nicht, und es wäre mir überdies schwer geworden, mit den vorhandenen Mitteln eine angemessene Einholung zu bereiten".
Elisabetü antwortete ihm kühl, daß man zufrieden sein werde, nach den Strapazen der Reise ein halbwegs menschenwürdiges Obdach zu finden, und er versicherte unter erneuten Verbeugungen, daß er nach dieser Richtung hin alles gethan habe, was in seinen schwachen Kräften stehe. Dau schritt er neben dem Wagen her, bis die ermüdeten Pferde an der Eingangsthür des ausgebesserten Seitenflügels Halt machen durften.
Ein so unerhörtes Vorkommnis, wie das Erscheinen einer mit vornehmen Damen besetzten Reisekutsche war natürlich unter den Gutsbewohnern nicht unbemerkt geblieben, und ein Häuflein ärmlich gekleideter Tagelöhner hatte sich neugierig auf den Hof des Herrenhauses gestohlen. Aber die Leute blieben in respektvoller Entfernung, und auf einen gebieterischen Blick des Verwalters zogen sie sich scheu zurück.
„Mau darf sich nicht zu weit mit diesem Volke einlassen", sagte er gleichsam entschuldigend, da er Elisabeths
chtung willst du erwerben? Es soll dich Liebe be A chtung erwirbt, was du thust; Liebe verschafft, Richtest du Rühmliches aus, schaffst Nützliches


