Ausgabe 
14.7.1900
 
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das Rezept: Man nehme einen irdenen Topf, gieße 100 Gramm Schwefelsäure und 50 Gramm Wasser hinein und füge sodann 30 Gramm schwefelsaure Soda hinzu. In diese Mischung, die natürlich auch in größerer Menge hergestellt werden kann, stelle man ein kleineres Gefäß, welches das zum Gefrieren zu bringende Wasser enthält, decke es zu und drehe das Ganze leicht hin und her, damit die Kälte­mischung in Bewegung bleibt. In wenigen Minuten wird das Wasser in dem kleinen Gesäß zu Eis geworden sein. Dieselbe Lösung läßt sich! mehreremale verwenden.

Ein einfach es und billiges Mittel gegen Wanzen ist Ammoniak. Es wirkt sicherer als alle Tink­turen, welche zum Anstreichen der Möbel usw. bestimmt sind, weil das Gas leicht in die feinsten Spalten eindringt. Man stellt in einem infizierten Zimmer mehrere flache Tassenschälchen mit etwas Salmiafgeist, welcher Ammoniak enthält, hier und da auf, worauf man durch Oeffnen von Fenstern und Thüren für Wiederherstellung reiner Luft sorgt. Wenn der Verdacht auf Wanzen begründet war, d. h. wenn wirklich! welche da waren, so wird man wohl zwar tote, aber keine lebenden mehr finden. Sind mehrere Zimmer infiziert, so setzt man dort das Verfahren fort.

Verfahren, um Ledersohlen undurH - dringlich zu machen. Man thut in einen glasierten Topf einen genügenden Teil guten Theer und etwas in dünne Streifen geschnittenes Gummi Elastikum, welches man vorher in Dämpfen von kochendem Wasser aufgeweicht hat. 9hin setzt man den Topf an ein gelindes Feuer und rührt mit einem hölzernen Löffel diese Mischung um, wobei man das Ueberlaufen des Theers zu verhindern suchen muß. Sobald das Gummi vollständig aufgelöst ist, trägt man mittels eines Pinsels die Masse auf die Sohlen auf, bis die Schicht die Stärke einer dünnen Pappe erreicht hat.

Kesundyeitspffege.

Etwasüber den GenußderMilch«. Viele Per­sonen leben in der Einbildung, daß sie die Milch! nicht vertragen können, da der Magen sie nicht verdaue! Dem ist aber nicht so; denn die Milch ist und bleibt ja doch ein Universalmittel für Groß und Klein, indem der schwächste Magen die Milch! verdaut. Nur soll sowohl dem gesunden, als auch dem schwachen Magen die Arbeit des Verdauens der Milch nicht unnötig erschwert werden dadurch, daß man dieselbe so rasch als möglich und in großen Zügen hin­unterstürzt. Die Milch enthält wicht allein Zucker, Butter und Albumin, sondern auch das sogenannte Casein. Dieses Casein gerinnt, wenn die Milch mit einer Säure vermengt wird, was auch der Fall ist, wenst sie in den Magen gelangt. Daher ist es begreiflich, daß, wenn man dem Magen die Milche in großen Portionen zuführt, dieselbe nicht genügend von dem säuern Magensaft durchdrungen werden kann. Das Gerinnen vollzieht sich alsdann in großen, käsartigen Klumpen, die nur langsam aufgelöst werden, und dem Magen eine zu große Leistung zumuten. Umgekehrt wird der Magen in seiner Arbeit unterstützt, wenn wir die Milch so genießen, daß ihr Gerinnen im Magen in ganz kleinen Portionen vor sich! geht. Am sichersten wird dies dadurch erreicht, daß man die Milch in kleinen Zügen, oder mit Brot genießt. Auch Kinder darf man die Milch! nicht hastig trinken lassen, sondern langsam und in möglichst kleinen Zügen.

Die Kinder lieben den Kaffee sehr, und muß sich! die sorgsame Mutter in erster Linie fragen, ob sie dieser Neigung genügen darf. In den meisten Familien erhalten die Kinder im allgemeinen zu viel Kaffee. In kleiner Menge mit Wasser gemischt, ist er von heilsamer Wirkung und stärkt; besonders ist er für lymphatische (weißblütige) Kinder zu empfehlen; keinesfalls dürfen sie ihn aber abends bekommen, namentlich«, wenn sie nervös sind; denn der nächtliche Schlaf muß wohl in Erwägung gezogen werden, er ist ebenso notwendig wie eine gute Nahrung.

Isür die Küche.

Schoten-Extrakt als Suppenwürze. Wenn die Hausfrauen die Schoten enthülsen und die Schalen fortwerfen, so berauben sie sich einer billigen und nahr­haften Suppenwürze für die Zeit, wo es an frischem Ge­

müse mangelt. Wenn man nämlich die Schalen mit Wasser, dem ein wenig kohlensaures Natron zügesetzt wird, gehörig auskocht, die Abkochung durch ein Tuch seihet und mit einem Zusatz von etwas Zucker ganz dick einkocht, so erhält man einen Extrakt, der sich; lange ohne zu schimmeln hält; ein Theelöffel dieses Extraktes auf einen Teller Fleischbrühe verleiht letzterem ganz den Geschmack von frischen Schoten.

Lttterarisches.

Die deutschen Volks st ämme und Land­schaften. Von Prof. Dr. O. Weise in Eisenberg. Mit zahlreichen Abbildungen. Geh. Mk..90, geschmackvoll geb. Mk. 1.15. Seitdem die deutschen Stämme und Gaue geeint sind, nach! außen zur Wehr, im Inneren zur Arbeit, gießt man sich wieder mehr und mehr auch, der liebevollen Pflege der Besonderheiten eines jeden Gaues und eines jeden Stammes hin. Man wird sich immer mehr bewußt, welch!er hohe Wert in ihnen liegt der gleichmachenden mo­dernen Kultur gegenüber. Das Verständnis für die Eigen­art der deutschen Stämme und Landschaften zu fördern oder zu wecken sucht das vorliegende Buchs Es schildert die «charakteristischen Eigentümlichkeiten der Landschaft, ihre Beziehungen zu den Nachsbarlandsch asten, den Einfluß der Gegend auf das Temperament und die geistige Anlage der Menschen, die Leistungen hervorragender Männer auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft, des Gewerbes und der Industrie; Sitten und Gebräuche, Sagen und Märchen, Besonderheiten in der Sprache und Hauseinrichtung, in der politischen Haltung und dichterischen Beanlagung u. a. m. Der Inhalt ist zu reich, als daß er aus diesem Raume erschöpft werden könnte, wie das Gebotene stets anregend und interessant ist. Eine gute Auswahl von Städtebildern, Landschaften und Bauten wie volkstümlichen Kunstwerken schmückt das Buch!, das jedem Freunde deut­schen Wesens und deutscher Eigenart in Nord und Süd, Ost und West hochwillkommen sein wird.

Der Jugend muß die Kindheit erhalten werden! Das ist eine natürliche und doch so wenig erfüllbare Forderung! Da darf >man wohl ein Blatt, welchxs sich den ersteren Satz zu eigen gemacht hat, mit Freuden begrüßen, nämlich« die prächtige, in ihrer Eigenart einzige, reich« illustrierteKind er gar der ob e", Verlag John Henry Schwerin, Berlin. Wie ist in seiner Beilage:Im Reiche der Kinder", in seinen Unterhaltungs- und Beschäf- itgungsspielen, in seinen prächtigen Modengenrebildern doch das Kinderleben so richtig erfaßt und wiedergegeben ein Kinderblatt für Kinder! Und nun den eminenten praktischen Nutzen, die Mutter und Kinderfreundin von den vielen Modenbildern, dem Schnittmusterbogen und den extra (gegen 35 Pfg. pro Schnitt, den eigenen Selbst­kosten) gelieferten Schnitten genau nach angegebenem Körpermaß hat ! Auch« die häuslichen und ärztlichen Winke werden allen hoch willkommen sein.Kindergarderobe", mit den BeilagenFür die Jugend" undIm Reiche der Kinder" Abonnement nur 60 Pfg. pro Quartal ist zu beziehen von allen Buchhandlungen und Postanstalten. Gratis-Probenummern durch« erstere und den Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35, Steglitzerstr. 11.

Citatenrätsel.

(Nachdruck verboten.)

Aus jedem der folgenden Citate ist ein Wort zu nehmen, sodaß sich ein neues Citat ergiebt.

1. Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusias­mus, den sie erregt.

2. Des Menschen Engel ist die Zeit.

3. Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.

4. Gebraucht die Zeit, sie geht so schnell von hinnen.^

5. Was seh' ich dort? Ganz anders als . . .

6. Allwissend bin ich nicht, doch viel ist mir bewußt.

7. Du trägst den Cäsar und sein Glück.

8. Wir bleiben die Alten!

9. Anklagen ist mein Amt und meine Sendung: Es ist mein Herz, das gern beim Lob verweilt.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer:

Tinte Tante.

Rekattten: ®. «urkbardt. Druck unk «erlag der Br üb!'scheu Unt»ersttSl«.Buch- und «teinkruckerci (Pietsch erben) in Meine.