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Ruhe hin; natürlich waren Jungen Helden, und ihre Vettern die größten, und ihr würden sie all ihre Künste zur Verfügung stellen — jetzt aber langweilte sie die Turnerei, sie trippelte zur Taxuswand, um sich ein Sträußchen zu pflücken. Ein Sträußchen aus dem Schnee das machte Spaß.
Kaum aber hatte sie an den harten Zweigen gezupft, da hörte sie eine lockende Stimme: „Lori mein Liebling!"
Sie horcht und hebt das Köpfchen, dann lacht "sie leise und läuft wie ein Rebhennchen um die Hecke, auf Maja zu, die mit verschränkten Händen und sehnsüchtigen Augen ihrer wartet.
Dicht vor ihr bleibt die kleine Anmut stehen, der kühle Empfang fällt ihr ein, und daß die Pate ganz anders gewesen ist, als der Vater sie ihr geschildert und „Pate", beginnt sie zögernd, „Pate Maja, hast Du mich lieb?"
Da lösen sich Majas Arme, sie zieht das Kind an sich und überschüttet es mit stummer, leidenschaftlicher Zärtlichkeit. Und die kleine Person läßt sich's wohl sein. „Mütterchen, sagt sie traulich, „Mütterchen".
Da kauert sich Maja nieder, spielt mit dem braunen Haar, das dem Haar des Vaters gleicht, küßt die Augen, küßt den Mund und flüstert ihr scheue heimliche Liebesworteins Ohr.
Frau Anne aber flog in ihres Bruders Zimmer — atemlos, lachend, weinend flog sie ihm ans 5ierz. „Jetzt weiß ich's! Jetzt! Das Zeichen ist da! Die Kinderfeindin herzt Deine Lori. Weil sie Dein Kind ist, liebt sie das Püppchen. Komm, komm schnell! Wer am Zauberquell trinken will, darf nicht warten, bis er versiegt."
Sie zog den Ueberraschten über die Veranda nach der Taxushecke; da kniete Maja noch immer im Schnee und — keine Spur der gefürchteten, kühlen Gelassenheit war mehr in dem schönen Gesicht zu finden.
„Nun bist Du mein Mütterchen," plauderte Lori fröhlich, „die Kindermuhme sagt, ich soll beten, daß Du es wirst, und Papa will Dich bitten; aber Du bist's schou — ja? Bist Du's ganz gewiß?
Ehe sie antworten mußte, kniete Eberhard an ihrer Seite: „Maja — Maja — bist Du's? Ihr Mütterchen und mein Weib? Kannst Du mich lieb haben, nach allem —"
„Ich habe Dich immer lieb gehabt, sagte sie, ehe er ausreden konnte.
GenreinnÄtziges.
Iür die Küche.
Karpfen in Rotwein als Zwischengericht, für feinere Tafeln, ein köstliches Esten und nicht allzuviel Mühe verursachend (Bereitungsdauer 1 Stunde) wird folgendermaßen hergestellt: Man nimmt (für 10 Personen) 5—6 Pfd. Karpfen, tötet sie — wobei man das Blut in Essig auf- fSngt und mit diesem verquirlt — teilt sie in Hälften, wäscht sie und schneidet sie in Stücke. Dann belegt man den Boden einer Kafferolle mit Zwiebelscheiben, streut Gewürz, Pfeffer, Salz darauf, fügt ein Lorbeerblatt und einige Citronenscheibchen hinzu. Zuerst legt man das Kopfstück, dann den übrigen Fisch hinein, dazwischen einige Schwarzbrotrinden, ein Viertelpfund Butter, und süllt soviel Rotwein auf, daß daS Ganze davon bedeckt ist. Nachdem der Fisch ziemlich weich gekocht, nimmt man ihn aus der Sauce, rührt das Karpfenblut hinein, fügt 15 Gramm echtes Liekng's Fleisch-Extrakt, sowie Zucker nach Geschmack hinzu, schlägt die Brühe durch ein Sieb, giebt sie zurück in die Kafferolle und läßt den Fisch noch kurze Zeit darin durchziehen, nicht kochen. Er wird zusammen mit der Sauce serviert.
Schweinsrippen auf russische Art gefüllt. 10 Personen. Bereitungszeit drei Stunden. Zuthaten: 21/, Kilo Schweinsrippen, die Rippen in der Mitte geknickt, 1J/2 Kilo Sauerkohl, 1/a Kilo gekochte, geschälte, in Hälften geschnittene Kastanien, 350 Gramm Butter, ein Eßlöffel Zucker, Salz nach Geschmack, ein Glas Weißwein, */< Liter Bouillon aus
Liebig's Fleischrxtrakt. Ter gut auSgedrückle Sauerkohl wird mit 250 Gramm Butter in einer Kafferolle aus's Feuer geatzt, mit dem Zucker bestäubt, mit den Kastanien und dem Weißwein eine halbe Sluude unter fleißigem Umrühren gekocht und zum Abkühlen in eine Schüssel geschüttet. Dann in das Schweinsrippenstück gefüllt, näht man dasselbe z», bestreut es mit Salz, setzt es mit dem Rest der angegebenen Buiter in den Ofen, begießt es nach und nach mit der Bouillon aus Liebig's Fleischrxtrakt und läßt eS in 2 Stunden saftig weich dämpfen. Schön gebräunt wird es auf den Tisch gegeben und nach Belieben noch mit Kartoffeln garniert.
£itterarifri?es.
„Neueste Erfindungen und Erfahrungen" auf bett Gebieten der praktischen Technik, der Elektrotechnik, der Gewerbe, Industrie, Chemie, der Land- und Hauswirtschaft -c. XXVIi Jahrgang (2t. Hartlcben's Verlag in Wien) Pränumerationsprcis qaniiäbria für 13 Hefte franko 7 Mk. 50 Pfg. Einzelne Hefte für 60 Pfg. in Briefmarken. Diese Zeitschrift dient ausschließlich nur der Praxis. Ihre Mitteilungen, die sich über alle Bcrussarten verbreiten, bestehen lli praktischen, zuverlässigen und leicht ausführbaren Anweisungen, Arbeitsverbesserungen und Neuerungen auf technischem und industriellem Gebiete. Besonders wertvoll sind die zahlreichen Anweisungen zu neuen,, lohnenden Erwerbsarten. Aus der Fülle des Inhaltes des ersten Heftes vom siebenundzwanzigsten Jahrgange seien besonders folgende Artikel hervorgehoben: Die Selbstkocher und ihre Verwendbarkeit in Werkstatt Haushalt und im Felde. — Meine praktischen Erfahrungen über das Bleichen und Färben der Jute. — Herstellung farbiger Lackierungen mittelst Alizarlnfarbstoffen. — Neuer Schmelzofen. — Neuer nachstellbarer Hohl- fräscr. — Praktische 'Anleitung zum provisorischen Einrahmen von Stichen und zum Dekorieren der Wände mittelst Bildpostkarten. — Herstellung von Menthol-Präparaten. — Welche Heizungsarr ist für große gastwirtschaftliche Räume, Theater, Säle, Hotels und Konditoreien die beste? — Praktische Anleitung zur Herstellung von Arznei-Gelatinekapseln. — Neuer Trichter zur Feststellung des Flüssigkeitsstandes in undurchsichtigen Behältern beim Füllen. — Pressen von Gegenständen ans einer messingartigen Legierung. — Anleitung zur Herstellung von Medizinalweinen. — Zählerprüfklemme mit drehbarer Brücke. — Die Telephonmembran. — Die Verwendung flüssiger Luft im Brauerei- betriebe. — Neues Verfahren zur Herstellung eines zementartigen Bindemittels. — Herstellung künstlichen Himbeersaftes. — Herstellung von Torsbrikelts. — Bezugsquellen für Maschinen, Apparate und Materialien. — Bestimmung von Alkohol und Aether in Gegenwart von Petroleumäther. — Elektrischer Apparat zur Schmelzpunktbestimmung von Fetten und Wachsarten. — Lösung von Kampher in Salzsäure. — Neuer Apparat zum Reinigen des Quecksilbers. — Wann soll das Spargelkraut abgeschnitten werden? — Ofenglanzpomade. — Herstellung von Putzsteinen. — Bleichen von Badeschwämmen. — Darstellung von Saktelselfe. — Kleinere Mitteilungen. — Neuigkeiten vom Büchermärkte. — Eingegangene Bücher und Broschüren. — Neue Erscheinungen ans dem Patentgebiete. — Chemisch-technisches Feuilleton. — Physikalisch- technisches Feuilleton — Patenttechnisches Feuilleton. — Mitteilungen aus unserem Leserkreise. — Kalender-Litteratur. — Fragekasten — Beantwortungen. - Briefkasten. Die „Neuesten Erfindungen und Erfahrungen", nunmehr im XXVII. Jahrgange erscheinend, bieten jedermann, insbesondere dem Techniker und Industriellen, die Mittel, alle neuen Erscheinungen und alle wertvollen praktischen Errungenschaften kennen zu lernen und so zu verstehen, daß er sie in seinem Geschäfte sofort verwerten kann und demzufolge immer aus der Höhe der Zeit steht. Hunderte von Fragen aus allen BernfSfächern finden in dieser Zeitschrift praktische und kostenlose Beantwortung.
Bilderrätsel.
(Nachbildung verboten.)
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Kapselrätsels in voriger Nummer: Neue Besen kehren gut.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen llmverfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erbens in Gießen.


